Mittwoch, 27. November 2013

Das Kripperl: Die erste Figur

Eigentlich hatte ich schon seit letztem Jahr im Herbst alle wesentlichen Materialien beisammen, um ein Kripperl für uns entstehen zu lassen. In meinem Elternhaus und in meinem Heimatort kam der Krippe und der Darstellung des Weihnachtsgeschehens immer eine sehr zentrale Rolle zu.
In unserer Kirche gab es eine große Krippe im Glasschrank der Unterkirche und wenn man 10 Pfennig (!) einwarf, ging das Licht an und um Weihnachten sogar weihnachtliche Stubenmusik. Die Engerl flogen über dem Stall, das Wasserrad drehte sich und das Feuer der Hirten flackerte.
Daheim gab es sozusagen zwei Kripperl. Eine größere Krippe, also nur den sog. Futtertrog, in den wir Geschwister täglich einen Strohhalm legen durften, und in der dann auf Weihnachten ein Wachschristkindl lag. Die andere Krippe besteht aus geschnitzten alpenländischen Figuren und wir haben eine schöne Waidler-Landschaft gestaltet. Das Moos aus dem Wald holen war eine schöne Tradition und ein sicheres Zeichen, dass nicht mehr lange zum Advent ist.
Neben all den Weihnachts- und Heimatgefühlen ist es für mich als Christin/Katholikin auch hilfreich, das Geschehen bildhaft an einem zentralen Ort in der Wohnung vor Augen zu haben. Es hilft mir, das Wesentliche mit Weihnachten nicht aus den Augen zu verlieren.
Nun habe ich aber nicht nur einen Mann aus einem anderen Land mit einer anderen Kultur geheiratet, sondern auch einen Mann, der - wie seine ganze Familie - sehr atheistisch und säkulär aufgewachsen ist. Wenn man in Schweden, oder vor allem hier in der Hauptstadt, sagt, dass man gläubig ist, werden viele nervös, blicken peinlich berührt in den Boden oder wissen nicht, wie sie reagieren sollen. Religion ist das Fach, das den meisten Lehrern schwierig und unangenehm erscheint. Entsprechend hatte auch mein Mann viele Vorbehalte - und Vorurteile. Ich glaube aber, dass es mir ganz gut gelungen ist, viele zu entkräften und wir haben gute Kompromisse gefunden. Immerhin haben wir sogar kirchlich geheiratet! :)
Aber ich mache mir natürlich Gedanken, wie ich mein Glaubensleben gestalten kann, so dass es für mich authentisch ist, aber so dass es auch für meinen Mann in Ordnung ist. Ganz viel hat da mit den Bildern, den Darstellungen zu tun. So haben wir im Moment beispielsweise kein Kreuz mit Korpus, sondern nur ein schlichtes getöpfertes. Und ganz viele solche Gedanken habe ich mir natürlich auch um unsere Krippe gemacht, denn sie soll (so hoffe ich) auch meinen Mann ansprechen, auf jeden Fall in ästhetischer Hinsicht. Es soll ja langfristig unsere Familienkrippe werden.
Bei meinem Weg zu 'unserer Krippe' (die ja eigentlich noch gar nicht existiert...) haben mir diese zwei Bücher geholfen:
Im rechten habe ich interessante Anregungen und Hintergründe zur Krippe gefunden, konkrete handwerkliche Anleitungen bot mir das Buch "Krippenfiguren" an. In letzterem habe ich auch gemeinsam mit meinem Mann geblättert und wir haben uns die Bilder und verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten angeschaut.
So weit waren wir also letztes Jahr schon gekommen und dann war doch wieder nichts daraus geworden. Das hat mich das ganze Jahr über ein bisschen gewurmt. Und mit der diesjährigen Doppelbelastung schien mein Wunsch nach einer Krippe wieder hinten an stehen zu müssen. Dann aber kam ein Packerl aus der Heimat: Meine Mama schickte mir Stoffreste von verschiedenen Sachen von daheim: Von Vorhängen, von meinem ersten Dirndl, usw. Wert-volle Stoffreste - für die Kleidung der Krippenfiguren. Das war der Impuls, den ich gebraucht habe und so habe ich neulich mit dem Gestell für die erste Figur angefangen. Nun hatte ich wieder etwas Zeit habe ich mir wieder etwas Zeit genommen, um an meiner ersten Figur, der Maria weiter zu machen. Es sind viele kleine Arbeitsschritte, und alle Materialien bekomme ich doch nicht im Original. Z.B. hatte keine Apotheke einen Fingerverband, so dass ich mir selber einen Schlauch aus einer elastischen Binde genäht habe.
Da die Maria ein Kleid trägt, brauchte sie auch eine Strumpfhose und so habe ich am Sonntag Morgen noch vor dem Frühstück geduldig beide Beine mit dünner Finkhof-Wolle umwickelt und die Füße ausgewebt.
In der Anleitung ist das zwar so nicht vorgesehen, aber mir war der Körper ein bisschen zu mager und so habe ich einen Jerseystreifen herumgewickelt und festgenäht. So konnte ich auch dann besser den Jersey für Kopf und Gesicht am Körper annähen und fixieren.
Nun hoffe ich auf weitere ruhige Stunden, so dass es nun rasch vorwärts geht. Ich möchte übrigens ein Gesicht aufsticken, auch das ist eine Änderung gegenüber der Originalvorlage. Dann braucht die Maria noch Schuhe, Unterwäsche (das finde ich sehr schön, dass die Figuren richtig angekleidet werden!), Haare, das Kleid und einen Mantel.
Ich habe lange überlegt, ob ich die Figur hier so im Rohzustand zeigen soll, sieht sie doch ein bisschen 'nackert' aus. Aber ich denke, es könnte doch die eine oder andere interessieren und inspirieren! :)

Dienstag, 26. November 2013

Genäht: Tischsets

Anfang November hatte ich die Zeit und die schöne Routine entwickelt, jeden Abend eine Schneeflocke aus dem Schneeflockenbuch zu häkeln. Schnell hatte ich sechs Stück beisammen und ich habe sie auf Tischsets genäht. Die Sets bestehen aus einem roten Baumwollstoff vom Möbelschweden. Ich habe sie 45 x 70 cm zugeschnitten und die Schneeflocken mit der Maschine aufgenäht. Dann das Set rechts auf rechts abgenäht, eine Wendeöffnung ausgespart, gewendet und abgesteppt. Ging recht flott und schaut ganz edel aus. Sowohl der Stoff als auch das Häkelgarn lassen sich bei 60°C waschen, so dass ich gar keine Bedenken habe, sie ab Sonntag auch fleißig zu benützen :)

Montag, 25. November 2013

Gebacken: Biscotti

Die Tage musste ich mir eingestehen, dass es wohl aus meiner Weihnachtsbäckerei nichts wird. Ich habe weder Zeit noch übrige Energie, dass ich feine Leckerl aussteche und verziere. Insgeheim hoffe ich ja auf ausreichend Leckerl von daheim ;) und bis dahin muss ich mir mit schnellem Gebäck für den Sonntagskaffee behelfen.
So entstanden hier am Wochenende zwei Bleche Biscotti, oder auch skorpor, wie sie hier in Schweden heißen. Der Teig wird in dicken Rollen aufs Blech frei Hand gelegt und platt gedrückt. Anschließend bäckt man das Ganze 15 Minuten. Dann nimmt man das Blech aus dem Ofen und schneidet die Rollen in Stücke, stellt sie auf die Schnittkanten und trocknet sie in der Restwärme. So werden sie knusprig (ein bisschen wie Zwieback) und lange haltbar - außer, sie werden vorher aufgegessen ;)
Meine Geschmacksrichtungen: Safran-Orange und Pfefferkuchen

Sonntag, 24. November 2013

Sonntagsfreude: Erste Amaryllis-Blüte

Ein untrügliches Zeichen, dass der Advent und die Vorweihnachtszeit nicht mehr weit sind. Aber noch stelle ich sie nachts so kühl wie möglich und halte sie so trocken, wie es geht, damit sie sich noch ein bisschen Zeit lassen.
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Hier gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Samstag, 23. November 2013

Meine Woche

Am Anfang der Woche fühlte ich mich ziemlich mürbe, erschöpft und traurig. Eine heftige Erkältung tat ihr übriges. Nun ist es Samstagvormittag und ich habe wie jede Woche meine Fotos (nun von Kamera und Smartphone :) ) auf die Festplatte geladen und gespeichert. Beim Durchblättern ließ ich die Woche noch einmal Revue passieren und heute fühle ich mich ruhig, zufrieden und sogar ein bisschen optimistisch. Hier kommt also mein Wochenrückblick, mit dem Schwerpunkt Handarbeiten.
Wenn es in mir unordentlich ist, dann hilft es mir meistens, wenn ich irgendetwas um mich herum aufräume und in Ordnung bringe. Dieses Mal war es der Strickkorb, der eigentlich mehr ein Wollkorb ist, denn so viel Gestrick ist im Moment nicht drin. Ich habe den Pullover für den Mann so weit aufgetrennt, dass alle Fehler verschwunden waren. Dann habe ich die Maschen auf zwei Rundnadeln verteilt und ließ den Mann probieren: Er passt. So habe ich nun wieder ein paar Runden drübergestrickt und bin nun wieder in der Ausgangsposition für das Muster. Und aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, also bin ich zuversichtlich, dass es mit diesem Anlauf klappen wird.
Außerdem habe ich meine farbige Finkhofwolle sortiert, zu Knäueln gewickelt und ein U-Bahn-Strickprojekt angeschlagen. Hoffentlich kann ich Euch bereits nächste Woche zeigen, was es geworden ist.
Das ganze Stricken, Sortieren der Wolle, Knäuelwickeln und Auftrennen+Wiederbeginn haben mir sehr gut getan. Die warme Wolle zwischen den Händen zu spüren und nicht so viel zu denken, das war entspannend. Beim U-Bahn-Stricken muss man sich nämlich total auf den Strickvorgang konzentrieren und da bleibt kein Platz im Kopf für trübe Gedanken :)

Bei der lieben Rita habe ich neulich diesen weisen Spruch gelesen:
Es sind die Hände, die das Glück bereiten
und den Kummer vertreiben.
(Russisches Sprichwort)
 
 Dementsprechend ist hier auch noch ganz viel anderes mit den Händen gemacht worden:
  • Lernmaterialien gebastelt
  • einen Adventskalender gestaltet
  • das Grundgerüst für eine Krippenfigur gebogen
  • einen schwedischen Apfelbisquit gebacken
  • so manches andere heimliche Weihnachtsprojekt begonnen
 Als ich mit einer lieben Freundin telefonierte, fiel mein Blick auf die Fensterbank und dort entdeckte ich wieder eine kleine Blüte:
 Diese Blüte soll eine Blume für Euch sein - als kleines Dankeschön für all die lieben Kommentare und aufmunternden e-mails. Ich schaffe es im Moment leider nicht, mich bei jeder persönlich zu bedanken, aber ich denke oft an die positiven Worte und Gedanken, die ihr mir geschickt habt. Sie haben wirklich ein Stück weit geholfen.
Leider finde ich im Moment noch immer nicht so die Worte - und auch den heutigen Blogeintrag finde ich etwas sprunghaft und unharmonisch. Aber so ist es eben. Besser ein komischer Eintrag als keiner ;) Und ich möchte euch einfach so gerne mitteilen, dass es mir etwas besser geht. 
Jetzt am Wochenende werde ich wieder einen Hausaufsatz schreiben, allerdings dieses Mal ohne Reflektion, dafür mit viel spannender Forschung rund um die Sprachentwicklung und Zweisprachigkeit beim Kind. Außerdem werde ich noch mehr Lernmaterial basteln und ein bisschen Backen. Habt ein schönes Wochenende, es ist ja das letzte im November und dann beginnt die herrliche, herbeigesehnte Adventszeit.
 

Montag, 18. November 2013

Dass es uns, und insbesondere mir, im Moment nicht so gut geht, habe ich ja schon angedeutet. Gestern Abend kam dann eine weitere Nachricht, an der ich wirklich zu 'beissen' habe. Mit meiner anhaltenden Erkältung und nach einer schlaflosen Nacht, in der ich alles in Frage gestellt habe, fühle ich micht heute eher bescheiden. Und ich hadere mit mir und meinen Gefühlen. Ich weiß nicht, ob ich über das, was mich seit einigen Monaten zunehmend mehr bedrückt, jemals hier öffentlich schreiben werde, denn es ist sehr persönlich und privat. Jetzt jedenfalls fehlen mir die Worte. Aber der Kalenderspruch der Woche hat mir ein Lächeln entlockt, so passend - genau jetzt.

Sonntag, 17. November 2013

Herbstsuppe der Woche: Tomaten-Aprikosen-Suppe

Ja, ihr habt richtig gelesen: Tomaten und (getrocknete) Aprikosen hüpfen diese Woche in den Topf für die
Das Rezept stammt wieder aus meinem schwedischen Lieblingssuppen-Kochbuch und ich werde es hier nicht nochmal extra verlinken. Falls ihr denkt, ich müsste langsam mal mit allen Suppen durch sein, irrt ihr euch. Ich habe sogar noch zwei neue entdeckt, die ich demnächst mal kochen möchte.
Für diese Suppe braucht man
  • eine Zwiebel
  • 2-3 Knoblauchzehen
  • 1 Chilischote (mild)
  • ca 20 getrocknete Aprikosen
  • etwas Öl
  • 1000-1200g gehackte Tomaten (ich hatte 1 kg)
  • ca 0,5-0,8 Liter Gemüsebrühe
  • Salz und Pfeffer
  • nach Gusto: Creme fraiche
Alle gehackten Zutaten in etwas Öl gut anschwitzen, dann mit den Tomaten und der Brühe aufgießen und etwa 20 Minuten köcheln lassen.
Schließlich das Ganze - mit oder ohne Creme fraiche - pürieren und evtl. noch mit etwas Brühe verdünnen, wenn die Suppe zu dick geworden ist. In Suppenteller füllen, garnieren und genießen :)
Mehr Herbstsuppenrezepte gibt es hier.

Samstag, 16. November 2013

Sonntagsfreude

Manchmal tut es so gut, sich den Kopf waschen zu lassen. Und ein neuer-alter Haarschnitt sorgt für ein neues Wohlfühl-Gefühl :)
An der (Natur-)Farbe habe ich aber nichts geändert, das muss am nicht vorhandenen Licht beim Fotografieren liegen.
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Hier gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Freitag, 15. November 2013

Herbstsuppe der (letzten) Woche: Einfache Kartoffelsuppe

Eine der Herausforderungen bei unserem Martinsfest war ja die ganze Großfamilie zu verköstigen: Mit Fleischessern, Vegetariern, Gemüseskeptikern und Fischallergikern. Schließlich kehrte ich zu einem ganz einfachen, bewährten Rezept aus meiner Kindheit zurück, das ich nur mündlich überliefert kenne und deshalb nur "etwa"-Mengenangaben enthält.
Pro Person habe ich zwei große Kartoffeln mit der Schale gekocht und auskühlen lassen. Anschließend wurden die Kartoffeln geschält und grob gerieben. Das alles habe ich am Vortag gemacht.
Am nächsten Tag habe ich vier Zwiebeln (für normale 4 Portionen würde ich eine nehmen) klein geschnitten und in Öl angedünstet. Dann die Kartoffeln zugegeben und ebenfalls kurz anbraten lassen. Schließlich habe ich das ganze mit so viel Brühe aufgegossen, dass die Suppe sämig, aber nicht zu "bampfat" wurde. Mit Salz, Pfeffer und viel Majoran würzen und auf den Tisch. Für die Kinder (und mich) gab es noch klein geschnittene Wienerwürstl (made in Germany - hier in der Wurstabteilung entdeckt) in die Suppe.
Mehr Herbstsuppenrezepte gibt es hier.

Mittwoch, 13. November 2013

Alltagsfreude: Sonnenstrahlen

Im Moment ist mein Energieniveau eher niedrig - zumindest gefühlt. Objektiv kann es allzu niedrig wohl nicht sein, denn immerhin arbeite und studiere ich, gebe Feste für die Großfamilie und habe immer noch Ideen für neue Projekte (die ich leider kaum verwirklichen kann).
Aber über allem liegt ein großer Schatten, den ich nicht richtig in Worte fassen kann.
In den letzten Tagen kommen wieder viel zu oft einfach so die Tränen - und eine so große Wut, und ja, manchmal auch Bitterkeit. Es ist eine Mischung aus Novembergrau, Arbeitsstress, Leistungsdruck, Heimweh hoch 5, eine beginnende Erkältung/Grippe/Bauchgrippe (?), und so vieles andere.
Gestern Abend hatten wir noch ein Treffen aller Deutschlehrer und ich habe es nur dank zweier Schmerztabletten überstanden. Aber ich bin froh, dass ich hingegangen bin. Heute morgen kam allerdings die Quittung und ich begann meinen letzten freien Tag (bis Weihnachten) mit Schüttelfrost und allgemeinem Elend. Draußen schien wie zum Spott die Sonne und erinnerte mich an den Ausflug, den der Mann und ich heute eigentlich machen wollten. Ich wanderte vom Bett aufs Kanapee, der Mann ging in die Arbeit. In der zweiten Hälfte des Vormittags gelang es mir zumindest die wichtigsten Sachen für den Deutschunterricht zu erledigen.
Und dann habe ich mich mit dem Mann für einen kurzen Ausflug verabredet: Ich holte ihn bei der Arbeit ab und gemeinsam radelten wir noch die paar Meter bis zum Botanischen Garten. Wir gingen eine kurze Runde, wunderten uns über die austreibenden Palmkätzchen, besprachen einige anstehende Sachen. Auf einer Bank bei den Yucca-Palmen machten wir kurz Rast und tranken Pfefferminztee aus der Thermoskanne.
Jetzt ist die Sonne schon wieder untergegangen und körperlich fühle ich mich noch nicht wirklich besser, aber der Seele hat die Sonnenstunde so gut getan. Zumindest für heute sind die Bitterkeit, die Wut, und alle anderen negativen Gefühle gebannt, von der Kraft der Sonnenstrahlen verdrängt.


Dienstag, 12. November 2013

Versöhnliches Ende

Meine 'Gartensaison' als urbane Gärtnerin war ja nicht gerade von Erfolgserlebnissen gekrönt. Zuletzt hatte ich Mitte August noch einmal Kapuzinerkresse in einen Sack Erde gepflanzt und nachdem ich die Tomaten abgeerntet und verräumt hatte, habe ich diesen Sack einfach stehen lassen. Trotz vereinzelter Nachtfröste war die Kresse immer noch schön und ich sah bis jetzt keinen Anlass, auch sie vom Balkon zu räumen. Und als ich diese Woche von der Schule heimkam, blickte ich - wie immer - nach oben um mich zu vergewissern, dass sie noch grün ist. Und was sah ich da - eine rote Blüte! Bei näherer Untersuchung entdeckte ich sogar noch mehrere Knospen. Und das Mitte November! Ein schöner Farbklecks und ein versöhnliches Ende :)

Montag, 11. November 2013

Der Mond ist aufgegangen...

... letzte Woche schon um 15:45 Uhr, hinter den inzwischen blattlosen Eichen und über den letzten Sonnenstrahlen.

Sonntag, 10. November 2013

Sonntagsfreude: Unser Martinsfest

Martinsfest ist vielleicht ein bisschen übertrieben, denn wir haben weder gesungen noch ergab sich die Gelegenheit die Legende vom Hl. Martin zu erzählen, aber wir haben Laternen gebastelt und süße Hefegänse miteinander geteilt. Wir waren elf Personen in unserer 40 m²-Wohnung und wir mussten ständig ein Fenster offen haben, damit wir noch Luft bekamen ;) Aber es war gemütlich, gesellig und abwechslungsreich.
Jetzt bin ich aber auch froh, dass es wieder vorbei ist :) Es ist nämlich nicht ganz leicht, so viele Leute zu verköstigen. Seit gestern bin ich nur in der Küche gestanden und habe Kartoffeln für die Suppe vorgekocht. Suppe gekocht, Brotaufstriche gemacht (Tomatenbutter, Grünkernaufstrich, Kräuterquark), Sternenmuffins, Gänseleckerl, Sternensemmerl und Hefegänse gebacken usw.Außerdem mussten wir ganz schön die Möbel verrücken...
Nun steht alles wieder an seinem Platz, das meiste Geschirr ist gespült und es ist noch Zeit um den Tag in Ruhe zu beschließen.
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Frau Kreativberg. Hier gibt es noch mehr Sonntagsfreuden.

Freitag, 8. November 2013

Heute in der Körnerküche: Hirse-Spinat-Auflauf

Bis jetzt kannte ich nur die süße Variante des Hirseauflaufs mit Kirschen, aber in einem meiner Lieblingskochbücher habe ich diese Variante mit Spinat gefunden. Die Hirse lässt sich gut am Morgen vorkochen, weil sie dann eh ausquellen und abkühlen muss. Allerdings ist die Vollendung des Gerichts dann ein rechtes "Batzlad" (niederbayrisch für "viele Töpfe werden gebraucht, klebrige Angelegenheit"). Denn in einer Schüssel wird der Eischnee geschlagen, in einer anderen die Butter-Ei-Masse und in einem Topf wird der Spinat angedünstet, bevor alles vermengt und in eine gebutterte Auflaufform gegeben wird. Der Geschmack ist aber großartig und dazu gab es eine große Schüssel saftigen Salat. Ich werde es wieder kochen, allerdings vielleicht erst, wenn ich im Besitz einer Spülmaschine bin ;)

Donnerstag, 7. November 2013

Deutsch in der Schule und zu Hause

Abgesehen von den Telefonaten mit meiner Familie ist die Alltagssprache für mich inzwischen Schwedisch.
Auch im Muttersprachunterricht muss ich immer wieder auf schwedische Erklärungen zurückgreifen, denn ob Deutsch bei manchen Kindern wirklich die Muttersprache ist, wage ich zu bezweifeln. Es ist wohl oft der Elternwille, der die Kinder in den Unterricht kommen lässt. Ich stoße hingegen täglich an meine Grenzen und weiß manchmal nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Zudem die Kinder ab der 6. Klasse benotet werden und die Anforderungen im Lehrplan ganz schön hoch sind. In der letzten Stunde vor den Herbstferien habe ich mit einer Zwölfjährigen nach der Anleitung in einem Lesebuch für die 2. Klasse ein Elfchen geschrieben.
Zuhause sprechen wir auch kaum Deutsch. Ich muss zugeben, dass es oft mein Fehler ist, weil mir dann (oft abends) einfach schon die Geduld fehlt, manche Sachen mehrmals zu wiederholen. Zudem hat mein Mann wirklich kein Interesse an Sprachen und tut sich auch mit dem Erlernen schwer. Letzteres gilt als Entschuldigung, Ersteres kann ich wirklich nicht verstehen und nicht akzeptieren. Aber wie weckt man bei einem Naturwissenschaftler 30+ die Neugierde für eine komplexe Sprache?! Die ersten Jahre habe ich mich über jede Gelegenheit gefreut um mein Schwedisch zu praktizieren. Das Deutschsprechen und -üben habe ich allein meiner geduldigen Mama (danke dafür!!!) überlassen, der es gelungen ist, einen guten Grundwortschatz aufzubauen. So positiv es mein Mann auch findet, dass er nun mit meiner Oma übers Wetter reden kann, so wenig geht es weiter vorwärts. Natürlich wäre es leichter, wenn wir in D oder einem anderen deutschsprachigen Land leben würden. Nun ist es aber nun mal nicht so und da ICH es möchte, dass er besser Deutsch (zumindest verstehen) lernt, ist viel Einsatz von mir gefordert. Einmal ist es mir gelungen, dass wir jeden Abend den Räuber Hotzenplotz gelesen haben (mir war vorher noch nie aufgefallen, wie viele schwierige Wörter darin vorkommen!). Für das abendliche (Vor-)Lesen fehlt im Moment aber die Zeit.
Als kleine tägliche Dosis nun: Das Wort des Tages, sichtbar an der Küchentür gesammelt und immer gleich mit dem richtigen Artikel. Die Wörter wähle ich aus, was mir gerade so einfällt - beim Blick aus dem Fenster oder in die Küche :)
Über Zweisprachigkeit bei Kindern kann man einiges an Literatur finden, aber mich würde es sehr interessieren, wie das Erlernen und das Zweisprachigwerden bei Erwachsenen abläuft. Im Moment wähle ich meine Methoden ein bisschen nach Zeit, Lust und Laune sowie Versuch und Irrtum. Mein Ziel, damit ich zufrieden wäre?! Dass ich einfach so deutsch mit meinem Mann sprechen kann und er versteht alles. Antworten dürfte er gerne auf Schwedisch :)