Samstag, 13. September 2014

Hauptstadtmorgen: 3 Minuten

Es ist Freitag, noch früh am Morgen, ich bin auf dem Weg von Schule 1 zu Schule 2 von vier an diesem Tag. Der Freitag ist zwar der letzte Tag der Woche, aber auch der längste, vor 17:45 werde ich nicht nach Hause kommen, obwohl ich schon zur 1. Stunde begonenn habe. Ich reihe mich in die Fahrradkolonne der Arbeitenden ein, hetze im gleichen Takt von Ampel zu Ampel, im Kopf überlege ich, was ich noch kopieren muss, hänge in Gedanken einem Elterngespräch nach. Plötzlich habe ich die große Hauptstraße verlassen, bin schon in dem kleinen Park. Ein Blick auf die Uhr, ich liege sehr gut in der Zeit. Ich schiebe das Fahrrad vom Fahrradweg, schaue nach oben und atme aus.
Mit einem Mal ist es ganz ruhig, der Verkehr braust nur noch in der Ferne. Die Herbstsonne hat sich durch den Morgennebel geschoben.
Ich schaue nach unten und entdecke die ersten farbenfrohen Herbstblätter. Ich sammle einen Strauß, der zu Hause die Kommode schmücken soll. Ich bin ganz bei mir, schaue nur nach den Blättern, ihrer Form, den Farben. Die Gedanken sind unterbrochen. Plötzlich schrecke ich durch ein Geräusch auf: Zwei Eichkätzchen jagen sich übermütig immer um einen Stamm herum.
Zwei Studenten kommen den Weg herauf, bleiben in einem Sonnenfleck stehen und küssen sich verliebt. Die Eichhörnchen verschwinden in den Baumkronen. Meinen Laubstrauß packe ich vorsichtig in den Rucksack, setze den Helm wieder auf und mache mich wieder auf den Weg.

2 Kommentare:

  1. Danke für diesen wundervollen Herbst-Augenblick, den Du so präsent genossen hast und uns teilhaben daran lässt. Ich hab grad tief durchgeatmet, schön! Ich wünsche Dir, dass Du immer wieder so kleine Inseln im Alltag genießen kannst.
    Alles Liebe, Martina :-)

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  2. Wie schön diese 3 Minuten doch sind....Wunderschön und zum Innehalten und Kaftanen......
    Ganz liebs Grüessli, Rita

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