Unser tägliches Brot ist nicht nur tägliche Nahrung, es ist auch Heimat und Wohlbefinden. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Skandinavier nicht gerade die Bäckermeister schlechthin sind. Im Gegenteil: Wer schon mal im Urlaub vier Wochen lang labbriges, süßliches Brot essen musste, sehnt die erste Bäckerei hinter der dänischen Grenze herbei. Inzwischen gibt es zwar (wieder) kleinere Handwerksbäckereien, die sich aber viel an der französischen Backkunst orientieren, d.h. viel helles Weizensauerteigbrot. Auch "deutsche" Bäckereien gibt es, die kräftiger gewürztes Brot anbieten, aber doch nicht das gleiche wie ein "Würzlaiberl" vom Bäcker in Niederbayern.
An guter Literatur ist hier inzwischen einiges zusammengekommen und ich könnte zudem noch etliche Kochbücher aufführen, die auch Brotrezepte enthalten z.B. die von Saltå Kvarn. Das englische Vollkornbackbuch habe ich mir in einer Museumsmühle in Minneapolis gekauft, die drei schwedischen in der oberen Reihe habe ich alle geschenkt bekommen. Wirklich viele tolle Rezepte sind im Buch Drunter&Drüber, das Brot für Genießer enthält vor allem viele pfiffige Ideen. Das Buch Gutes Brot von Roswitha Huber ist ja inzwischen ein Standardwerk und bei mir schon gut durchgeblättert, manche Rezepte kann ich schon auswendig. Die beiden Bücher von Lutz Geissler habe ich zu Weihnachten bekommen und ich bin in der Erprobungsphase. Mit dem Heft Brot backen hat mich heute eine liebe Freudin überrascht: So passend und was für ein schöner Wochenendstart mit lieber Post 😊. Brot&Brötchen habe ich auch schon lange, aber es ist nicht so viel in Gebrauch. Die Lust auf Genuss zum Thema Brot backen hat mir meine Mama im Herbst mitgebracht.
Im Wohnzimmer steht meine Mehltruhe. Das Zirbenholz hat mir mein Bruder, der in Davos wohnt, geschenkt und mein Papa hat die Truhe gebaut. 💛 Es ist nicht einfach ganzes Getreide in guter (!) Qualität zu bekommen. Oft nehmen wir im Sommer einige Kilo aus Bayern mit, im Moment decke ich meinen umfangreichen Bedarf mit 700g-Packungen, ebenfalls von Saltå Kvarn, was aber wirklich nicht günstig ist. Zudem gibt es im Moment keinen ganzen Roggen (laut Firmen-Homepage auch hier ein Qualitätsproblem...), so dass ich Roggenschrot gekauft habe, den ich weiter vermahle. In Schweden gibt es auch keine Mehltypen und an Vollkornmehl gibt es einzig Grahamsmehl. Andere komische Mehlsorten sind z.B. Rågsikt (im Bild oben rechts). Da steht zwar Roggen drauf, das Roggenmehl ist aber mit bis zu 60% Weizenmehl vermischt.
Eine Kuriosität in der Mehltruhe ist das Kastanienmehl, das ich demnächst ausprobieren werde.
Vollkornmehl ist für uns das A und O. Seit zwei, ja bald drei Jahren habe ich die Mühle nun und an den Werten, die meinen Mann aufgrund einer chronischer Krankheit* regelmäßig testen lassen muss, können wir die Verbesserung schwarz auf weiß ablesen. Dass ich gutes Brot selber backe, tut uns also gut, seelisch und auch körperlich.
Die Mühle habe ich auf einem Geschirrtuch stehen, was es mir möglich macht, die schwere Mühle auf der Arbeitsfläche leicht nach hinten und vorne zu bewegen. Unter meiner Steinarbeitsplatte ist noch ein Holzbrett zum Ausziehen. Perfekt für die Rührschüssel darunter. 😊
Auf der einen Arbeitsfläche in der Küche stehen nicht immer nur das Mehlsieb und die Mühle bereit, sondern auch der Brotkasten, in dem ich unser Brot problemlos aufbewahre. Im Vordergrund seht ihr noch den Backstein, den ich viel benutze, auch für Pizza u.ä. Und er hat gar nichts gekostet, weil er beschädigt war (die Delle an der Vorderkante)... Ein breiter Pinsel zum Mehl ab-/wegkehren, ein Kruskavel für Knäckebrot sowie zwei Gärkörbchen machen meine Ausrüstung komplett. Achja, die "Schaufel" für die Teiglinge hat mir auch mein Papa gemacht, so dass sich die Laibe leichter auf den Backstein überführen lassen. Ansonsten benutze/zweckentfremde ich andere Gegenstände in der Küche wie Kastenformen oder einen gusseisernen Topf.
Ich bin zuversichtlich, dass das mit der Brotselbstversorgung gut klappt, zudem ich auch immer Überschuss einfrieren kann. Freude bereitet es mir auf jeden Fall!
Die Brotgewürze bekommen natürlich ein eigenes Beet im erweiterten Garten!
*Die überhaupt nichts mit unserer Kinderlosigkeit zu tun hat.
Hallo Barbara!
AntwortenLöschenIch freue mich auf (mehr) Einblicke in dein Brot backen. Ich backe meistens nach Lutz Geißler und bin damit sehr zufrieden. Bin seit Weihnachten stolze Besitzerin einer Kastenform aus Guss nit Deckel. Damit haben die Brote ein etwas praktischeres Format (finde ich). Gestern erst habe ich mir bei Dir nochmal das Rezept für die Brennesselsemmeln rausgesucht ;-) Ich freue mich also wie gesagt auf neue Kücheneinblicke bei dir.
Liebe Grüße,
Gesa
Gerne, Liebe Gesa! Was ist das denn für eine tolle Form, die du bekommen hast?
LöschenHerzliche Grüße aus Göteborg
Hey!
LöschenDas ist die K4 von Petromax. Und ich bin echt zufrieden damit! :-) Ich überlege, mir zum Geburtstag oder zu Ostern oder so noch eine zweite zu wünschen oder zu kaufen. Denn die passen ja problemlos nebeneinander in den Ofen und zwei Brote backen ist ja wirtschaftlicher als ein Brot zu backen. Mal sehen!
Liebe Grüße,
Gesa
hallo liebe barbara, welche rezepte mit gesundem mehl könntest du für anfänger empfehlen?
AntwortenLöschenliebe grüsse
Liebe Sabine, schau mam hier, da sind in den Kommentaren ein paar Rezeptvorschläge: https://www.ploetzblog.de/tipps-und-tricks/tipps-fuer-anfaenger/
AntwortenLöschenAls Buch hat Drunter&Drüber viele Rezepte mit Vollkorn oder anderen Mehlsorten zu bieten.
Liebe Grüße, Barbara
liebe Barbara,
AntwortenLöschendas macht mir Lust es selber wieder zu probieren. In den letzten Wochen habe ich mich doch eher auf süsse Germmehlspeisen wie Notizen und Buchten spezialisiert.
Wunderschön ist eure Truhe geworden!
Ich schick dir ganz liebe Grüße aus Graz
Steffi
Da bist du ja schon mal gut ausgestattet. Und ich bekomme Lust, das Brotbacken auch in Angriff zu nehmen.
AntwortenLöschenLieben Gruß
Marietta
... was für ein toller Vorsatz für 2018 und was für eine gelungene Ausstattung.
AntwortenLöschenVielleicht habe ich ja auch mal genug Zeit dafür - das wäre schön. Aber das Buch "Brot für Genießer" habe ich auch und ... das "Lochbrot ist sooo lecker. Unbedingt ausprobieren.
Gerne lese ich, wie es weitergeht und ja, eine Krukskavel habe ich endlich auch.
Eine gute dritte Woche,
Slo
Ich backe unser Brot auch immer selber. Ohne kneten, im Gusseisentopf. Ich verwende nur Frischhefe, warmes Wasser, Mehl (in allen Variationen) und etwas Salz. Steigern könnte man das noch mit Sauerteig...
AntwortenLöschenMit dieser Art von Brot habe ich (leider) nicht das Gefühl, etwas mit meinen Händen erschaffen zu haben (kneten - das braucht es nicht). Aber es schmeckt so wunderbar und ist oberknusprig, dass ich nie mehr etwas anderes will.
Kochbücher hin oder her.
Liebe Grüsse
Milena