Samstag, 29. September 2012

Herbst

Was macht man, wenn einem der Herbst nicht nur mit goldenen Tönen und warmen Farben empfängt, sondern mit Schmuddelwetter?
Man nimmt die Freundin, die grad auf Besuch aus Deutschland ist war (schon letztes Wochenende), geht mit ihr ins Museum und holt sich jede Menge neue Inspiration :)

Freitag, 28. September 2012

[Verspätetes] TisdagsTutorial: Schnelle Handschuhe

Wer kennt das nicht, wenn der Herbst kommt und man plötzlich entdeckt, dass nur noch ein oder gar kein Handschuh mehr aufzufinden ist? Mir jedenfalls geht es (leider) regelmäßig so, wobei zum Frühling hin, wenn man sie nicht mehr braucht, alle immer wieder auftauchen...
Hier also, aus dem Bedarf heraus entstanden, meine Anleitung für schnelle Handschuhe (pro Handschuh habe ich etwa 6 Stunden gebraucht). Man braucht: etwa 50g dünnere Wolle oder Sockenwolle, Nadelspiel Nr. 3 oder 3,5, zwei Maschenmarkierer, Sicherheitsnadel und Woll-/Sticknadel sowie eine Schere.
Zum Anschlag nehme ich immer zwei Nadeln zusammen und schlage jeweils 24 Maschen an.
Dann ziehe ich vorsichtig die zweite Nadel heraus und verteile die Maschen auf vier Nadeln á 12 Maschen. Ich schließe das ganze zur Runde indem ich den Restfaden vom Anschlag einmal durch den Maschenanfang auf der nächsten Nadel ziehe, so dass die Runde etwas fixiert ist.
Das Bündchen wird mit zwei rechten und zwei linken Maschen im Wechsel gestrickt, etwa 7 cm lang. Es lohnt sich, ein längeres Bündchen zu stricken, das ersetzt den Pulswärmer.
Ausgehend vom Anschlag zähle ich die Nadeln folgendermaßen durch. Für den rechten Handschuh wird der Daumen auf Nadel 1 gestrickt, für den linken auf Nadel 4. Die Angaben für den linken Handschuh schreibe ich im Folgenden immer in Klammern.
Nach dem Bündchen zwei Runden glatt rechts stricken und auf Nadel 1 (4) nach den ersten (vor den letzten 4) 3 Maschen einen Markierer platzieren, 1 Masche rechts stricken, einen Markierer platzieren, Runde fertig stricken.
In jeder dritten Reihe wird nun durch das Herausstricken einer Masche aus dem Querfaden jeweils eine Masche nach und vor dem Markierer zugenommen. Tipps zu Zunehmen findet ihr hier oder hier auf Englisch. Insgesamt werden sechs Zunahmen gemacht bis sich 13 Maschen zwischen den Markierern befinden.
Nach der letzten Zunahme 5 Runden glatt rechts stricken, dann die 13 Maschen auf der Sicherheitsnadel stilllegen und darüber 7 neue Maschen anschlagen. Vor und nach diesen Maschen wieder die Markierer platzieren.
Zwischen den Markieren in jeder 2. Reihe zweimal je zwei Maschen zusammenstricken, immer die je ersten und letzten zwei. Wenn noch 3 Maschen zwischen den Markierern übrig sind, die erste Masche abheben, die nächsten zwei zusammenstricken und dann die abgehobene Masche darüber ziehen: zwischen den Markieren ist nur noch eine Masche übrig. Nun die Markierer entfernen und weiter in Runden stricken, bis die Spitze des kleinen Fingers erreicht ist.
Nun beginnt die Abnahme für die Spitze. Dazu werden gleichmäßig verteilt 8 Maschen - 2 auf jeder Nadel - durch Zusammenstricken abgenommen, dann 4 Reihen stricken, gleichmäßig verteilt wieder 8 Maschen
abnehmen, 3 Reihen stricken, gleichmäßig verteilt wieder 8 Maschen abnehmen, 2 Reihen stricken, gleichmäßig verteilt wieder 8 Maschen abnehmen, 1 Reihe stricken, noch einmal je zwei Maschen zusammenstricken, bis insgesamt nur noch 8 übrig sind. Die Maschen von Nadel 1 und 2 und die von 3 und 4 auf je eine Nadel heben. Die Nadeln parallel legen und vorsichtig durch die Öffnung nach innen führen. Strickarbeit wenden. Innen die Nadeln mit den Maschen wieder hervorpuhlen, den großzügig abgeschnittenen Faden durchziehen. Nun immer eine Masche der hinteren Nadel auf die vordere heben und die Maschen zusammenstricken. So wird die Öffnung verschlossen. Gleichzeitig abketten.
Nun gilt es noch den Daumen fertig zu stellen. Dazu die stillgelegten Maschen wieder aufnehmen und jeweils aus der Seite je eine und aus dem Anschlagsrand 7 Maschen herausstricken: Insgesamt 13+7+2 = 22 Maschen. Auf drei Nadeln verteilen und zwei, drei Runden glatt rechts stricken. Dann zwei Maschen abnehmen und dann mit 20 Maschen weiter stricken, bis das Ende des Daumens erreicht ist.
Für das Daumenkäppchen immer zwei Maschen zusammenstricken, 1 rechts, zwei Maschen zusammen 1 rechts, usw. Eine Runde rechts stricken, dann immer zwei Maschen zusammenstricken. Den Faden abschneiden und die verbleibenden Maschen mit Nadel und Faden auffassen und zusammenziehen. Nach innen stechen und vernähen.
Nun nur noch alle anderen Fäden gut vernähen und der Herbst kann kommen!
Entschuldigt bitte die teils furchtbaren Blitzfotos, aber das Wetter hier...

Ich wünsche Euch ganz viel Freude beim Nachmachen! Ich werde meine jetzt noch 'verschönern'...

Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Was für eine Woche...

... und dazu passt dieser Regenbogen über dem Nachbarhaus ganz wunderbar. Ich konnte ihn Anfang der Woche 'einfangen' und er hat mich quasi durch die Woche begleitet. Es gab Sonnenschein, aber auch Regen. Und beides mischt die wunderbaren verschiedenen Farbtöne des Lebens :)
Nun ist Wochenende, viele Eindrücke liegen hinter mir. Mein (vorerst) letzter Besuch aus Deutschland ist wieder abgereist, ich hatte Blockbeschulung, ich habe (diesmal in Begleitung meines Mannes!) einen schwedischen Personalausweis beantragt, ein Konto eröffnet. Sonnige Stunden waren die, als ich die Kinder meiner Schwägerin gehütet habe. 'Erleuchtend' auch für mich selber war ein Vortrag über die Verarbeitung von Migrationsprozessen, bei Erwachsenen, Kindern, Flüchtlingen und Auswanderern. Dunkler war es als mir einfach alles über den Kopf wuchs, als mir das dunkelgrau des Herbstes aufs Gemüt schlug - und es in der Heimat Sonnenschein und mehr 20°C hatte (-> Heimweh...).
Aber nun ist Wochenende, neue Eindrücke liegen vor mir. Morgen sind wir zum Tofu-Essen eingeladen, eine Freundin will uns 'überzeugen'... Vielleicht machen wir einen Fahrradausflug. Ausgerüstet bin ich ja nun mit meinen Handschuhen.
Ähm, Handschuhe. Ich glaube, das Anleitung-Schreiben dauert länger als das stricken... Aber ich setzte mich gleich wieder dran und bald gibt es das verspätete TisdagsTutorial :)

Samstag, 22. September 2012

Freitag, 21. September 2012

Ebereschen-Geschenk

Nicht nur beeindruckende Linden wachsen hier, sondern auch viele, viele Ebereschen/Vogelbeeren (schwed. rönn), die jetzt mit ihren schönen Beeren erfreuen und Scharen von Drosseln anlocken. Das ja noch ein Namenstagsgeschenk auf meiner Zu-Tun-Liste stand, ließ ich mich davon inspirieren.
Gewünscht war eine Tasche, robust und stabil, mit Innentasche. Im Vogelbeerenfarbton fand sich gleich ein ganzes Stück Stoff hier, nämlich unsere alten Schlafzimmervorhänge. Der Zuschnitt war schnell gemacht, ich entschied mich neben einer Innen- auch eine Außentasche zu nähen. Aus Stoffresten nähte ich die Teebeutel. Auch die Tasche nähte ich relativ zügig, aber das Bedrucken dauerte seine Zeit. Irgendwann abends fand ich aber die Muße, holte aus der Grünanlage ein paar Blätter und druckte los. Und voilá, hier ist nun die Tasche - inzwischen auch bei der Beschenkten angekommen und fleißig in Gebrauch.

Donnerstag, 20. September 2012

Wandertagebuch: 1. Basislager

Man möchte es ja kaum glauben, aber nun ging auf einmal alles ganz schnell. Die UT-Karte kam an und nur 6 Tage später meine Personennummer! Eigentlich müsste ich mich riesig freuen, und ich freue mich ja auch, aber die Anspannung will einfach nicht weggehen. Ich trinke Entspannungstee, bemühe mich um regelmäßige, ruhige Tage und versuche mich an dem immer noch relativ schönen Herbstwetter zu erfreuen und viel draußen zu sein. Trotzdem schlafe ich schlecht, träume die komischsten Träume und muss mir eingestehen, dass es nicht reicht, eine Aufenthaltserlaubnis-Karte zu bekommen um anzukommen.

Aber ich habe immerhin das Basislager erreicht, wenn man in der Berg-/Wandersprache bleiben will. Die rechtlichen Voraussetzungen sind geschaffen. Ich kann ganz sicher nun meine Weiterbildung angehen, nichts wird mich da mehr aufhalten. Ich darf mir Arbeit suchen und kann vielleicht bald anfangen, ein Traum-/ Geheimprojekt zu verwirklichen.
Allerdings ist das 1. Basislager auch nur ein Zwischenstopp, kurz zum Atemholen. Dann geht es weiter. Es muss noch viel erledigt werden. Neue Anträge wollen geschrieben werden. Aber ich bin müde.

Ich bin müde, nicht nur, weil ich schlecht schlafe, sondern auch, weil ich vielleicht schon zu lange auf Wanderschaft bin. Nachdem meinem Mann und mir klar war, dass wir es auch über die Fernbeziehung hinaus versuchen wollen, suchten wir nach einer Möglichkeit, wo wir zusammen ziehen konnten. Es war die USA. Im Nachhinein eine dumme Idee, wie ich finde. Zu viele Kompromisse und zu weit weg von beiden Familien. Zu unseren beiden Muttersprachen kam eine dritte Sprache. Totales Sprachwirrwarr. Auch dort das ganze Neuanfangsprogramm mit Wohnung einrichten, Anträge, soziale Netzwerke finden usw. Und dann einsehen, dass das Ganze so nicht geht. Die Idee, dass beide Partner wo fremd sind, ist vielleicht gut, war aber für uns nicht durchführbar. Es endete damit, dass ich manchmal 7 Tage oder mehr nicht ein einziges deutsches Wort gesprochen habe (gelesen und geschrieben schon), da wir zu Hause schwedisch sprachen und außerhalb englisch. Natürlich versucht man, dass man das gerecht aufteilt, so versuchen wir es auch hier in Schweden - ein Tag schwedisch, ein Tag deutsch. Aber es funktioniert nicht, denn der Wortschatz meines Mannes ist zu begrenzt (und ich habe zu wenig Disziplin in der Richtung). Es nervt mich dann, einen ganzen Tag lang 'Babysprache' zu sprechen. Da ist es dann auch für mich einfacher, wieder ins Schwedische zu wechseln. Ein Teufelskreis. Etwas Besserung erhoffe ich mir von meinem (neuen) Internet-Radio. Ich höre jeden Tag ein, zwei Stunden deutsche Radiosendungen und hoffe, dass der Klang der deutschen Sprache auch bei meinem Mann etwas auslöst, aber ich glaube, meistens ist es nur Hintergrundberieselung. Und ich muss wohl einsehen, dass nicht jeder sprachbegabt ist. Er hat seine anderen Begabungen, das ist ok so. Ich wollte eigentlich auch nur sagen, dass es extra anstrengend ist, immer in fremden Sprachen zu kommunizieren. Und dass ich mir oft so dumm (und/oder ohnmächtig) vorkomme, wenn ich, wie gestern beim Frisör, nicht auf schwedisch ausdrücken kann 'die Haarspitzen sind kaputt' sondern auf 'da unten wurde es komisch und dünn' ausweichen muss.

Hm, jetzt bin ich in die "Sprachgeschichte" abgeschweift (oder heißt es abgeschwiffen?), eigentlich wollte ich nur sagen, dass zweimal Neuanfang innerhalb von 12 Monaten ganz schön kräftezehrend ist. Andererseits erlaube ich mir selber nicht, dass ich mir Zeit nehme (und Geduld ist nicht meine Stärke...). Denn etwas treibt mich innerlich an, dass ich ENDLICH ankommen will. Ich will nicht im Basislager verbleiben und warten, dass die anderen von tollen Gipfelerlebnissen zurückkommen und mir davon erzählen. Ich will selber weiter. Und gleichzeitig bin ich müde.

Allerdings sollte man nicht unterschätzen, wie gut ein Frisörbesuch und neue Herbstschuhe tun. Nach etwas 'Kopfwäsche/-belüftung' und mit neuen Schuhe ist man gut gerüstet für eine neue Etappe...

Dienstag, 18. September 2012

TisdagsTutorial: Herbstmobile

Wir waren ja am Sonntag in der Kreativecke nicht ganz untätig, sondern haben uns schöne Herbstmobiles gebastelt.
Dazu haben wir zunächst viele verschiedene Blätter gesammelt. Außerdem brauchten wir weißes Druckerpapier und Wachsmalkreiden.
Dann haben wir die verschiedenen Blätter unter das Papier gelegt und mit Herbstfarben darüberschraffiert.
Die wunderschönen Bätterzeichnungen haben wir dann so nahe am Rand wie möglich ausgeschnitten.
Weil die Papierblätter recht leicht sind, brauchten wir für unten dran noch ein 'Schwergewicht'. Was passt da besser zum Herbst als ein Igel? Die Vorlage habe ich schnell skizziert, weil grad keine andere zur Hand war (man findet sicher auch ähnliche im Netz). Für den Igel benötigt man also Tonpapier bzw. Fotokarton in braun, schwarz und beige (Reste genügen), eine Schere, weißen Stift und Bleistift zum Übertragen der Vorlage und einen Klebestift. Der Stachelkörper und die Nase werden jeweils zweimal spiegelverkehrt ausgeschnitten.
Der Kopf wird dann zwischen den doppelten Stachelkörpern und Nasen eingeklebt. Voila, der Igel von beiden Seiten:
Anschließend haben wir die Blätter und den Igel einmal probeweise angeordnet, um zu sehen, wie das Mobile dann ausschauen soll.
Spätestens seit ich alle unsere Einladungen, Liedblätter und Menükarten für die Hochzeit genäht habe, bin ich ein großer Fan des Papiernähens. Es gibt meiner Meinung nach keine bessere Möglichkeit, Papier sauber und stabil zu verbinden. Also wurde auch das Mobile 'genäht' (große Stichlänge und langen Anfangsfaden zum späteren Aufhängen!!!). Meine Helfer reichten mir die Blätter in der richtigen Reihenfolge.
Der Igel wurde nur mit ein paar Stichen angenäht. Dann habe ich die Fäden abgeschnitten. Wenn man am Oberfaden anzieht, kommt der Unterfaden mit einer Schlaufe durch und lässt sich auch leicht nach oben ziehen. Beide Fäden verknoten.
Die oberen Fäden habe ich auch verknotet, eine Schlaufe gemacht und dann das Mobile mit einer kleinen Sicherheitsnadel unsichtbar am Vorhang befestigt.
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Nachmachen und freue mich wenn ihr in den Kommentaren einen Link zu eurem Herbstmobile hinterlasst.

Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.