Dienstag, 22. November 2016

Nachlese 2: Himmeli

Beim HerbstHandarbeitsbingo gab es zwei Felder für die ich Großes vorhatte: Einen Quilt nähen, ein Täschchen mit der Sashiko-Technik besticken, eine Jacke ganz rund stricken und dann aufschneiden und anderes...
"Eine neue Technik ausprobieren" und "Ungewöhnliches Material verwenden" setzte so wilde Gedanken in Gang, dass ich verblüfft war, als ich mich eines Tages Anfang November am Küchentisch wiederfand, einfach nur mit einem Buch, frisch übersetzt aus dem Finnischen, und Kunststofftrinkhalmen...
Himmeli nennt man die filigranen Gebilde in Finnland, oro (Unruhe) in Schweden, da sie sich in der aufsteigenden Luft immer etwas bewegen. So manche Skansenbesucherin hat sie vielleicht schon mal gesehen. Ursprünglich aus Roggenhalmen gemacht, mit Fäden nach einem bestimmten Schema zusammengehalten, werden die komplexesten geometrischen Skulpturen geschaffen, die auch eine gewisse Schutz- und Segenssymbolik haben.
Langes Roggenstroh ist heutzutage Mangelware und nur über Umwege und Fachversand zu erhalten und ich wollte es "einfach" nur mal ausprobieren. Bis jetzt sind ein Stern und drei der Platonschen Körper entstanden und alle werde ich mit in die Schule nehmen, zum Geometrie-Unterricht. Da Kunststofftrinkhalme auch nicht so teuer sind, habe ich überlegt, mit den Kindern einfache Oktaeder aus Glitzerstrohhalmen zu basteln, die wir auf dem Weihnachtsmarkt als Christbaumschmuck verkaufen könnten.
Ich bin jedenfalls völlig begeistert und auch infiziert: Die geometrischen Strukturen (das schlägt das Mathelehrerinnenherz höher!), die Einfachheit und auch die Ruhe, die vom Schaffensprozess sowie vom sich sanft bewegenden Himmeli ausgeht. Ich habe noch große Pläne für die Vorweihnachtszeit, ich habe mir Naturmaterial (aber immer noch kein Roggenstroh) beschafft und so manche liebe Menschen werden dieses Jahr himmelilisch beschenkt werden.

5 Kommentare:

  1. Ja die Himmeli schauen wirklich himmlisch aus und für den Matheunterricht sicher eine erklärende Bereicherung, da sie ja dreidimensional sind.
    Ich muß gleich im Internet eine Anleitung suchen (und Naturmaterial).
    Ja, das Handarbeitsbingo schwirrt auch noch in meinem Kopf. Ich möchte aus einen schönen Pullover meines Mannes (gekauft in Schottland) der an den Armbündchen und am Rundhals vorne dünngeworden ist, für mich (kleinere Person) eine Jacke zuschneiden und mit Walkstoff einfassen. Mal sehen, ob ich das hinbekomme.
    Alles Gute für die himmlische Handarbeit
    Wane

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  2. Oh nein, der Bingoschein. Den hatte ich bei meinem Troubel ja ganz vergessen.! Vielen Dank für die Erinnerung.
    diese Strohhalmsterne sind ja wunderbar filigran. Aber ich glaube , ich bin da nicht geduldig genug dafür.
    Aber es sieht toll aus.

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  3. Das ist so eine wunderschöne Arbeit!! Und sieht so schön filigran aus!! Ich würde glaub für das erste Mal Trinkhalme nehmen, sieht nicht so filigran aus, hält aber für die ersten Versuche sicher mehr besser;)
    Ich muss mir auch eine Anleitung suchen gehen;)
    Sei lieb gegrüsst, Rita

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    1. Ich mag Strohsterne als liebsten Weihnachtsschmuck, aber die bunten sehen aus sehr hübsch aus.
      Beim dm gibt es ganz schöne Trinkhlame aus Papier. Weiß nicht, ob es dm schon bis nach Schweden geschafft hat, aber eventuell hast Du ja Kontakte, die Dir was schicken können?
      Lieben Gruß aus München
      Stefanie

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  4. Hallo,
    eigentlich lese ich immer nur still mit, aber diese Himmeli faszinieren mich total. Könntest Du vielleicht die ISBN von dem Buch posten?
    Das wäre super.
    Liebe Grüße aus dem Schwarzwald
    Iris

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