Es tut mir leid, dass es schon wieder so still geworden ist. Irgendwie fehlt mir noch der Rhythmus, die Zeit, die Muse, um zum regelmäßigen Bloggen zurück zu finden. An Ideen für Einträge würde es mir nicht fehlen, aber es klappt nicht so wirklich mit der Verwirklichung. Also schreibe ich heute ein paar Zeilen, über das, was hier gerade so los ist...
Ich plane, telefoniere, schreibe E-Mails und telefoniere. Es scheint für manche Schulen eine Unmöglichkeit zu sein, die Muttersprachlehrer mit den notwendigen Informationen zu versorgen, obwohl es jedes Jahr das gleiche Prozedere ist. So habe ich immer noch so manche Lücke und der Stundenplan wird nicht fertig. Ich schreibe Elternbriefe und überlege mir Themen für den Einstieg ins neue Schuljahr.
Heute Abend war ich mit meinen Kolleginnen auf der Ausstellungseröffnung "Wir sind Roma". Die Roma gehören zu einer der fünf anerkannten ethnischen Minderheiten in Schweden und mussten und müssen täglich Diskriminierung, Vorurteile und Nachteile auf sich nehmen. Wie auch in anderen Ländern litten sie unter Verboten, sog. rassenbiologischen Untersuchungen und Experimenten sowie Zwangssterilisationen bis in die 50er Jahre hinein. Zuletzt sorgte das Roma-Register der Polizei in Schonen für große Aufregung: Letztes Jahr (im Jahr 2013!!!) wurde bekannt, dass die südschwedische Polizei in den letzten Jahren - vor allem auf Vorurteilen basierend - über 4000 Menschen mit Roma-Wurzeln in ein extra Register aufgenommen hat. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um ganz 'normale' Mitbürger, die in Wohnungen leben, einer geregelten Arbeit nachgehen, und um deren Kinder! Mit der Ausstellung, die in Göteborg am Stadtmuseum konzipiert wurde, werden die Roma als ganz 'normale' Menschen und Jugendliche dargestellt sowie die Geschichte der Roma in Europa und in Schweden beleuchtet. Zur Eröffnung war auch Prominenz gekommen, unter anderem Soraya Post, die schwedische Europaabgeordnete für die Feministische Initiative ist. Auch der Integrationsminister Erik Ullenhag war da und die coolen Roma-Rapper TNT aus Göteborg brachten mit ihrem Lied übers Außenseitertum Schwung in die Ausstellungsräume.
Es war ein intensiver Abend mit meinen netten Kolleginnen, guten Gesprächen und viel zum Nachdenken. Das finde ich schön, dass wir weiblichen Kollegen öfter abends zu Kulturveranstaltungen gehen. Ich glaube, das macht auch die gute Stimmung bei uns aus (trotz viel Alltagsfrustration und Stress als 'Herumreisende' zwischen den Schulen)...
Schließlich wird es hier auch schon herbstlich. Es scheint als hätte der Schulanfang auch dem Wetter signaliert - jetzt ist Herbst :) Wir haben dieses Jahr viele Wildfrüchte, was ein Hinweis auf einen strengen Winter sein soll. Mir kann das nur recht sein, solange wir nicht wieder einen dunkelgrauen Wischiwaschi-Winter bekommen...



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