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Donnerstag, 13. April 2017

Unser tägliches Brot: Frühlingsfrisch

Zum heutigen Gründonnerstag konnte ich es nicht lassen, auch dem Brot bzw. den Semmeln etwas "Grün" hinzuzufügen. Dabei hatte das Rezept mich gesucht, nicht umgekehrt. Kennt ihr das auch, wenn ihr - wie ein Orakel - ein Buch einfach aufschlagt... und da war heute das Rezept für die Brennnessel-Semmeln :-) 🌿
Man braucht für ca. 20 Semmeln:
  • 750 g Dinkelmehl (ich habe 150 g mit Vollkorndinkelmehl ersetzt)
  • 50 g Rapsöl
  • 20 g Honig
  • 20 g Salz
  • 21 g Hefe (ein halber Würfel)
  • 1 dl getrocknete Brennnessel (ich habe losen Tee verwendet)
  • 1/2 Liter handwarmes Wasser
Aus diesen Zutaten einen Teig herstellen. Dabei ist es wichtig, dass man ihn wirklich ausgiebig mit der Maschine (oder von Hand noch länger...) 10 bis 15 Minuten knetet. Der Teig ist dann sehr geschmeidig.
Den Teig mit einem Tuch abdecken und 2 Stunden gehen lassen.
Den Teig auf ein gut bemehltes Backbrett geben, wieder mit Mehl bestäuben und mit den Händen nur leicht auseinander drücken. Auf keinen Fall mehr kneten!
Den Teig in ca. 20 Quadrate oder Rechtecke schneiden/stechen und auf ein Blech geben. Noch mal 30 Minuten unterm Tuch gehen lassen. Den Ofen auf 250°C vorheizen.
Die Semmeln ca. 12 Minuten backen.
Dazu gab es heute - frühlingsfrisch aus dem Garten - eine Kartoffel-Spinatsuppe mit Bärlauch und frischen Schnittlauch aufs Brot.

Freitag, 3. März 2017

Apfelliebe: Apfelcouscous

Während der Fastenzeit ist unser immer noch großer Vorrat an Äpfeln ein wahrer Segen. Mehlspeisen mit Äpfeln im Überfluss... Sonntags soll man allerdings das Fasten brechen, denn es ist der Tag des Herrn (auf meinen Leitfaden zum Fasten habe ich schon mal hier hingewiesen) und dazu gehört auch ein festliches Essen. Fleisch muss nicht sein, kann aber und ich habe dieses leckere Gericht letzten Sonntag gekocht, also noch vor dem Beginn der Fastenzeit. Ein echtes Sonntagsessen!
Der Apfelcouscous ist hier die raffinierte Beilage: Couscous für 4 Personen nach Packungsanweisung mit Brühe garen. In eine Schüssel geben. Zwei säuerliche Äpfel hacken und dazu geben.
Mit Rosmarin, Salz, Pfeffer und ausreichend Olivenöl anmachen.
Dazu gab es bei uns einen Rindfleisch-Eintopf mit Pilzen, Bohnen und Wurzelgemüse sowie einen Klecks Sauerrahm. Die Rezeptidee kam aus dem zweiten Kochbuch der Saltå Kvarn.

Der Vollständigkeithalber will ich hier noch die Gelegenheit nutzen und die Beiträge zum Fastenessen von 2015 verlinken: Fastenessen 1, Fastenessen 2 und Fastenessen 3.

Mittwoch, 1. März 2017

Yarn Along 4/2017

Today's Yarn Along coincides with the Ash Wednesday. This Lent, I plan to finally finish some projects, both knittning and reading. I guess it will be hard sometimes but at the end it will be a relieve to have accomplished this task. So today, I show you the projects in my Lent project basket:
Knitting: clockwise from the upper left
Reading:
I have chosen 4 books I know that I started reading a while ago and never finished. 
 
Joining Ginny for another inspiring Yarn Along
 
Der heutige Yarn Along fällt mit dem Aschermittwoch zusammen. Mein Fastenvorhaben für dieses Jahr steht unter dem Motto "Sich durchbeissen"... Wie ich am Montag schon angedeutet habe, lief das letzte halbe Jahr nicht ganz so rund, ich habe schwierige Phasen durchgemacht, in denen ich nachsichtig mit mir sein musste. Jetzt nerven mich aber die unzähligen Projektbeutel, alles Angefangene, Unfertige. Ich will den Faden aufnehmen, wo ich ihn fallen gelassen habe, wieder weiter machen. Stricken. Masche für Masche, im Rhytmus des Herzschlags, wie die Wellen, die hier an die Kaimauern schwappen, immer wieder, immer weiter, durchhalten. Und dann hoffentlich die Erleichterung spüren, wenn etwas fertig, abgeschlossen ist. Vielleicht auch mit dieser Fastenzeit eine schwierigere Lebensphase abschließen.
Ob es mir gelingt, weiß ich nicht, aber ich kann es ja mal versuchen. Mich durchbeissen. Und doch achtsam und nachsichtig sein.

Donnerstag, 16. Februar 2017

Fernsehfrei im Februar - Woche 2

Seit dem 1. Februar versuche ich bei Gesas Aktion "Fernsehfreier Februar" mitzumachen. Nun ist wieder eine Woche vergangen und ich will hier kurz berichten, wie es mir damit so geht.
Diese Woche hatte ich Ferien und viiiel Zeit. Ich habe einige Sachen in Angriff genommen und freue mich über diese Dinge, die ich ohne die fernsehfreie Zeit nicht so geschafft hätte:
- den Badezimmerschrank ausgemistet und aufgeräumt
- das Kerzen- und Vasenschränkchen aufgeräumt
- laange ZEITung gelesen
- angefangen, die Rezepte zu sortieren (mehr dazu bald)
- angefangen, das Gartenjahr zu planen
- viel Wolle gewickelt (dazu auch bald mehr)
- mehr gelesen
- viel gekocht und gebacken
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir ein paar Fernseh-Ausnahmen gegönnt habe, z.B. Schwaben weiss-blau, eine Faschings-Fernseh-Sitzung, um auch hier ein bisschen das Gefühl von Fasching zu haben. Morgen werde ich mir zudem die Prunksitzung in Veitshöchheim erlauben, denn das sind quasi die Pflichtprogramme im bayer. Faschingsfernsehen.
Ich überlege nach wie vor, wie ich das mit dem Fernsehen nach dem Februar handhaben will. Ich glaube, dass eine geplante, gezielte Fernsehzeit mehr bringt, als ganz davon Abstand zu nehmen. Die Tipps von euch haben mich sehr angesprochen und ich glaube, dass täglich 30 bis 40 Minuten vertretbar sind, vor allem nicht am Abend, sondern so, wie Franziska letztens kommentierte als Pause zum Abschalten nach der Arbeit, wenn man erschöpft heimkommt, den Kopf noch sehr voll hat. Gerade viel von den zwischenmenschlichen Dingen nehme ich als (manchmal schweren) Rucksack von der Schule mit nach Hause und überlege noch lange. Ein paar Gedanken dazu wären:
Vielleicht das Ganze bewusst als Pause bzw. Fernsehzeit 'zelebrieren', mit Tee und Strickzeug in einem bestimmten Rahmen. Vorher das Angebot durchschauen und sich für eine Sendung an einem bestimmten Tag entscheiden, so dass man nicht scrollt, bis man gezwungenermaßen etwas findet. Einen oder zwei fernsehfreie Tage, mit Hörspielen o.ä. als bewusste "Pausengestaltung".
Viiiel besser als Fernsehen ist im Moment jedenfalls das Unterhaltungsprogramm am Futterhäuschen ;-)

Samstag, 11. Februar 2017

Apfelliebe: Apfelkrapfen

Ich war nie der große Faschingsfan, ich ging höchstens mal auf den Schulfasching oder auf den Fasching vom Kirchenchor, aber ich mochte den Fasching sehr als Bestandteil im Jahreskreis. Das Farbenfrohe, das Verrückte, Unbeschwerte, das humoristische Ausschelten der Obrigkeit und das dazugehörige Essen. In den letzten Jahren musste ich in Schweden feststellen, dass mir das sehr fehlt.
Mit eigener Küche und gutem Abzug gab es keinen Aufschub mehr: Schmalzgebackenes musste her :-) Apfelkrapfen gibt es in meiner Familie traditionsgemäß eher zum Kirta im Herbst, wenn es noch Äpfel im Überfluss gibt, aber bei der letztjährigen Apfelernte haben wir noch immer genug jetzt im Februar.
Einen Hefeteig von 500 g Mehl, verfeinert mit 60 g Butter und 60 g Zucker sowie Zitronenschale und zwei Eiern, rechteckig ausrollen, mit Äpfeln und Rosinen belegen und aufrollen. Mit einem scharfen Messer in ca. 2 cm breite Scheiben schneiden und nochmal gehen lassen.
Die Krapfen von beiden Seiten goldgelb in Butterschmalz herausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Am Besten schmecken sie natürlich frisch, aber ich liebe auch schon etwas 'zähe', altbackene Krapfen zum Frühstück in heiße Schokolade getaucht. Mmmh!
Das restliche Schmalz habe ich durch ein Sieb, mit Küchenpapier ausgelegt, abgegossen und dann gleich wieder in den (ebenfalls mit Küchenpapier) ausgetrockneten Topf zurückgegossen, so dass ich es beim nächsten Mal wieder erwärmen und wieder verwenden kann. Dann will ich nämlich 'richtige' Faschingkrapfen backen.

Sonntag, 22. Januar 2017

Sonntagsfreude 1/2017: Frühlingsahnung

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die bei Rita weitergeführt wird

Und aus der Erde schauet nur
Alleine noch Schneeglöckchen;
So kalt ist noch die Flur,
Es friert im weißen Röckchen.
 
Theodor Storm

Samstag, 31. Dezember 2016

Viel Schwein

In wenigen Stunden geht das alte Jahr 2016 zu Ende und ein neues beginnt. Es war nicht das beste Jahr, aber auch nicht das schlimmste. Wichtige Vorhaben konnten umgesetzt oder zumindest angefangen werden und entscheidende Weichen wurden gestellt. Für das neue Jahr nehmen wir uns nichts Neues vor, sondern wir wollen das, was wir begonnen haben, fertig stellen, sowohl im materiellen als auch im ideellen Bereich.
Eine Portion Glück würde dabei nicht schaden...
Heute Abend werden wir den Jahreswechsel im Kreis von lieben Menschen feiern. Auch wenn ich wieder etwas angeschlagen bin (Erkältung Nr. 324), freue ich mich darauf. Da alle im neuen Jahr etwas Glück brauchen können, haben wir Glücksschweine gebacken.
Aus hellem Hefeteig für Kleingebäck und mit schwarzen Olivenstückchen für die Augen.
Dazu gesellen sich auf dem Tisch gefaltete Schweinchen in verschiedenen Rosatönen. Da kann ja dann gar nichts mehr schief gehen.
Ich danke Euch für dieses Blogjahr, für alle netten virtuellen Begegnungen und für Briefe und Päckchen, die mich auf dem traditionellen Weg erreicht haben.

Donnerstag, 24. November 2016

Väterchen Frost

... war hier und hat über Nacht alles mit Kristallzuckerzaubersternenglitzerstaub bestäubt!

Sonntag, 6. November 2016

Sonntagsfreude 19/2016: Ein einmaliges Erlebnis

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die bei Rita weitergeführt wird

Zum Reformationstag besuchte der Papst Lund in Südschweden um mit dem Lutherischen Weltverbund und anderen über die Ökumene zu sprechen und einer ökumenischen Feier beizuwohnen. Lange war unklar, ob es auch eine katholische Messe geben würde, denn Skandinavien ist ja wirklich katholische Diaspora! Vor sechs Wochen tauchte dann die Info im Gemeindeblatt der katholischen Gemeinde in Göteborg auf, dass es eine Messe am Allerheiligentag geben werde, man wisse aber noch nicht, wo und wie. Mein Mann ermunterte mich, doch unbezahlten Urlaub zu beantragen (der 1.11. ist kein Feiertag in Schweden; die schwedische Kirche feiert Allerheiligen als Totengedenken immer am Samstag nach dem 1.11.) und mich für den Bus anzumelden. Vor drei Wochen kamen dann endlich auch die Details: Die Messe wird im Swedbank Stadion in Malmö gefeiert werden, die Abfahrt von Göteborg wird um 3:30 Uhr nachts sein. Warme Kleidung und Frühstück sollen mitgebracht werden.
Eine große Freude war schon für mich die Vorfreude und obwohl der Tag an sich sehr anstrengend war (8 Stunden im Bus, schlechtes Wetter usw.), war es eine große Freude, eine Sonntagsfreude, die noch lange anhalten wird. Vielleicht auch ein Anstoß, eine Inspiration, mich wieder mehr mit meinem Glaubensleben in der Diaspora zu beschäftigen, Wege in eine Gemeinde und/oder zur individuellen Spiritualität und Glauben im Alltag zu finden.
15 000 Menschen aus Skandinavien (und Norddeutschland???) haben die Messe mitgefeiert. Es war schön, Teil dieser Gemeinschaft sein zu können und auch bei diesem historischen Ereignis dabei gewesen zu sein. Ein weiterer Bonus: Ich war so traurig im Vorfeld, dass Allerheiligen dieses Jahr wieder im Schwedenalltagsgrau untergehen würde, statt dessen wurde es zu einem ganz besonderen Allerheiligen.

Montag, 31. Oktober 2016

Halloween kann man feiern oder nicht...

... und es gibt sicher so viele Befürworter wie Gegner, aber wir, d.h. 4 Lehrerinnen und 4 vierte Klassen, haben es am Donnerstag vor den Herbstferien getan. Schweden ist ja an sich ziemlich arm an Jahreskreisfesten und noch ärmer, wenn man schaut, was für die Kinder da ist. Kein Fasching, kein Martinsfest, da erscheint es mir nicht so abwegig, dass man auf den Halloween-Zug aufspringt, denn das Bedürfnis nach Ritualen, Festen und Haltepunkten durch das Jahr wohnt wohl jedem/jeder inne.
Letztendlich kommt es auch darauf an, was man daraus macht. Bei uns war es wohl eher ein "Themafest" und hatte mit dem amerikanischen Halloween nicht so viel gemeinsam...
Ich habe damit begonnen, 120 Mini-Muffins zu backen. Gefärbt mit Lebensmittelfarben, mit Gespensterschleim dekoriert. Dieser hier in den Farben blau, grün und rot wird von Dr.*Oe*tker angeboten, aber wohl nur für den schwedischen Markt, oder?! Es heißt natürlich auch nicht Gespensterschleim, sondern Dekorgelee.
Die Kinder selber durften zwei Kinderhände voll salzige Snacks mitbringen und ein Getränk. In einem Klassenzimmer gab es eine "Disco", ein einem anderen einen Gespensterfilm. Im dritten Klassenzimmer hatten wir "die Kammer des Ekelns", in der man blind in Behältern nach Kuhaugen (Oliven), Würmern (kalte, ölige Spaghetti) und anderem tasten konnte. In meinem Klassenzimmer gab es Bastelangebote mit Papier.
Hätte ich das Fest ganz alleine ausgerichtet, hätte es sicher noch einmal einen anderen Ton bekommen, aber es war gut so. 100 Kinder in 1 1/2 Stunden glücklich zu machen, ist schon logistisch nicht einfach, aber am Ende waren alle zufrieden.
Was mir noch auffiel, war, dass die Verkleidungen sich nur im Schreckspektrum bewegten (Zombie, Figuren aus Gruselfilmen, Skelette usw.). Nun habe ich schon lange nicht mehr in Deutschland gelebt und kann die letztjährigen Trends nicht beurteilen, aber als wir in den USA wohnten, fiel mir auf, dass die Kinder dort oft sehr fantasievolle Verkleidungen hatten, wie Figuren aus Kinderbüchern, oder klassische Figuren wie Prinzessin oder Pirat. Hier glaube ich, gibt es zwei Ursachen in Schweden: Zum einen, wie das Fest eingeführt und etabliert wurde und zum anderen, was in den Geschäften als Verkleidung angeboten wird. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
Und weil ich die Bastelangebote schon mal daheim vorgemacht habe, habe ich mir erlaubt, im Bingo "etwas mit Papier machen" anzukreuzen.
Ich wünsche euch schöne Herbstferientage sowie ruhige Tage rund um den Reformationstag und Allerheiligen!

Freitag, 24. Juni 2016

Mittsommerkleid 2016

Hier haben wir heute Mittsommer gefeiert. Endlich! Markiert Mittsommer doch auch immer den Beginn der Sommerferien, die nun mehr als notwendig sind... Die letzten beiden Wochen in der Schule hatte ich fast das Gefühl unterzugehen, aber ich habe es noch ans Ufer der Ferien geschafft. Erholung und konstruktive Kreativität sind nun unbedingt von Nöten. Zwischen Konferenzen, Schulhausumzug und Proben für die Abschlussfeier (meine 3. Klasse war übrigens die coolste Nummer der Unterstufe!) habe ich mich für ein zweiteiliges "Mittsommerkleid" entschieden - mit Zitaten aus meiner Heimat, aber hier tragbar. Der Blusenschnitt ist aus der Burda 9/2014 und der Rock eine Eigenkreation - natürlich mit Tasche. Ich habe mich darin heute sehr wohl gefühlt, ich denke die Fotos sprechen auch für sich. Glad Midsommar!