Samstag, 31. August 2013

Unser tägliches Brot: Sanddornbrot

In diesen Tagen muss es schnell gehen, für Sauerteig und lange Gehzeiten bleibt nur am Wochenende Zeit. In der schwedischen Zeitschrift Baka habe ich dieses schnelle Brot gefunden - ohne Hefe und somit auch für Leute, die wegen einer Histamin-Unverträglichkeit kein Hefegebäck essen können.
225g Sanddorn, gefroren
140g Haferflocken
300g Dinkelmehl, fein
300g Dinkel, Vollkorn
70g Leinsamen
75g Sonnenblumenkerne
10g Salz
20g Bikarbonat
40g Honig
800g Naturjoghurt
Alle Zutaten vermischen. Es wird ein recht feuchter, loser Teig. Zwei Kastenformen buttern, mit Dinkelmehl ausstäuben und mit etwas Haferflocken einstreuen.
Bei 180° im Ofen etwa eine Stunde backen.
Das Brot ist fertig, wenn es problemlos aus der Form gleitet und beim Klopfen gegen die Unterseite hohl klingt.
Es ist ein saftiges Brot, das sehr gut zu Streich-/Leberwurst oder einem herzhaften Käse schmeckt.

Donnerstag, 29. August 2013

Wandertagebuch: Dem Herbst entgegen

Das höchste der Gefühle für einen Wanderer oder Bergsteiger ist der Gipfel. Manche entwickeln geradezu eine Besessenheit, einen bestimmten Gipfel um jeden Preis besteigen zu können. Umso frustrierender ist es dann, wenn äußere Einflüsse, auf die man nicht einwirken kann, wie das Wetter zum Beispiel, dies verhindern. Immer wieder steigt man ins Basislager unterhalb des Gipfels auf, um dann von dort aus wieder und wieder umkehren zu müssen, weil sich der höchste Punkt in Wolken, Sturm und Schneeschauern hüllt. Wieder kein Gipfelerlebnis.
Diese Gefühle und Frustration mussten wir im ersten Halbjahr dieses Jahres ganz oft in Kauf nehmen, kein Gipfelerlebnis wollte sich einstellen, weder in beruflicher noch in privater Hinsicht. Nicht einmal einen kleinen Nebengipfel konnten wir erreichen.
Bis wir dann im Sommer, als wir echte Gipfel in Bayern und Schweden erwanderten, plötzlich anfingen, unsere Gedanken in andere Richtungen gehen zu lassen. Vielleicht sind wir einfach noch nicht trainiert genug für den Gipfel? Vielleicht wäre es noch zu gefährlich, so eine Gratwanderung mit Steigeisen, Karabiner und Seil? Ist nicht das Wandern, das Gehen, wunderschön und erfüllend? Braucht es unbedingt gleich, sofort ein Gipfelerlebnis? Vielleicht wollen wir auch zu viele Gipfel (alle 8000er...) auf einmal?
 Und während wir uns darauf einstellten, einfach so eine Zeit lang noch dahin zu wandern und die kleinen Erlebnisse, rechts und links des Weges wert zu schätzen und uns daran zu erfreuen, da tauchte plötzlich ein kleiner Gipfel vor uns auf. Wir schauten ihn aus der Ferne an, studierten die Umgebung und dachten uns: Den hier, den können wir besteigen! Und wir haben es getan. Wir haben eine Hürde genommen, ein Ziel erreicht, nämlich: Arbeit für uns beide, im Heimatland des Mannes. Er hat für seinen Traumjob wieder einen Jahresvertrag (immerhin ein Jahr...) bekommen. Und ich bekam ganz unverhofft die Anfrage, ob ich nicht als Deutschlehrerin arbeiten möchte. Es ist eine drittel Stelle, genau das, was ich zum Einstieg in das Berufsleben hier möchte. Nicht ganz genau das, womit ich ab nächsten Jahr arbeiten möchte, aber doch jetzt so ganz und gar richtig.
Ganz unverhofft sind wir nun ein großes Stück auf unserem Weg weitergekommen. Das Tempo hat sich auch ganz schön erhöht - Vollzeit studieren, 30% arbeiten, der Mann arbeitet Vollzeit und fährt auch mal wieder weg. Im Moment genießen wir aber den Schwung, der nun in unseren Alltag gekommen ist. Und ich bin dankbar für die Möglichkeit, dass ich arbeiten darf. Und alle neuen Wege und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben.
Und der frische Herbstwind, den man hier schon morgens und abends spürt, er zeigt sich als freundlicher Rückenwind, der uns anstupst und weiterträgt.

Dienstag, 27. August 2013

TisdagsTutorial: Basic-T-Shirts nähen

Nachdem ich hier so viele positive Rückmeldungen und noch mehr neugierige Fragen bekommen habe, gibt es jetzt ein TisdagsTutorial, in dem ich zu beschreiben versuche, wie ich die Basic-T-Shirts für den Mann genäht habe. Vorneab möchte ich noch sagen, dass ich keinem Kauf-Schnitt gefolgt bin, sondern diesen selbst aus drei Lieblingsoberteilen des Mannes abgezeichnet und zusammengebastelt habe (wenn Interesse besteht, kann ich auch dieses mal zeigen). Wie ich vor Kurzem schon mal beschrieben habe, verwende ich für die 'unsichtbaren' (innenliegenden Nähte) den Stich, der die Nr. 8 auf meiner Nähmaschine hat. Alle sichtbaren Nähte für Bündchen, Saum und Ausschnitt nähe ich mit der Zwillings-/Doppelnadel mit 4 mm Abstand und im einfachen, gerade Stich (Nr. 1). Allerdings ist hier wichtig, dass man keine zu kleine Sticheinstellung wählt, sonst wird der Saum/Ausschnitt beim Nähen zu stark gedehnt und steht/leiert/wirft Wellen (letzteres ist ja manchmal erwünscht). 3-3,5 hat sich bei mir als Stichlänge bewährt.
Man braucht Jersey-Stoff (Single oder Interlock) in ausreichender Menge (ich berechne bei 1,50m Stoffbreite ca. 1m für T-Shirts und 1,50m für Langarmshirts; die Größe ist in etwa M, allerdings etwas länger und schmäler), passende Nähseide (2 Spulen sind ideal für die Doppelnadel, man kann sich aber auch mit einer Unterfadenspule behelfen), Doppelnadel und Jerseynadeln, Stecknadeln, Schere, Maßband, Geodreieck (benutze ich gerne um Säume usw. zu markieren), Schneiderkreide. Außerdem einen Schrägbandformer, wozu ich mir gleich eine passende Schablone gemacht habe, so geht der Zuschnitt schneller. Zur Unterhaltung empfehle ich noch ein Hörspiel (besonders von hier, ich habe gerade die 6 Teile "Orlando" gehört, war schwer begeistert und habe währenddessen 3 T-Shirts genäht) :)
Dann kann es losgehen...
Wichtig ist es, dass man sich den Jersey genau anschaut, denn auch dieser hat (außer Interlockstoffe) eine rechte und eine linke Seite. Die rechte, außenliegende Seite sieht man hier rechts, die linke Innenseite links. Außerdem ist beim Zuschnitt noch zu beachten, dass man den Jersey nur in eine Richtung, nämlich längs parallel zur Webkante und NICHT quer, zuschneiden kann (siehe linkes Foto unten, die Webkante ist, denke ich, gut erkennbar).
Wichtig ist auch, dass man den Stoff gut bügelt. Jersey hat eine Tendenz, sich aufzurollen, v.a. wenn man die Bänder für den Ausschnitt zuschneidet. Da hilft nur dämpfen, dämpfen, dämpfen, dass die Brillengläser beschlagen (oder Sprühstärke). Die 'Schrägbänder' werden bei Jerseystoffen aber gerade mit dem Fadenlauf und NICHT schräg zugeschnitten. Die Ausschnitte, die mit einem Band versäubert werden, werden ohne Nahtzugabe zugeschnitten, ansonsten empfehle ich 0,7 bis 1 knappen cm. Für die Säume habe ich 3,5 cm zugegeben.
Zuerst werden das Vorder- und das Rückenteil rechts auf rechts aufeinander gelegt. Eine Schulternaht stecken und dann mit Stich Nr. 8 (ich nenne ihn hier im Folgenden der Einfachheit halber so) abgenäht.
Dann steckt man, wie hier sehr gut beschrieben, das Schrägband am Ausschnitt fest. Ich stecke die Stecknadeln so und entferne sie kurz bevor ich sie mit dem Nähfuß erreiche, damit der dünne Singlejersey nicht verdrückt wird und sich keine kleinen, kantigen Wellen bilden.
Nun wechselt man an der Nähmaschine von der Jersey-Nadel zur Doppelnadel und näht den Ausschnitt. Dazu kann man sich (wegen der offenen Schulternaht) den Ausschnitt immer schön gerade hinlegen.
Und wenn die Doppelnadel schon eingespannt ist, dann kann man auch gleich die Ärmelsäume nähen, die man nämlich im übernächsten Schritt braucht und so spart man sich einen Nadel-/Nähfußwechsel.
Zuerst markiere ich mir mit Schneiderkreide und Geodreieck zwei parallele Linien, 2 cm und 2,5 (bzw. 4,5). Dann bügele ich einmal zur ersten Linie hin um, dann zu zweiten hin. Mit ein paar Stecknadeln fixieren. Mit der Doppelnadeln abnähen.
Nun wechselt man wieder zurück zur Jerseynadel und Stich Nr. 8 und schließt auch die zweite Schulternaht. Durch das Schrägband entsteht dabei meist ein kleiner Wulst, den ich dann mit der Hand anhefte, so dass nichts aufsteht.
Nun breitet man den Shirt-Körper mit der rechten Seite nach OBEN vor sich aus und steckt die Armkugelmitte rechts auf recht auf der Schulternahtlinie fest. Von dort aus steckt man dann den Ärmel in die jeweilige Richtung fest. Mit Stich Nr. 8 abnähen und mit dem zweiten Ärmel ebenso verfahren.
Hier liegt der Ärmel noch vor dem Körperteil, d.h. noch nicht rechts auf rechts. Ich wollte hier aber zeigen, wie die Armkugelmitte und Schulternaht aufeinanderpassen sollen.
So sieht dann der eingesteckte Ärmel auf der linken Seite, d.h. auf der Seite auf der man näht, aus.
Nun gilt es noch die Seitennähte zu schließen: Dazu steckt man zuerst auch ganz exakt die Armnähte aufeinander, dann die jeweiligen Saumenden (Ärmel und Körper) und schließlich steckt man den Rest ab.
Für den unteren Saum verwende ich die gleichen Maße wie beim Ärmelsaum, bügele den Einschlag um und fixiere ihn etwas mit Stecknadeln. Ich wechsle wieder zur Doppelnadel und nähe den Saum auf der rechten Seite (!!! - auf der Rückseite ergibt sich beim Nähen mit der Doppelnadel ein Zickzack-Stich, deshalb muss rechts immer oben sein) ab.
So schaut nun das fertige T-Shirt aus, mit Detailbildern von Auschnitt, Ärmel und Saum.
Mit Zuschneiden, Bügel und Nähen, brauche ich etwa 2 Stunden pro Shirt, wobei ich es effektiver machen kann, wenn ich mir z.B. gleich mehrere zuschneide.
Ich hoffe, dass meine Anleitung etwas Licht ins Dunkel bringen konnte und auf dass nun viele Männer auch endlich benäht werden ;) Gutes Gelingen!

Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Sonntag, 25. August 2013

Endlich wieder Sonntagsfreude: Die Gute-Laune-Jacke

An unserer Situation, wegen der ich die Sonntagsfreuden eine Zeit lang einfach nicht mehr stimmig fand, hat sich bis jetzt leider wenig geändert. Aber ich versuche, einen anderen Blickwinkel einzunehmen und mich trotzdem an den kleinen und größeren Sonnen-Sonntags-Augenblicken zu freuen. Alles andere hilft ja eh nichts ;)

Jetzt gibt es endlich die Bilder, auf die ihr wahrscheinlich alle schon mit Spannung gewartet habt. Aber für Tragefotos ist es glücklicherweise noch zu warm...
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Hier gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Donnerstag, 22. August 2013

Zurück - im Alltag

Letztendlich sind wir nun zurück im Alltag und versuchen uns wieder zu orientieren, neue-alte Routinen zu finden. Zwei Monate Sommerferien sind zwar schön, aber fast zu lange. Ja, ich weiß, das hört sich jetzt wie Jammern auf hohem Niveau an, aber was ich meine, ist, dass man während der 8 Wochen ohne Verpflichtungen ganz andere Tagesabläufe eingwöhnt, als dann im Alltag wieder erforderlich.
Allerdings freue ich mich irgendwie darauf, wieder anzupacken. Neue Ziele und Etappen warten, mein zweites (und letztes!) Jahr der Weiterbildung wird beginnen. Dazu will ich demnächst mehr in einem Wandertagebuch-Beitrag schreiben. Aber das ist auch so ein bisschen gewöhnungsbedürftig im Moment. Ich habe noch nicht wieder rausgefunden, wo/wann/wie ich meine Internet- und Blogzeit organisieren werde. Wir werden es sehen. Im Moment habe ich noch ein paar Sachen, die ich Euch zeigen kann und dann darf es die Zeit dauern, die es braucht, bis ein neuer Eintrag wächst. Zum Beispiel will ich gerne ein TisdagsTutorial zum T-Shirt-Nähen erstellen. Aber es dauert und darf dauern...
Jedenfalls ist es ein bisschen ungewöhnlich, wenn ich im Bayerischen Rundfunk noch Sommer-Programme höre, während hier alle Sommer-Spezialsendungen nun abgeschlossen sind. Aber ich lasse mich von der bayerischen Sommerferien-Freude einfach noch ein bisschen anstecken. Heute habe ich während der Hausarbeit dieser Sendung gelauscht - und an Freunde und Verwandte gedacht, die gerade noch mit dem Wohnmobil in Skandinavien unterwegs sind :)

Mittwoch, 21. August 2013

Sommer-Rückblick Teil 8 (und Schluss): Gesammelt - Färbekräuter

Den Besuch in der Heimat habe ich dazu genutzt um mit meiner Mama Färbepflanzen zu sammeln. In unsere (Fahrrad-)Körbe wanderten Rainfarn, Birkenblätter und Farn. Im Schuppen aufgehängt trockneten sie in der Juli-Wärme recht schnell. Schließlich habe ich sie abgezupft und in Plastikbeutel verpackt. Eigentlich wollte ich sie nicht unbedingt in Kunststoff verpacken, aber sonst hätten sie arg abgesamt und gebröselt. Jetzt lagern sie auf dem Dachboden und warten auf winterliche Färbeaktionen.

Dienstag, 20. August 2013

Mein Fingerhut

In letzter Zeit hatte ich immer mal wieder etwas mit der Hand zu nähen bzw. zu flicken. Anfangs tat es gar nicht weh, aber nach einiger Zeit begannen Mittel- und Ringfingerkuppe zu schmerzen. Ich hatte wieder vergessen, dass ich ja eigentlich einen Fingerhut habe, der in den Tiefen meiner Nähkommode schlummerte.
Ich habe ihn wieder hervorgeholt und ihn mir - so wie ich es in diesem Buch gelesen habe - auf den rechten Mittelfinger gesetzt.
 Dabei ist mir allerdings aufgefallen, dass ich noch nie auf anderen Handarbeitsbloggs vom Gebrauch eines Fingerhuts gelesen habe. Bin ich inzwischen die einzige, die sowas noch benutzt?!
Jetzt, wo ich ihn wieder gefunden habe, benutze ich ihn jedenfalls sehr gerne und ich fühle mich noch mehr wie ein "tapferes Schneiderlein" :)

Sonntag, 18. August 2013

Sommer-Rückblick Teil 7: Gestrickt - Meeressocken

Die Socken haben ihren Namen zurecht verdient: Auf dem Weg zum Meer im Auto begonnen, auf der Fähre, im Ferienhaus, auf dem Balkon mit Meerblick, immer ein paar Runden gestrickt...
p.s.: Liebe Kathrin, ich bin übrigens zweimal gesegelt und finde immer mehr Gefallen daran!