Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
Samstag, 31. Mai 2014
Sonntagsfreude: Regenbogen
So lange schon habe ich keinen Regenbogen mehr gesehen, heute war er plötzlich am Himmel. Dabei habe ich gemerkt, wie viel Freude es mir wieder bereitet, das Schöne in der Natur zu suchen und zu genießen. Der alte Grauschleier ist schon ziemlich löchrig geworden!
Donnerstag, 29. Mai 2014
Maiblumen
Das zauberhafte Fröken (Fräulein) Skicklig hat auf Instagram die wunderbare Aktion "One bouquet per day". Einen Strauß pro Tag habe ich nicht geschafft, aber immerhin mindestens einen pro Woche. Ein Monat - fünf Sträuße im Hause 60°Nord...
Mittwoch, 28. Mai 2014
Landskapsrätt: Västerbottenpaj
In Schweden ist die Paj (engl. pie, frz. Quiche, dt. Dünner oder Wähe) sehr beliebt und aus den Kochbüchern und Speisezetteln nicht wegzudenken. Ein echter Klassiker ist aber die Västerbottenpaj, eine salzige Paj gefüllt mit dem berühmten V(W)ästerbottenkäse. Es gibt die Paj warm mit frischen Salat oder kalt am Buffet, z.B. auch gerne an Mittsommer.
Der Käse wird mindestens 14 Monate und bis zu 3 Jahren gelagert und ist ein sehr geschmacksintensiver Käse. Der Geschichte nach soll er 1872 zufällig entstanden sein, als die Molkereiangestellte Eleonora Lindström alleine in der Molkerei war und so viel zu tun hatte, so dass sie die Prozedur nicht wie gewöhnlich durchführen konnte. Statt dessen musste sie die Masse immer wieder erwärmen und immer wieder aufhören umzurühren, was im Endergebnis zu dem einmaligen Geschmack des Västerbottenkäses führte, der heute eine geschützte Marke ist.
Der Västerbotten ist eine Landschaft - wie der Name schon sagt - die am Bottnischen Meerbusen, der nördlichen Ostsee, liegt. Forstindustrie, Bergbau und Wasserkraft sind heutzutage wichtige Standbeine in der Region. An der Küste ist auch das Klima relativ (!) mild, was zu Landwirtschaft, v.a. mit Viehwirtschaft führte und noch heute sind die Norrmejerier ein wichtiger Molkereiverbund im Nordland.
Der Käse wird mindestens 14 Monate und bis zu 3 Jahren gelagert und ist ein sehr geschmacksintensiver Käse. Der Geschichte nach soll er 1872 zufällig entstanden sein, als die Molkereiangestellte Eleonora Lindström alleine in der Molkerei war und so viel zu tun hatte, so dass sie die Prozedur nicht wie gewöhnlich durchführen konnte. Statt dessen musste sie die Masse immer wieder erwärmen und immer wieder aufhören umzurühren, was im Endergebnis zu dem einmaligen Geschmack des Västerbottenkäses führte, der heute eine geschützte Marke ist.
Der Västerbotten ist eine Landschaft - wie der Name schon sagt - die am Bottnischen Meerbusen, der nördlichen Ostsee, liegt. Forstindustrie, Bergbau und Wasserkraft sind heutzutage wichtige Standbeine in der Region. An der Küste ist auch das Klima relativ (!) mild, was zu Landwirtschaft, v.a. mit Viehwirtschaft führte und noch heute sind die Norrmejerier ein wichtiger Molkereiverbund im Nordland.
Die Fakten
Landschaft: Västerbotten
Größe: 15 093 km²
Einwohner (2009): 208 831
Höchster Punkt: 551 m über NN (Åmliden)
Größte Stadt: Umeå
Landschaftstier: Großer Brachvogel
Landschaftsblume/-pflanze: Karlszepter
Landschaftgericht: Västerbottenpaj
Dienstag, 27. Mai 2014
Die Du-Reform
Als ich neulich mit einer befreundeten Lehrerin in Deutschland telefonierte, meinte diese: "Also, ich könnte es mir wirklich nicht vorstellen, dass mich meine Schüler und die Schülereltern duzen und mit Vornamen anreden!"
In Schweden ist das ja Realität, aber es war auch nicht immer so. Erst Ende der 60-Jahre setzte sich das allgemeine Du + Vorname durch, nicht zuletzt seit Medizinalrat Bror Rexed beschloss, dass sich alle auf dem Gesundheitsamt duzen sollten. Das sorgte für Schlagzeilen in den Medien und galt als die Stunde der Du-Reform. Doch schon ein Jahr später berichten die Zeitungen über die Ängste der Lehrer vor Autoritätsverlust und noch im Jahr 1973 zeigten Radiohörer einen Radiosender beim Justizombudsmann an, da sie die Ansprache Du im Radio für zu intim erachteten.
Der große Unterschied zum englischen 'you' ist wohl, dass in Schweden immer der Vorname mit dem Du benutzt wird, während man in den englischsprachigen Ländern durchaus noch mrs, mr oder Sir bzw. Madame (das war an der Uni in den USA sehr wichtig!) plus Nachnamen verwendet. In Schweden wird das so kurios, dass man beispielsweise bei den Behörden nur den Vornamen des Sachbearbeiters erfährt - und rufe dann mal beim Finanzamt an und frage nach deiner Sachbearbeiterin Lotta! ...
Eine interessante Trendwende ist aber bei der Generation 20+ zu beobachten, v.a. bei denen, die im Servicebereich arbeiten. Da wird man durchaus öfter mit "ni" ("ihr" - sollte wohl dem deutschen Sie entsprechen) angesprochen: "Vill ni prova på flera plagg?" Möchtet ihr noch mehr Kleidungsstücke anprobieren?
Ein bisschen komisch war auch die Situation mit meinen deutschen Schülereltern am Anfang. Da aber alle älter sind als ich, duze ich mich mit denjenigen, die mir das Du angeboten haben. Mit einigen bin ich per Sie und Vornamen und zwei Elternpaare fühlen sich scheinbar mit dem deutschen Sie am wohlsten und dann ist das auch für mich so in Ordnung.
Für meinen Mann ist das natürlich auch ein schwieriger Aspekt der deutschen Sprache, der ihm manchmal Kopfzerbrechen macht. Aber er hofft einfach auch auf eine Du-Reform im deutschsprachigen Raum ;)
In Schweden ist das ja Realität, aber es war auch nicht immer so. Erst Ende der 60-Jahre setzte sich das allgemeine Du + Vorname durch, nicht zuletzt seit Medizinalrat Bror Rexed beschloss, dass sich alle auf dem Gesundheitsamt duzen sollten. Das sorgte für Schlagzeilen in den Medien und galt als die Stunde der Du-Reform. Doch schon ein Jahr später berichten die Zeitungen über die Ängste der Lehrer vor Autoritätsverlust und noch im Jahr 1973 zeigten Radiohörer einen Radiosender beim Justizombudsmann an, da sie die Ansprache Du im Radio für zu intim erachteten.
Der große Unterschied zum englischen 'you' ist wohl, dass in Schweden immer der Vorname mit dem Du benutzt wird, während man in den englischsprachigen Ländern durchaus noch mrs, mr oder Sir bzw. Madame (das war an der Uni in den USA sehr wichtig!) plus Nachnamen verwendet. In Schweden wird das so kurios, dass man beispielsweise bei den Behörden nur den Vornamen des Sachbearbeiters erfährt - und rufe dann mal beim Finanzamt an und frage nach deiner Sachbearbeiterin Lotta! ...
Eine interessante Trendwende ist aber bei der Generation 20+ zu beobachten, v.a. bei denen, die im Servicebereich arbeiten. Da wird man durchaus öfter mit "ni" ("ihr" - sollte wohl dem deutschen Sie entsprechen) angesprochen: "Vill ni prova på flera plagg?" Möchtet ihr noch mehr Kleidungsstücke anprobieren?
Ein bisschen komisch war auch die Situation mit meinen deutschen Schülereltern am Anfang. Da aber alle älter sind als ich, duze ich mich mit denjenigen, die mir das Du angeboten haben. Mit einigen bin ich per Sie und Vornamen und zwei Elternpaare fühlen sich scheinbar mit dem deutschen Sie am wohlsten und dann ist das auch für mich so in Ordnung.
Für meinen Mann ist das natürlich auch ein schwieriger Aspekt der deutschen Sprache, der ihm manchmal Kopfzerbrechen macht. Aber er hofft einfach auch auf eine Du-Reform im deutschsprachigen Raum ;)
Montag, 26. Mai 2014
Saltå Kvarn
Am Samstag war es an der Zeit für meine erste Ausfahrt mit dem Auto. Das war dringend notwendig, bin ich doch nun schon länger nicht mehr hinter dem Steuer gesessen und wenn möglich, gebe ich das in der Großstadt auch gerne an den Mann ab. Da dieser aber ja nicht da war, musste ich nun ran - und das war auch gut so! Es hat wunderbar funktioniert und ich bin auch wieder ein paar Zentimeter an dieser Herausforderung gewachsen ;)
Als Ausflugsziel habe ich mir Saltå Kvarn (kvarn = Mühle) ausgesucht, eine Demetermühle mit Bäckerei und Laden südlich von Stockholm. In Schweden gibt es leider nicht so viel Bio-Vielfalt wie in den deutschsprachigen Ländern und damit ist Saltå Kvarn auch die einzige nationale Bio-Firma abgesehen von den Eigenprodukten der Supermarktketten. Die Mühle und die Anlagen drum herum sind in ein anthroposphisches Dorf eingegliedert, wo es auch noch ein Kulturzentrum und einen Waldorfladen gibt. Leider haben die Anthroposophen in Schweden einen extrem (!) schlechten Ruf, nicht zuletzt seit es letztes Jahr in eben diesem Dorf wieder Röteln gab, da sich viele nicht impfen ließen. Ich hoffe aber sehr, dass sie ihre landwirtschaftlichen und kulturellen Tätigkeiten gut weiterentwickeln können, denn es ist ja letztendlich die Vielfalt, die bereichert.
| Natürlich stand ich hier still, ich habe nicht beim Fahren fotografiert! :) |
| Man glaubt zunächst, dass es die Autobahn ist, die so einen Lärm macht - aber es ist die Mühle :) |
| Die Bäckerei |
Sonntag, 25. Mai 2014
Sonntagsfreude: Mobilität
Wir haben uns (endlich) ein Auto gekauft! Ich freue mich riesig darüber, ist es doch eine ganz neu gewonnene Freiheit... Innerhalb der Stadt ist es sicher unnötig, aber nun erweitert sich unser Aktionsradius ganz gewaltig - wir können spontaner planen und sind mobiler... Schwiegerfamilienbesuche auf dem Land, Hausbesichtigungen und Wochenendkurzurlaube, alles wird nun ein bisschen einfacher. Und im Sommer - nachdem wir immer noch nicht wissen, wie und wann - werden wir dann wohl mit dem Auto nach Deutschland fahren.
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
Samstag, 24. Mai 2014
Post aus Finnland
Neulich war ich hier in verschiedenen Läden und sehr enttäuscht, dass die Ottobre (eine Nähzeitschrift) 2/2014 schon ausverkauft war. Also schaute ich auf deren Seite nach, ob man nicht auch Einzelhefte bestellen konnte - und das konnte man auch! Sogar die Sprachen konnte man wählen - zu meiner und sicher auch zu Steffis Erleichterung, die bis jetzt immer wieder mit deutscher Übersetzungshilfe einspringen musste, wenn mein Nähschwedisch zu Ende war... ;) Also habe ich bestellt und musste dann etwas schlucken, als dann die Bestätigungsmail kam, dass etwa 3 Wochen Lieferzeit sind. Wobei lange Warte- und Lieferzeiten hier im Norden irgendwie 'normal' sind. Fragt mich nicht, wie lange ich schon auf ein Paket von meiner Mama warte und das Deutschland schon sehr lange verlassen hat...
Umso mehr freute ich mich, dass dann schon nach einer Woche diese Kuverts durch unseren Briefschlitz fielen! 5 sommerliche Ottobre-Hefte, die Nummern 2/2014 und 2/2013 sogar auf Deutsch!
Die Hefte 2006, 2007 und 2012 waren aber nur noch auf finnisch, holländisch oder schwedisch verfügbar, so dass ich mich für schwedisch entschied ;) Irgendwie würde ich mich schon durchwurstln und so schwer kann das ja wohl nicht sein, mit Zeichnungen usw. Aber, eine nette Person im Nachbarland hatte mitgedacht und mir in jedes schwedische Heft eine kopierte deutsche Übersetzung eingelegt. Das nenne ich mal Service!
Nun freue ich mich auf mein Strohwitwen-Wochenende und gehe mal gleich an die Nähmaschine :)
Umso mehr freute ich mich, dass dann schon nach einer Woche diese Kuverts durch unseren Briefschlitz fielen! 5 sommerliche Ottobre-Hefte, die Nummern 2/2014 und 2/2013 sogar auf Deutsch!
Die Hefte 2006, 2007 und 2012 waren aber nur noch auf finnisch, holländisch oder schwedisch verfügbar, so dass ich mich für schwedisch entschied ;) Irgendwie würde ich mich schon durchwurstln und so schwer kann das ja wohl nicht sein, mit Zeichnungen usw. Aber, eine nette Person im Nachbarland hatte mitgedacht und mir in jedes schwedische Heft eine kopierte deutsche Übersetzung eingelegt. Das nenne ich mal Service!
Nun freue ich mich auf mein Strohwitwen-Wochenende und gehe mal gleich an die Nähmaschine :)
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