Freitag, 6. September 2019

Herbstgrüße

Während das Kind den Nusskorb ausräumt (eine Lieblingsbeschäftigung zur Zeit!), der Regen an die Fenster schlägt, der Brotteig in der Küche geht und es merklich kühler wird, ...
... habe ich plötzlich wieder die Muse, hier ein paar Zeilen zu hinterlassen. Im März gingen mir plötzlich die Worte aus. Ich wusste nicht mehr, worüber ich hier schreiben sollte, konnte und wollte. Alles schien mir zu privat, zu wertvoll, zerbrechlich, wie eine Seifenblase, die zerplatzen könnte, wenn man sie anfasst.
Hatte ich den Blog während all der Kinderwunschjahre mit Gedanken, Rezepten, Handarbeiten gefüllt, erschien er mir dann doch unpassend,überflüssig und aus der Zeit. Zu meiner Zeit, nun endlich als Mama, passte das alte Blogformat nicht mehr. Dachte ich...
Jetzt will ich doch wieder formulieren, ausdrücken, mit Bildern illustrieren. Die Freude am Mitteilen wollen ist zurück. Es wird aber nicht immer regelmäßig klappen, denn jetzt mit Kind wird die Isoliertheit im Ausland noch deutlicher. Hier kommen nicht einmal die Woche, ja nicht einmal einmal im Monat Oma/Mama/Schwiegermama oder Schwester/Tante vorbei. Wir müssen alles so, ohne ein familiäres Netzwerk, hinkriegen. Das geht oft recht gut, wenn auch chaotisch, aber manchmal ist es schwer. Ich mache mir auch viele Gedanken, wie es für unser Kind sein wird, so aufzuwachsen. Anfangs, nach der Geburt, dachte ich: Jetzt bist du hier angekommen, du hast hier ein Kind zur Welt gebracht.
Je älter das Kind wird und ich mit ihm spreche, singe, erzähle, desto mehr wird mir bewusst, wie deutsch/bayerisch ich bin und was für eine Herzensangelegentheit es für mich ist, etwas davon weiter geben zu können.
Im Großen und Ganzen geht es uns aber gut, sehr gut sogar. Wir sind endlich eine Familie. Auch wenn der Weg so lang war, so sind wir jetzt irgendwie angekommen. Es fühlt sich rund an. Wenn auch noch nicht komplett.
Natürlich lassen sich die Gedanken und Sorgen der letzen langen sieben Jahre nicht einfach so abstreifen, gerade wenn ich alleine beim schlafenden Kind im herbstlichen Nebel-Regengrau sitze... aber im Alltag ist dafür kein Platz. Da kämpfe ich mit Wäschebergen, besiege Spülmaschinenmonster, singe, tanze, lese vor, baue Türme aus Bauklötzen, tröste, stricke ein paar Reihen... und backe immer noch, immer wieder unser eigenes Brot!

13 Kommentare:

  1. Liebe Barbara,

    genau dafür liebe ich Deinen Blog: für deine Worte und die schönen Bilder! Ganz ehrlich: was Du über Dich schreiben magst, ist alleine Deine Sache. Auch wenn ich mich "Dir" nahe fühle, so ist das ja nur in der virtuellen Welt. In der Realität erzählen wir ja auch nicht alles, was uns bewegt, oder zumindest nicht jedem. Ausserdem ändert sich das Leben ständig, und bloggen ist kein Muss. Dennoch: Du bist für mich und meine Reise durchs Netz eine große Bereicherung! Ich liebe Deine schönen Bilder, und auch Deine Posts, auch wenn früher natürlich auch viel Traurigkeit darin lag. Doch auch das gehört zum Leben, davon kann ich Lieder mit Dir singen...also, schön dass Du wieder da bist! lieber Gruß von Ivna

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  2. Liebe Barbara
    Deine Worte haben mich berührt und ich verstehe dich voll und ganz. Du machst es genau richtig und alles ist stimmig, so wie es dein Gefühl dir zeigt. Geniesse die Zeit mit deinem Kind. Alles was du vorlebst und weiter geben möchtest, wird auf fruchtbaren Boden fallen. Ich selber darf das heute so erleben mit meiner Tochter. Ich wünsche dir weiterhin viele glückliche Momente.
    Brigitte

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  3. Ich glaube, es ist normal, dass alle Dinge erstmal in den Hintergrund treten, wenn so ein kleines hilfloses Wesen in unser Leben tritt. Auch auf meinem Blog war es nach der Geburt der Jüngsten ruhig und selbst bei Bloggerinnen, die den ihren kommerziell betreiben, gönnen sich eine Blogpause.
    Ich freue mich sehr, dass deine Worte zurück kehren und bin gespannt, was du uns in nächster Zeit zu sagen hast.
    Ich kenne die Gegebenheiten bei euch vor Ort nicht. Es gibt aber manchmal Möglichkeiten, Omas und Opas zu "adoptieren". Wir hatten in der Straße eine rüstige Rentnerin, die nach dem Tod ihres Mannes, den sie hingebungsvoll gepflegt hat, etwas Neues brauchte. Sie war ganz oft bei uns im Garten, zum Reden und sich an den Kindern erfreuen. Sicher hätte sie gerne auch mal einige Zeit aufgepasst, wenn es nötig geworden wäre. Vielleicht findet ihr auch jemanden, der notfalls mal einspringt.
    LG von TAC

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  4. Hallo Barbara,
    ich finde das nicht schlimm wenn es eine zeitlang ruhig am Blog ist, wir alle haben einen "echtes" Leben und das geht vor. Und ein Kind ist nun mal Jemand der Aufmerksamkeit benötigt und wo man die ersten Monate alleine schon mit bestaunen genug beschäftig ist, da kann man nicht auch noch regelmäsig bloggen. Umso schöner wieder von Dir zu hören.
    In einem anderen Land ohne Eltern/Verwandte ist es bestimmt nicht einfach, aber ich bin mir sicher wenn Eure Kleine erstmal von sich auf andere zugehen kann dann werden da andere Menschen in Euer Leben kommen, den Kinder sind offen, ehrlich und suchen die Nähe anderer.
    LG zu Dir
    Manu

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  5. Liebe Barbara, die Sache mit dem Blog(gen) ist so ein ganz eigenes Ding. Mir fehlen ganz oft Themen, die ich verbloggen könnte, das eine zu belanglos, das andere zu persönlich. Was will ich preisgeben, was nicht? Manchmal ist es auch nur die Alltagsmüdigkeit, die Lücken entstehen lässt. Und auch wenn ich mir über die Inhalte nicht immer im Klaren bin, bisweilen längere Pausen mache, so bin ich mir doch sicher: ich möchte ihn nicht missen.
    So steht natürlich auch Dir und jedem anderen das Recht zu, zu entscheiden, wann er was schreibt oder auch nicht oder eine Ruhepause entstehen lässt. Und so ein kleines Menschlein hat alle Aufmerksamkeit seiner Mutter verdient, die Du ihm auch mit Freude geben möchtest. Dann darf der Blog durchaus die zweite oder dritte Geige spielen, bis er wieder zu seinem Auftritt kommt. Alles gut - denke ich! Und sicher auch alle anderen, die Dich und Deine Beiträge in Wort und Bild so gern haben!
    Was das familiäre Netzwerk und die Nähe anbetrifft, dass kann ich Dir gut nachfühlen. Ich bin zwar in kein fremdsprachiges Land ausgewandert. Aber zwischen meiner Familie und mir lagen fast 1000 km und eine Mauer. Selbst gewählt, klar, aber das macht die Entfernung in geographischer und seelischer Hinsicht nicht wett.
    Nach einem „langen Weg“, wie Du es genannt hast, seid Ihr eine glückliche Familie geworden - das ist wunderbar! Bald wird Euer Kind sicher die eine oder andere Tür öffnen... und dann begegnen Euch Menschen, die natürlich Verwandte nicht ersetzen können, aber Dir ein Stück Heimatgefühl in der Fremde geben können.
    Und dann irgendwann sind gemeinsame Reisen möglich, auch ins Herzens-Bayern.
    Nun wünsche ich Euch erst einmal ein schönes Wochenende mit hoffentlich auch sonnigen Momenten - sei ganz lieb gegrüßt von Lene

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  6. Liebe Barbara,
    das hast du aber schön gesagt! Das Bloggen ist ja eigentlich auch eine Form, sich mitzuteilen, ein Tagebuch zu schreiben. Seine gEdanken und Gefühle irgendwie mitzuteilen, kein Muss auf jeden fall. Ich lese gerne bei dir, weil eben alles so zwanglos ist. Wir sind ja auch im Ausland und ich verstehe dich total. Es ist relativ schwer, seine Wurzeln weiterzugeben. Meine Mama kommt aus Bayern, besser gesagt aus Franken. Und ich habe viel davon übernommen. meine Tochter ist zum grossen Teil in Dänemark aufgewachsen und will von Traditionen nicht so viel wissen. Aber ich finde das ganz wichtig. Sei es Feiertage, Rezepte, die Sprache....Ich bin mir sicher, das ihr das ding schon schaukeln werdet und du wie immer einen mittelweg findest. und ich freue mich wenn ich ab und zu etwas hier von dir höre und natürlich über das Handarbeitsbingo :0) :0) ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  7. Liebe Barbara,
    die Ankunft eines Kindes ist so ein einschneidendes Erlebnis. Das muss erst mal verarbeitet werden. In solchen Zeiten fehlen oft die Worte ganz einfach weil man es nicht in Worte fassen kann und oderces ist zu privat. Das ist alles OK! Oft sind andere Dinge wichtiger. Solche Zeiten gibt es wohl bei uns allen einmal. Auch bei mir gibt es Lücken. Das war als mein Papa krank wurde und starb.
    Alles OK! Ich besuche dich gern auf deinem Blog.
    Liebe Grüße, Marita

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  8. Das wird schon. Ich wünsche dir viel Zuversicht. Vielleicht findest du ein Leihgrosi? LG von Regula

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  9. Es ist so schön, wieder von Dir hier zu lesen!
    Als ich Mama wurde, habe ich auch gemerkt, wie wichtig mir meine Wurzeln wurden...
    Ich wünsche Euch von Herzen gute Zeiten miteinander.
    Herzliche Grüße
    Ruth

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  10. Liebe Barbara,
    wie schön hier auf dem Blog von dir lesen zu können! Immer wieder hab ich mal geschaut und heute - welche Freude! - gleich so viel auf einmal zu lesen für mich. Vielleicht schaff ich es dieses Jahr sogar mal beim Handarbeitsbingo mitzumachen.
    Jedem steht es zu sich zurückzuziehen und abzuwägen was man wo von sich persönlich preisgibt. Die Geburt eines Kindes ist ein großartiges und sehr familiäres Ereignis, da mag man vielleicht auch das "echte" Leben an die erste Stelle bringen und auch lassen. Und ich wünsche dir im hohen Norden gute Freunde, die nah vor Ort sind und ein bisschen die Verwandten "ersetzen" können. Mir ging es auch so dass ich erst mit den Kindern meine Wurzeln gesucht habe (vorher war es mir nicht so wichtig scheint es....).
    Bei uns ist es seit ein paar Tagen auch richtig kalt und herbstlich geworden. Mein Holzküchenofen ist eingeheizt :-) und die letzten Birnen verarbeite ich gerade darauf als Marmelade und Sirup. Manchmal finde ich es sehr gemütlich so. Deine Worte über Kind, Brot und Handarbeiten klingen auch sehr heimelig. Natürlich ist es in einer Familie auch oft etwas chaotisch (zu viel Arbeit....) aber so ist das Leben einfach, finde ich :-))). Ich wünsche euch einen wunderschönen Herbst!
    Liebe Grüße, Karin

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  11. Liebe Barbara,
    es ist einfach schön von dir zu lesen und inwieweit du aus dem persönlichen Nähkästchen plauderst ist ganz allene deine Sache. Ich freue mich einfach, dass es euch gut geht und das mit den Wurzeln kann ich so gut verstehen. Im ersten Jahr Ausland (also das vergangene) haben wir auch usere alten Traditonen sehr gepfleg. Das gab einfach Sicherheit und allmählich sind wir offen für Neues. Mit einem Kind ist das natürlich auch noch mal was ganz anderes. Da müsst ihr sicher ein paar Kompromisse schliessen füür euer Schwedenindlein, das eben auch bayerische Wurzeln hat. :-)
    Habt auf jeden Fall schon mal einen schönen Herbst!
    Liebe Grüße, Maike

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  12. Hallo Barbara,
    ich habe auch lange im Ausland gewohnt. Vor 4 Jahren bin ich zurückgekehrt in meine bayrische Heimat und jetzt glücklich wieder zuhause zu sein. Die bairische Sprache geht aber leider fast total verloren in der großen Stadt, nur noch die alten Leute können sie sprechen.

    Alles Gute
    Defne

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  13. Liebe Barbara,
    Ich habe mich gefreut, als ich heute festgestellt habe, dass du wieder Online bist. Aber mit einem kleinen Kind hat man wenig Zeit für andere Sachen. Da ist das Kind die Hauptperson.Und über das Kind wirst du neue Kontakte knüpfen, warte ab, dass war bei uns auch so.
    LG
    Agnes

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