Mein Mann hat ab August eine Stelle an der Uni dort und deshalb ziehen wir weiter. Wie ich gestern angedeutet habe, geht es mir im Moment nicht mehr ganz so gut damit. Anfangs war die Freude riesig, denn wir haben uns ja so sehr einen fresh start gewünscht, nochmal von vorne anfangen, Altlasten auch räumlich hinter uns lassen.
Hatte ich meine Gedanken anfangs auf anderes gelenkt, wird mir nun langsam immer bewusster, was der Neuanfang für mich alles mit sich bringt. In Stockholm hat es ungefähr drei Jahre gedauert, bis ich "rein kam", jetzt wieder alles auf Anfang: Arbeit, Kirchengemeinde, Freunde, Kollegen, Infrastruktur, Wohnung usw.
Ich habe neulich wieder den Eintrag über unsere Liebesgeschichte gelesen, es liegt so viel darin: Das Heimweh, die Kompromisse. Neulich schaute ich mich im Badspiegel an und fragte mich: Wie viele Kompromisse kann man im Leben machen und doch mit 70 Jahren zurückblicken und sagen, Ja, ich habe mein Leben gelebt?!
Im Moment bin ich irgendwie wieder fertig mit Schweden, möchte zurück nach Deutschland, keine fremde Sprache im Kopf und im Mund haben, einen Bäcker, eine Metzgerei, einen bezahlbaren Wochenmarkt mit Produkten aus der Region, Qualitätszeitungen, mehr vier Jahreszeiten statt 2 1/2 usw.
Aber, jetzt ist er auch da - der Neustart, den wir uns so sehr wünschten. Und es wird viel zu tun sein: Wir haben noch genau fünf Monate um alles abzuwickeln!!! Und ich stehe endlich unter Druck, mich von meinem destruktiven Arbeitsverhältnis zu lösen. Wir versuchen (!!!) ein Häuschen zu finden, wir werden ca. 400 km näher nach Deutschland ziehen, ich weiß, dass wir dann dort zumindest mal 10 Jahre bleiben werden. Und ich freue mich schon auf das Palmenhaus :-)
Und nun aber zum Wichtigsten: 14 Kommentare und eine e-mail sind gestern am Sonntag in den Lostopf gehüpft, der Mann hat als "Glücksfee" agiert... Mir tat es aber so leid, es waren so viele nette Zeilen, und nur ein Gewinn. Also habe ich noch zwei weitere Gewinne in den Topf geworfen! Da ich keine Zeit habe, drei Nadelhäuschen zu sticken, sind die Gewinne 2 und 3 kleine Materialpäckchen mit Material und einer leichtverständlichen Anleitung auf Deutsch, so dass man sich sein eigenes Nadelhäuschen nadeln kann :-) Die ursprüngliche Anleitung kommt aus der Zeitschrift Hemslöjd 6/14. Wenn ich das nächste Nadelhäuschen mache, werde ich Fotos machen und hier zeigen, so dass sich die eine oder andere vielleicht auch noch selbst an ein Häuschen wagt.
Trommelwirbel --- und die Gewinnerinnen sind
Sandra HH - du hast ein Nadelhäuschen gewonnen!
Jonna und Elisabeth - ihr werdet jeweils ein Materialpäckchen mit Anleitung erhalten.
Bitte schreibt mir eine e-mail mit eurer Adresse und evtl. Farbaversionen, dann bekommt ihr noch im März Post aus Schweden!



Ja Wahnsinn, bin das wirklich ich? Ich habe noch NIE etwas gewonnen! Ich freue mich wie ein Keks!! Vielen Dank!
AntwortenLöschenLiebe Grüße Jonna
Tut mir leid, dass du so traurig bist im Moment :(.
AntwortenLöschenIch kann das zum Teil verstehen... mein Freund kommt aus Finnland und bei uns ist das auch alles nicht so einfach... So haben wir schon seit über 7 Jahren eine Art Fernbeziehung. Warum, das ist alles kompliziert zu erklären und will ich auch nicht hier öffentlich breittreten ;) . Es kommt noch hinzu, dass ich selbst sehr häufig umziehen musste in den letzten Jahren. Wenn man dann sieht, wie leicht das bei "den anderen" oft läuft, wie sie mit Ende 20 alles unter "Dach und Fach" haben, geht es zumindest mir so, dass mich das sehr runterziehen kann... ich hoffe, dass du nicht auch den Fehler machst, eure Situation zu sehr mit anderen zu vergleichen. Ich mache das oft und das tut mir nicht gut...
Du schreibst "Im Moment bin ich irgendwie wieder fertig mit Schweden, möchte zurück nach Deutschland, keine fremde Sprache im Kopf und im Mund haben, einen Bäcker, eine Metzgerei, einen bezahlbaren Wochenmarkt mit Produkten aus der Region, Qualitätszeitungen, mehr vier Jahreszeiten statt 2 1/2 usw.". Ich glaube, so denkt man leicht, wenn man im Ausland lebt. Zumindest bei mir haben sich diese Denkmuster ziemlich schnell eingefunden, wenn ich im Ausland gerade unzufrieden war. Aber ganz ehrlich... so toll wie man es sich dann ausmahlt ist es in Deutschland auch nicht. Es mag sein, dass in Bayern einiges noch ein bisschen anders ist, aber ich wohne z.B. in Niedersachsen. Hier in meiner Stadt gibt es nur (!) noch Kettenbäckereien, frisches Obst und Gemüse vom Wochenmarkt ist sehr teuer, Fleisch esse ich zwar nicht, aber dazu kann ich nur sagen, dass die Tierschutzstandards in der Nutztierhaltung in Schweden generell viel höher sind als in Deutschland ... und die regionalen Zeitungen - über deren "Qualität" fang ich gar nicht erst an zu schreiben ;). Versuch' doch auch in Schweden das Gute zu sehen :-). Ich habe in Südschweden studiert, in meiner Stadt gab's auf jeden Fall einen Wochenmarkt... und eine RICHTIGE Bäckerei :). Und es gab auch Frühling, der nicht nur aus Schneematsch bestand. Und die Sydsvenskan habe ich persönlich immer sehr gerne gelesen. Vielleicht wird es dir in Göteborg doch ganz gut gefallen...! Von dort bist du auch mal schnell in Dänemark - und die dänischen Bäckereien, ja, die sind oft wirklich noch gut :).
Liebe Grüße,
Heike
Ach du Liebe, ich kann dich sehr gut verstehen und ich drück dich einfach mal ganz fest aus der Ferne :-) Ganz liebe Grüße aus dem kleinen Haus am See (o:
AntwortenLöschenP.S: Das Palmenhaus ist wunderbar! Darauf kannst du dich wirklich freuen... und auf viele andere Kleinigkeiten bestimmt auch. Kopf hoch! Ich bewundere dich sehr... und das ist ganz und gar ehrlich und aus tiefstem Herzen so gemeint.
Ich habe wirklich noch keine Ahnung, wie es anfühlen wird, so mit 70 noch mal auf sein Leben zurückzublicken - ich bin erst 53 :-) Allerdings waren meine letzten 25 Jahre so vollgepackt mit Kompromissen, dass das wohl locker für die doppelte Anzahl an Jahren reichen würde. Doch mittlerweile bin ich im Großen und Ganzen mit meinem Leben sehr zufrieden. Ich kann Heike von "vegrichtung" wirklich nur zustimmen - mir hat es auch immer sehr geholfen, sich an den wenigen positiven Sachen zu orientieren und die negativen Dinge ab und zu im Kopf nach hinten zu schieben. Ich lese ja nun schon ein Weilchen in deinem Block mit und ich habe das Gefühl, dass du diesen Weg eigentlich auch schon für dich gefunden hast. Vielleicht fühlt er sich nur noch ein wenig fremd an. Manchmal ist es halt schwer, den Steinen auszuweichen, die einem in den Weg gelegt/geworfen werden. Manche Steine fallen einem direkt auf die Füße und tun weh. Doch wenn man weitergeht, dann findet man vielleicht schon an der nächsten Abbiegung ein sonniges Plätzchen zum Wundenlecken und Krafttanken. Möglicherweise ist Göteborg dein nächstes sonniges Plätzchen - wer weiß? Viel Kraft und Erfolg beim Allem, was demnächst bei euch ansteht.
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
(eine andere) Heike :)
Liebe Barbara,
AntwortenLöschenich hatte eigentlich nur mal so, wie eigentlich öfter hier vorbei geschaut und was lese ich unter deinem Post, der mich sehr bewegt - Ich wünsche euch und ganz besonders Dir eine gute "letzte" Zeit in Stockholm und einen tollen Start in Göteborg - ich habe den Hauptpreis gewonnen! Wie toll ist das denn!?!
Eine mail ist schon unterwegs und ich freue mich ganz doll!!!!!!
Herzliche Grüße
SANDRA
Das werden sicher spannende und volle Monate werden bis zu eurem Umzug. Ich wünsche euch, dass ihr alles gut organisiert und geplant bekommt und bei all dem den nahenden Frühling genießen könnt!
AntwortenLöschenIch verstehe, dass du Bedenken und Sorgen hast, was den Neustart anbetrifft. Ich glaub, das gehört irgendwie dazu. Man lässt ja immer auch was zurück. Man weiß was man hat, auch wenn es nicht nur positives ist. Aber im Ungewissen liegt auch eine Chance. Und ich wünsche dir und deinem Mann alles Gute für den neuen Weg, dass sich alles irgendwie fügt und ihr ankommt im neuen Job, der Stadt und dem Drumherum.
Liebe Grüße Stefanie
wahrscheinlich bin ich über kreativberg hierhergekommen und hab mich festgelesen. sehr interssant dein blog! ich bin noch nicht ganz 70, aber blicke auf mindestens 13 umzüge und immer wieder neue herausforderungen zurück. vor 8 jahren sind wir in die heimat meines mannes gezogen, argentinien. so weit weg und so schön! für die zukunft wünsche ich dir alles gute!
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