Montag, 23. Dezember 2013

Das Kipperl: Jesuskinderl

Am Freitagabend nähte ich noch als Letztes, bevor ich meine Nähmaschine in den Weihnachtsurlaub schickte, das Kleid für das Jesuskind. Meinem Empfinden nach ist das das kleinst mögliche, was an Kleidung nähen mit der Nähmaschine möglich ist. Noch kleiner würde ich wohl mit der Hand nähen. Auch den Trikot für Hände und Kopf nähte ich noch ab und dann packte ich die Nähmaschine weg.
Am Samstagmorgen stand ich in aller Herrgottsfrühe auf und begann mit dem Kopf. Beim Jesuskind ging es wieder gut, sich an die Beschreibung zu halten. Allerdings war eben alles sehr klein und fiselig.
Der Körper wird ohne Draht gearbeitet. Stattdessen werden Trikostreifen gerollt und kreuzweise mit reißfestem Nähgarn abgebunden. Das Überziehen der Hände mit Trikot war eine echte Herausforderung! Die Füßchen, die unter dem Kleid hervorschauen würden habe ich mit weißem Trikot (kleine Quadrate) umhüllt und umwickelt.
Bevor ich den Kopf auf den Körper nähte, habe ich am Köper des Jesuskinds einen kleinen Zettel mit Segenswünschen angebracht, so wie sie auch teilweise in die alpenländischen Fatschenkinderl eingearbeitet werden. Es ist ja eben keine Puppe, sondern die Krippe soll uns ja auch als Andachtsbild dienen.
Schließlich wurde der Kopf angenäht und das Kinderl bekam eine Windel. Dann stand die größte Herausforderung bevor: Den weichen Körper in das Kleidchen bekommen. Das Ankleiden war auch bei den großen Figuren nicht so leicht, aber durch den Draht waren sie doch einfacher durch enge Ärmel usw. zu führen. Schließlich war es aber gelungen. Abschließend stickte ich das Gesicht auf und nähte noch ein paar Haare an. Auch hier hatte ich wieder das gleiche Problem wie mit dem Josef, also würde ich auch gerne hierfür nächstes Jahr eine kleine Perücke häkeln. Und von mir einfädig versponnene Schafwolle wartet noch darauf zu einer kleinen Decke verstrickt zu werden. Vielleicht wird das eine Gabe, die die Hirten nächstes Jahr mitbringen...

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