Sonntag, 30. November 2014

Sonntagsfreude: Wohlbekannte Düfte...

Jetzt ist sie wieder da, die langersehnte Zeit der Lichter, Lieder und Gerüche...
Das ätherische Öl der Tannennadeln, das beim Zuschneiden, Anfassen und Festdrücken freigesetzt wird. Der Duft von Kerzen und Tee.
Orangenschale, Mandelmasse, Safran - Dezembergerüche, die ich tief einatme und die mir Geborgenheit signalieren.

Diese Adventszeit ist eine besondere Zeit für mich, dieses Jahr. Zum einen will ich bewusst neue Wege beschreiten, neue Gedanken in Bewegung bringen, zum anderen muss ich mich mit meiner neuen Arbeitssituation zurecht finden. Der November hat nur wenig befriedigende Veränderungen und Kompromisse mit sich gebracht, also will ich im Dezember ein anderes Modell ausprobieren. In meinem adventlichen Dezember soll es Zeit für ein Leben geben, in dem ich, mein Mann und unsere Lebens-/Wertvorstellungen Paltz haben, und ich will mich nicht von meiner Arbeit auf- und anfressen lassen. Außerdem will ich die Computerzeit reduzieren. Deshalb gibts im Dezember mehr Bilder- und weniger Textbeiträge - aber das Rezept für die Safranbullar kommt noch :-)

Achja, und der Baum wurde fertig - auch eine Adventssonntagsfreude :-)

 Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Donnerstag, 27. November 2014

Schwedische Weihnachtsbäume

Wer kennt nicht die Weihnachtsgeschichte mit Pettersson und Findus, in der sich Pettersson und Findus einen Weihnachtsbaum basteln?! (hier gehts zum Film, etwa ab Minute 9:00)
Eine andere Pettersson&Findus-Weihnachtsgeschichten-Postkarte
Nun, diese Technik mit Bohren und Stecken scheint die gängige schwedische Praxis zu sein...
Gerade wird der große Stockholmer Weihnachtsbaum am Skeppsbrokajen unterhalb des Schlosses auf der Altstadtinsel aufgestellt.
Vor zwei Wochen sah er so aus:
Letzte Woche hatten die Kommunenmitarbeiter schon ganze Arbeit geleistet...
... und immer jeweils drei Äste an einer Stelle in vorgebohrte Löcher gesteckt. Zudem werden die Äste noch mit Drahtseilen verspannt und gesichert.
Hoffentlich werden sie bis zum 1. Advent fertig!
Ich werde berichten...

Dienstag, 25. November 2014

TisdagsTutorial: Zwiebelnetz

Gefühlt ist es schon eine Ewigkeit her, in Wirklichkeit glücklicherweise noch nicht mal ein Jahr - als ich hier mein letztes TisdagsTutorial gezeigt hatte. Irgendwie waren mir die Ideen ausgegangen und dann fehlte natürlich die Zeit... Glücklicherweise ist aber auch das ein Vorteil mit dem Bloggen, dass man immer wieder Impulse und Anstöße bekommt :-)
So stellte mir die liebe Gesa vor kurzem die Frage, wo ich denn Knoblauch, Zwiebeln und Kartoffeln aufbewahre. Nun, da bei uns die Vorratshaltung in einer kleinen Wohnung nicht ganz einfach ist, haben wir eigentlich nie mehr als 2 kg von besagtem Gemüse daheim. Die Kartoffeln verwahre ich unten im Geschirrschrank (an der kühlen Außenwand) in einer Papiertüte auf. Der Knoblauch und die Zwiebeln hängen luftig am Küchenregal - bis gestern in Plastiknetz. Äpfel, die ja Reifegase abgeben, stehen im Wohnzimmer.
Na, wenn das kein Anstoß war, endlich das Zwiebelnetzprojekt in die Tat umzusetzen?! Und ich habe es mir auch notiert, so dass ich meine Anleitung hier zur Verfügung stelle.
Man braucht Paketschnur, Jute oder Hanf sowie eine Häkelnadel Nr. 5.
Als erstes habe ich aus 6 Luftmaschen (Lm) einen Ring gehäkelt und ihn mit 12 Doppelstäbchen (DStb) ausgefüllt.
Das erste Doppelstäbchen ersetze ich mit 4 Lm, ein Stäbchen (Stb) mit 3 Lm, ein Dreifachstäbchen (3fachStb) mit 5 Lm.
In jedes DStb kam wieder ein DStb, allerdings mit 2 Lm dazwischen.
In der nächsten Runde: *1 DStb aufs DStb, 2 Lm, 1 DStb in den Lm-Bogen, 2 Lm* **wiederholen
Anschließend habe ich eine Runde Stb gehäkelt, in jeden Lm-Bogen 2 Stb.
Dann habe ich auch nicht mehr zugenommen, sondern nach oben gehäkelt:
1 Reihe DStb
2 Reihen 3fachStb
1 Reihe DStb
In vorletzten Runde habe ich Stb gehäkelt und dabei immer zwei Stb zusammengehäkelt, so dass nur noch die Hälfte der Maschen übrig war. Dann habe ich ca 10 feste Maschen gehäkelt, 10 Lm für die Henkel, dabei 5 Maschen übersprungen, dann wieder in die ca nächsten 20 Maschen feste Maschen, 10 Lm, ca 10 feste Maschen.
Schließlich habe ich alles, v.a. die Henkel zur Verstärkung, noch einmal mit festen Maschen umhäkelt. Man braucht ca 90-100 m Schnur für so ein Körbchen, in das 1,5-2 kg Zwiebeln passen.
Viel Spaß beim Nachmachen und viele winterlichen Zwiebelgerichte wünsche ich euch :-)
Bitte beachtet, dass alle Anleitungen - soweit nicht anders angegeben - mein geistiges Eigentum sind. Alle Anleitungen sind ausschließlich für den privaten und nicht kommerziellen Gebrauch bestimmt; auch Gegenstände, die nach den Anleitungen gefertigt werden, dürfen nicht verkauft werden.

Sonntag, 23. November 2014

Sonntagsfreude: Donnerstagslunch

Der Beruf der Muttersprachlehrerin ist ein sehr einsamer: Man reist nach seinem individuellen Stundenplan von Schule zu Schule, man ist schnell hier, mal kurz dort. Umso lustiger sind dann die Donnerstagvormittage. Da haben wir zwar viele sinnlose Treffen und Konferenzen, die im Wesentlichen voller kultureller Missverständnisse sind (kein Wunder, bei all den Sprachen und Herkunftsländern...), aber man sieht die Kollegen.
Seit August habe ich eine sehr liebe (deutsche) Kollegin, mit der die Wellenlänge einfach stimmt und wir treffen uns gerne auch mal privat, wenn die Zeit es erlaubt. Um uns öfter austauschen zu können und ohne teure Restaurants zu besuchen, treffen wir uns jetzt immer donnerstags bei mir zu Hause zum Mittagessen. Wir fahren auf direktem Wege vom Sprachzentrum hier her und wärmen unser Essen. Wenn wir unsere Reste zusammen legen, gibt es schon mal Drei-Gänge-Menüs mit Suppe, Hauptgericht und Nachspeise. Einfach so, unter der Woche. Gute Gespräche, psychologische Beratung und Haushaltstipps gratis dazu. Eine Stunde Pause, bevor der Nachmittagswahnsinn wieder beginnt.
Ich freue mich über diese Begegnung, über das gemeinschaftliche Essen, den kollegialen Zusammenhalt, sprudelnde Unterhaltung auf Deutsch und das viele Lachen :-)
 Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Freitag, 21. November 2014

Socken stricken (2)

Zum Wochenende kommt nun also der gewünschte zweite Teil zum Socken stricken. Zunächst hatte Heike hier die Frage nach der Ferse gestellt, die Klara im wesentlichen schon beantwortet hat.
Ich zitiere hier einfach mal: "Ich mache es so: in der ersten Reihe: eine rechts stricken, die nächste rüberheben (wie zum Linksstricken aber ohne Strickmanöver...), dann wieder eine rechts stricken und die nächste wieder rüberheben usw. bis zum Ende der Reihe.
Die nächste Reihe ist genau andersherum: die erste rüberheben, die nächste rechts stricken, wieder rüberheben die nächste rechts stricken, usw. bis zum Ende der Reihe.
Sehr bald sieht man den Effekt, und auch in welcher Reihe man gerade ist. Die länglicher erscheinenden Maschen sind die in der vergangenen Reihe nur rübergehobenen Maschen, und die kleiner erscheinenden Maschen sind die gestrickten gewesen. Dann muss man es in der aktuellen Reihe einfach andersherum machen: die länglicheren werden gestrickt, die kleineren rübergehoben.
Hinten ergibt sich ein schönes Muster: hinter den Maschen die gehoben wurden spannt sich das Garn, was den wunderbaren Effekt hat, das man zwei Lagen Garn hat und folglich die Fersenwand schön dicklich ist"

Danke, liebe Klara, für die Erklärung! So mache ich es auch, wenn ich meine dreiteilige Käppchenferse stricke (Sockenlehrgang Seite 3). Wie Klara auch schon meinte, so sieht man bald, welche Maschen abgehoben wurden und so geht das ganz einfach.
Susanne fragte dann letzte Woche wie ich meine Spitze mache. Liebe Susanne, hier kommt meine Antwort für dich :-)
Zunächst stricke ich wie bei den meisten Spitzen bis zum Nagel der kleinen Zehe.
Normalerweise nehme ich dann gleichmäßig in Runden ab, aber dieses Mal kam mein Mann mit diversen Anpassungswünschen, so dass ich letztendlich diese asymmetrische Spitze ausprobiert habe. Das Prinzip funktioniert so, dass man zunächst nur auf einer Seite jede zweite Runde zwei Maschen abnimmt, bis man den großen Zehennagel erreicht hat. Dann nimmt man jede Reihe vier Maschen ab, bis nur noch je 3 Maschen (insgesamt 12) auf den Nadeln sind.
Diesen Abschluss mache ich immer gleich, egal ob ich eine symmetrische oder asymmetrische Spitze stricke: Ich hebe nun die Maschen von zwei Nadeln auf eine, so dass ich zwei parallele Nadeln mit je sechs Maschen vor mir habe. Dabei ist es auch wichtig, dass die Parallele waagrecht verläuft, also in einer Linie mit dem Abnahmeband.
Nun schneide/reisse ich nach etwa 30-40 cm den Faden ab und wende die Socke von innen nach außen. Wie auf der Bilderfolge zu sehen, ziehe ich zunächst die Nadeln ganz in eine Richtung, so dass ich sie leicht in die Öffnung einführen kann, dann schiebe ich sie senkrecht fast ganz durch und ziehe dann den Socken drüber. Wenn man die Enden der Nadeln dann noch durchzieht, aufpassen, dass keine Masche verloren geht. Schließlich auch den Faden durchziehen und fertig.
Dann richte ich das Strickstück so aus, dass die Nadel mit dem Faden zu mir zeigt und ich führe den Faden unter zweiten Nadel durch zur Fadenhalte-Hand. Ich nehme den Faden normal auf und hebe dann mit der rechten Nadel die 1. Masche der hinteren Nadel auf die vordere. Beide ersten Maschen stricke ich nun zusammen ab.
Wenn ich zwei Maschen auf diese Weise abgestrickt habe, ziehe ich wie beim normalen Abketten die rechte Masche auf der rechten Nadel über die linke. Dann stricke ich zwei weitere Maschen zusammen hab und kette eine ab und so weiter bis alle Maschen zusammengestrickt und abgekettet sind. Durch die letzte Schlaufe ziehe ich den Faden durch und vernähe ihn etwas.
Der große Vorteil mit diesem Abschluss ist, dass man auf ganz einfache Weise und in einem Arbeitsgang einen schönen, flachen und haltbaren Sockenabschluss machen kann. Wird der Wulst nämlich zu dick, dann drückt auch das wieder...
Von außen ist der Abschluss fast unsichtbar.
Ich wünsche Euch einen schönen Abend und viel Spaß beim Sockenstricken :-)

Donnerstag, 20. November 2014

Leben mit der Dunkelheit

Wenn ich oder meine Familie erzählen, dass ich in Schweden gelandet bin, ist die erste Reaktion der Gesprächspartner oft: "Oh die Arme, da ist es ja den ganzen Winter dunkel! Wie macht sie das nur?"

Ehrlich gesagt, frage ich mich das auch oft ;-) Als ich als Ausstauschstudentin für ein Jahr in Schweden war, fand ich den Winter zwar dunkel, aber es war alles so spannend - ein Erlebnis, das man sicher nur einmal im Leben hat...
Tja, nun ist ja das Leben öfter anders als man denkt und als ich 2012 hier ankam wurde ich von der Dunkelheit ziemlich unangenehm überrascht. Gerade die Perspektive "mindestens die nächsten 20 Jahre" machten das ganze ziemlich trostlos. Der Winter 2013/14 war aber wohl der schlimmste bisher - die traurigste Kinderwunschzeit, Studium, erste Gehversuche im Arbeitsleben und kein Schnee, das war sehr heftig. Eine handfeste Winterdepression - mit allem was dazugehört - hatte mich überrollt.
Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal ganz bewusst an diesen Winter herangegangen. Natürlich ist es viel dunkler als in Süddeutschland, aber es ist ja auch ein bisschen schön exotisch ;-) Und ganz dunkel, so wie am Polarkreis und nördlicher wird es schließlich auch nicht, sondern wir haben im Dezember immerhin noch 6 Stunden Tageslicht, das je nach Wetterlage mehr oder weniger sicht- und spürbar ist.
Da wir auch schon mit einem ungewöhnlich dunklen November zu leben haben, ist das eine gute Vorbereitung auf Dezember/Januar. Ich suche die Sonne, wo immer sie zu sehen ist und diese Woche beehrte sie uns gleich mit drei, vier Stunden gestern.
So weit es die Arbeit zulässt, gehe ich auch täglich und bei jedem Wetter raus. Eine schöne Sache in Schweden sind die sog. Elljusspår in den Parks, also beleuchtete Wege und Steige, so dass man auch im Dunkeln spazieren, joggen, Rad fahren, Schlittschuhlaufen und vieles mehr kann. Das ist eigentlich, glaube ich, sogar das Wichtigste und so ist mein Vorsatz für die kommende Woche und den nächsten Monat, meine Arbeit so umzuschichten, dass ich zumindest eine halbe Stunde bei Tageslicht flott spazieren gehen kann.
Ganz viel frisches Obst und Gemüse stehen nun auf unserem Speiseplan. Die skandinavischen Länder sind ja auch nicht gerade der Hit, wenn man sich regional mit Grünzeug versorgen will. So wurde der Regional-Begriff auf Europa ausgedehnt und Bio-Bananen sind auch akzeptabel. Die Äpfel sind aus einer Importlieferung aus Bayern :-)
Eine gesunde, aktive Lebensweise allein reicht aber nicht aus und so nehme ich auf Empfehlung meiner Schwägerin, die Ärztin ist, zum ersten Mal D-Vitamin-Tropfen. Das ist ganz unproblematisch und sie schmecken auch nach nichts :-)
Außerdem versuche ich, es uns in der Wohnung so schön und gemütlich wie möglich zu machen. Grüne Zweige für die Augen, der harzige Duft für die Nase - das tut gut und lässt die Vorfreude schon ein bisschen größer werden.
Ein sehr, sehr gutes Buch und ein schönes Hobby bringen auch 'Sonnenstrahlen', wenn es gerade mal wieder schon, oder auch am Sonntag morgen immer noch, dunkel ist. Schwedische Krimis im Winter? Nein, danke!

Die letzten Tage gelang es mir leider nicht so gut, mich an meine eigenen Ratschläge zu halten und so fühlte ich mich kraftlos und niedergeschlagen. Wie wichtig das Vitamin D und Sonnenlicht nicht nur für unsere psychische Gesundheit sind, zeigt auch schwedische Forschung: Wie an der Universtität Uppsala herausgefunden wurde, haben somalische Frauen, die als Flüchtlinge/Immigranten nach Schweden, kamen oft gar kein messbares Vitamin D im Körper (je dunkler die Haut, desto schwerer ist geringe Sonnenstrahlung aufzunehmen). Neben Folgeerscheinungen wie Knochen- oder Muskelerweichung kann das auch zu Problemen bei Schwangerschaft und Geburt führen und nicht zuletzt wird auch spekuliert, ob der deutlich höhere Anteil an autistisch geborenen Kindern mit somalischen Eltern nicht auch etwas mit dem Vitamin D-Mangel zu tun haben könnte.

Schließlich ist es aber auch unglaublich wichtig, dass man trotzdem seinen Rhythmus beibehält und genügend Schlaf abbekommt. Ist es nämlich erstmal dunkel, dann verliert man schnell das Zeitgefühl. Zu wenig Schlaf ist aber noch schrecklicher an dunklen Tagen als an hellen, sonnigen.
Deshalb schicke ich diesen Post nun ins www und gehe zeitig ins Bett! :-)

Sonntag, 16. November 2014

Sonntagsfreude: Seelenwärmer

Als wir letztes Wochenende bei den Schwiegereltern waren, gingen wir noch einmal durch die aufzulösende Wohnung des Großvaters, der nun schon ein halbes Jahr in einem Heim wohnt.

So manche Erinnerungen kamen da hoch, an unser erstes Treffen, beispielsweise, wie nervös ich war: Ich die Deutsche, er der jüdische Schwede, der mit der Angst vor den Deutschen groß geworden ist. Es war aber wohl "Liebe auf den ersten Blick" und dass er mich akzeptierte, machte es für mich in der ganzen Familie einfacher (vielleicht sollte ich mal über das schwierige Verhältnis von Deutschen und Schweden schreiben...). Seit mehr als zwei Jahren trage ich nun seinen jüdischen Nachnamen und ich bin so froh und dankbar für die intensiven, herzlichen Begegnungen, die uns vergönnt waren.

In der Wohnung war nicht mehr viel übrig, die Kinder hatten vieles schon aufgeteilt, manche Möbelstücke hatte er mit ins Heim genommen. In einem Schrank lagen aber noch drei unscheinbare Wolldecken, die niemand hatte haben wollen. Mein Mann entdeckte sie und wir nahmen sie mit.
Nun lagen sie eine Woche hier im Wäschekorb und gestern vormittag hatte ich endlich die Gelegenheit eine extra Waschzeit in der Waschküche zu ergattern und sie zu waschen. Dass es echte Wolldecken sind, konnte man in feuchtem Zustand unmissverständlich riechen (sie "schofelten"...). Nun liegen sie frisch und duftig auf unserem Sofa und ich habe mich heute immer wieder in sie eingehüllt und den Großteil dieses grauen Sonntags dort verbracht. Es freut mich sehr, dass diese Decken uns nun physisch und gedanklich wärmen.
Gelesen habe ich auf dem Kanapee ein Buch, das auch meine Seele gewärmt hat, das mich zum Lachen und Weinen gebracht hat. Ich habe es gestern und heute in einem Rutsch durchgelesen und jetzt bin ich ein bisschen traurig, dass es schon aus ist ;-)

Mich heute in die Decken einzukuscheln und diese schöne Geschichte zu lesen, die Welt um mich herum zu vergessen, meine Seele zu wärmen - Sonntagsfreude!

Jetzt ist es übrigens auch amtlich, dass wir diesen Monat bis jetzt ungewöhnlich wenig Sonne bekommen haben: Das Schwedische Wetteramt (SMHI) bestätigte heute, dass Stockholm in der ersten Monatshälfte bis jetzt nur 2 Stunden (!!!) Sonne hatte (zu lesen in Dagens Nyheter mit dem Titel "Nur zwei Sonnenstunden in Stockholm).

Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Samstag, 15. November 2014

Novembergedanken

Der November ist ein Monat, der (mich) nachdenklich macht.Das finde ich ganz gut so, will ich mich doch von manchen Gedanken verabschieden. Allerdings ist das auch nicht immer ganz so einfach. Vor allem wenn man sich von etwas verabschieden möchte, was nicht eingetreten ist. Ich möchte loslassen können, es ruhen lassen, dass wir bis jetzt kein Kind bekommen haben, keine Familie geworden sind... Ich trauere ja 'nur' um eine Idee, eine Vorstellung, die einfach nicht eintreten will. Das finde ich ist am schwierigsten: Von nichts und niemanden Abschied zu nehmen und weiter zu gehen.
Ich glaube aber, dass es mir mehr und mehr gelingt. Die Rückschläge sind natürlich vorprogrammiert, es geht auf und ab. Aber die Aufwärtsstrecken sind schon immer ein bisschen länger als die Abwärtsstücke. Vielleicht gelingt es mir auch besser, weil ich mich von den Warum?-Gedanken verabschiede. Das Hadern bringt nichts, ich muss einen Weg, meinen Weg finden.
Vielleicht habe ich die Abzweigung zu einem neuen Wegstück schon gesehen, manchmal wird es mir leichter ums Herz als es die letzten Jahre jemals war.
Meine neuen Gedanken sind Jetzt ist das einfach mal so! Ich mache das jetzt nur für uns beide! Ich freue mich auf dies und das, weil es schön werden wird!

Freitag, 14. November 2014

Am Ende der Woche

... freuen wir uns über Tee und furchtbar leckeren Kuchen nach einem (Werbe-) Rezept aus der Oktoberausgabe der Schrot&Korn: 300 g Mehl, 110 g Puderzucker, 250 g gesalzene Butter mit 2 TL Lebkuchengewürz zu einem Teig verkneten. Den Teig teilen und jeweils zu einer blechgroßen Platte ausrollen. Ca. 350 g Trockenfrüchte (140 g Datteln, 200 g Feigen, Rest Rosinen/Korinten) mit dem Mixer hacken, mit nassen Händen auf der 1. Platte verteilen. Obere Platte auflegen, ca. 30 Minuten backen. Noch warm in Stücke schneiden.
Schönes Wochenende!

Donnerstag, 13. November 2014

Genäht: Meine grüne Tasche

Ihr werdet gleich sagen: Was? Die Tasche ist ja aus dem Drogeriemarkt, was hat sie denn da genäht?!
Natürlich nicht die Tasche, aber den Inhalt :-)
Als reisende Lehrerin muss ich ja immer alles dabei haben: Stifte, Radiergummi, Spitzer. Die schwedischen Schüler gehen ja ohne eigenes Federmäppchen zur Schule und erwarten, dass alles da ist. Bislang hatte ich zwei Schlampermäppchen, aber durch die vielen Reisen wurden die Stifte schnell brüchig und letztendlich waren wir alle genervt: Von den ewig kaputten Stiften, vom Spitzen, von Spitzerspänen, die die Stifte und Radiergummis ekelig macht usw.
Letzte Woche habe ich mir dann endlich die Zeit gestohlen und wirklich schnell, schnell (keine große Nähkunst, Genauigkeit - Fehlanzeige) endlich Stifterollen genäht, Säckchen für Radiergummis und Spitzer. Nun sind die steuerfinanzierten Schreibgeräte ordentlich verpackt und die Brüchigkeit hat sich erheblich reduziert. (Hoffentlich wissen die schwedischen Steuerzahler meine Nachhaltigkeit und Sparsamkeit zu schätzen!)
Meine zwei bis drei Sanduhren bekamen auch noch eine Hülle, die sie transporttauglicher macht.
2 m grüner Baumwollstoff, bunte Gummibänder und doch insgesamt 3 Stunden Arbeitszeit = eine glückliche Lehrerin (man sollte auch die Wirkung von Maigrün im November nicht unterschätzen!) und Schüler, die plötzlich wie gestochen schreiben... Klar, die neuen Stifte sind ja Zauberstifte ;-)
Die Kärtchen sind von der Krabbelwiese.

Dienstag, 11. November 2014

Bürokratischer Wahnsinn Nr. 341

Ach, das Leben könnte ja so schön und einfach sein, gäbe es nicht alle möglichen verke - die Ämter. Das Skatteverket, das Migrationsverket und eben auch das Skolverket, das Schulamt. Dort muss ich nun ein Gesuch einreichen, um die schwedische Lehrerzulassung zu erhalten. Mit einem Examen von der Uni ist es nämlich nicht getan, sondern eben dieses muss geprüft werden und dann stellt das Schulamt eine Zulassung für eine bestimmte Fächerkombination aus.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass das des öfteren schief geht. Als vor ein paar Jahren beschlossen wurde (noch von der alten Regierung unter dem alten Ausbildungsminister, einem General a.D.), dass alle Lehrer eine Zulassung haben müssen, wurden natürlich tausende alter und neuer Examen eingeschickt. Da das Schulamt das nicht bewältigen konnte, startete mit Hilfe des Arbeitsamts eine ABM-Maßnahme - und des Rest könnt ihr euch denken... Denn es reicht ja leider nicht, dass man verwaltungstechnische Kenntnisse hat, sondern man müsste sich auch gut mit der Lehrerbildung auskennen. Lehrer bekamen also Zulassungen für Fächer, die sie nie studiert hatten (z.B. Chemie!!! Und der Rektor kann einem dann wegen der Zulassung zum Unterricht in Chemie einteilen...) oder sie bekamen nur die Hälfte ihrer Fächer anerkannt, andere Jahrgangsstufen usw. Jedem Gesuch liegt jedenfalls gleich ein Formblatt bei, das informiert, wie man gegen seine Zulassung dann wieder Berufung einlegen kann...

Soweit bin ich jedoch noch nicht: Ich versuche noch von meiner Chefin ein tjänstgöringsintyg (siehe Mitte Foto) zu erhalten, also eine Dienstbescheinigung über meine Beschäftigung, Arbeitsaufgaben usw. Da das Schulamt aber das Formblatt von der Homepage entfernt hat, weil es fehlerhaft war, muss ich vermutlich noch siebenmal zum Sprachzentrum bis ich mein Gesuch einschicken kann.

Achja, die Bearbeitungsgebühr liegt bei 1500 SEK (etwa 160 Euro) - für ein verpflichtendes Dokument - und die Bearbeitungszeit bei 7 bis 9 Monaten...

Montag, 10. November 2014

Sonntagsfreude am Montag

Ich habe so ein schönes Wochenende hinter mir! Die Frequenz der Blogeinträge lässt ja schon ein bisschen darauf schließen, dass Ende letzter Woche und am Wochenende das richtige Leben sehr intensiv war... Nach einer organisatorischen Meisterleistung konnten wir noch am Freitagabend nach Westen zu den Schwiegereltern starten und trotz der insgesamt 800 km Autofahrt (Schweden ist verdammt groß...) nehme ich so viel Wochenendfreude mit in diese neue Woche, die heute schon wieder begonnen hat (mit viel Regen und Nebel).
Es war eine Freude
  • sich bekochen und bespülen* zu lassen
  • dass die Nächte dort dunkel und ruhig sind
  • dass sich am Sonntag die Sonne zeigte
  • den Großvater zu treffen: Er ist zwar sehr verwirrt, aber er erkannte uns :-) Er ist eine meiner wichtigsten Bezugspersonen in der Familie meines Mannes
  • ländliche Gemeinschaft zu erleben: Acht Leute um einen Tisch, gutes Essen, Zusammenrücken in der dunklen Jahreszeit
  • lange Spaziergänge zu genießen und Winterpilze zu sammeln
  • ein bisschen zu stricken
  • auf der Küchenbank  zu sitzen, zu ratschen und nichts tun
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.
 
*Wir haben ja in unserer Wohnung keine Spülmaschine...

Samstag, 8. November 2014

Socken stricken

Zum Wochenende will ich hier ein paar meiner Tipps zum Sockenstricken mit euch teilen, die man vielleicht nicht gerade in Anleitungsbüchern findet. Hoffentlich sind sie ein bisschen hilfreich, so dass sich auch Anfänger ran trauen... Es gibt ja nichts schöneres als an Herbstabenden mit einem Socken auf den Nadeln vorm Ofen oder in trauter Runde zu sitzen und noch schöner ist es, danach warme Füße zu haben :-)
Das Sockenstricken ist ja zu einem eigenen Strickkunstbereich geworden und man findet an vielen Stellen im Internet die schönsten Exemplare. Für mich steht aber bei selbstgestrickte Socken auch immer die Zweckmäßigkeit an erster Stelle. Ich stricke Socken selbst, weil ich ein Produkt möchte, dass dauerhaft und haltbar ist und das es so nirgends zu kaufen gibt. So lege ich viel wert auf lange und nicht rutschende Bündchen. Ein durchgehendes 2 rechts, 2 links Bündchen hat sich für mich bewährt. Der zweite wichtige Punkt ist die haltbare, gut passende Ferse. Ich frage mich oft, wie lange solche glatt rechts gestrickten Fersen halten?! Ich habe es noch nie ausprobiert, sondern ich stricke immer eine verstärkte Käppchenferse wie schon meine Uroma :-)
Das ist also meine "Sockenphilosophie".
Leider erst viel zu spät habe ich entdeckt, dass man auch mit sog. Handschuhnadeln hervorragend Socken stricken kann bzw. ich wusste nicht, dass es sie gibt. Sockennadeln sind in der Regel 20 cm lang und das kann recht umständlich sein, gerade am Anfang. Die sog. Handschuhnadeln sind 15 cm und viel leichter zu koordinieren.
Damit bei musternder Sockenwolle beide Socken gleich werden, beginne ich immer den Anschlag an einem Farbübergang. Die gleiche Stelle lässt sich dann bei Nr. 2 leichter finden und ausrechnen/abwickeln.
Wenn ich die Maschen angeschlagen habe, dann schließe ich die Runde indem ich den Wollfaden, der an der letzten Masche hängt, zwei mal durch die erste Masche schlaufe. Dadurch ist dann schon mal das Viereck stabil und man verdreht nichts mehr. Die Schlaufen kann man am Ende vorm Vernähen einfach wieder aufziehen.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende mit Zeit zum Stricken :-)