Ich mache mir viele Gedanken darüber, wie wir leben, d.h. welche Kleidung wir tragen, welche Möbel bei uns stehen, was wir essen, was wir an unsere Haut lassen. Das Leben in Schweden ist in dieser Hinsicht eine Herausforderung. Zum einen fehlt mir oft die Information, Branchen-Hefte wie Schrot&Korn gibt es hier (noch) nicht. Anderes fällt hier in die Kategorie 'Hokuspokus'. Also besorgen wir vieles in Deutschland, denn da weiß ich, wo ich was mit gutem Gewissen kaufen kann und es ist zudem etwas günstiger. Nur der Transport ist oft das Problem (und mit dem Flugzeug wohl so gar nicht nachhaltig...). Bei der Kleidung haben wir viele Kleidungsstücke, die wir wortwörtlich 'auftragen', Zweite-Hand-Stücke von unseren Familien und das, was ich inzwischen selber aus (immer öfter Bio-)Stoff nähe. Auch bei den Möbeln versuchen wir uns möglichst mit Erbstücken, sind wir uns doch der Herstellungsbedingungen und Umweltgifte (z.B. in Sofapolstern) bewusst. Aber, oft setzt der Geldbeutel und eben der Transport die Begrenzungen - auch hier machen wir Kompromisse und haben so eine Schlafcouch vom Möbelschweden hier stehen. Beim Essen kaufe ich überwiegend Bio, auch wenn es nicht immer regional und plastikfrei geht. Aber ich habe ein besseres Gefühl. Gewürze, Tees, Getreide u.ä. kaufe ich in Bayern im Bioladen. Bleibt noch die Körperpflege. Auch hier bin ich etwas extrig, konventionelle Produkte stoßen mich oft schon durch ihren starken Geruch ab. Also tätige ich auch hier oft einen Großeinkauf im heimatlichen Bioladen: Familienshampoo und -duschgel im 1 Liter - Pumpspender, Schafmilchseifen und auch Hygieneprodukte. Gesichtscreme(n) kommen von Alverde. Besonders viel ist das ohnehin nicht, was da täglich aufgetragen wird ;)
In letzter Zeit bemühe ich mich aber doch, dass ich auch hier vor Ort Alternativen finde, denn so eine 'Lieferung' aus Bayern ist nicht immer möglich. Besonders beschäftigt habe ich mich deshalb mit dem 'Deoproblem'. Ich würde sagen, dass 90% des Marktangebots ohnehin nicht für mich in Frage kommt. Aber auch die vermeintlich einfachen, unparfümierten Deoroller enthalten immer noch einige umstrittene Stoffe.
Ohne Deo kann ich mir meinen im wahrsten Sinne des Wortes oft schweißtreibenden Alltag aber nicht vorstellen. Natürlich gibt es einige Alternativen, v.a. im Internet wird man fündig, aber entweder hier nicht erhältlich oder zu Preisen, die ich nicht mehr für angemessen halte. Über Umwege wurde ich dann aber bei schwedischen Bloggerinnen fündig, die ihr eigenes Deo machen und ich habe es ausprobiert. Bis jetzt hat es den Praxistest ausgezeichnet bestanden!
Alles, was man dafür braucht, habe ich im Supermarkt bekommen: Kokosöl in Bioqualität, Maisstärke und Bikarbonat.
1 EL (in Schweden eine Maßeinheit mit 15 ml) Bikarbonat und 1 EL Maisstärke abmessen. 1 EL Kokosöl im Wasserbad schmelzen.
Die Maisstärke-Bikarbonatmischung mit einem kleinen Teesieb in das Öl sieben und gut unterrühren, so dass eine sahnige Konsitenz enststeht. In ein kleines Schraubglas füllen und abkühlen lassen.
Wer möchte, könnte auch noch ein paar Tropfen ätherisches Öl einrühren. Das Deo duftet leicht nach Kokos, aber nicht aufdringlich. Mit dem Finger einfach 'eincremen'. Es ist das Bikarbonat, das den Schweiß neutralisiert und die Maisstärke sorgt für ein pudriges Gefühl.
Tack till sagogrynet för ett fantastisk recept som nu förhoppningsvis sprids även utanför Sveriges gränser!

