In den letzten Tagen war ich viel unterwegs. Mit dem Zug einmal quer durch unser riesiges Bundesland um eine Freundin zu besuchen. Wir haben schöne Ausflüge gemacht und intensiv für das große Fest gebastelt. Dann habe ich viele kürzere Fahrten gemacht um viele 'Kleinigkeiten' zu erledigen, die aber unseren großen Tag bald so besonders, rund und stimmig machen werden. Und dann bin ich so viel unterwegs - in meinen Gedanken: Wohin bin ich grad unterwegs? Kann ich das alles realisieren und in mir aufnehmen? Oder rauscht grad ganz viel an mir vorbei?
Es tut mir leid, wenn es hier grad recht still ist. Im Moment passiert grad ganz viel und ich will die ganze Zeit im 'richtigen Leben' präsent sein. Heute in 14 Tagen gehts in die neue Heimat und dann haben wir auch hoffentlich bald Internet, so dass ich dann viel über ´das Leben auf 60°N berichten kann.
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Donnerstag, 31. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
Zur königlichen Taufe...
... gab es heute mal wieder im ganzen blau-gelben Land an unzähligen Plätzen gratis Prinsesstårta. Im Stockholmer Kungsträdgården wurden hunderte Kindergartenkinder mit Torte beglückt und auch Ockelbo machte wieder mit viel Torte von sich reden. Ob Royalist oder nicht, ich fand es einen netten Anlass auch mal wieder selbst so ein Kalorienbömbchen zu machen.
Das Original der Prinsesstårta ist groß und rund und mit giftgrünem Marzipan überzogen - oder eben in rosa. Allerdings sind die Schweden, glaube ich, in Sachen Torten und so schon noch ein bisschen entwicklungsfähig. Denn um eine Torte essen zu können, muss es immer einen Anlass geben, nur Sonntagskaffee reicht nicht. Und, das ist das eigentlich Schlimme - ich habe noch nie erlebt, dass jemand aus meinem schwed. Bekannten- oder Familienkreis so eine Torte selbst gemacht hätte. Nein, die Prinsesstårta muss gekauft werden. Dabei ist es im Prinzip ganz einfach...
Man nehme Tortenboden (ich habe hier Reste verarbeitet, deshalb dunkel und hell gemischt), rund oder eckig, groß oder klein. Dann gibt man Himbeermarmelade darauf.
Hm, das wird wohl kein Originalrezept, sondern meine individuelle Restevariante ;) Also, Sahne war eben auch nicht verfügbar und so habe ich eine 'falsche Buttercreme' aus Vanillepudding und Butter gemacht. Davon etwas auf die Marmelade geben und dann den 2. Boden auflegen.
Schließlich alles rund herum mit der Creme verkleiden und oben eine Art Kuppel formen und kühl stellen.
Anschließend Marzipanrohmasse (Reste von der Ostertorte...) mit Puderzucker und Lebensmittelfarbe verkneten. Ich habe mich an die Klassiker rosa und grün gehalten, wobei auch gelb mit weiß immer mehr im Kommen ist... Die Törtchen damit verkleiden, aus den Resten Krönchen oder Röschen basteln - und fertig!
Das Original der Prinsesstårta ist groß und rund und mit giftgrünem Marzipan überzogen - oder eben in rosa. Allerdings sind die Schweden, glaube ich, in Sachen Torten und so schon noch ein bisschen entwicklungsfähig. Denn um eine Torte essen zu können, muss es immer einen Anlass geben, nur Sonntagskaffee reicht nicht. Und, das ist das eigentlich Schlimme - ich habe noch nie erlebt, dass jemand aus meinem schwed. Bekannten- oder Familienkreis so eine Torte selbst gemacht hätte. Nein, die Prinsesstårta muss gekauft werden. Dabei ist es im Prinzip ganz einfach...
Man nehme Tortenboden (ich habe hier Reste verarbeitet, deshalb dunkel und hell gemischt), rund oder eckig, groß oder klein. Dann gibt man Himbeermarmelade darauf.
Hm, das wird wohl kein Originalrezept, sondern meine individuelle Restevariante ;) Also, Sahne war eben auch nicht verfügbar und so habe ich eine 'falsche Buttercreme' aus Vanillepudding und Butter gemacht. Davon etwas auf die Marmelade geben und dann den 2. Boden auflegen.
Schließlich alles rund herum mit der Creme verkleiden und oben eine Art Kuppel formen und kühl stellen.
Anschließend Marzipanrohmasse (Reste von der Ostertorte...) mit Puderzucker und Lebensmittelfarbe verkneten. Ich habe mich an die Klassiker rosa und grün gehalten, wobei auch gelb mit weiß immer mehr im Kommen ist... Die Törtchen damit verkleiden, aus den Resten Krönchen oder Röschen basteln - und fertig!
Sonntag, 20. Mai 2012
Sonntagsfreude: Grünes Esszimmer
Für mich ist es eine richtige (Sonntags-)Freude, wenn wir wieder den Tisch im 'grünen' Esszimmer meiner Eltern unterm Kirschbaum decken - Wiesenblumenstrauss und Kerze.
Liebevoll zubereitete Salate (der grüne ist bereits aus dem Garten, ebenso die Kräuter...) Keine Fertigsoßen, sondern eine selbstgemachte Kräuterremoulade und Bärlauchbutter;
Und den neuen Familiengrill einweihen...
Sonnagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg
Freitag, 18. Mai 2012
Maschenmarkierer selbstgemacht
Ich bin ein sehr ästhetischer Mensch und sogar so praktische Dinge wie Maschenmarkierer dürfen nicht einfach nur funktional sein, sondern müssen auch schön aussehen. Ich mache meine nach einem ganz einfachen Prinzip selber.
Als 'Zutaten' braucht man schöne, etwas schwerere Perlen, stabilen Silk, Schere, Teelicht und Zündhölzer.
Zunächst schneide ich vom Silk ein etwa 20 cm langes Stück ab.
Dieses Silkstück lege ich zur Hälfte zusammen, so dass sich eine Schlaufe bildet.
Dann fädle ich die Perlen über beide offenen Enden auf, schiebe sie aber nicht zu weit zurück, so dass die Schlaufe erhalten bleibt.
Dann lege ich die Schlaufe über einen Finger, während ich die offenen Enden verknote.
Die überstehenden Silkenden schneide ich ab, aber nicht zu nahe am Knoten.
Den Knoten und die überstehenden Enden ziehe ich nun schnell (!) durch die Flamme des Teelichts, so dass sie verschmelzen und fixiert werden.
Wer möchte könnte auch gleich zu Beginn einen großen Schmuckkarabiner in die Schlaufe fädeln, so dass man den Markierer auch an eine bestimmte Stelle einhängen kann. Ich persönlich gebrauche aber solche eher selten, öfter brauche ich Markierer, die ich von Nadel zu Nadel, von Reihe zu Reihe weiterheben kann.
Vielleicht zusammen mit dem originellen Stricknadelschutz von Kirschenzeit ein tolles Zubehör zum Verschenken?! Viel Spaß beim Nachmachen...
Als 'Zutaten' braucht man schöne, etwas schwerere Perlen, stabilen Silk, Schere, Teelicht und Zündhölzer.
Zunächst schneide ich vom Silk ein etwa 20 cm langes Stück ab.
Dieses Silkstück lege ich zur Hälfte zusammen, so dass sich eine Schlaufe bildet.
Dann fädle ich die Perlen über beide offenen Enden auf, schiebe sie aber nicht zu weit zurück, so dass die Schlaufe erhalten bleibt.
Dann lege ich die Schlaufe über einen Finger, während ich die offenen Enden verknote.
Die überstehenden Silkenden schneide ich ab, aber nicht zu nahe am Knoten.
Den Knoten und die überstehenden Enden ziehe ich nun schnell (!) durch die Flamme des Teelichts, so dass sie verschmelzen und fixiert werden.
Wer möchte könnte auch gleich zu Beginn einen großen Schmuckkarabiner in die Schlaufe fädeln, so dass man den Markierer auch an eine bestimmte Stelle einhängen kann. Ich persönlich gebrauche aber solche eher selten, öfter brauche ich Markierer, die ich von Nadel zu Nadel, von Reihe zu Reihe weiterheben kann.
Vielleicht zusammen mit dem originellen Stricknadelschutz von Kirschenzeit ein tolles Zubehör zum Verschenken?! Viel Spaß beim Nachmachen...
Donnerstag, 17. Mai 2012
TISUS Nachlese
Vor mehr als einer Woche war ich also bei herrlichstem Wetter in München um den TISUS Sprachtest abzulegen.Die Anmeldung zum Test erfolgte recht unkompliziert über Internet und man musste 2000 SEK (etwa 200 Euro) überweisen. Es gab die Möglichkeit den Test vor Ort zu machen oder einen Antrag auf die Ableistung im Ausland zu stellen. Offensichtlich waren es mehrere Interessenten, die in München schreiben wollten, und so bekam ich bald Bescheid, dass das klappen wird.
In München musste ich noch einmal 35 Euro an die dortige Prüferin bezahlen (und mit den Anreisekosten sind wir dann mal bei so 300 Euro...) und mich ausweisen, bevor es endlich los ging. Wir waren zwei 'richtige' Ausländer und zwei Halbschweden, die, nachdem sie in Deutschland aufgewachsen sind, in Schweden studieren möchten und deshalb trotzdem den Sprachtest machen mussten.
Der erste Teil war Leseverständnis und dafür waren 75 Minuten vorgesehen. Die Texte waren eher allgemeiner Art, zum Beispiel über den Einfluss von Salz auf den Bluthochdruck, über den didaktischen Ansatz, die Gesetze der Mechanik im Fitness-Studio zu vermitteln, über einen neuen Gesetzvorschlag zur Bejagung von Wölfen und über die sinkende Beliebtheit des Königshauses in Schweden (worüber der 5. war habe ich vergessen...). Zu jedem Text gab es Fragen, die teilweise schon sehr kniffelig waren. Man musste sehr genau lesen und über einen reichen, nuancierten Wortschatz verfügen.
Nach 10 Minuten Pause ging es gleich weiter mit dem Aufsatz. Dafür waren 2 1/2 Stunden vorgesehen. Man sollte zum Thema "Leitung - Notwendigkeit und Konsequenzen" schreiben. Im Aufsatz sollte man auf die verschiedenen Führungsstile (demokratisch, autoritär) Bezug nehmen, den Bedarf von Anleitung oder Führung in bestimmten Situation und von bestimmten Personengruppen erörtern usw. Gleichzeitig sollte man zeigen, dass man gut argumentieren kann und auf akademischen Niveau schreiben und diskutieren kann. Fand ich schwierig.
Und schließlich das Mündliche: 15 Minuten Vorbereitungszeit und dann 12 Minuten monologisch in ein Aufnahmegerät sprechen. Das vorgegebene Thema war Konsumgewohnheiten.
Mit den Zeitvorgaben und Aufgabenstellungen kam ich gut zurecht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich in dieser vorgegebenen Testsituation wirklich zeigen konnte wie gut ich schwedisch spreche. Allerdings, glaube ich, wäre es mir sehr schwer gefallen, den Test nur mit dem Wissen/Können aus Sprachkursen zu bestehen. Man muss zügig arbeiten und viel Sprachgewohnheit haben. Aber ich spreche ja auch täglich mehrere Stunden schwedisch, von daher wird es schon gepasst haben. Das Ergebnis gibt es in 3 Wochen...
In München musste ich noch einmal 35 Euro an die dortige Prüferin bezahlen (und mit den Anreisekosten sind wir dann mal bei so 300 Euro...) und mich ausweisen, bevor es endlich los ging. Wir waren zwei 'richtige' Ausländer und zwei Halbschweden, die, nachdem sie in Deutschland aufgewachsen sind, in Schweden studieren möchten und deshalb trotzdem den Sprachtest machen mussten.
Der erste Teil war Leseverständnis und dafür waren 75 Minuten vorgesehen. Die Texte waren eher allgemeiner Art, zum Beispiel über den Einfluss von Salz auf den Bluthochdruck, über den didaktischen Ansatz, die Gesetze der Mechanik im Fitness-Studio zu vermitteln, über einen neuen Gesetzvorschlag zur Bejagung von Wölfen und über die sinkende Beliebtheit des Königshauses in Schweden (worüber der 5. war habe ich vergessen...). Zu jedem Text gab es Fragen, die teilweise schon sehr kniffelig waren. Man musste sehr genau lesen und über einen reichen, nuancierten Wortschatz verfügen.
Nach 10 Minuten Pause ging es gleich weiter mit dem Aufsatz. Dafür waren 2 1/2 Stunden vorgesehen. Man sollte zum Thema "Leitung - Notwendigkeit und Konsequenzen" schreiben. Im Aufsatz sollte man auf die verschiedenen Führungsstile (demokratisch, autoritär) Bezug nehmen, den Bedarf von Anleitung oder Führung in bestimmten Situation und von bestimmten Personengruppen erörtern usw. Gleichzeitig sollte man zeigen, dass man gut argumentieren kann und auf akademischen Niveau schreiben und diskutieren kann. Fand ich schwierig.
Und schließlich das Mündliche: 15 Minuten Vorbereitungszeit und dann 12 Minuten monologisch in ein Aufnahmegerät sprechen. Das vorgegebene Thema war Konsumgewohnheiten.
Mit den Zeitvorgaben und Aufgabenstellungen kam ich gut zurecht. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich in dieser vorgegebenen Testsituation wirklich zeigen konnte wie gut ich schwedisch spreche. Allerdings, glaube ich, wäre es mir sehr schwer gefallen, den Test nur mit dem Wissen/Können aus Sprachkursen zu bestehen. Man muss zügig arbeiten und viel Sprachgewohnheit haben. Aber ich spreche ja auch täglich mehrere Stunden schwedisch, von daher wird es schon gepasst haben. Das Ergebnis gibt es in 3 Wochen...
Blick auf die Isar und die tolle Kastanienblüte...
Mittwoch, 16. Mai 2012
Zerissen II
Mein Freund zieht mich manchmal damit auf, dass angeblich nur Leute bloggen, denen es schlecht geht und die sich auf diese Weise positive Bestätigung und Aufmunterung holen wollen. Als mein Post 'Zerissen' auf wundersame Weise in den Weiten des www verschwand, dachte ich, das ist ein Zeichen, auf diesem Blog in Zukunft doch nur noch ausschließlich über schöne Erlebnisse zu berichten. Denn schlecht geht es mir wirklich nicht, im Gegenteil, mir geht es eigentlich sehr gut und ich bin eigentlich seeehr glücklich...
Ja, aber da gibt es dieses eigentlich. Denn ganz uneingeschränkt kann ich mich im Moment nicht freuen. Ich werde nämlich nun mehr oder weniger endgültig mein Heimatland verlassen. Der Liebe wegen. Ich habe die letzten Wochen viel darüber nachgedacht, wie und warum ich bloggen will. Natürlich will ich den zu Hause gebliebenen ein bisschen darüber berichten, was so 2000 km entfernt alles los ist. Ich möchte das Land vorstellen, so, wie es wirklich ist, wenn man dort lebt. Aber natürlich soll es auch noch Platz für meine Hobbies und Leidenschaften, Austausch über Kreatives auf diesem Blog geben.
Als ich die Bilder für den Header ausgewählt habe, habe ich sehr idyllische, ästhetische genommen. Nicht die Hauptstadt im Regen oder Novembergrau, keine sozialen Wohnungsbauprojekte, keine abgeholzten Wälder. Sondern Bilder, die wahrscheinlich auch jeder von uns in sich trägt, wenn man an Astrid Lindrens Heimat denkt: rote Häuschen, Seen, Preiselbeerblüte, unberührte Natur. Das ist natürlich eine Seite und genau diese Seite lockt jedes Jahr tausende von (v.a. deutschen) Urlaubern in dieses Land.
Aber die andere Seite ist, dass ich eben nicht als Urlauberin in dieses Land gehen werde, sondern ich werde versuchen, dort zu leben. Und das Leben ist eben kein Bullerbü!Deshalb werdet ihr auf diesem Blog, in dem es eben auch ums Auswandern, Integration oder Inklusion, Bürokratie und viele (Neu-)Anfänge geht, auch von Zweifeln, Niedergeschlagenheit, Heimweh und Ärger mit den Behörden lesen. Denn alles andere wäre meiner Meinung nach nicht ehrlich. Ich kann nicht einfach das alles weglassen und ein idyllisches Bild zeichnen, das nicht realistisch ist und das dann den einen oder anderen vielleicht sogar motivieren könnte, über Auswanderpläne nachzudenken. Ich habe schon für mehr als ein Jahr in dem Land gelebt und ich weiß mehr oder weniger worauf ich mich nun einlasse. Mit einem Einheimischen an meiner Seite wird manches vielleicht unkomplizierter als es damals war, als ich ganz auf mich allein gestellt war. Aber grundsätzlich habe ich kaum noch Illusionen, die ich vor 5 Jahren hatte. Ich stelle dennoch immer wieder in persönlichen Gesprächen fest, dass viele andere, mit mir diese Illusionen teilen, von denen ich auf schmerzhafte Weise erfahren musste, dass sie nicht eintreten/zutreffen werden.
Deshalb nehmt es mir bitte nicht übel, wenn es auf diesem Blog manchmal (hoffentlich aber sehr selten!) auch eher Unerfreuliches oder Unangenehmes zu lesen gibt. Das hat nichts damit zu tun, dass ich ein Jammerlappen oder eine Heulsuse wäre, aber ich habe keine Lust, ein Bild von einem Land zu zeichnen, das nur wenig mit der von mir erlebten Realität zu tun hat. Wer also sein Bullerbü-Bild bewahren will, sollte diesen Blog vielleicht in Zukunft nicht mehr lesen. Wer aber an bürokratischem Wahnsinn vor atemberaubenden Sonnenuntergängen und zauberhafter Natur, skandinavisch-bayerischer Einrichtung und Handarbeiten interessiert ist, der sei hier herzlich willkommen! :)
In nur weniger als einem Monat sind wir schon wieder auf 60° Nord. Hui, wie jetzt die Zeit dahin rennt. Und eigentlich freue ich mich doch schon sehr...
Dienstag, 15. Mai 2012
Unser tägliches Brot: Vogelmieren-Vollkornbrot
Als ich heute endlich mal wieder ein Stündchen Zeit hatte um im Garten zu werkeln und dabei nach der Hektik der letzten Tage ein bisschen durchzuatmen, da fielen mir ganz zarte Blümchen auf.
Der Hühnerdarm, wie das (Un-)Kraut hier im Volksmund heißt, oder auch die Vogelmiere, hatte sich in letzter Zeit prächtig entwickelt und so war nun endlich genügend zusammengekommen, dass ich eines meiner Lieblingsbrote backen konnte. Dafür braucht man etwa 100 g Hühnerdarm/Vogelmiere, das dann gewaschen und kleingehackt wird.
Zu dem normalen Brotteig aus 500g Mehl (400g Dinkel und 100g Kamut) kommen jede Menge Körner: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Sesam. Das Kraut gibt dem Brot eine luftige Struktur. Der recht weiche Teig wird in eine Form gefüllt und dann etwa 1 Stunde gebacken. Das Rezept stammt aus dem wunderbaren Buch von Margarete Vogl.
Und jetzt gönne ich mir zum Abendessen eine Scheibe vom ersten Vogelmieren-Brot des Jahres, vielleicht mit Butter und den ersten Radieserl aus dem Garten...
Sonntag, 13. Mai 2012
Sonntagsfreude: Mein grünes Kleid
Wir sind wohl behalten wieder von unserer 'Hochzeitsreise' zurückgekehrt und ich freue mich immer noch über das Glück des Brautpaars, das schöne Fest im Kreise netter Freude - und über mein Kleid, das den Härtetest bestanden hat. Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man in ein selbstgenähtes Festgewand gekleidet ist, finde ich. Und man kann sich sicher sein, dass niemand auf dem Fest das gleiche trägt :)
Das Wetter war herrlich, es war fast 30° warm, was die Anzugträger schwitzen ließ. Wie erfrischend ist da ein luftiger Rock, der dank Tüllunterrock (im Schnitt/Muster so nicht vorgesehen gewesen) auch einen schönen Stand hatte, etwas raschelte und sich noch vornehmer anfühlte.
Wir hatten die Ehre, dass wir bei der standesamtlichen Trauung schon dabei sein durften, die nur im kleinsten Kreis gefeiert wurde. Was für eine Auszeichnung! Und für meinen zukünftigen Mann war es hilfreich, so eine deutsche Trauung auch mal zu sehen und zu erleben. Jetzt weiß er, dass er im Prinzip nur 'ja' sagen muss und unterschreiben ;)
Anschließend machten wir einen Spaziergang durch die zauberhafte Altstadt, zum einen um Fotos zu machen, zum anderen war das auch der Weg zur Kirche. Allerdings war eine kurze Pause im Schatten nicht schlecht...
Nach der kirchlichen Trauung gab es Kaffee, Kuchen und Hochzeitstorte im Pfarrgarten. Und genau als wir im Auto saßen um zum Gasthof zu fahren, wo die Feier dann statt fand, fing es an zu regnen und zu gewittern. Aber dann waren wir ja im Festsaal und das Wetter konnte toben wie es wollte. Wir bekamen ausgesuchte Spezialtitäten, führten nette Tischgespräche, und tanzten bis in den nächsten Tag... Hach, ein schönes Fest!
Unseren Zuschuss zu einer Hochzeitsreise in den Norden haben wir stilecht verpackt, wobei die Ehre für die tollen Elche meiner Küchenfee (=Schwester) zuteil wird. Denn ich musste ja noch Kleid, Rose und Tasche fertig nähen. Und den Schmuck habe ich dann auch noch selbst aus Glasperlen gemacht. Damit dann auch alles zu den Schuhen passt... :)
Sonntagsfreude nach einer Idee von Frau Kreativberg
Mittwoch, 9. Mai 2012
Auf 'Hochzeitsreise'...
Seit gestern ist nun endlich auch mein Liebster wieder hier im Herzen Europas und heute morgen haben wir unser Aufgebot bestellt (darüber gibt es noch einen extra Eintrag). Ansonsten habe ich den heutigen Tag ebenso wie das letzte Wochenende an der Nähmaschine verbracht, denn am Freitag heiratet eine ganz liebe Freundin, die auch im Winter 2007/08 in Schweden studiert hat. Da will ich mich natürlich in Schale werfen und habe die Gelegenheit genutzt um mir ein schönes bauschiges Raschelkleid zu nähen.
Und ich bin nun wirklich (endlich) in letzter Minute fertig geworden. Ich hoffe, dass die nächsten Tage nun ein bisschen ruhiger werden und dass wir schöne Fotos (u.a. vom Kleid) machen können, die ich dann hier zeigen kann. Morgen werden wir also 500 km durch die Republik fahren, denn leider wohnt meine Freundin weit weg. Aber ich freue mich schon sehr auf die Fahrt, die schöne Landschaft(en) und liebe Leute. Wir haben noch ein bisschen Urlaub drangehängt und so wird es erst Anfang nächster Woche wieder Neues hier zu lesen geben.
Montag, 7. Mai 2012
TISUS...
... heißt 'Test in Swedish for University Studies' oder so ähnlich und den muss ich morgen machen. Dafür werde ich extra nach München fahren (um 10 Uhr beginnt der Test, Abfahrt hier um 6:15 Uhr - Landleben!). Das Dirndl ist gebügelt, denn wenn ich schon in die Landeshauptstadt fahre... Außerdem will ich nun noch jede Gelegenheit nützen um mein Lieblingsgewand auszuführen - so viel Mut, es in Schweden im Alltag zu tragen habe ich doch nicht... Außerdem dabei, ein Stadtplan, ein Schwedisch-Schwedisches Wörterbuch und ein schwedisches Buch, in dem ich auf der Fahrt zum 'warm werden' lesen will.
Der Test ist ein standardisierter Test und entspricht in etwa dem TOEFL für Englisch. Dabei muss ich schreiben, lesen (Leseverständnis) und sprechen. Vor den beiden letzteren Aufgaben habe ich keine Angst, aber jetzt rächt es sich ein bisschen, dass ich die Sprache nicht nur, aber vor allem mündlich erlernt habe. Beim Schreiben fühle ich mich einfach unsicher(er).
Jeder, der nicht über eine Unipartnerschaft an eine schwedische Uni kommt, muss diesen Test machen. Allerdings kann man auch den Test machen, um eine Bestätigung zu bekommen, dass man Schwedisch auf dem Niveau B kann. Und das brauche ich für meine Zusatzausbildung zur Integration in den schwedischen Arbeitsmarkt.
Wieder ein Schritt auf der langen Reise in den Norden. Drückt mir bitte die Daumen! :)
Der Test ist ein standardisierter Test und entspricht in etwa dem TOEFL für Englisch. Dabei muss ich schreiben, lesen (Leseverständnis) und sprechen. Vor den beiden letzteren Aufgaben habe ich keine Angst, aber jetzt rächt es sich ein bisschen, dass ich die Sprache nicht nur, aber vor allem mündlich erlernt habe. Beim Schreiben fühle ich mich einfach unsicher(er).
Jeder, der nicht über eine Unipartnerschaft an eine schwedische Uni kommt, muss diesen Test machen. Allerdings kann man auch den Test machen, um eine Bestätigung zu bekommen, dass man Schwedisch auf dem Niveau B kann. Und das brauche ich für meine Zusatzausbildung zur Integration in den schwedischen Arbeitsmarkt.
Wieder ein Schritt auf der langen Reise in den Norden. Drückt mir bitte die Daumen! :)
Donnerstag, 3. Mai 2012
Alles neu...
... macht der Mai. So auch im Garten. Vieles ist wieder auf Neustart. Für mich gibt es nicht schöneres als die Beete umzugraben, mit Kompost anzureichern, hacken, rechen - und dann, eine fruchtbare, ebenmäßige, dunkle Beetfläche, in der man dann einfach drauflos pflanzen kann. Und das Wetter macht auch mit!
Vor zwei Wochen, bei meinem Osterbesuch, habe ich die Erbsen gesät. Nun sehen sie schon so aus:
Auch die Blumen, die ich damals gesät hatte, waren nun schon bereit fürs Pikieren. Dieses Mal habe ich mich zum ersten Mal getraut, einen sog. Wurzelschnitt zu machen, d.h. die lange Pfahlwurzel mit der Schere abzuschneiden, so dass sich die anderen Wurzeln kräftiger entwickeln. Es scheint den Pflänzchen jedenfalls nicht geschadet zu haben, denn sie schauen heute sehr frisch aus.
Dieses Jahr wenden wir natürlich alle Kunstgriffe an, wollen wir doch die schwedischen Hochzeitsgäste mit unserem Bauerngarten beeindrucken. Und in den gehören nun mal Gemüse und Blumen. Mutigerweise will ich auch nur eigene Blumen für den Blumenschmuck zur Hochzeit verwenden, denn ich mag es gerne einfacher und natürlich. Nun heißt es Daumendrücken, dass die Eisheiligen dieses Jahr milde gestimmt sind.
Stilechte Teepausen im Garten gibt es nun dank diesem tollen Geschenk von meiner Schwester :)
Und was mich besonders freut, meine Lieblingsgeranie hat schon die erste Blüte. Ich liebe diese Farbe!
Von dieser Geranie nehme ich auch zwei Stöcke mit nach Schweden. Die Schweden sind große Geranienliebhaber [perlagon-älskare], noch öfter als die dunklen Sorten findet man allerdings helle Sorten auf vielen Fensterbänken. Da die Sommersaison oft kurz ist, dürfen die Geranien das ganze Jahr über dort stehen. Im Frühling werden sie dann umgetopft und aufgepeppt, wie auch bei der Wunderbaren Clara. Eine sehr beliebte helle Sorte ist die Geranie Mårbacka, die nach dem Wohnsitz von Selma Lagerlöf benannt wurde.
Nun aber noch ein Stündchen in den Garten, das gute Wetter nutzen...