Zumindest in Schweden scheint das bei Grundschullehrerinnen die zweite Frage nach der Frage nach dem Namen zu sein. Egal ob von Kollegen oder Eltern, es scheint dies eine wichtige 'Zusatzqualifikation' zu sein. Ich frage mich nun, ob das in D/Ö/CH (inzwischen) auch so ist? Ist das nicht eigentlich Privatsache? Und, Hand aufs Herz, vertraut ihr einer Lehrerin mehr, wenn ihr wisst, dass sie selbst Kinder hat? Ich würde das wirklich gerne wissen! Ich frage mich nämlich...
Muss ich eigene Kinder haben, um eine gute Pädagogin sein zu können?
Muss ich eigene Kinder haben, um meinen Schülern gut zuhören zu können?
Muss ich eigene Kinder haben, um gute Kinderbuchempfehlungen aussprechen zu können?
Muss ich eigene Kinder haben, um qualifizierte Tipps für eine bilinguale Erziehung geben zu können?
Müsste ich - wäre ich Ärztin - selbst alle Krankheiten gehabt haben, um eine gute Ärztin zu sein?...
Nicht jede Frau die Kinder hat, kann gut mit Kindern umgehen. Nicht jede Lehrerin die eigene Kinder hat, ist automatisch eine bessere Lehrerin als jene die keine eigenen haben. Wieviel Elan haben Lehrerinnen noch in der Schule, wenn sie zuhause Kinder haben mit denen sie eh schon genug zu tun haben? Wieviele "Lehrerkinder" sind nicht sehr ausgeglichen - um es mal vorsichtig auszudrücken... Es gibt überall und in jedem Bereich solche und solche - also Menschen die gut in ihrem Beruf sind und es gibt Menschen die ihr eigenes Leben gut im Griff haben und andere haben nichts davon oder nur eines oder oder oder. Alle sind verschieden.
AntwortenLöschenLass dich davon nicht verunsichern. Und lass dir dein eigenes Urteil über dich NICHT von anderen beeinflussen, andere kennen dich nicht so gut wie du dich kennst.
Manche wollen mit komischen Fragen nur von sich selbst anlenken oder ihnen ist langweilig oder oder oder. Ist doch egal :D
Jeder geht seinen eigenen Weg. Und du gehst deinen. Und du weißt was du kannst.
Mach es gern!
:D
Liebe Grüße, Karin
Ich bin ja beides; ich habe Schule deshalb von beiden Seiten erlebt, als Mutter und als Lehrerin.
AntwortenLöschenOft sehr unterschiedlich. Das will ich jetzt gar nicht weiter verfolgen, weil es schon spät ist und ich morgen ersten Schultag habe. Nur ein Satz, den fand ich als Mutter sehr bedenkenswert und finde ihn als Lehrerin noch. Der Lehrer meiner Tochter in der 3. Klasse, ein altgedienter Pädagoge, begann das erste Elterngespräch mit mir mit folgenden Worten: "Bitte bedenken Sie bei allem, was ich jetzt sage: Sie erleben ihr Kind als einzelnes Kind (oder in der Familie) - ich in einer Gruppe von 30 Kinder. Beides ist Ihr Kind."
Der Satz begleitet mich heute noch. Da steckt Weisheit und Wahrheit drin. Eltern erleben ihr Kind meist ganz anders als Lehrer ein Kind in der Klasse erleben. Eltern haben auch eine andere Bedeutung im Leben ihres Kindes als es Lehrer und Lehrerinnen haben, können, sollen, dürfen.
Es sind verschiedene Rollen, die nicht konträr sein sollen, aber verschieden. Sie sollen auch nicht vermischt werden. Lehrer sollten keine Ersatzeltern sein; Eltern keine Hilfslehrer oder Oberlehrer.
Und wie gesagt - der Mensch lebt in Beziehung, und das auch ganz vielfältig.
Probiere es doch mal in einem schwierigen Elterngespräch mit dem Satz unseres guten alten Dorflehrers.... damit nimmst du viel Sturm aus den Segeln und lange nicht mehr so angreifbar.
Und du machst klar, was deine Rolle gegenüber diesem Kind ist, um das es geht: Lehrerin zu sein.
Nicht Mutter. Alles andere ist tatsächlich nicht von Belang.
Mit herzlichen Grüßen
Ingrid
Nein, das muss man nicht! Trotzdem muss ich gestehen, dass auch ich der Grundschullehrerin meiner Tochter diese Frage auch schon gestellt habe, als sie meine 7-jährige Tochter auf einem Sportplatz, der nur mit einem Bus zu erreichen war, vergessen hat und ohne sie los gefahren ist, und sie dann eine Woche später meine Tochter (man merkt schon: ein eher leises, unauffälliges Kind...) im Computerraum vergessen und eingeschlossen hat - und ich sie dort eine 3/4 Stunde nach Schulschluss friedlich am Computer arbeitend fand. Ich musste mich da in meiner Angst und dem Ärger über das Unverständnis der Lehrerin für meine Angst sehr echauffieren - und stellte ihr dabei diese Frage, im Nachhinein denke ich, um um Verständnis für mich zu appellieren.
AntwortenLöschenAber vielleicht meinen die Frager das gar nicht böse? Vielleicht sind sie einfach nur interessiert? Hier wird man als Lehrerin ja auch sofort nach dem Vornamen gefragt, gefragt ob man verheiratet sei oder ob man Geschwister oder Kinder habe. Ich hab als Museumspädagogin gearbeitet, habe die Kinder oft nur so etwa 3 Stunden gesehen - und trotzdem haben sie das gefragt. Wenn ich dann aber "nein" gesagt habe, dann war das Gespräch darüber auch meist zu ende. Aber meine kinderlose Freundin, von der ich am 17. Mai in meinem Kommentar schon schrieb, ist auch Lehrerin - und auch sie klagt darüber, dass sie das immer gefragt wird. Da ich sie ja schon lange kenne, merkte ich eben ihre Verãnderung in diesen Dingen, ihre Empfindlichkeit, ihre Dünnhäutigkeit - und ihre Eigenart, alles, was "Kinder" betrifft, auf die Goldwaage zu legen...
Als Mutter unterscheide ich nach guten und schlechten Lehrern... Meine Kind haben Lehrer, da merkt man am Elternsprechtag, dass sie Lehrer sind, weil sich nichts anderes ergeben hat, dass sie Kinder dabei eher lästig finden. Aber der Großteil ihrer Lehrer ist nett, empathisch und den den Kindern wirklich zugetan. Wer Kinder hat oder nicht, weiß ich eigentlich nur, wenn es der Lehrer mal zufällig und von sich aus erwähnt hat. Und das Vertrauen bildet sich aus dem, was mir meine Kinder über den Lehrer erzählen und dem, was ich im Gespräch mit dem Lehrer oder als Engagement des Lehrers erlebe.
LG Jonna
Ach ja, die altbekannte Frage ;-). Wer hat sie nicht schon gehört?
AntwortenLöschenFrüher habe ich mich durch diese Frage auch oft angegriffen gefühlt, mit der Zeit aber eine Art Gelassenheit entwickelt und lapidar mit "Nein, aber ich habe ein Studium und Referendariat hinter mir. Sie können sich darauf verlassen, dass ich weiß, was ich tue." geantwortet.
Inzwischen glaube ich, dass diese Frage eher ein gewisses Interesse wiederspiegelt - schließlich ist man als Lehrkraft eine öffentliche Person und somit absolut interessant (da muss dann auch der Einkaufswagen genau inspiziert werden oder der Garten oder...oder...oder) und es ist der erste Aufbau einer "Beziehungsebene". Wenn ich etwas über mein Gegenüber weiß, dann fällt es mir doch leichter, mich auseinanderzusetzen usw.
Als "nur"-Lehrerin sieht man die Dinge objektiver, glaube ich. Ich ertappe mich oft dabei, dass ich früher dachte "Oh mein Gott, diese Eltern, wie können sie nur?" und inzwischen bin ich genauso. Es fällt mir jetzt leichter, mich in die Eltern hineinzuversetzen. Mit Kind sieht man vieles plötzlich anders - es ist, als hätte man eine zusätzliche Sichtweise dazu bekommen.
Was wiederum nicht heißt, dass man nur mit Kind ein guter Lehrer ist - Quatsch, wer sowas behauptet. Man lernt nur so unheimlich viel dazu. Und man hat die ständige Konfrontation "Wie empfinde ich das als Mama?" Das schon...ich glaube, dass ich mir inzwischen viel mehr Gedanken mache. Bewusstere Gedanken...
Übrigens glaube ich, dass dir auch hier Offenheit weiterhilft. Denn auch das macht dich "menschlich" und das brauchen Eltern offensichtlich :-) und es hilft auch, Gerede und Mutmaßungen aus dem Weg zu gehen.
Liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:
Tja, ich glaube auch, dass dies nicht wirklich von Belang ist. Vielleicht hilft es in der ein oder anderen Situation ein bisschen mehr zum Verstehen - ich habe es auch im medizinischen Bereich erlebt (der halt meinen Berufszweig wiederspiegelt), dass man eher "nachfühlen" kann und auch manchmal etwas differenzierter denkt, wenn man es am "eigenen Leib" erfahren hat.
AntwortenLöschenAber das heißt nicht generell, dass dann die weitere Umgang mit der Materie besser oder schlechter wird.
Übrigens ein schöner Satz aus dem Erfahrungsschatz von Ingrid.
HG sendet Dir
Birgit
Als ich Anfang der 80er meine Erzieherausbildung begonnen hatte, war ich in einem Blogpraktikum im heimischen Kindergarten ... dort hieß es dann z.B., dass ich nie eine gute Erzieherin würde, da meine Eltern geschieden wurden, als ich 6 Jahre alt war - ich habe ja schließlich nie erfahren, was es heißt, harmonisch "auf und erzogen zu werden" - später dann, als ich schon viele Jahre als sehr erfolgreiche und wohl gelittene Erzieherin arbeitete, hieß es dann: Wie gut, dass sie selbst keine KInder haben, ihnen geht das Gluckenhafte ab und sie erziehen die Kinder nach Bauchgefühl ...
AntwortenLöschenDu kannst es drehen und wenden, wie du willst,- irgendein Menschlein findet immer ein Haar in der Suppe!
LG, SannA - und lass`dich durch solche Aussagen nicht verunsichern - du machst das schon richtig, denn sonst hättest du diesen Beruf(kommt auch von Berufung) nicht gewählt
Kurz & knapp: Ein vierfaches NEIN!
AntwortenLöschenHeute melde ich auch mal kurz zu Wort und sage ganz klar NEIN, man muss keine eigene Kinder haben um eine gute Lehrerin zu sein. Aber jeder unterrichtet anders und man kann es nicht allen Eltern recht machen und dann kommen sich manche ungerecht behandel vor und sofort steht die Frage im Raum, wie macht die denn das bei ihren Kindern? Reagiert sie da auch so? Eine ganz alltägliche Reaktion, ob wir die nun toll finden oder nicht! Und ich ertappe mich auch manchmal dabei, mich zu fragen, wie macht der denn das mit seinen Kindern? Man stimmt denke ich nie mit Jemdand in allem überein, aber kann ihn trotzdem ganz nett finden und schätzen.
AntwortenLöschenAussserdem sind Eltern fast nieeee neutral, sie stehen immer hinter ihrem Kind (oft auch zu unrecht). Und Kinder sind manchmal zu Hause ganz anders, als in einer großen Gruppe wo man angeben muss und da treten als Lehrer dann auch ganz viele Situationen auf die Eltern so gar nicht kennen.
Aber wenn Du Dir so viele Gedanken darum machst, dann bist Du eine ganz tolle Lehrerin, denn wenn man sich selber so viel fragt, kann man auch ganz toll zu hören!
Ich wünsche Dir alles Liebe und dass Deine Zweife ganz schnell wieder verfliegen.
Manu