... und es gibt sicher so viele Befürworter wie Gegner, aber wir, d.h. 4 Lehrerinnen und 4 vierte Klassen, haben es am Donnerstag vor den Herbstferien getan. Schweden ist ja an sich ziemlich arm an Jahreskreisfesten und noch ärmer, wenn man schaut, was für die Kinder da ist. Kein Fasching, kein Martinsfest, da erscheint es mir nicht so abwegig, dass man auf den Halloween-Zug aufspringt, denn das Bedürfnis nach Ritualen, Festen und Haltepunkten durch das Jahr wohnt wohl jedem/jeder inne.
Letztendlich kommt es auch darauf an, was man daraus macht. Bei uns war es wohl eher ein "Themafest" und hatte mit dem amerikanischen Halloween nicht so viel gemeinsam...
Ich habe damit begonnen, 120 Mini-Muffins zu backen. Gefärbt mit Lebensmittelfarben, mit Gespensterschleim dekoriert. Dieser hier in den Farben blau, grün und rot wird von Dr.*Oe*tker angeboten, aber wohl nur für den schwedischen Markt, oder?!
Es heißt natürlich auch nicht Gespensterschleim, sondern Dekorgelee.
Die Kinder selber durften zwei Kinderhände voll salzige Snacks mitbringen und ein Getränk. In einem Klassenzimmer gab es eine "Disco", ein einem anderen einen Gespensterfilm. Im dritten Klassenzimmer hatten wir "die Kammer des Ekelns", in der man blind in Behältern nach Kuhaugen (Oliven), Würmern (kalte, ölige Spaghetti) und anderem tasten konnte. In meinem Klassenzimmer gab es Bastelangebote mit Papier.
Hätte ich das Fest ganz alleine ausgerichtet, hätte es sicher noch einmal einen anderen Ton bekommen, aber es war gut so. 100 Kinder in 1 1/2 Stunden glücklich zu machen, ist schon logistisch nicht einfach, aber am Ende waren alle zufrieden.
Was mir noch auffiel, war, dass die Verkleidungen sich nur im Schreckspektrum bewegten (Zombie, Figuren aus Gruselfilmen, Skelette usw.). Nun habe ich schon lange nicht mehr in Deutschland gelebt und kann die letztjährigen Trends nicht beurteilen, aber als wir in den USA wohnten, fiel mir auf, dass die Kinder dort oft sehr fantasievolle Verkleidungen hatten, wie Figuren aus Kinderbüchern, oder klassische Figuren wie Prinzessin oder Pirat. Hier glaube ich, gibt es zwei Ursachen in Schweden: Zum einen, wie das Fest eingeführt und etabliert wurde und zum anderen, was in den Geschäften als Verkleidung angeboten wird. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
Und weil ich die Bastelangebote schon mal daheim vorgemacht habe, habe ich mir erlaubt, im Bingo "etwas mit Papier machen" anzukreuzen.
Ich wünsche euch schöne Herbstferientage sowie ruhige Tage rund um den Reformationstag und Allerheiligen!