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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Internationale Weihnachtsgeschichten (2): Österreich trifft Nordosteuropa

Herzlich Willkommen zur internationalen Weihnachtsgeschichte in der zweiten Adventswoche. Heute darf ich Gastgeberin für die wunderbare Frau Kreativberg sein, die mit ihrer kleinen großen Familie auf einem Bergbauernhof in Österreich lebt.

Ich komme selbst aus einer „gemischten“ Familie und habe es als Kind immer sehr vermisst, etwas aus der Kultur meines Vaters (er ist Italiener) hier in Österreich zu leben. Bis auf die Sprache war uns kaum etwas bekannt und auch heute würde ich sagen, dass Italien für mich nie vertraut geworden ist. Das ist etwas, das ich für meine Kinder anders erlebbar machen möchte und es gibt Dinge, die ich ganz bewusst wahrnehme, vor allem, was den Umgang mit den beiden Sprachen und auch die Wertschätzung des einen Landes für das andere betrifft. Mein Vater hat immer schlecht über seine Heimat gesprochen und vielleicht ist es einfach die Geschichte (er ist ein Kriegskind), die da sehr prägt. Durch meinen Mann habe ich gelernt, welche Bereicherung eine zweite Kultur/Sprache sein kann (als Kind hatte ich meine italienischen Wurzeln fast eher als Makel wahrgenommen) – und das ist das, was ich weitergeben möchte an meine Kinder. Bei allem Sinn für Realität ist es für uns wichtig, dass die Kinder sich ihrer Wurzeln bewusst sind. Bei Festen wie Weihnachten zeigt sich das ganz gut, auch wenn jedes Jahr bis jetzt  ein wenig anders ist als das Jahr zuvor. Irgendwie finden wir erst schön langsam heraus, was wir wirklich wollen.
 Wir leben den Advent eher österreichisch. Mir ist wichtig, dass meine Kinder wissen, warum wir etwas tun und dass sie Hintergründe kennen. Ich glaube, dass Traditionen, die man nicht versteht, sehr schnell zur Belastung werden können und so haben wir für uns nur das gewählt, was für uns stimmig ist. Das ist z.B. der Adventkranz, der Barbarazweig und der Nikolaus. Heuer haben wir am ersten Adventsonntag via skype meine Schwiegermutter mit dabei gehabt und ihr das Lied „Wir sagen euch an…“ vorgesungen. Auch einen Adventkalender gibt es bei uns – heuer haben wir z.B. einen Fensterbild-Adventkalender. Die meisten Advent-Traditionen kennt mein Mann überhaupt nicht, aber er lebt sie mit und freut sich daran. Unsere Kekse und das Apfelbrot, das wir im Advent backen, sind mittlerweile auch bei meiner Schwiegerfamilie sehr beliebt J
Foto von Frau Kreativberg

Zum Hl. Abend haben wir begonnen, die Tradition der Familie meines Mannes zu folgen: wir bereiten 12 Speisen zu (dabei zählt z.B. auch Brot als Speise oder der Krug mit Saft). Da gibt es ganz besondere Salate(z.B. mit Reis und Mohn) und Fisch. Wir essen das gemeinsam, lesen die Weihnachtsgeschichte und singen miteinander Lieder in beiden Sprachen. Es ist so schön für mich zu sehen, wie unsere Große da schon richtig mitsingen kann und es wirklich als etwas Besonderes erlebt, dass wir Weihnachten so feiern und sich nicht dafür schämt, dass wir das anders machen als ihre Kindergartenfreundinnen. Auch mein Mann blüht richtig auf, wenn er die Weihnachtslieder anstimmt oder in seiner Sprache die Weihnachtsgeschichte erzählt oder vorliest. Wir bekommen mit der Weihnachtspost auch weihnachtliche Oblaten mitgeschickt, die wir am Hl.Abend miteinander teilen und uns gegenseitig ein schönes Weihnachtsfest wünschen. Es ist ein wenig so dann, als wären die Menschen, die uns die angebrochene Oblate geschickt haben, irgendwie bei uns wären. Danach gibt es dann die Bescherung. Bei einem echten Weihnachtsbaum  - im Gegensatz zum Plastikbaum, den ich bei meiner Schwiegerfamilie immer angetroffen habe…
Auf den Hl. Abend freue ich mich schon jetzt sehr. Seit wir Kinder haben, ist mir das unglaublich wichtig geworden. Vorher haben wir ein Jahr in Österreich und das Jahr darauf in der Heimat meines Mannes gefeiert. Aber mit zunehmender Kinderzahl *haha* und auch durch unsere ganz andere Lebenssituation jetzt hier auf einem Bergbauernhof haben wir das verändert. Wir feiern als kleine große Familie. Und heuer zum ersten Mal zu sechst J

6 Kommentare:

  1. Liebe Barbara, Deine Idee ist so toll, danke! Weihnachten mit Kindern ist etwas Besonderes. Liebe Maria, ich finde wunderschön, wie Ihr die Kulturen zusammen- und miteinander fließen lasst. Das lässt lebendige feste Wurzeln für Eure Kinder wachsen. DANKE für diese schöne Weihnachtsgeschichte vom Kreativberg!
    Alles Liebe, Martina :-)

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  2. Ich habe gerade über Marias Blog den Weg hierher gefunden. :-) Gemütlich sieht es hier aus und der bi-nationale Wind, der hier weht gefällt mir sehr gut, weil er mich so dolle betrifft... Danke Maria für deinen schönen Adventsbericht! Und Barbara die Idee, diese internationalen Weihnachtsgeschichten zu erzählen, finde ich sehr schön, denn sie sind etwas besonderes, ob man will, oder nicht. Ich lebe nun im dritten Jahr in Frankreich, auch mich hat die Liebe ins Ausland verschlagen. :-) Advent und Weihnachten nicht in der Heimat (und damit kann auch schon die Region gemeint sein) zu feiern, ist immer "komisch" und damit etwas Besonderes.

    Dir einen schönen Advent im hohen Norden und liebe Grüße aus Paris!
    Steffi

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  3. Da hat uns Maria ja zu einem neuen Blogschatz geführt und ich werde auf jeden Fall wiederkommen. Meine Schwedenerfahrung sind leider nur wenige Monate, die mir ein Kurzzeitstipendium ermöglichte. Seitdem versuche ich die wenigen Sprachkenntnisse nicht völlig verschütten zu lassen. Hast du vielleicht noch einen Tipp für mich, welchen schwedischen Nähblog ich lesen könnte? Hast du da einen Lieblingsblog?

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    1. Ja, da habe ich natürlich einen Tipp :) Schau mal hier nach http://karinottilia.blogspot.se/
      Da gibt es in der Sidebar auch ganz viele links zu vielen anderen Nähblogs u.a. in schwedisch. Viel Vergnügen und välkommen åter på min blog! Kram, Barbara

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  4. Liebe Barbara, diese Weihnachtsgeschichten sind so wunderschön! Ganz lieben Dank an Kreativberg-Maria für die so besonders interessanten Zeilen :-) Das liest sich so gut, wie bewundernswert Maria es schafft eine Familie mit verschiedenen Wurzeln zu "einer" Familie mit eigenen Traditionen wachsen zu lassen. Alles alles Gute vom Bayerwald
    Karin

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