Vielleicht liegt es daran, dass ich immer noch nicht ganz gesund bin und die Genesungsphase länger dauern wird als sonst. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Wohnzimmer, der Flur, das Treppenhaus, das Gartenzimmer (oder auch Salon genannt ;-) ) und der obere Flur voll mit Tapeten, Tapeziertisch, Leitern, Türen, Beschlägen, Balken zum Treppengerüst bauen usw. sind. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mir einen Zeitplan in den Kopf gesetzt habe, der nicht realistisch ist, nicht unter den jetzigen Umständen.
Ich atme tief durch und nehme mein Lieblingswinterbackbuch aus dem Regal und blättere darin. Ein einfaches Rezept, für das ich alles zu Hause habe und das ich auch mit begrenzten Kräften schaffe: Safranschnitten. Kurze Zeit später zieht schon der Duft nach Safrangebäck durchs Haus und der Mann staunt nicht schlecht, dass ich zum 3-Uhr-Kaffee (eine schwedische Seniorentradition...) gedeckt habe. Während die Schnitten magisch schnell verschwinden, merke ich, dass sich meine Gedankengänge ändern: Der Advent ist erst der Anfang, der Weg hin zu Weihnachten. Eine Zeit des Vorbereitens. Der Höhepunkt soll das Weihnachtsfest sein und nicht schon der Advent selbst. Ich bemühe mich um Gelassenheit und versuche meine Ansprüche und Ziele zu ändern.
Es ist gut genug, wenn wir bis Weihnachten mit dem Treppenhaus fertig werden. Es ist gut genug, wenn ich nach und nach die Zimmer putze und dekoriere. Es ist auch gut genug, wenn ich einfaches Gebäck backe und mir auch Gedanken über die Adventszeit als Fastenzeit mache. Es ist gut so wie es ist.
Rezept für ca 30-40 Safranschnitten:
1/2 Gramm Safran mit 1 EL Zucker und 1 EL Milch oder Sahne gut verrühren/auflösen.
60 g Zucker und 100 g Butter gut verrühren.
180 g Mehl und die Safranmilch unterkneten. Den Teil kühl ein paar Stunden ruhen lassen.
Den Ofen auf 200°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier belegen.
Den Teig zu zwei dickeren Rollen in der Länge des Bleches (ca 30-35 cm) formen und plattdrücken. In der Mitte mit einem Kochlöffelstiel oder Essstäbchen eine Vertiefung gut eindrücken.
10-12 Minuten backen. Abkühlen lassen.
Ca. 100 g Schokolade (im Original ist Zartbitter vorgeschlagen, ich hatte noch Milchschokoladenreste) im Wasserbad schmelzen und in die Vertiefung gießen. Etwas festwerden lassen. Die platten Rollen dann in Schnitten schneiden, ca. 1,5 cm breit.
Die Schnitten lassen sich in einer Blechdose gut ein paar Wochen aufheben.
Ich wünsche Euch ein schönes erstes Adventswochenende!
Oh, wie lecker! Eigentlich dachte ich, dass ich mit dem Kekse-Backen für dieses Jahr durch bin. (Ich will/muss immer schon im November backen, da die Kekse meine Adventsmitbringsel sind bzw. rechtzeitig als Weihnachtsgeschenke per Päckchen losgeschickt werden müssen.) Aber diese Safrankekse müssen jetzt wirklich auch noch in die Keksdose. Vielen Dank für's Rezept-Teilen.
AntwortenLöschenIch sehe die Adventszeit mittlerweile hauptsächlich als eine Zeit der Besinnung. Zumindest eine Stunde am Tag versuche ich mit etwas Schönem zu verbringen, vorzugsweise bei Kerzenschein und einer schönen Tasse Tee. Die Arbeit läuft einem ja sowieso nicht weg - da kann man sie ruhig auch etwas später erledigen. :) Ich wünsche dir weiter gute Besserung und eine besinnliche Adventszeit. LG Heike
Einen sehr weisen Satz hast du mir da heute mit auf den Weg in den Advent gegeben:
AntwortenLöschen"Der Advent ist erst der Anfang, der Weg hin zu Weihnachten. Eine Zeit des Vorbereitens. Der Höhepunkt soll das Weihnachtsfest sein und nicht schon der Advent selbst."
so schreibst du heute in deinem Post und genau dass war es was ich heute hören sollte. Ich werde mir diesen Satz abschreiben und in die Küche hängen. Dahin, wo ich oft hinblicken kann. Hab vielen Dank dafür.
Deine Safranschnitten sehen sehr lecker aus. Ich hätte kein Safran zu Hause gehabt:)
Liebe Grüße zum ersten Advent sendet dir
Christine
Liebe Barbara,
AntwortenLöschenbin schon lange eine stille Mitleserin deines wunderschönen Blogs!
Deine heutigen Zeilen berühren mich, weil wir so oft vergessen, was der Advent sein will. Eine Zeit zum Beten, Still und Aufmerksamwerden und sich innerlich bereiten auf den, der Weihnachten in unseren Herzen ankommen möchte.
Wir müssen nicht jetzt schon alles vorwegnehmen, was für später vorgesehen ist. Aber vielleicht leben Katholiken einfach anders durch den Rhythmus des Kirchenjahres?!
Dir wünsche ich, dass du bald ganz gesund wirst, viel von dem, was du dir vorgenommen hast schaffst und eine gesegnete Adventzeit!
Danke für die vielen Inspirationen, die du uns schenkst!
Herzliche Grüße aus Oberösterreich,
Regina
Danke gleichfalls.
AntwortenLöschenLiebe Barbara, dank für die Bestätigung und Rückbesinnung auf Adveniat, die Vorfreude das Ankommen.Ich lebe in einem kleinen Dorf und in den letzten 30 Jahren habe ich mich "angepasst" und pünktlich zum 1. Advent quasi alles fertig gehabt.Jetzt schmücke ich zwar draußen "pünktlich", aber drinnen kommt in der Adventszeit täglich eine Kleinigkeit dazu,bis der Tannenbaum am heiligen Abend das Finale krönt was den Raumschmuck angeht, dann geht es weiter zu den kulinarischen Genüssen die bis zum Dreikönigstag irgendwie sich ziehen;-) Auf jedenfall werde ich ein Blech Deiner Schwedenschnittchen backen!Ich wünsche Dir und Deiner Familie eine schöne Vorweihnachtszeit udn natürlich auch ein feines Christfest,LG Petra
AntwortenLöschenLiebe Barbara
AntwortenLöschenDein Post bestätigt mir, was ich mir in der letzten Zeit mehr wünsche: Sich besinnen, zurück in den Moment und auch mit Einfachem zufrieden zu sein. Meine Adventszeit hat noch nicht wirklich angefangen, aber ich werde anschliessend einen kleinen besonderen Adventskranz machen....Mir liegt diese "feierliche/festliche Adventsstimmung" nicht so und finde es im Einfachen, Zurückhaltenden wohler.
Vielen Dank für Das feine Rezept, ich mag Safran und finde es etwas ganz Besonderes;)
Sei lieb gegrüsst und weiterhin gute Besserung, herzlich, Rita