Braucht ihr noch ein Blitzrezept für salzige Happen zum Sekt oder für den Tag danach?! Hier ein Favorit in unserer Küche dieser Tage: Schwedische Laxbullar.
Man braucht dafür einen Hefeteig aus 250 g Mehl, geräucherten Lachs, Kräuterfrischkäse und etwas Milch, Dill (gerne auch TK) und ein verklopftes Ei.
Den Hefeteig rechteckig ausrollen, den Dill fein hacken und den Frischkäse mit Milch glatt rühren.
Dann die oberen 2/3 des Teiges mit Frischkäse bestreichen und mit dem Dill bestreuen.
Dann den Räucherlachs gleichmäßig drauf verteilen und den Teig aufrollen.
Nun mit einem scharfen Messer die Rolle aufschneiden und die ca. 2 cm dicken Scheiben auf ein mit Papier ausgelegtes Blech legen. Den Backofen auf 190°C vorheizen.
Wie ihr seht, ergibt mein Rezept etwa 15 Stück. Nun nur noch mit verklopftem Ei bepinseln und dann für ca. 25 Minuten ab in den Ofen.
Viel Freude beim Nachmachen!
Habt eine schöne Silvesternacht und kommt gut hinüber ins Neue Jahr! Alles Liebe, Barbara
Sonntag, 30. Dezember 2012
Samstag, 29. Dezember 2012
Sonntagsfreude: Kripperl schaun
Ich liebe Krippen. Eigentlich wollte ich auch eine für uns anfertigen, aber die Zeit lief davon und war vielleicht auch noch nicht reif für eine eigene Krippe. Es gibt für mich aber nichts schöneres als Kripperl anzuschauen. Nicht alle treffen meinen Geschmack, aber man erkennt doch in allen die Liebe zum Detail wieder und das Bemühen sich mit dem Weihnachtsgeschehen auseinander zu setzen und es begreifbar zu machen. Wir sind dieses Wochenende beim Kripperl schaun - eine echte Sonntagsfreude!
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Dort gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.
Freitag, 28. Dezember 2012
Wandertagebuch: Rückblick
Genau vor einem Jahr saß ich auch hier, hier in meinem Mädchenzimmer. Und habe mir den Kopf zerbrochen, wie es denn 2012 weitergehen würde. Denn nach einem halben Jahr in den USA stand für mich fest, dass es so nicht mehr weitergehen kann - bzw. nur zu einem sehr hohen Preis. Und den war ich nicht bereit zu zahlen. Mir sind Familie, Partnerschaft, psychische Gesundheit usw. wichtiger als eine sog. Karriere. Zwischen Weihnachten und Neujahr vor einem Jahr musste ich dann die Entscheidung treffen und im Rückblick bin ich nun sehr dankbar und erleichtert, dass ich mich getraut habe, vom Weg abzubiegen und einen anderen Weg einzuschlagen. Viele haben es vielleicht nicht verstehen können, wie man so ein Angebot und so eine Karriere ausschlagen kann, aber für mich war es richtig und wichtig dort nicht weiter zu gehen.
Im Januar musste ich aber nochmal in die USA zurück reisen, mein Vertrag ging ja noch (mindestens) bis 1. Mai. Und mit meinem Chef musste ich dann auch reden. Mein Mann und ich mussten uns auch eine Alternative einfallen lassen, denn wenn man weiß, was man nicht (mehr) will, muss man dann auch zumindest ungefähr wissen, wohin es weiter gehen wird. Eine schwierige Zeit. Gleichzeitig war genau im Januar auch die Zeit, in der ich in der Arbeit noch einmal so viel geben musste, weil im Februar wichtige Konferenzen anstanden, bei der ich meine Arbeiten präsentieren musste. Arbeiten, hinter denen ich nicht mehr stehen konnte und mit denen ich innerlich schon fast abgeschlossen hatte. Und jeden Abend viele Runden im Internet auf der Suche nach Informationen und Alternativen.
Im Februar waren wir dann wahnsinnig viel unterwegs. Zuerst eine Reise nach Hawai'i, wo ich einen Teil meiner Arbeit präsentierte. Obwohl mir eigentlich vor jeder Reise graut (Reiseangst bzw. Reisekrankheit ist vielleicht nicht die beste Voraussetzung, wenn man eine internationale Beziehung führt...), konnte ich diese Reise doch genießen. Auf dieser Konferenz mit lauter Experten fand ich für mich selber noch mal die Bestätigung, dass das nicht mein Weg sein kann und nicht sein wird. Nach der ganzen Herumgrübelei im Januar tat es gut, den Ort zu wechseln, und in den Konferenzpausen in einen ganz neue, exotische Welt einzutauchen. Diese Reise war so einmalig und wird unvergessen bleiben.
Anschließend ging es noch nach New York auf eine andere Konferenz, wo wir auch Zeit hatten, die Stadt zu erkunden. Es tat wirklich gut, den engen Mittleren Westen zu verlassen und herumzureisen. Als wir dann zurück kamen, war es fast März und vieles war klarer. Wir würden zurück nach Europa ziehen, in das Heimatland meines Mannes. Ich würde an einer Lehrerweiterbildung teilnehmen und in meinen 'alten' Beruf zurückkehren. Mit Menschen und für Menschen zu arbeiten entspricht doch so viel mehr dem, was ich im Leben für wichtig finde.
Im März durften wir die Tornado-Season mit erleben und es wurde mehrmals so deutlich, dass auf Regen und Sturm auch immer wieder die Sonne folgt. Meine Zeit in den USA ging mit großen Schritten dem Ende zu und wir unternahmen einige letzte Ausflüge. Rückblickend muss ich sagen, dass es nicht eine einzige Sache gibt, die ich vermisse. Und das bestätigt mir, dass die Entscheidung gut und richtig war. Ende April landete ich wieder in München und konnte endlich wieder freier atmen.
Ich machte viele Spaziergänge in den Wäldern meiner Kindheit, die so viel für mich bedeuten. Ich freute mich auf den neuen Weg und den neuen Lebensabschnitt, der nun so unmittelbar vor mir lag. Mitte Mai kam mein Mann aus den USA nach und wir stürtzten uns mitten in die Hochzeitsvorbereitungen.
Speisekarten, Liedhefte usw. wollten zweisprachig gestaltet sein. Tischkärtchen, ein Gästebaum und ähnliches wollte ich natürlich auch selber machen ebenso wie die Myrthenanstecker für die Gäste. Was für eine intensive Zeit! Und zwischendrin wollte ja auch noch der Sprachtest gemacht werden... Wir sprinteten regelrecht durch den Mai und schon kam der Juni und dieser ganz besondere Tag.
Leider ging es danach irgendwie weiterhin so flott weiter. Nur ein paar Tage nach der Hochzeit fuhren wir schon zum Flughafen. Dort erreichte mich die Nachricht, dass meine Mama, der es schon bei der Hochzeit schon recht schlecht ging (wir dachten die Aufregung usw.) nun im Krankenhaus ist. Mit einem Mal brachen über mir die ganzen Worst-Case-Szenarien herein. Niemand wusste, wie ernst es war. Sollte ich abreisen, was für eine Tochter wäre ich da?! Soll ich bleiben und alle Pläne für die kommenden Tage (Migrationsverket usw.) aufschieben?! Diese Meter bis zum Check-In und der Sicherheitskontrolle waren so ein schwerer Weg. Schließlich bin ich geflogen, und im Nachhinein war es ja auch in Ordnung so, aber ich frage mich schon immer noch, ob das ganz und wirklich richtig war. Ich weiß es nicht.
Der Juli stand ganz im Zeichen der Behördengänge. Viele Wege, immer wieder. Dabei ahnten wir noch nicht, wie sich das alles hinziehen würde. Wir putzen und renovierten in der Wohnung, die mein Mann schon vor unserer Zeit in den USA hatte und ich versuchte sie auch ein bisschen zu 'meiner' Wohnung zu machen. Denn wer viel unterwegs ist, braucht auch eine gute Basisstation. Inzwischen würde ich diese Wohnung schon mein Zuhause nennen, aber daheim ist einfach etwas anderes. Ende Juli flog ich wieder nach Bayern um mit meinen Eltern das Auto zu packen und einen Teil meiner Sachen 2000 km in den Norden zu fahren. Eine weite Reise und auch eine komische Reise. Ich glaube, jeder von uns hatte sehr gemischte Gefühle. Die Strecke, die wir vor 11 Jahren zum ersten Mal im Urlaub befahren hatten, hatte einiges an Reiz verloren. Meine Eltern mussten mich viel zu weit weg von daheim bringen und ich fuhr viel zu weit weg von daheim. Das Austauschjahr 2007/08 und auch das USA-Projekt waren begrenzt, jetzt hatte der Umzug so etwas endgültiges und unbefristetes.
Ab August war es Licht und Schatten. Ich begann diese Weiterbildung, focht meine Kämpfe mit den Behörden aus und versuchte mich in Sthlm einzurichten. Ich reiste wieder für eine Woche heim um den runden Geburtstag meiner Oma mitfeiern zu können. Mein Mann war in den Weiten Zentralasiens ohne Handyempfang oder ähnliches. Ich bekam Besuch, aber nach jedem Besuch fühlte ich mich einsamer als vorher. Ichwar bin so ungeduldig mit mir. Ich dachte, ich kann die Sprache und ich habe schon einmal für 13 Monate hier gelebt, also muss das alles nun funktionieren. Aber das tat es nicht. Was für ein Herbst, der da kam!
Der Herbst fühlte sich wie ein einziges Auf-der-Stelle-treten an. Einen Schritt vor, zwei zurück. Rückblickend sehe ich aber doch, dass etwas passiert ist. Im Herbst habe ich schließlich meine Aufenthaltsgenehmigung, meine ID-Karte und ein Bankkonto bekommen. Ich habe an einem 15-wöchigen Intensivkurs in Demokratie, Pädadogik und schwedisches Schulwesen teilgenommen und habe ihn bestanden. Ich habe Menschen kennen gelernt, die zwar noch keine Freunde sind, aber Weggefährten, die auch ihren Weg in die schwedische Gesellschaft und in den schwedischen Arbeitsmarkt suchen. Das verbindet über Alter-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.
Manche Aufreger des Herbstes verblassen und ich kann mich mit meiner Situation inzwischen ganz gut arrangieren. So ist es nun mal und das lässt sich nicht ändern. Oder wie mein Mann sagt: Jetzt muss man das Beste daraus machen. Andere Wunden blieben aber und die reißen immer wieder auf. Wenn man in einem Land kein Gast mehr ist, sondern ein Einwanderer - ein Eindringling. Das kleine Volk der Schweden musste in den letzten Jahren viele Einwanderer und Asylbewerber aufnehmen und das schafft Unruhe. Das bekommen alle zu spüren.
Und das Heimweh. Ob das je aufhören wird, das weiß ich nicht. Es tut mal mehr und mal weniger weh, aber es ist irgendwie immer da.
Es war wirklich ein langer Weg, 2012. Räumlich habe ich riesige Entferungen zurück gelegt und war immer irgendwie unterwegs. Und auch meine Lebenssituation war ständig in Veränderung. So lange Wegstrecken und und so viele Veränderungen brauche ich nicht unbedingt im nächsten Jahr schon wieder.
Jetzt sind wieder die Tage zwischen den Jahren. Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich jetzt mit meiner Situation weitest gehend im Reinen. Das fühlt sich gut an. Die steilen Wegstücke hatten vielleicht auch einen guten Trainingseffekt, ich fühle mich auf vieles vorbereitet. Ich freue mich auf das neue Jahr, das nächste Wegstück.
Im Januar musste ich aber nochmal in die USA zurück reisen, mein Vertrag ging ja noch (mindestens) bis 1. Mai. Und mit meinem Chef musste ich dann auch reden. Mein Mann und ich mussten uns auch eine Alternative einfallen lassen, denn wenn man weiß, was man nicht (mehr) will, muss man dann auch zumindest ungefähr wissen, wohin es weiter gehen wird. Eine schwierige Zeit. Gleichzeitig war genau im Januar auch die Zeit, in der ich in der Arbeit noch einmal so viel geben musste, weil im Februar wichtige Konferenzen anstanden, bei der ich meine Arbeiten präsentieren musste. Arbeiten, hinter denen ich nicht mehr stehen konnte und mit denen ich innerlich schon fast abgeschlossen hatte. Und jeden Abend viele Runden im Internet auf der Suche nach Informationen und Alternativen.
Im Februar waren wir dann wahnsinnig viel unterwegs. Zuerst eine Reise nach Hawai'i, wo ich einen Teil meiner Arbeit präsentierte. Obwohl mir eigentlich vor jeder Reise graut (Reiseangst bzw. Reisekrankheit ist vielleicht nicht die beste Voraussetzung, wenn man eine internationale Beziehung führt...), konnte ich diese Reise doch genießen. Auf dieser Konferenz mit lauter Experten fand ich für mich selber noch mal die Bestätigung, dass das nicht mein Weg sein kann und nicht sein wird. Nach der ganzen Herumgrübelei im Januar tat es gut, den Ort zu wechseln, und in den Konferenzpausen in einen ganz neue, exotische Welt einzutauchen. Diese Reise war so einmalig und wird unvergessen bleiben.
Anschließend ging es noch nach New York auf eine andere Konferenz, wo wir auch Zeit hatten, die Stadt zu erkunden. Es tat wirklich gut, den engen Mittleren Westen zu verlassen und herumzureisen. Als wir dann zurück kamen, war es fast März und vieles war klarer. Wir würden zurück nach Europa ziehen, in das Heimatland meines Mannes. Ich würde an einer Lehrerweiterbildung teilnehmen und in meinen 'alten' Beruf zurückkehren. Mit Menschen und für Menschen zu arbeiten entspricht doch so viel mehr dem, was ich im Leben für wichtig finde.
Im März durften wir die Tornado-Season mit erleben und es wurde mehrmals so deutlich, dass auf Regen und Sturm auch immer wieder die Sonne folgt. Meine Zeit in den USA ging mit großen Schritten dem Ende zu und wir unternahmen einige letzte Ausflüge. Rückblickend muss ich sagen, dass es nicht eine einzige Sache gibt, die ich vermisse. Und das bestätigt mir, dass die Entscheidung gut und richtig war. Ende April landete ich wieder in München und konnte endlich wieder freier atmen.
Ich machte viele Spaziergänge in den Wäldern meiner Kindheit, die so viel für mich bedeuten. Ich freute mich auf den neuen Weg und den neuen Lebensabschnitt, der nun so unmittelbar vor mir lag. Mitte Mai kam mein Mann aus den USA nach und wir stürtzten uns mitten in die Hochzeitsvorbereitungen.
Speisekarten, Liedhefte usw. wollten zweisprachig gestaltet sein. Tischkärtchen, ein Gästebaum und ähnliches wollte ich natürlich auch selber machen ebenso wie die Myrthenanstecker für die Gäste. Was für eine intensive Zeit! Und zwischendrin wollte ja auch noch der Sprachtest gemacht werden... Wir sprinteten regelrecht durch den Mai und schon kam der Juni und dieser ganz besondere Tag.
Leider ging es danach irgendwie weiterhin so flott weiter. Nur ein paar Tage nach der Hochzeit fuhren wir schon zum Flughafen. Dort erreichte mich die Nachricht, dass meine Mama, der es schon bei der Hochzeit schon recht schlecht ging (wir dachten die Aufregung usw.) nun im Krankenhaus ist. Mit einem Mal brachen über mir die ganzen Worst-Case-Szenarien herein. Niemand wusste, wie ernst es war. Sollte ich abreisen, was für eine Tochter wäre ich da?! Soll ich bleiben und alle Pläne für die kommenden Tage (Migrationsverket usw.) aufschieben?! Diese Meter bis zum Check-In und der Sicherheitskontrolle waren so ein schwerer Weg. Schließlich bin ich geflogen, und im Nachhinein war es ja auch in Ordnung so, aber ich frage mich schon immer noch, ob das ganz und wirklich richtig war. Ich weiß es nicht.
Der Juli stand ganz im Zeichen der Behördengänge. Viele Wege, immer wieder. Dabei ahnten wir noch nicht, wie sich das alles hinziehen würde. Wir putzen und renovierten in der Wohnung, die mein Mann schon vor unserer Zeit in den USA hatte und ich versuchte sie auch ein bisschen zu 'meiner' Wohnung zu machen. Denn wer viel unterwegs ist, braucht auch eine gute Basisstation. Inzwischen würde ich diese Wohnung schon mein Zuhause nennen, aber daheim ist einfach etwas anderes. Ende Juli flog ich wieder nach Bayern um mit meinen Eltern das Auto zu packen und einen Teil meiner Sachen 2000 km in den Norden zu fahren. Eine weite Reise und auch eine komische Reise. Ich glaube, jeder von uns hatte sehr gemischte Gefühle. Die Strecke, die wir vor 11 Jahren zum ersten Mal im Urlaub befahren hatten, hatte einiges an Reiz verloren. Meine Eltern mussten mich viel zu weit weg von daheim bringen und ich fuhr viel zu weit weg von daheim. Das Austauschjahr 2007/08 und auch das USA-Projekt waren begrenzt, jetzt hatte der Umzug so etwas endgültiges und unbefristetes.
Ab August war es Licht und Schatten. Ich begann diese Weiterbildung, focht meine Kämpfe mit den Behörden aus und versuchte mich in Sthlm einzurichten. Ich reiste wieder für eine Woche heim um den runden Geburtstag meiner Oma mitfeiern zu können. Mein Mann war in den Weiten Zentralasiens ohne Handyempfang oder ähnliches. Ich bekam Besuch, aber nach jedem Besuch fühlte ich mich einsamer als vorher. Ich
Der Herbst fühlte sich wie ein einziges Auf-der-Stelle-treten an. Einen Schritt vor, zwei zurück. Rückblickend sehe ich aber doch, dass etwas passiert ist. Im Herbst habe ich schließlich meine Aufenthaltsgenehmigung, meine ID-Karte und ein Bankkonto bekommen. Ich habe an einem 15-wöchigen Intensivkurs in Demokratie, Pädadogik und schwedisches Schulwesen teilgenommen und habe ihn bestanden. Ich habe Menschen kennen gelernt, die zwar noch keine Freunde sind, aber Weggefährten, die auch ihren Weg in die schwedische Gesellschaft und in den schwedischen Arbeitsmarkt suchen. Das verbindet über Alter-, Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.
Manche Aufreger des Herbstes verblassen und ich kann mich mit meiner Situation inzwischen ganz gut arrangieren. So ist es nun mal und das lässt sich nicht ändern. Oder wie mein Mann sagt: Jetzt muss man das Beste daraus machen. Andere Wunden blieben aber und die reißen immer wieder auf. Wenn man in einem Land kein Gast mehr ist, sondern ein Einwanderer - ein Eindringling. Das kleine Volk der Schweden musste in den letzten Jahren viele Einwanderer und Asylbewerber aufnehmen und das schafft Unruhe. Das bekommen alle zu spüren.
Und das Heimweh. Ob das je aufhören wird, das weiß ich nicht. Es tut mal mehr und mal weniger weh, aber es ist irgendwie immer da.
Es war wirklich ein langer Weg, 2012. Räumlich habe ich riesige Entferungen zurück gelegt und war immer irgendwie unterwegs. Und auch meine Lebenssituation war ständig in Veränderung. So lange Wegstrecken und und so viele Veränderungen brauche ich nicht unbedingt im nächsten Jahr schon wieder.
Jetzt sind wieder die Tage zwischen den Jahren. Im Vergleich zum letzten Jahr bin ich jetzt mit meiner Situation weitest gehend im Reinen. Das fühlt sich gut an. Die steilen Wegstücke hatten vielleicht auch einen guten Trainingseffekt, ich fühle mich auf vieles vorbereitet. Ich freue mich auf das neue Jahr, das nächste Wegstück.
Weihnachtsgeschenke mit Herz
Bis zuletzt habe ich daran genäht und dann gestickt, aber jetzt sind sie verschenkt und ich kann sie hier zeigen: Meine Schürzen mit Herz!
In meiner Familie wird ja viel, gerne und gut gekocht und meine Schwester hat das sogar zu ihrem Beruf gewählt. Umso erstaunlicher finde ich es, dass sie immer noch die Muße findet, ihre Familie exzellent und mit Liebe zu bekochen. Deshalb bekam sie diese Schürze.
Mein Bruder und seine Freundin bekamen Schürzen im Partnerlook, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, bzw. wie man in Schweden sagt 'Essen ist Liebe'.
Achja, Luise hatte hier gefragt, ob man meine Schürzen auch kaufen oder bestellen kann. Ja, das kann man. Wer Interesse hat, kann mir über die Kontaktadresse eine e-mail schreiben.
In meiner Familie wird ja viel, gerne und gut gekocht und meine Schwester hat das sogar zu ihrem Beruf gewählt. Umso erstaunlicher finde ich es, dass sie immer noch die Muße findet, ihre Familie exzellent und mit Liebe zu bekochen. Deshalb bekam sie diese Schürze.
Mein Bruder und seine Freundin bekamen Schürzen im Partnerlook, denn Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen, bzw. wie man in Schweden sagt 'Essen ist Liebe'.
Achja, Luise hatte hier gefragt, ob man meine Schürzen auch kaufen oder bestellen kann. Ja, das kann man. Wer Interesse hat, kann mir über die Kontaktadresse eine e-mail schreiben.
Donnerstag, 20. Dezember 2012
Weihnachten = Pause
Auf den ein oder anderen Blogs habe ich schon gesehen, dass man auch dort die Aktivitäten langsam einstellt. Sich auf intensive Tage im "richtigen Leben" vorbereitet. Und so ist es auch hier nun an der Zeit, 60° Nord in die Weihnachtspause zu schicken.
Gerade bin ich von der Uni heimgekommen. Der Kurs ist beendet. Als ich dann die halbe Stunde nach Hause marschierte merkte ich erst, wie aufgekratzt, gestresst, überdreht ich bin (war - langsam wird es besser). Es war noch mal so intensiv heute. Präsentationen der Projekte, angeregte Diskussionen über Licht- und Schattenseiten des Kurses, Wiedersehenspläne fürs nächste Jahr, Abschiede usw. Puh.
Nun will ich einen Gang runterschalten, auspusten und ruhig werden. Einen Tee trinken. Die letzten Weihnachtsgeschenke nähen, besticken und "veredeln" werde ich sie auf der Reise und dem Vorweihnachtswochenende daheim. Ich freue mich schon so darauf, bei meinen Eltern am Kachelofen zu sitzen und zu stricken oder sticken, mit meinen Lieben zu reden (in meiner Muttersprache!), eine Breze am Samstag zum Tee, die vertrauten Weihnachtslieder zu singen, zu musizieren, gutes Essen und erlesene Nachspeisen vom Schwesterherz, einen Kirchgang in der Kirche, wo wir vor inzwischen schon mehr als einem halben Jahr geheiratet haben... Ach... Ich freue mich einfach schon so und merke auch, dass nach einem halben Jahr hier, so eine Pause vom Alltag so dringend notwendig ist.
Ich wünsche Euch von Herzen schöne Tage mit denen, mit denen ihr sie verbringen wollt, und genau so, wie ihr sie für euch gestalten wollt. Habt ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, liebe Leserinnen! Und danke, dass ihr hier lest und dass es euch gibt. Dieser Blog mit euch als Leserinnen und mit euren Kommentaren war ein wichtiges Medium während der ersten sechs Monate hier.
Ich melde mich wieder zwischen den Feiertagen! Alles Liebe, Barbara
Gerade bin ich von der Uni heimgekommen. Der Kurs ist beendet. Als ich dann die halbe Stunde nach Hause marschierte merkte ich erst, wie aufgekratzt, gestresst, überdreht ich bin (war - langsam wird es besser). Es war noch mal so intensiv heute. Präsentationen der Projekte, angeregte Diskussionen über Licht- und Schattenseiten des Kurses, Wiedersehenspläne fürs nächste Jahr, Abschiede usw. Puh.
Nun will ich einen Gang runterschalten, auspusten und ruhig werden. Einen Tee trinken. Die letzten Weihnachtsgeschenke nähen, besticken und "veredeln" werde ich sie auf der Reise und dem Vorweihnachtswochenende daheim. Ich freue mich schon so darauf, bei meinen Eltern am Kachelofen zu sitzen und zu stricken oder sticken, mit meinen Lieben zu reden (in meiner Muttersprache!), eine Breze am Samstag zum Tee, die vertrauten Weihnachtslieder zu singen, zu musizieren, gutes Essen und erlesene Nachspeisen vom Schwesterherz, einen Kirchgang in der Kirche, wo wir vor inzwischen schon mehr als einem halben Jahr geheiratet haben... Ach... Ich freue mich einfach schon so und merke auch, dass nach einem halben Jahr hier, so eine Pause vom Alltag so dringend notwendig ist.
Ich wünsche Euch von Herzen schöne Tage mit denen, mit denen ihr sie verbringen wollt, und genau so, wie ihr sie für euch gestalten wollt. Habt ein friedvolles und gesegnetes Weihnachtsfest, liebe Leserinnen! Und danke, dass ihr hier lest und dass es euch gibt. Dieser Blog mit euch als Leserinnen und mit euren Kommentaren war ein wichtiges Medium während der ersten sechs Monate hier.
Ich melde mich wieder zwischen den Feiertagen! Alles Liebe, Barbara
Mittwoch, 19. Dezember 2012
Internationale Weihnachtsgeschichten (3): Bayern trifft Schweden
Willkommen zum 3. Teil meiner Internationalen Weihnachts-/Adventsgeschichtenreihe. Nun ist das Weihnachtsfest schon greifbar nahe und ich freue micht, dass ich hier zum Abschluss einen Einblick in unser internationales Weihnachten geben darf.
Gleich vorne weg, mein Mann und ich haben noch nie zusammen Weihnachten gefeiert, werden es aber dieses Jahr zum ersten Mal gemeinsam in meiner Heimat tun. Warum wir in Bayern feiern? Nun, weil ich natürlich meine Familie treffen möchte - UND weil ich mir (noch) nicht vorstellen kann, ein schwedisches Weihnachtsfest nach den Regeln der Familie meines Mannes zu feiern.
Fangen wir aber mit dem Advent an. In Schweden gibt es keinen Adventskranz. Man stellt vier Kerzen in einer Reihe auf oder in einen Kerzenständer für vier Kerzen. Gerne nummeriert man die Kerzen auch durch mit Zahlen aus Wachs oder mit Zahlenanhängern. Hier bin ich nicht kompromissbereit. Ein Adventskranz muss sein, grün mit roten Kerzen. Zum Glück ist ja so ein Adventskranz nicht so viel anders als die vier Kerzen in einer Reihe, so dass mein Mann sich gerne darauf einlässt...
Während der Adventszeit ist der Höhepunkt hier in Schweden Lucia (13. Dezember). Alle Grundschulen veranstalten einen eigenen Zug und die Kinder fiebern dem entgegen. In vielen Kirchen und Rathäusern gibt es Luciakonzerte. Weil es jedes Jahr in jeder Schule/Kindergarten/Gemeinde nur eine Lucia geben kann, werden die anderen Kinder entweder tärnor ("Dienerinnen") oder stjärngossar ("Sternenjungen"). Auch tomte/Wichtel können dabei sein. Vom religiösen Ursprung ist hier wenig zu spüren, es geht vor allem um das Licht, Stimmung, Weihnachtsmusik und Safrangebäck -> siehe weiter unten unter Weihnachtsgebäck.
In meiner Heimat sind wichtige Feste auf dem Weg zu Weihnachten hin der Barbara-Tag. Nicht nur weil es mein Namenstag ist, sondern das Schneiden der Barbarazweige ist eine schöne Tradition. Auch der Besuch von St. Nikolaus mit Krampus ist wichtig. Da wir noch keine Kinder haben, ist St. Nikolaus jetzt zwar schon ein besonderer Tag für mich, aber ein Besuch des Bischofs ist noch nicht erforderlich. Wie ich das in Schweden lösen werde, weiß ich noch nicht, aber mir fällt bestimmt eine kreative Lösung ein. Alle drei Heiligenfeste werden also mehr oder weniger gefeiert.
Dann kommen wir auch schon zu einem weiteren wichtigen Element der Vorweihnachtszeit: Das Gebäck.
Seit Wochen höre ich aus meiner Heimat Berichte von ambitionierten Bäckerinnen, die schon 8 - 10 - 12+ Sorten Leckerl/Kekse/Plätzerl gebacken haben. Ja, nur eine Sorte Weihnachtsgebäck könnte ich mir auch nicht vorstellen. Da wir aber nur zu zweit sind und Weihnachten verreisen, werde ich ein paar der Klassiker backen; begonnen habe ich noch nicht. Ein Projekt für die kommenden Tage (Therapiebacken am Ende des Semesters).
Auch hier ist man in Schweden eher etwas einfallslos. Man beschränkt sich auf Safrangebäck (Lussekatter/Lussebullar), das eigentlich v.a. an Lucia gebacken und verspeist werden sollte, aber ab Ende November überall angeboten und gegessen wird. Außerdem bäckt man Pepparkakor, also Pfefferkuchen.
Ja, und schließlich der Heilige Abend. Dieser steht bei mir zu Hause doch eher noch im Zeichen der Vorbereitung und des Fastens, bis am Abend der Baum entzündet wird und wir zur Christmette gehen. Schweden ist ein sehr säkularisiertes Land und nur wenige gehen an diesem Tag in die Kirche. In den meisten Familien, so auch bei meinem Mann, trägt man schon mittags das Julbord - das Weihnachtsessen - mit Schinken, Fleischbällchen, Weihnachtswürsten*, Jansons Versuchung usw. auf. Am Nachmittag sitzt dann halb Schweden vor dem Fernseher und schaut Donald Duck (schwed. Kalle Anka) an. Am frühen Abend kommt zu den Kindern der Tomte (Weihnachtsmann), meist der Papa oder Opa, oft schlecht und lieblos verkleidet. Es werden die Geschenke verteilt und man tanzt um den Baum. Man geht wieder ans Julbord und isst weiter und für die Erwachsenen gibt es Glögg. Was ich - neben Kalle Anka - am komischsten finde, ist, dass man um den Weihnachtsbaum die gleichen Lieder singt/tanzt wie um die Mittsommerstange. Mein Mann versicherte mir zwar dass die "kleinen Frösche" bei ihnen zumindest nicht gesungen und getanzt werden, aber man findet sie trotzdem auf fast jeder Weihnachts-CD. Befremdlich...
Für dieses Jahr umschiffen wir dieses Problematik ja noch und wie wir es nächstes Jahr lösen, wird sich zeigen.
Schließlich noch der Weihnachts-/Christbaumvergleich: Mein Herz schlägt für die gerade Tanne, die ästhetisch geschmückt wurde und mit echten Kerzen bestückt ist.
In Schweden wählt die Majorität eine (Krüppel-)Fichte, weil der Baum ja eh kurz nach Weihnachten aus dem Haus geworfen wird. Man wirft den Baum allerdings nicht aus dem Haus um Platz für neue Möbel zu machen und man wirft ihn auch nicht aus dem 3. Stock! Als Baumschmuck dienen Knallbonbons und andere bunte Bastelarbeiten. Ich finde, stillvoll ist etwas anderes...Auch hier ist eine Lösung noch offen, wobei ich glaube (hoffe), dass ich mich langfristig durchsetze...
Und als ob das schwedische Weihnachtsfest nicht schon "unchristlich" genug wäre, trifft man in der Weihnachtszeit auch an vielen Stellen den Julbock an, der seinen Ursprung in der germanischen Mythologie hat. Hier kann man recht Interessantes darüber weiterlesen. Meine Julböcke habe ich 2007 im Skansen fotografiert. Gerade Menschen, die sich als Julbock verkleiden, erinnern mich ein bisschen an die Habergeiß, die bei uns manchmal die Kramperl begleitet (oder die Perchten in anderen Regionen).
Ich hoffe, ich konnte Euch einen kleinen Einblick in die schwedischen Weihnachtsbräuche geben und wie ich versuche, meine Traditionen einzuweben und aufrechtzuerhalten.
*In einigen Familien gibt es eine Tradition die Weihnachtswürste selber zu machen. Das habe ich dieses Jahr versucht und, was soll ich sagen, ähm, ich werde es zunächst nicht wiederholen und es wird sicher keine Tradition werden...
Dienstag, 18. Dezember 2012
TisdagsTutorial: Herzkörbchen
So kurz vor Weihnachten möchte ich noch eine Anleitung für eine kleine Bastelei mit Euch teilen. Diese Herzkörbchen sind für mich mit der Inbegriff von schwedischer Weihnachtsdekoration und sogar in Bullerbü werden sie gebastelt.
Dafür braucht man rotes und weißes Tonpapier (oder andere Farben), Schere, Geodreieck, Bleistift, Klebestift und eine runde Vorlage. Meine war eine Tesarolle mit einem Durchmesser von 5 cm.
Zunächst faltet man das Papier so, dass man einen Art "Stoffbruch" erhält. Dann zeichnet man entsprechend des Durchmessers der runden Vorlage ein Quadrat auf, meines war also 5 x 5 cm groß. An der offenen Seite markierte ich mir im cm-Abstand die Linien zum Einschneiden. Dann zeichnete ich mit Hilfe der Teserolle einen Halbkreis auf. Das zweite Papier genauso vorbereiten.
Dann beginnt man die Herzhälften ineinander zu weben. Die letzte Reihe ist etwas kniffelig, da hilft es wenn man die anderen Streifen gut nach oben schiebt.
Das Körbchen ist fertig und es hält ganz gut ohne jeglichen Kleber.
Wer mag kann aber noch einen Henkel ankleben.
Dann ist das Herzkörbchen fertig um mit Nüssen u.ä. befüllt und aufgehängt zu werden.
Ich wünsche Euch noch schöne, nicht zu hektische Vorweihnachtstage und dann schöne Festtage mit Euren Lieben. Das TisdagsTutorial macht nun erstmal Weihnachtsferien :)
Dafür braucht man rotes und weißes Tonpapier (oder andere Farben), Schere, Geodreieck, Bleistift, Klebestift und eine runde Vorlage. Meine war eine Tesarolle mit einem Durchmesser von 5 cm.
Zunächst faltet man das Papier so, dass man einen Art "Stoffbruch" erhält. Dann zeichnet man entsprechend des Durchmessers der runden Vorlage ein Quadrat auf, meines war also 5 x 5 cm groß. An der offenen Seite markierte ich mir im cm-Abstand die Linien zum Einschneiden. Dann zeichnete ich mit Hilfe der Teserolle einen Halbkreis auf. Das zweite Papier genauso vorbereiten.
Dann ausschneiden und entlang der Linien einschneiden. Anschließend falte ich die Herzhäften auf und dann mit der Bleistiftseite nach innen wieder zu, so sieht man die Markierungen nicht.
Das Körbchen ist fertig und es hält ganz gut ohne jeglichen Kleber.
Wer mag kann aber noch einen Henkel ankleben.
Dann ist das Herzkörbchen fertig um mit Nüssen u.ä. befüllt und aufgehängt zu werden.
Ich wünsche Euch noch schöne, nicht zu hektische Vorweihnachtstage und dann schöne Festtage mit Euren Lieben. Das TisdagsTutorial macht nun erstmal Weihnachtsferien :)
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