Mittwoch, 1. August 2012

Sprachlos

Mir fehlen im Moment die Worte. Es geht mir nicht so gut. Von den Behörden ist immer noch nichts gekommen. Zerissen zwischen dem Einschmelzen wollen und dem Sich Selbst-Bleiben. Möchte um keinen Preis als Ausländerin enttarnt werden, passe meine Kleidung an. Möchte aber auch am liebsten zweimal täglich Spätzle mit Schwammerlsoße essen. Oder Semmelknödel. Eine kühle Radler trinken. Meine Sprache sprechen. Nichts ist so anstrengend wie das ständige Wechseln zwischen zwei Sprachen. Ich bin noch nicht angekommen. Die Wohnung ist trotz einer Autoladung voll meiner Sachen immer noch (zu) sehr die meines Mannes. Dieser muss in 7 Tagen für über einen Monat auf Dienstreise nach Asien und dann bin ich alleine hier. Werde ich alle Herausforderungen des Alltags ohne Konto, Personennummer, Versicherung meistern? Kann das Telefon ab Mitte August endlich freigeschaltet werden?
Versteht mich bitte nicht falsch, denn ich liebe meinen Mann wirklich wirklich sehr. Aber nach so vielen Hindernissen und nach dem eher missglückten USA-Aufenthalt frage ich mich manchmal, ob ich schon wieder bereit für ein fremdes Land bin. Ist es das wert, alle Freunde, die ganze Familie, eine relativ sichere Arbeitsstelle hinter sich zu lassen?

Hier ein paar Eindrücke von der langen, langen Reise (punktgenau 2000 km!). Wenn ich wieder mehr erzählen kann/will, gibt es demnächst wieder mehr.

7 Kommentare:

  1. Liebe Barbara!
    Pass gut auf Dich auf, hör auf Dein Herz. Ich wünsch Dir viel Kraft und Zuversicht und Vertrauen für die nächsten herausfordernden Wochen. Auch wenn Dein Mann weit weg ist, versuch es Dir gut gehen zu lassen, verwöhn Dich mit 2 mal täglich Spätzle und Radler ;-), Schritt für Schritt, Du wirst Deinen Weg gehen.
    Alles Liebe und Grüße ausm Süden, Martina :-)

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  2. Liebe Barbara,
    ich wünsche ganz viel Kraft und gleichzeitig die Gelassenheit, zu deinen Wurzeln zu stehen und wenn dir danach ist, genieße Spätzle und Radler.
    Dein Weg ist bestimmt nicht einfach, aber er wird dich ans richtige Ziel führen.
    Ich lese gerne hier und grüße dich herzlich, Kathrin

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  3. Liebe Barbara!
    Es tut mir sehr leid für dich, es ist sicher gar nicht einfach. Aber du packst das! Sammle alle Kraft und Nerven indem du es dir wo immer möglich gut gehen lässt (egal ob Tee oder Radler :-)). Einen Tag nach dem anderen, einen Schritt nach dem anderen, einfach immer in die richtige Richtung - auch wenn Umwege dabei sind.
    'Bindung ist ein emotionales Band, das zwei (oder mehr) Menschen über Zeit und Raum miteinander verbindet.' Du hast viele viele Menschen, die dir über Kilometer hinweg Energie schicken, glaub mir!
    Ganz ganz viele liebe Grüße, Kraft und Sonnenschein für dich!
    Karin

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  4. Liebe Barbara,

    wünsche dir ganz viel Kraft für die Herausforderung in deiner neuen Heimat, wie du siehst erhälst du ja auch für deine Seele hier beim bloggen ein wenig Beistand. Das dein Mann gerade jetzt auf Dienstreise nach Asien muss - ist verständlich das es für dich schwierig ist - doch ich denke - Knödel und Schwammerlsoße allein binden nicht so an die Heimat wie die Liebe zu deinem Mann, die dir die Kraft gibt das zu überstehen.

    Alles Gute für dich,

    Frieda

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  5. Liebe Barbara,
    ich hoffe ganz fest für dich, dass du in ein paar Jahren deine Zeilen oben liest und dich nur noch wunderst und lachst und garnicht mehr verstehen kannst, warum alles so schwierig war. Tröste dich solange mit der modernen Technik (wenn das Telefon dann mal funktioniert) und hol dir deine Lieben per Internet, skype o.ä. ganz nah. Denkt mal, wenn man früher ausgewandert ist, da hat man vielleicht wochenlang keinen Kontakt gehabt, bis endlich mal ein Brief da war. Immer alles positiv sehen,
    Marita

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  6. Du Liebe, das klingt gar nicht gut. Ich wünsch dir ganz viel Kraft, Hoffnung und Zuversicht und einen Blick für die kleinen Schönheiten im schwedischen Alltag. Alles, alles Liebe. maria

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  7. Liebe Barbara, ganz neu im fremden land und dann auch noch allein, da kann ich mir vorstellen, dass du dich irgendwie verloren fühlst. Aber vielleicht können wir im Bloggerland dir ein bisschen Kraft und Mut schicken und vielleicht ergeben sich auch im realen schwedischen Leben erste Begegnungen, die dir weiterhelfen. Gibt es denn noch aneder deutsche Familien / Frauen / Männer in deiner Nähe?
    LG, Micha

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