Am 25. März wurde in Schweden nicht nur der Waffeltag gefeiert, sondern es wurde auch die diesjährige Gewinnerin des ALMA-Preises verkündet. Der ALMA-Preis ist der Astrid Lindgren Memorial Award und wird seit 11 Jahren an herausragende Persönlichkeiten und/oder Autoren der internationalen Kinder- und Jugendliteratur verliehen. Der ALMA-Preis gilt auch als Nobelpreis für Kinderbuchautoren und ist mit einem hohen Preisgeld dotiert (woher auch u.a. seine Bedeutsamkeit und Sprengkraft kommt). Die erste Gewinnerin im Jahr 2003 war übrigens Christine Nöstlinger!
Dieses Jahr ging der Preis an die Schwedin Barbro Lindgren, was ihre Landsleute natürlich besonders freut. Barbro Lindgren gehört zu den bekanntesten zeitgenössischen Kinderbuchautoren, allerdings hat sie auch einige Bücher für Erwachsene geschrieben, u.a. zu den großen Philosophen. Ein Thema, das sich immer wieder in allen ihren Büchern findet, ist der Tod. Nicht zuletzt deshalb waren manche ihrer Bücher (v.a. in Schweden) nicht unumstritten. Auch ist sie wohl deshalb nicht übermäßig berühmt, denn bei vielen Büchern für die Kleinsten, steht die u.a. die Illustratorin Eva Eriksson an erster Stelle, während Barbro Lindgren für ihre kurzen Texte in Kleinkinder-Sprache eher in den Hintergrund gestellt wurde. Manche dieser Kleinkinder-Sprach-Texte gelten in vielen Ländern sogar als unübersetzbar.
Als Barbro Lindgren in den 60er Jahren zu publizieren begann, war es sogar Astrid Lindgren selbst, die ihr damals hilfreiche Kritik und Tipps zukommen ließ. Denn letztere war damals als Lektorin eines großen Buchverlags tätig und beurteilte neue Manuskripte. Diesen Brief kann man auf deutsch hier nachlesen. Dass die beiden Autorinnen auch den gleichen Nachnamen tragen ist eher Zufall, Lindgren ist in Schweden kein ungewöhnlicher Name. Mehr über den diesjährigen ALMA-Preis kann man auch hier beim Deutschlandfunk nachlesen.
Wenn man bei den Bücherriesen nach Barbro Lindgren sucht, ist die deutschsprachige Ausbeute noch eher bescheiden, v.a. die Bücher vom kleinen Max sind zu finden, aber auch die Geschichte vom kleinen Onkel. Auch das Schweinchen Benny hat es nach Deutschland geschafft. Vielleicht werden wir aber in nächster Zeit noch mehr Bücher von Barbro Lindgren auf dem deutschen Buchmarkt finden.
Meine Informationen habe ich heute sozusagen aus erster Hand von meiner sehr freudig aufgeregten Kinderliteratur-Professorin erhalten, die spontan unser Seminar Barbro Lindgren gewidmet hat. Das meiste findet sich in ähnlichen Zügen aber auch in den von mir verlinkten Texten wieder.



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