Im September vor 2 Jahren war es nicht mehr zu übersehen, dass beide Nachbarinnen im Winter Nachwuchs bekommen würden. Für mich war das ein ziemlicher Schlag und auch eine Bestätigung, dass der Umzug (neue Umgebung, dauerhaft sesshaft werden) wieder keine Veränderung gebracht hatte. Ich heulte einen Nachmittag lang, dann lud ich zum zweiten Mal (das erste Mal war schon in Stockholm) einen Antrag auf eine gynekologische Untersuchung am Uni-Klinikum herunter, füllte ihn aus und schickte ihn ab. Und ich suchte mir etwas, womit ich meine Hände während einer vermutlich langen Zeit beschäftigen kann.
Nach jedem Arzttermin o.ä. strickte ich ein Quadrat, das ich irgendwann in eine große Decke einarbeiten würde. Eine Decke, in die ich mich einhüllen und verkriechen könnte. Oder in die ich im besten Fall jemand anderes einwickeln und damit wärmen könnte.
Ich schaffte genau 8 Quadrate, bis ich eines unserem Sternchen symbolisch mit auf den Weg geben musste. Und plötzlich war es kein konstruktives Strickprojekt mehr, sondern eines, das mit vielen negativen Gefühlen aufgeladen war.
Das war im September vor einem Jahr.
Ich schloss die Kiste und rührte sie nicht mehr an.
Jetzt ist wieder September und seit einigen Wochen stricke ich wieder Quadrate, die mich wieder bei Arztterminen begleiten, die mich am Abend zur Ruhe kommen lassen, die mir Halt geben. Der Rhytmus des Strickens gibt mir Gelassenheit und Sicherheit, am Faden entlang taste ich mich von Masche zu Masche durch die Tage.
Neun mal neun Quadrate sollen es werden, im besten Fall. Ich stricke mit Finkhof Merinowolle dünn in neun Farben und mit Naturgrau als Umrandung.
Ich habe also ein großes Projekt in Angriff genommen und ich stricke ein Loch-/Lacemuster, aus dem sich die Blumensterne formen, bevor sie von kraus rechts Reihen umrandet werden.
Mir hilft das Stricken ungemein, ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen würde, wenn ich die Handarbeiten nicht hätte. Gute Gedanken, Ängste, Reflektionen, Freude, all das stricke ich in meine Maschen ein. Das tut mir sehr gut.
Ob ich am Ende noch ein Bingofeld (nämlich "etwas aus vielen, kleinen Teilen handarbeiten") ankreuzen kann, sei dahin gestellt. Damit ich mir das selbst erlaube, müsste ich nämlich noch unzählige (!) Fäden vernähen, die Quadrate waschen, spannen und zusammenhäkeln. Und Hetzen oder Eilen möchte ich nicht, ich möchte den Rhytmus, der mir so gut tut, beibehalten.
Es ist sicher nicht leicht, wenn der eine große Wunsch nicht in Erfüllung geht. Aber ich hoffe ihr gebt nicht auf und die Handarbeit kann dir Stück für Stück wieder Mut schöpfen lassen. Die Quadrate sehen sehr schön aus und ich bin mir sicher die Decke wird dich gut wärmen. Ich drücke auf jeden Fall die Daumen, damit du früher oder später ein kleines zartes Wesen darin einwickeln kannst.
AntwortenLöschenGanz liebe Grüße und Kopf hoch, die Nähbegeisterte
toll, sieht klasse aus, liebe Grüße von Kathrin
AntwortenLöschenwow, die sind echt schön.
AntwortenLöschenich drück Euch die Daumen, dass es bis zum Schluß gut geht.
bei uns in der Fam. ist es auch bald soweit. es war wie bei Euch.
LG aus Bayern
Eine schöne Arbeit ist das, Du hast Dir tolle Farben ausgesucht!!! Alles, alles Liebe für Dich, Katrin
AntwortenLöschenDas ist eine wunderbare Idee und sieht schon jetzt so schön aus Ich würde ein dunkelblaues Quadrat mit gutem Wünschen für das Projekt stricken und die Fäden vernähen 😉. Viel Spaß weiterhin und Toi, Toi, toi, Slo
AntwortenLöschenDas Muster ist wunderschön.
AntwortenLöschenDas wird eine wunderbare Decke zum Einkuscheln. Für einen wunderbaren Menschen ;)
LG von TAC
Was für ein Glück, auf so ein therapeutisches Tun zurückgreifen zu können. Das wird eine wunderschöne Decke! Ich freu mich sehr, dass du wieder bloggst und bin ganz sicher, du kommst gut durch diesen Herbst. Alles Liebe!
AntwortenLöschenDie Farben sind wunderschön! Gut das du dich damit ablenken, beruhigen kannst!
AntwortenLöschenIch wünsche dir das alles gut ausgeht. Wird es, ganz bestimmt.
Liebe Grüße, Marita
Das wird bestimmt eine wunderschöne Decke, die verschiedenen Farben und das Muster ist super. Hoffe, dass du weiterhin viel Ruhe und Kraft mit dem stricken tanken kannst und drücke dir die Daumen, dass euer Wunsch in Erfüllung geht.
AntwortenLöschenLiebe Grüsse
Doris
Was für schöne Farben und welch eine Geschichte dazu. Vielen Dank für diesen Einblick. Ich wünsche, dass die Quadrate weiterwachsen können und dass das Handarbeiten weiterhin eine so gute Wirkung hat.
AntwortenLöschenHerzliche Grüße,
Kathrin
Hallo,
AntwortenLöschendas Muster finde ich sehr schön. Und die alle Farben sind auch sehr schön. Es wird eine wunderschöne Decke!
Kopf hoch!
LG
Inga
Hej Barbara,
AntwortenLöschenIch habe ja in letzter Zeit viele Häkeldecken gesehen, aber deine ist was ganz Besonderes. Lass dir zeit damit, letzten Endes scheint sie ja wirklich wie eine therapie für dich zu sein. Alles braucht seine Zeit... Die bunten Quadrate sind wunderschön, auch das Muster. Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)
Deinen Blog zu lesen, macht mich gleichzeitig traurig und ruhig. Traurig, weil es so schwer erscheint, dass sich Dein Lebenstraum, ein eigenes Kind, erfüllt. Ruhig, weil Du trotz aller Traurigkeit in Dir ruhst und Dich um Dich kümmerst. Die Depression hat auch mich seit vielen Jahren fest im Griff, und es ist toll und bewundernswert, wie Du dagegen angehst...Und Deine Decke wird ganz toll, sie hat schon jetzt wunderschöne Farben!
AntwortenLöschenDas wird eine sehr schöne Decke und ich wünsche euch alles Gute und drücke euch die Daumen! Kannst du vielleicht verraten, wie du das Muster gestrickt hast?
AntwortenLöschenHerzliche Grüße aus dem Allgäu und alles Liebe
Auch ich musste 2 Sterne ziehen lassen. Habe aber auch 3 überwiegend gesunde Kinder (die mittlere hat Asthma) die mir nicht die Zeit ließen und lassen zum traurig sein. Nur wenn man von anderen Müttern liest, die ein Kind verloren haben, hält man inne und denkt gemeinsam an das Fünkchen Leben. Ich wünsche Dir sehr dass Du nach einer problemlosen Schwangerschaft ein gesundes kleines Baby darin einwickeln kannst!
AntwortenLöschenLG
Martina
Auch ich habe in der Schwangerschaft, in der ich viel Ruhen sollte, ganz viele einzelne Qadarate gehäkelt, aus der am Ende eine Kuscheldecke geworden ist, die meinen Kleinen im Kinderwagen und Bettchen immer schön eingehüllt hat. Der Große hat dann Jahre später auch eine bekommen. Da wurden die Quadrate auf langen Autofahrten gewerkelt.
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