Ja, es schaut nach einem Regierungswechsel aus, aber so wirklich freuen will sich hier niemand, denn die rechtsnationalistische/rechtspopulistische Partei ist der einzige große Wahlsieger. Habe ich
gestern noch optimistisch von nur 10% gesprochen, zeigte sich nach der Auszählung heute morgen, dass sie wirklich fast 13% der Stimmen erhalten haben. Skandale in der Partei, die anderen Politikern das Karrieregenick brechen würden (Schlägereien mit Eisenrohren, extrem rassistische Äußerungen im Internet, Spielsucht usw.), scheinen die Wähler nicht zu stören, im Gegenteil... Nun sind diese Rechten das Zünglein an der Waage, die Königsmacher und zeigen ihren Triumph ganz offen.
Wie ich gestern schon schrieb, wollen natürlich 87% der Wähler immer noch etwas anderes, aber der politische Wind wird rauer werden. Die Rechten haben nun ungemein an Selbstbewusstsein gewonnen und mit fast 50 Mandaten ziehen auch ebensolche Eisenrohrschläger ins Parlament ein. Stellt euch vor, in Deutschland käme die NPD mit 13% in den Bundestag...
Ich wünsche mir wirklich von Herzen, dass es Stefan Löfven nun gelingt, eine stabile Mitte-Links Koalition zu bilden, so dass die Rechten nicht zu viel an Einflussmöglichkeiten erhalten.
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| Die Qual der Wahl in der Bäckerei: "Was ist deine Wa(h)l? Wa(h)lnusskuchen, Wa(h)lnussbrot, Wa(h)lnussschnecken oder Wa(h)lnusszopf?" |
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Für diejenigen unter Euch, die es interessiert, hier noch ein kleiner deutschsprachiger Medienspiegel:
Der ARD-Bericht wurde heftig kommentiert, wobei es z.T. unsachlich und emotional zur Sache geht. Meine Meinung zum Bericht und den Kommentaren: Der Bericht war absolut angemessen und notwendig. Wurde die letzten Jahre immer noch nur einseitig positiv vom Traumland Schweden berichtet, darf die Berichterstattnung nun auch mal auf die andere Seite hängen. Keine der vom Autor genannten Aspekte sind übertrieben oder überzogen. Und wenn einige meinen, dass das Einwanderungsproblem und die zunehmende Rechtsradikalisierung sich nur auf die Großstädte bezieht, dem sei gesagt, dass die rechtsnationalistischen Schwedendemokraten in Örkelljunga - mitten auf dem flachen Land - 24% bekommen haben, also fast jeder 4. hat dort eine rechtsextreme Partei gewählt.
Und dabei steht Schweden mit seinem Rechtsruck ja nicht allein da, man schaue nur nach Frankreich und andere südeuropäische Länder. Macht euch das kein Bauchweh?
Warum in die Ferne schweifen. In Deutschland gewinnt die AfD immer mehr an Gewicht. Da brauch ich nicht nach Frankreich schielen. Alles sehr bedenklich. Aber , wie immer, entstehen solche Partien nur, wenn die Ängste und Sorgen der menschen von den etablierten Parteien nicht ernst genommen werden. Die müssen aufwachen. Sonst wird es übel enden. Liebe Grüsse von Tellerränder
AntwortenLöschenIch muss ehrlich sagen, dass ich diese Theorie bzgl "die etablierten Parteien nehmen die Sorgen und Ängste der Menschen nicht ernst" für ganz schön abwegig halte. Denn erstens sind es die rechtspopulistischen Parteien erst, die den Menschen das Gefühl geben, dass nur sie deren Ängste ernst nehmen und zum anderen schüren gerade diese Parteien ja die Ängste mit entsprechenden Kampanien (und z.T. falschen Zahlen).
LöschenWenn dann - zweitens - die etablierten Parteien diese Ängste, z.B. vor übermäßiger Einwanderung, ernst nehmen würden, dann müssten sie ja auch die gleiche Rhetorik wie die Rechten benutzen, sonst fühlen sich die Leute ja nicht ernst genommen und dann sind wir mal wieder am Anfang - ein Rechtsrutsch auf allen Ebenen. Zudem ist es ja auch denkbar, dass es keinen Anlass gibt, Angst vor einer Übereinwanderung zu haben und es deshalb eher selten auf die Tagesordnung kommt. Interessanterweise - wie auch oben schon angedeutet - ist ja die 'Angst' nicht in den Vororten der Großstädte am größten, sondern im idyllischen Südschweden, wo es kaum Einwanderer und Flüchtlinge gibt. Summa summarum denke ich, dass man mit dieser Theorie oder Ausrede sehr, sehr vorsichtig sein muss und sich die Frage stellen muss - woher kommen diese Ängste (und die Information), wer schürt dieselben, profitiert davon und betreibt eine Rhetorik, dass die Ängste ja nicht ernst genommen würden?!
Liebe Grüße, Barbara
Genau . . . Ebenso letzten Sonntag erreichte die AfD in Thüringen und Brandenburg zweistellige Werte aus dem Stand und das ohne ein Programm . . . nur aus Protest gewählt . . . Wirklich unglaublich . . . Eine Thüringerin
AntwortenLöschenWorauf bezieht sich dein 'genau'?
LöschenNein, natürlich muss man nicht nur ins Ausland schauen, es gibt sicher auch genügend braune Suppe vor der eigenen Haustüre, allerdings gibt es in Deutschland glücklicherweise noch keinen so dramatischen Rechtsruck wie eben beispielsweise in Schweden oder Frankreich auf nationaler Ebene. Die AfD im Landtag kann schon schlimm sein, aber die NPD im Bundestag wäre wohl schlimmer. Aufpassen müssen wir wohl allemal! Grüße nach Thüringen, Barbara
. . . Na auf's: "Warum in die Ferne schweifen" vom Tellerränder . . .
LöschenIch schließe mich an, die AfD hat von 0 auf fast 10 Prozent in Sachsen gewonnen. Und die von mir gewählte Piratenpartei hat es nicht mal in den Landtag geschafft. Zum Glück wenigstens die auch von mir gewählten Grünen...
AntwortenLöschenGrüße aus Leipzig
Doch, wenn ich mich hier umschaue, macht mir das auch Angst.Ich halte es durchaus fuer wahrscheinlich, dass 2017 Mari.ne gewinnt, weil es einfach keinen guten Alternativkandidaten gibt.Und dann? Wuerd ich vermutlich zurueck nach Deutschland gehen (auch wenn es immer heisst, aber ihr seid doch gar nicht gemeint.Sorry, aber ich bin auch Auslaender hier und kann mir vorstellen, wie Menschen mit dem "falschen" Pass, mit carte residence und Sprachkenntnissen geht..Gruss Rina
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