Durch die Krisen der letzten Jahre hindurch war unser Garten der wichtigste Rückzugs- und Kraftort für mich. Wenn ich mit Pflanzen zu tun habe, Erde unter den Nägeln habe und den Duft von Apfelminze wahrnehme, kann ich vieles ausblenden, im Hier und Jetzt sein, neue Energie gewinnen und freisetzen.
Bis jetzt habe ich viel "kreativ" gegärtnert und konnte auch viele Erfolge einfahren, aber gerade diesen Herbst hat mich eine fehlende Struktur zunehmend genervt, vielleicht, weil ich Struktur und Ordnung gebraucht hätte. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie viel man aus dem Garten rausholen kann. Seit Juli habe ich genau 2 Salatköpfe gekauft, keine einzige Tomate und jetzt Mitte Dezember steht noch immer Schwarzkohl im Garten.
Als ich an einem grauen Novembertag mir nur selbst leid tat, auf dem Küchensofa lag und in Zeitschriften blätterte, fand ich eine Anzeige: Intensivkurs Bio-Gartenbau auf Distanz, Bewerbungsschluss 1. Dezember.
Ich war wie elektrisiert, es war, als hätte ich genau diese Anzeige, dieses Puzzleteil, gebraucht. Mit meinem Mann schrieb ich eine Bewerbung und am Nikolaustag bekam ich die Zusage.
Seit dem habe ich schon alle Kursbücher bestellt, unzählige Male unseren Garten in Gedanken umgegraben und umstrukturiert, Samenkataloge gewälzt und glücklich vor mich hingelächelt. 💚
Es wird sicher kein einfaches Jahr, immerhin werde ich weiter arbeiten und für den Kurs sind 40 Stunden/Woche veranschlagt. Andererseits bin ich hoch motiviert, ich kann alle Aufgaben in meinem eigenen Garten durchführen und die Dokumentation/Bilder sowie die Aufsätze werde ich an die Hochschule schicken. Zudem habe ich ja inzwischen einiges an Erfahrung mit Studium und Arbeit ;-)
Ich freue mich darauf, die Perspektive gibt mir Kraft und Mut und wir werden ein Jahr lang sehr viel und leckeres Gemüse essen (und danach hoffentlich jedes weitere Jahr auch...). Das heißt auch, dass der Blog wohl gartenlastiger wird, aber ich hoffe, ihr lest davon genau so gern, wie von meinen Handarbeits- und Küchenprojekten.
Sonntag, 17. Dezember 2017
Freitag, 15. Dezember 2017
Die Notbremse ziehen
Heute bin ich krank geschrieben. Nur heute, am letzten Freitag vor den Weihnachtsferien. Nein, ich bin nicht krank im eigentlichen Sinn, keine Erkältung, kein Fieber. Aber meine Seele ist erkältet.
Vor einem Jahr war ich richtig krank. Ich wurde wegen einer mittelschweren Depression 50% krank geschrieben. Ich habe auch fast ein Jahr lang Antidepressiva eingenommen. In der Schule kursier(t)en die wildesten Gerüchte, dass ich ausgebrannt war.
Ich (und ich bin bei weitem kein Einzelfall) war aber einfach so lange traurig, dass es chronisch wurde und wenn man richtig traurig ist, kann man auch nicht richtig arbeiten (schon gar nicht in einer Klasse mit 6 Inklusionsschülern).
Ich hatte Glück, ich habe die richtige Ärztin zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Mithilfe der Medizin und einer Psychologin habe ich das Schlimmste überwunden. Und ich will nie wieder in dieses abgrundtiefe Loch fallen.
Jetzt passe ich gut auf mich selber auf. Und wenn ich einen Tag vor Weihnachten ein bisschen traurig sein muss, weil ich an das Sternchen denke und wie das Weihnachtsfest hätte sein können, dann ziehe ich die Notbremse und steige aus dem Schnellzug aus.
Ich habe heute Vormittag einen Spaziergang im Naturschutzgebiet hinter unserem Haus gemacht. Es tat gut, mich bei Tageslicht draußen zu bewegen, niemandem zu begegnen und einfach nur atmen und denken zu können. Dabei kamen mir Ideen zu diesem Blogeintrag. Und ich entschied mich schließlich, dass ich ihn schreiben möchte, dass ich darüber reden möchte.
Ich konnte diesen Herbst ein paar Weichen für mich selbst stellen und ich sehe mit Vorfreude dem Lichtstreif am Horizont entgegen.
Vor einem Jahr war ich richtig krank. Ich wurde wegen einer mittelschweren Depression 50% krank geschrieben. Ich habe auch fast ein Jahr lang Antidepressiva eingenommen. In der Schule kursier(t)en die wildesten Gerüchte, dass ich ausgebrannt war.
Ich (und ich bin bei weitem kein Einzelfall) war aber einfach so lange traurig, dass es chronisch wurde und wenn man richtig traurig ist, kann man auch nicht richtig arbeiten (schon gar nicht in einer Klasse mit 6 Inklusionsschülern).
Ich hatte Glück, ich habe die richtige Ärztin zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Mithilfe der Medizin und einer Psychologin habe ich das Schlimmste überwunden. Und ich will nie wieder in dieses abgrundtiefe Loch fallen.
Jetzt passe ich gut auf mich selber auf. Und wenn ich einen Tag vor Weihnachten ein bisschen traurig sein muss, weil ich an das Sternchen denke und wie das Weihnachtsfest hätte sein können, dann ziehe ich die Notbremse und steige aus dem Schnellzug aus.
Ich habe heute Vormittag einen Spaziergang im Naturschutzgebiet hinter unserem Haus gemacht. Es tat gut, mich bei Tageslicht draußen zu bewegen, niemandem zu begegnen und einfach nur atmen und denken zu können. Dabei kamen mir Ideen zu diesem Blogeintrag. Und ich entschied mich schließlich, dass ich ihn schreiben möchte, dass ich darüber reden möchte.
Ich konnte diesen Herbst ein paar Weichen für mich selbst stellen und ich sehe mit Vorfreude dem Lichtstreif am Horizont entgegen.
Donnerstag, 7. Dezember 2017
Besonderes Mehl
Mein Mann kommt ja aus dem Värmland, jener waldreichen Region an der Grenze zu Norwegen, die auch die Heimat von Selma Lagerlöf war. Damals wie heute zieht die Region rund um Arvika vor allem Künstler an und auch der Großvater meines Mannes kam damals deswegen dorthin.
Der Kerzenständer, der sog. Taserudsstake, ist ein echtes värmländisches Original, das noch heute in und um Arvika hergestellt wird. Eine andere värmländische Besonderheit ist das Skrädmjöl, das in der Mühle Stöpafors kvarn gemahlen wird. Das Besondere an diesem Hafermehl ist die Tatsache, dass der Hafer zuerst geröstet wird, bevor er vermahlen wird.
Das skrädmjöl duftet ganz herrlich nach geröstetem Hafer und unterscheidet sich auch in der Farbe deutlich vom Weizenmehl.
Neulich habe ich diese leckeren Kekse gebacken und ich möchte hier das Rezept mit euch teilen:
Vom Teig Scheiben abschneiden, eine Vertiefung eindrücken und mit einem Klecks Marmelade füllen.
Im vorgeheizten Ofen bei 200°C etwa eine Viertel Stunde backen. In einer Blechdose aufbewahren.
Der Kerzenständer, der sog. Taserudsstake, ist ein echtes värmländisches Original, das noch heute in und um Arvika hergestellt wird. Eine andere värmländische Besonderheit ist das Skrädmjöl, das in der Mühle Stöpafors kvarn gemahlen wird. Das Besondere an diesem Hafermehl ist die Tatsache, dass der Hafer zuerst geröstet wird, bevor er vermahlen wird.
Das skrädmjöl duftet ganz herrlich nach geröstetem Hafer und unterscheidet sich auch in der Farbe deutlich vom Weizenmehl.
Neulich habe ich diese leckeren Kekse gebacken und ich möchte hier das Rezept mit euch teilen:
- 2 dl Skrädmjöl/Hafermehl
- 1 1/2 dl Weizenmehl
- 1 dl Zucker
- 125 g Butter
- einige Löffel Marmelade, z.B. Preiselbeer oder Johannisbeere
Vom Teig Scheiben abschneiden, eine Vertiefung eindrücken und mit einem Klecks Marmelade füllen.
Im vorgeheizten Ofen bei 200°C etwa eine Viertel Stunde backen. In einer Blechdose aufbewahren.
Montag, 4. Dezember 2017
Licht im Dunkeln: Sofiero
Vor ein paar Wochen haben wir das Schlösschen Sofiero (sprich: Sofi-e-ruh, also Sofienruhe) bei Helsingborg besucht. Der Schlosspark war mit verschiedenen Lichtinstallationen ausgeleuchtet und es war ganz zauberhaft, dort herum zu spazieren. Allerdings war es auch recht speziell, einen Ort im Dunkeln zu besuchen, den man noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Aber das werden wir nachholen, denn die kleine Schlossgärtnerei muss ich unbedingt mal wieder besuchen...
Samstag, 2. Dezember 2017
Die Gewinnerinnen sind...
Herzlichen Glückwunsch! Bitte kontaktiert mich per mail (siehe Kontakt) und schreibt mir Eure Adressen, dann machen sich die Preise bald auf dem Weg zu Euch.
Bedanken möchte ich mich bei allen, die mitgemacht haben, für die netten Kommentare und Rückmeldungen. Und ja, es gibt wohl auch ein HerbstHandarbeitsbingo 2018 :-)
Bedanken möchte ich mich bei allen, die mitgemacht haben, für die netten Kommentare und Rückmeldungen. Und ja, es gibt wohl auch ein HerbstHandarbeitsbingo 2018 :-)
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