Seiten

Dienstag, 30. Oktober 2012

TisdagsTutorial: Zugluftstopper

Hier tosen grad die Herbststürme ums Haus und da macht es sich bemerkbar, dass wir in einem Altbau wohnen.
Gerade an meinem Nähplatz spüre ich ständig den kalten Luftzug des Winds im Schulter- und Nackenbereich. Da muss Abhilfe geschaffen werden!
Für schnelle Zugluftstopper braucht man: Stoff(reste), passende Nähseide, Schere, Lineal, Maßband, Bleistift, Stecknadeln, eine Nähnadel und Füllmaterial. Ich habe mich für kbT-Schafwolle von hier entschieden. Beim Stoff handelt es sich einfach um neutralen Baumwollstoff, denn ich will die Zugluftstopper ja von Herbst über Weihnachten bis Frühling am Fenster liegen lassen.
Als erstes vermisst man die Fensternische, in die der Zugluftstopper soll.
Meine Fensternische ist also 53 cm breit, 6 cm tief und bis zum Glas sind es 5 cm. Folgendermaßen habe ich den Zuschnitt berechnet: 53 cm + 2x3 cm (für Kanten/Abnäher) + 2x1,5 cm (Nahtzugabe): 62 cm Länge;
Breite = 2x6 cm (Tiefe) + 2x5 cm (Höhe) + 2x1,5 cm (Nahtzugabe) = 25 cm
Nun den Stoff entsprechend der eigenen Maße zuschneiden und im Zickzackstich versäubern. Dann den Stoff rechts auf rechts legen und, wie die rot markierten Linien zeigen, absteppen. In der Mitte eine etwa 10-12 cm lange Öffnung frei lassen.
Wenn das erfolgt ist, mit der Hand in die Öffnung greifen und den Stoff so richten/verschieben, dass der Stoffbruch und die Naht aufeinander liegen. An den Enden ergeben sich so zwei Spitzen. Bügeln.
Jetzt gilt es die spitzen Enden so abzunähen, dass daraus die gewünschte Tiefe entsteht. Mein Maß war 6 cm und so habe ich das abgemessen, angezeichnet und abgesteppt.
Für jeden Zugluftstopper steppt man insgesamt vier Spitzen ab. Damit es dann beim Füllen innen kein 'Gewurschtel' gibt, habe ich die jeweils zusammengehörigen Spitzen mit ein zwei Stichen von Hand zusammengehängt.
Jetzt den Schlauch wenden und mit dem Füllmaterial gut ausstopfen.
Die Öffnung dann von Hand schließen.
Und so wünsche ich auch Euch immer ein warmes Plätzchen zum Nähen, Stricken, Basteln, Lesen oder Tee trinken und dass Euch die Herbststürme nicht verwehen!

Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Montag, 29. Oktober 2012

Essen ist Liebe

Wenn man auswandert, sind es ja oft bestimmte Gerichte aus der heimischen Küche, die einem auch im Ausland ein Stück Heimat fühlen/schmecken lassen. Wenn man verreist, nähert man sich fremden Ländern oft über landestypische Speisen an.
Das schwedische Gegenstück zum Deutschen "Liebe geht durch den Magen" heißt "Mat är kärlek" - Essen ist Liebe.
Ein amerikanischer Kollege meines Mannes hat nun drei Jahre in Schweden gelebt und hat sich hier sehr wohl gefühlt. Nun muss er zurück in die USA und ist nicht sehr begeistert darüber. Zum Abschied wollten wir ihm 'ein Stück Schweden' mitgeben. Was lag da näher als das Essens-Thema aufzugreifen?
Im Second-Hand-Laden fand ich ein tolles, schwedisches Kochbuch, das von DEN Köchen Schwedens geschrieben wurde. Um das Geschenk noch aufzuwerten, habe ich noch eine Schürze dazu genäht.
Wir hoffen, dass ihm das Geschenk Freude macht und dass er sich so selbst zurück in den USA ab und zu 'ein Stück Schweden zubereiten' kann.

Samstag, 27. Oktober 2012

Sonntagsfreude: Der erste Schnee

... kam am Donnerstag zuerst ganz leise und über Nacht und schickte dann einen Sturm, damit wir endlich aus den Fenstern schauten, um die erste weise Pracht zu entdecken.
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Dort gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Mal wieder Alltagsschnipsel

Gestern habe ich endlich unseren Gasofen in Angriff genommen, bzw. auseinander genommen :) , und saubergemacht.
Allerdings sollte die patente Hausfrau beachten, dass das Metallgehäuse sehr schnell sehr warm wird, weil der Brenner nach der Reinigung besser und stärker brennt. So ließen sich Brandblasen an den fürs Stricken/Garnführung nicht unwichtigen Fingern vermeiden.
Heute hatten wir endlich den von mir so ersehnten Kälterekord. Und als Draufgabe: Sonnenschein. Was lag da näher als das Fahrrad zu satteln und eine kurze Rundtour zu machen? Allerdings wurden vorher die Beine noch warm eingepackt - die långkalsonger-Saison ist eröffnet :)
Und wie schön ist das denn? Dieses tolle Gold! Kalte Luft, die einem freundlich in die Backen zwickt! Alles fühlt sich frischer an, wenn es so klar und kalt ist. Mein Lieblingswetter!
Und in der Innenstadt hat ein Sportgeschäft Schnee zusammengekratzt um Werbung für die kommende Langlaufsaison zu machen.
Ansonsten kommt heute wohl keiner im Königreich an der Verlobung von Madde und Chris vorbei.

Und ich warte immer noch auf meinen Studienplan. *Seufz* Entsprechend hält sich meine Motivation für die nächste Hausarbeit auch gerade in Grenzen. Deshalb gehe ich nun erstmal an die Nähmaschine :)

Dienstag, 23. Oktober 2012

TisdagsTutorial: Nähmaschinen-Wellness

Heute gibt es das Tutorial mit schwedischen Untertiteln, damit auch meine Freundin hier etwas davon hat.

Wer viel näht, kennt wahrscheinlich den Zeitpunkt, an dem die Maschine anders surrt als sonst. Oder die Stiche an der Unterseite werden unregelmäßig. Gerade Anfängerinnen oder neue Besitzerinnen einer Nähmaschine haben dann Hemmungen die Maschine auseinander zu bauen. Es ist aber nicht schwer und hilft :)
Den som syr mycket känner till tidspunkten när symaskinen slutar låta som vanligt. Kanske blir också stygn på undersidan oregelbundna. Särskilt nybörjare eller den som nyss fick en ny symaskin drar sig lite då att bygga isär den. Men det är faktiskt inte så svårt och mycket effektiv :)
Man braucht vor allem einen Pinsel (der oft mit der Maschine mitgeliefert wird), neue Nadeln, Nähmaschinenöl, Küchenpapier, einen feuchten Lappen. Die Gebrauchsanleitung kann hilfreich sein.
Man behöver en liten pensel (som ofta medföljer symaskinen), nya symaskinsnålar, symaskinsolja, hushållspapper, en fuktig trasa. Det kan hjälpa om man har instruktionshandboken till hands.
Auch wenn die einzelnen Modelle und Firmen einen anderen Aufbau haben, im Prinzip funktionieren sie gleich.
Även om det är olika modeller och företag bygger symaskiner på olika sätt - principiellt funkar de alla på samma sätt.
Wenn ich das Unterfadenfach öffne, sehe ich schon erste Staubflusen...
När jag öppnar griparluckan ser jag redan lite damm...
Das lässt mehr Staub an anderen Stellen vermuten und so entferne ich erstmal das Füsschen, die Nadel, die Spule und die Stichplatte.
Det tyder på mer damm på andra ställen och därför tar jag bort syfoten, nålen, spolen och stygnplåten.
Mit dem Pinsel entferne ich nun vorsichtig die Staubflusen, die sich unter der Stichplatte angesammelt haben. Hier kann man nun auch Fadenreste entfernen (evtl. mit einer Pinzette), die sich dort verfangen haben.
Nu tar jag bort ludden som finns under stygnplåten med penseln. Här har man även möjligheten att ta bort trådrester som har fastnat. En pincett kan vara en bra redskap här att ha.
Nun baue ich noch das Fach mit der Spulenkapsel auseinander.
Till slut bygger jag isär griparluckan.
Ab und zu kann auch ein Tropfen Nähmaschinenöl nicht schaden.
Då och då skadar en droppe symaskinsolja inte.
Alle Teile die ich abgebaut habe, mache ich nun mit einem feuchten Lappen sauber.
Alla delar som jag byggde ut rengör jag nu med den fuktiga trasan.
Und jetzt baut man alles wieder zusammen :)
Och nu sätter man allt ihop igen :)
Eine neue Nadel sorgt wieder für kleine Stichlöcher und gleichmässige Nähte.
En ny nål leder till små stygnhål och regelbundna sömmar.
Und dann ist die Maschine wieder bereit für kommende Näharbeiten.
Sedan är symaskinen redo för framtida syprojekt.
Zum Schluss muss ich euch noch einen Blick aus dem Fenster heute zeigen: Endlich blauer Himmel!
Till slut måste jag visa utsikten frün mitt fönster idag: Äntligen lite blå himmel!

Montag, 22. Oktober 2012

Wer kennt Tomte Tummetott?

In Deutschland sicher mehr Erwachsene und Kinder als hier in Schweden. Und das, obwohl das Buch ja aus der Feder von Astrid Lindgren stammt. Illustriert ist die wunderbare Weihnachtsgeschichte von Harald Wiberg.

Wenn man einen Schweden auf ein Weihnachtskinderbuch mit Tomte anspricht, hört man von den meisten: "Nein, das ist nicht von Astrid Lindgren. Du meinst wohl den Klassiker von Viktor Rydberg?" Dieses Gedicht (zu dem ich hier auch eine deutsche Übersetzung gefunden habe) hat ähnlichen Kultstatus hier, wie das 'Drauß' vom Walde komm ich her...'.

Da wurde ich natürlich gleich aufmerksam, als ich folgenden Artikel gestern in der Zeitung [lasst euch nicht von div. Anzeigenbildern irritieren] gefunden habe:

Die verschwundene Weihnachtsgeschichte von Astrid Lindgren wurde wieder gefunden

Hier meine Zusammenfassung des Artikels:
"Nächste Woche wird nun also hier in Schweden ein bisher unbekanntes Buch von Astrid Lindgren herausgegeben. Die Illustrationen stammen von der weltberühmten Kinderbuchverfasserin Kitty Crowther. Bisher gab es die Geschichte von Tomte nur in Übersetzungen in anderen Sprachen.
Für mehrere Jahre war das Originalmanuskript verschwunden, nun ist es aber wieder aufgetaucht. Die Geschichte dahinter ist folgende: In den 1960er Jahren gab der Verlag Rabén & Sjögren das Gedicht 'Tomten' von Viktor Rydberg mit Illustrationen von Harald Wiberg heraus. In Schweden wurde das Buch sofort ein großer Erfolg. Auch ausländische Verlage, u.a. der Verlag Oetinger in Deutschland, interssierten sich dafür. Im Hause Oetinger fand man aber das Gedicht zu lange und zu schwer, die Bilder waren aber sehr ansprechend. Also bat man Astrid Lindgren, die damals im Verlagshaus Rabén & Sjögren arbeitete, einen Text zu schreiben, den man mit den Bildern herausgeben konnte. So entstand "Tomten är vaken" - Tomte ist wach. 1961 erschien der Text daraufhin auf Deutsch unter dem Titel 'Tomte Tummetott' im Oetinger Verlag.
So erklärt es sich auch, dass das einzige Originalmanuskript vor einigen Jahren im Hause Oetinger gefunden wurde. Heidi und Friedrich Oetinger waren nämlich mit Astrid Lindgren gut befreundet und hatten alle Lindgren-Bücher in Deutschland herausgegeben. Nachdem nun das Paar Oetinger verstorben war, fand deren Tochter das Manuskript und schickte es zurück nach Schweden."

Spannend, oder? Ja, und der Tomte gehört auch zu meinen Lieblingsbüchern... Da passt vielleicht auch die Anmerkung, dass es nur noch gut zwei Monate bis Weihnachten und noch gut einer bis zum 1. Advent sind :)

Sonntag, 21. Oktober 2012

Sonntagsfreude: Farbe und Licht im Dauergrau

Nachdem wir hier schon die ganze letzte Woche grau, dunkelgrau oder ganz dunkel hatten, freut man sich um so mehr über Farbtupfer und wärmendes Licht.
Der Vorrat an Nähseide wurdemit einer preisgünstigen Variante aus Deutschland  in allen erdenklichen Farben aufgefüllt.
Buntes Laub in der Innenstadt: Skeppsholmen mit Ericsson-Gebäude (rund; ehemalige Kirche) und St. Jakob am Kungsträdgården
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Dort gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Samstag, 20. Oktober 2012

Wandertagebuch: Aufstieg aus dem Tal

Ihr Lieben,
danke für alle eure Kommentare, emails und Päckchen, die im Laufe der Woche hier eintrafen. Wahnsinn! Ich bin total überwältigt. Auch hat dieser Blog hier letzten Sonntag einen neuen Rekord bzgl. Anzahl der Aufrufe aufgestellt. So sehr mich eure Anteilnahme gefreut hat, macht mich das auch ein bisschen nachdenklich in Sachen Blogwelt - ist es das, was man schreiben sollte, wenn man viele Aufrufe und Kommentare möchte?! Warum bekommen normale/positive Einträge nicht so eine Rückmeldung? ...

Naja, wie die Überschrift ausdrückt, geht es wohl wieder aufwärts. Es ist mir gelungen, mich trotz allem zu dem Aufsatz durchzuringen und habe ihn heute Nacht um 00:04 Uhr eingeschickt. Dieser Aufsatz war eine Teilexamensaufgabe im Weiterbildungsprojekt und ich sollte erörtern, wie sich der Berufsauftrag des Lehrers in meinem Heimatland von dem in Schweden unterscheidet. Ihr könnt Euch denken, dass die Motivation letztes Wochenende gleich Null war.
Ja, was war eigentlich genau los, letztes Wochenende? Ich hatte Ende August ein Sondierungsgespräch, für welche Fachrichtung ich mich mit meinem deutschen Examen weiterbilden kann und möchte. Damals verblieben wir so, dass ich Unter- und Mittelstufe mit sozialwissenschaftlichem Zweig mache. Da wurde mir auch mitgeteilt, dass wir Mitte Oktober die individuellen Studiepläne bekommen werden und Ausbildungsverträge zum Unterschreiben. Tja, und dann kam letzten Donnerstag eine e-mail, die mit keinem Wort Unter- und Mittelstufe oder sozialwissenschaftlicher Zweig enthielt. Ich war verwundert und fragte nach. Nein, Unter- und Mittelstufe mit sozialwissenschaftlichem Zweig geht nicht, aber Unter- und Mittelstufe mit NATURwissenschaftlichem Zweig würde gehen. Ich müsste "nur" ein paar Kurse Mathe, Physik und Chemie machen. Und wer mich kennt, weiß, dass das die absolute Hölle für mich wäre. Und warum soll ich mich mindestens ein Jahr lang ohne Einkommen zu etwas weiterbilden, das ich gar nicht will?! Zweifel ohne Ende, das ganze Wochenende lang.
Am Montag ging ich trotzdem - wenn auch mit wenig Motivation - ins Praktikum an eine Schule, wo es nur Unter- und Mittelstufe gibt und meine Betreuerin den sozialwissenschaftlichen Zweig unterrichtet. Die hat mich ganz toll beraten und so habe ich - mal wieder - einen Einspruch verfasst und damit gedroht, das Weiterbildungsprojekt zu verlassen. Nun kam diese Woche die vorsichtige Mail, dass mit der Fachbetreuerin des sozialwissenschaftlichen Zweigs gesprochen wurde und dass es ggfs. möglich ist. Nächste Woche kommen nun die individuellen Studiepläne und wir werden sehen...

Die Woche an der Schule war sehr gut und hat mich bestätigt, dass eben Unter- und Mittelstufe mit sozialwissenschaftlichem Zweig genau das richtige für mich sind. Natürlich wurde mir dabei vor Augen geführt, dass diese Weiterbildung wirklich schlecht aufgestellt und etwas 'überflüssig' ist. Sowohl meine Sprachkenntnisse als auch meine Ausbildung würden voll und ganz ausreichen um qualitativ hochwertigen Unterricht nach schwedischen Maßstäben halten zu können. Dies wurde mir auch von meiner Betreuungslehrerin bestätigt. Dass ich noch nicht unterrichten darf, ist also eine rein politische Entscheidung die auf der Gesetzesänderung der konservativen Regierung von 2011 beruht. Frustrierend. Also werde ich mich tapfer weiterbilden, damit ich dann irgendwann arbeiten darf - und womöglich mit 0,5% weniger Lohn als meine Kollegen bestraft werde, weil die Schüler nicht entsprechende Ergebnisse in den nationalen Tests abliefern (so diese Woche Lehrern an 7 Schulen in Stockholmer Vororten passiert). Ich denke, in Deutschland sollte man sich langsam vom 'Vorbild Schweden' in Sachen Schule verabschieden...

Ansonsten ist das Wetter hier grau und ich werde versuchen, das Wochenende zu nutzen um meine Akkus wieder etwas aufzuladen. Aber das Energienivau ist immer noch niedrig. Morgen wieder eine Sonntagsfreue! Schönes Wochenende :)

Sonntag, 14. Oktober 2012

Keine Sonntagsfreue und Blogpause

Hallo Ihr Lieben,
hier läuft grad wieder mal einiges schief. Diesmal Weiterbildungstechnisch. Habe ich am Freitag noch sehr positiv geschrieben, bekam ich gestern Mittag dann die Nachricht, dass es doch nicht so geht wie sie mir gesagt haben. Und es 1 1/2 Monate nicht der Mühe wert fanden, mir Bescheid zu geben.
Natürlich gibt es hier Sachen, die mich etwas freuen, z.B. dass wir heute Abend Besuch bekommen werden und ich grad dafür 1,4 kg Kürbis für die Kürbislasagne gehackt habe, die ich unseren Gästen kredenzen will. Oder dass grad die Sonne ein bisschen hinter den Regenwolken hervor kommt. Auch Handarbeitstechnisch tut sich was.
Aber es ist so dieses 1 Schritt vor, 3 zurück. Und diese Weiterbildung kostet mich noch den letzten Nerv. Im April war schon das erste Mal, dass sie einen formalen Fehler gemacht haben und ich Widerspruch einlegen musste. Dann die Schererei mit der Aufenthaltserlaubnis. Und nun, ällabätsch, ausgeschmiert, du kannst das was du willst, gar nicht mit uns machen. Die Projektleiter sind zwar Profis aber können doch auch mal ständig Fehler machen. Das ist so, wie wenn man jemanden am Anfang des Semesters versichtert, dass man mit diesem Studiengang Jurist werden kann und nach der Halbzeit sagt man: Jurist? Nein, wenn du das hier weiterstudierst wirst du Arzt...
Ich bin grad wahnsinnig verbittert, grantig, traurig, heimwehgeplagt und jeden Optimismus beraubt. Trotzdem werde ich mich zusammennehmen und nächste Woche mal wieder in die Verteidigung/Revision gehen. Aber dazu muss ich meine letzten Kraftreserven mobilisieren. Deshalb nun hier eine Pause. Wenn sich aber jemand berufen fühlt, hier als Gast zu bloggen, sei es mit einem TisdagsTutorial oder mit eigenen Auslands-/Migrations-Erfahrungsberichten - schickt mir doch eine Mail. Ich kann jetzt grad jede Unterstützung brauchen.
/Barbara

Samstag, 13. Oktober 2012

Märtas geschnittene Schokoladenkuchen

Damit auch ihr am Wochenende süßes Teegebäck genießen könnt, kommt nun hier das Rezept, das im Original in diesem Buch veröffentlicht ist.

Einen festen Rührteig herstellen (wie z.B. nach dem Grundrezept von hier), keinesfalls Milch zugeben. Außerdem ein paar EL Kakaopulver zugeben. Von dem Ei etwas Eiweiß zum Bepinseln sparen.
Aus dem Teig nun ca. vier Rollen formen, die etwa 2 cm im Durchmesser haben, ca. 25 cm lang. Auf einem Backblech mit Papier flachdrücken. Mit Eiweiß bepinseln und Hagelzucker bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei etwa 180° eine viertel Stunde backen. Die noch warmen 'Brote' nun diagonal in Streifen schneiden und ganz abkühlen lassen. In einer Blechdose aufbewahren.


Freitag, 12. Oktober 2012

Wandertagebuch: Wissenschaftlich betrachtet

Im Moment lese ich gerade dieses Buch hier. Eigentlich 'nur' für die Weiterbildung, dann hat es mich immer mehr persönlich interessiert. Ich therapiere mich jetzt quasi selber... *lach*
Das Buch heißt übersetzt ungefähr Vom Aufbrechen und Länderwechsel. Es beschreibt verschiedene Migrationsaspekte in Schweden im Besonderen und die psychologischen Begleiterscheinungen im Allgemeinen. Es beginnt mit einem kurzen geschichtlichen Exkurs über die tausende von Schweden, die nach Amerika ausgewandert sind. Dann wird die Terminologie abgehandelt: Wie darf man uns heute nennen? Ausländer? Einwanderer? Auswanderer? Migrant? Besonders nett fand ich die Überlegung, Menschen, die der Liebe wegen kommen, entsprechend auch kärleksmigranter zu nennen, Liebesmigranten also :)
Nun bin ich beim psychologischen Teil angekommen. Dabei gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Zuerst habe ich vieles nur auf meine zukünftigen Schüler angwandt. Wie geht es ihnen, wenn sie mit 10 Jahren plötzlich ins kalte, finstere Schweden kommen?! Beim zweiten Lesen merkte ich aber auch, hm, hier geht es ja auch irgendwie um mich. Wenn man plötzlich einen Stempel verpasst bekommt: 'Einwanderin', und daneben gibt es irgendwie keinen Platz mehr für anderes. Ich bin keine Lehrerin mehr, sondern eine ausländische Lehrerin. Ich bin nicht Ehefrau, sondern die ausländische Ehefrau von J. Geht dieser Stempel jemals wieder weg?!
Und schließlich ist der ganze Migrationsprozess eine einzige Krise. Nicht in der alltäglichen Bedeutung, sondern mit der Bedeutung, dass man sich plötzlich in einer Lebenssituation befindet, in der die eingelernten Reaktionen und die früheren Erfahrungen nicht mehr ausreichen oder passen um die aktuelle Situation zu verstehen und zu meistern. Das drückt genau das aus, was mich oft so wütend und traurig macht. Meine Fähigkeiten und Erfahrungen, mit denen ich in Deutschland das Leben ganz galant meistern würde, die reichen hier nicht aus, sei es weil die Sprache nicht reicht, oder weil man hier eine andere Lebensphilosophie hat.
Die Krise besteht aus vier Phasen, in der ich mich vermutlich in der zweiten befinde, der Reaktionsphase. Neben Trauer und Schuld (den Zurückgebliebenen gegenüber), zeichnet sich diese Phase auch dadurch aus, dass man grundsätzlich alles in Frage stellt, man ist leicht reizbar und aggressiv. Müdigkeit und Stimmungsschwankungen sind ebenfalls Begleiterscheinungen. Diese Phase kann ungefähr ein halbes Jahr, individuell auch länger dauern. Anschließend kommt die Reparationsphase, die sich aber nicht gleich anschließen muss, sondern man kann auch eine Zeit lang zwischen den beiden Phasen hin und her wechseln. Für die Reparationsphase ist charakteristisch, dass man die Gefühlsausbrüche besser lenken kann, hin zu 'Jetzt mache ich das Beste aus der Situation'. Man verfügt wieder über mehr Energie, man kann sich dazu aufraffen, neue Menschen kennen zu lernen.
Was mir so gut tat beim Lesen, das war das Aha-Erlebnis, dass ich doch noch ganz "normal" bin. Noch nicht hysterisch oder abgedreht. Nein, ganz normal. So lange dauert das mindestens im Schnitt für jeden, egal ob Flüchtling oder kärleksmigrant. Ich muss mich jetzt also nicht mehr selbsterzieherisch aufforden, nicht so eine Heulsuse zu sein, sondern ich darf mich noch ein bisschen dem Ankunftsschmerz hingeben... Wobei es ja grundstätzlich - wenn auch mit Aufs und Abs - nach oben geht! :)
Und sonst so?
Ich hadere ein bisschen mit der Weiterbildung, weil ich mich etwas unterfordert und veräppelt fühle (also konkret in einem Seminar, die Vorlesungen sind interessant).
Mein Mann hat seine Flüge gebucht und wird ab Ende Oktober wieder für 5 Wochen unterwegs sein.
Ich darf nächste Woche eine 4. Klasse begleiten, darauf freue ich mich schon sehr!
Und ich finde so eine Art Rhythmus.
Außerdem haben wir heute Brillen für mich ausgesucht und bestellt, damit ich auch sehe, wohin ich losmaschiere :)

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Einfach so - Alltagsschnipsel

Ein Teepaket, schon vor einiger Zeit hier angekommen, erfreut mich jeden Tag, wenn ich am Schreibtisch warmen Tee genieße. Die Schoki ist schon weg :)
An Teegebäck mangelt es nie. Im Moment backe ich mich durch den Klassiker 'sju sorters kakor'
Ich freue mich über die Produktnamen, die schwedische Einrichtungshäuser aller Art gerne vergeben. Heute im Angebot: Lampenschirm Berlin und Lampenfuß (?) Köln...
Außerdem läuft die weihnachtliche Großproduktion an...
... und wenn ich nicht backe, nähe oder Tee trinke, widme ich mich ausgiebig der Weiterbildung...