Sonntag, 22. Oktober 2017

Erinnerungen

Jetzt sind die Herbsttage gekommen, an denen Stürme über der Nordsee den Wind und den Regen aufs Festland peitschen, an denen man das Haus nicht verlassen mag, an denen man Erinnerungen an helleren und freundlicheren Tagen nachhängt.

Gerade heute musste ich oft an einen Ausflug mit einen Eltern denken. Sie waren hier Ende September zu Besuch und wir haben einen schönen Spaziergang auf einer Insel gemacht. In unseren Rucksäcken hatten meine Mama und ich jeweils einen Stricksocken und wir haben die Rast genutzt, um ein paar Reihen weiter zu stricken. Wie gerne wäre ich öfter kreativ mit ihr!
Leider sind die Besuche oft sehr ausgefüllt, es gibt immer auch anderes zu tun. Und auch wenn wir es nur sehr, sehr selten schaffen, gemeinsam kreativ zu sein, so habe ich doch bei jeder Masche und bei jeder Reihe das Gefühl, dass sie mir ganz nahe ist. Denn der Mensch, der uns das Stricken beigebracht hat, ist uns oft ganz nahe. Ich glaube, jede(r) erinnert sich an diejenigen, die mit uns die ersten Maschen gestrickt haben, geduldig, die schiefen Teile zu einem Teddy zusammengenäht haben und so eine besondere Verbindung hergestellt haben. Masche um Masche entsteht aus einem Faden etwas, Masche um Masche verbindet Handarbeit, schafft etwas Wärmendes, Liebe, Verbindungen, Indentität, ja vielleicht auch ein Stück Heimat in der Fremde.
Wer hat euch das Stricken gelernt? Wie waren die ersten Strickerfahrungen? Habt ihr vielleicht jemandem das Stricken gelernt?
Gemeinsam mit meiner Mama in der Natur kreativ sein, das ist eine Erinnerung, die mir heute Kraft gibt, und ich kann ein Kreuzchen im Herbsthandarbeitsbingo machen... 💚

7 Kommentare:

  1. Deine Worte berühren mich sehr, denn sie wecken Erinnerungen an meine Oma.
    Ich bin auf einem Bauernhof im Chiemgau aufgewachsen, unsere Oma war Teil unserer großen Familie. Sie hat mir unendlich vieler Geduld das Stricken beigebracht und bei manchen Strickprojekten geholfen. So gerne denke ich an Sie zurück....
    Ich selbst habe meine Tochter und eine Freundin beim Stricken lernen unterstützt, ich glaub ich war nicht ganz so geduldig!
    LG Susanne

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  2. Ehrlich gesagt an die Strickanfänge kann ich mich gar nicht so gut erinnern. Das Häkeln hat mir die Handarbeitslehrerin bei gebracht. Ein Topflappen mit einigen Luftlöchern ist entstanden und meine Mama hat ihn bis heute aufgehoben. Als es dann besser ging, es war Silvesterabend, durfte ich mir Garn aus ihrem Vorrat holen und ich startete den ersten Pulli in Hellbau, das weiß ich noch genau. Die Strickanfänge waren dann auch wieder in der Schule und dann wurden große Projekte in Angriff genommen. Mit ca. 14-16 Jahren hatte ich nur selbstgestrickte Pullis an, bei den komplizierten Mustern musste da meine Mama helfen. Sowie bei den Ausschnitten. Auch heute wenn es nicht klappen will, ist der nächste Weg zu meiner Mama und der ist zum Glück nur 5km weit.
    LG zu Dir
    Manu

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  3. Meine Mutter hatte immer Strickzeug in den Händen. Stricken gelernt hat mir aber eine Nachbarin als ich fünf war. Ich durfte ein Blätzli für ihre Decke stricken. Es war irgendwie grau-blau. :-) Als Handarbeitslehrerin habe ich ganz vielen Kindern das Stricken beigebracht, auch meinen Söhnen. Handarbeit verbindet, was ich gerade wieder letzte Woche in Kaliningrad gemerkt habe. Da war eine alte Frau, die hoch erfreut war, meine selbst gestrickten Socken zu sehen. So von Handwerkerin zu Handwerkerin gab es gleich eine Verbindung. Ich wünsche dir schöne Stunden drinnen, besonders wenn es draussen hudelt. Liebe Grüsse von Regula

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  4. Hej,
    Toll das deine mama zu besuch war, meine ist leidef nicht mehr so mobil und kann nicht zu uns nach dänemark kommen. Von meiner mama habe ich die kreativität - sie hat immer viel gewerkelt. Körbe geflochten, gefilzt,gestrickt, gezeichnet....aber das stricken hab ich von meiner oma gelernt. Das verbinde ich immer damit, wenn ich was handarbeite :-) ganz LG aus Dänemark, Ulrike:0)

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  5. Die Fotos sind so voller Harmonie! Schön.
    LG Karin

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  6. Hallo, ich lese schon etwas länger bei Dir mit. Auch ich habe meiner Oma früher beim Stricken zugesehen. Später wurde dann der besagte Teddy in der Schule gestrickt, den Oma mit mir zuhause fertig strickte. Heute stricke ich mit meiner Enkeltochter ( sie ist 12 ). Anfangs haben wir immer zusammen gestrickt, eine Nadel sie und eine ich, bis sie es alleine konnte. Leider lebt meine Liebe Oma lange nicht mehr. Und so richtig mit Stricken angefangen bin ich erst nach ihrem Tod. Sie hätte mir noch so viel zeigen können. Liebe Grüße von Elke

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  7. Gerade heute nahm ich an einem Stricktreff mit Asylbewerberinnen teil. Sie sprechen kaum bis gar nicht deutsch, waren anfangs noch ziemlich scheu, aber mit viel Lachen ob der angestrengten Strickversuche gab es wunderbare Momente. Die Frauen freuen sich sehr, dass sie etwas nur für sich oder ihre Kinder erschaffen dürfen. Es macht Spass, dies so nah mitzuerleben.
    Liebe Grüsse, Janine

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