Letztes Jahr im November habe ich hier schon mal darüber nachgedacht, welche
Abläufe und Jahresläufe für mich wichtig sind, damit sich auch mein
Lebenslauf stimmig anfühlt. Dabei wurde ich sehr nachdenklich, wurde mir doch beim Vorbereiten des Posts damals bewusst, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich müsste mich rechtfertigen. Rechtfertigen, für all die Dekoration. Rechtfertigen, für all die Rituale und Gesten.
Wozu, du hast ja nicht mal Kinder?! Warum machst du dir so eine Arbeit?
Blättert man in Jahreszeiten-/Jahreslaufbüchern entsteht sicher der Eindruck, dass sich deren Inhalt vordergründig an Familien mit Kindern im (Grundschul-)Alter richtet und damit auch dass
Abläufe, Jahresläufe und Rituale überwiegend für eben solche Familien gedacht sind.
Die Bedeutung von
Abläufen, Jahresläufen und Ritualen für Kinder will ich gar nicht in Frage stellen, aber ich bin auch der festen Überzeugung (und viele liebe Kommentare haben das im November auch bestätigt), dass jeder Mensch
Abläufe, Jahresläufe und Rituale braucht. Das ist das ureigenste Bedürfnis des Menschen, egal, wie die Lebenssituation um ihn/sie herum aussieht.
Zwischen den Jahren habe ich ein bisschen überlegt, wie es hier am Blog weiter gehen soll, welche Themen ich 2015 beschreiben will, ob ich eine Reihe fortführen möchte, ob eine neue Serie entstehen soll. Dabei kam mir ein Thema immer wieder in den Sinn: Jahreszeiten, Jahresläufe, bewusst für sich und andere gestalten, unabhängig davon, wie die Lebenssituation gerade ist.
Mit ein bisschen (k
rankheitsbedingter) Verspätung will ich nun in diese Reihe starten, die mindestens 12 Teile haben soll. Als Aufhänger können religiöse Festzeiten dienen, die Natur vor meinem Fenster, eine Notiz auf dem Kalenderblatt. Ich hoffe, euch gefällt diese kleine Reihe und ich wünsche Euch auf diesem Wege noch einmal ein
gutes Jahr 2015.
JahresZeit Januar: Wie eine neue, leere Seite
Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit zerinnt zwischen meinen Händen... Für das neue Jahr habe ich mir deshalb vorgenommen, bestimmte Sachen besser zu
dokumentieren, aufzuzeichnen. Nicht für die Nachwelt, einfach nur für mich - und ich freue mich schon jetzt auf ein paar ruhige Stunden Ende Dezember, wenn ich diese Bücher durchblättern werde.
Manche werden - zurecht! - seufzen "Ja und mit diesen Ideen kommt sie erst jetzt am 19. Januar daher!", aber seht es als Inspiration und hej, 19 Tage kann man leicht noch nachtragen, 346 Tage liegen noch vor uns ;-)
Das kleine Notizbuch ganz oben ist mein Blognotizbuch, in dem ich Ideen sammle, organisiere und mir überlege, wann ich was schreiben könnte. An längeren Beiträgen sitze ich manchmal auch zwei Abende und ich versuche, dass es weder zu text- noch zu bildlastig wird, auch die Themen sollen sich abwechseln. Das will ein bisschen geplant sein.
Das zweite Buch von oben ist mein Jahresnotizbuch. So ein Notizbuch führe ich nun schon zum fünften Mal. Sie sind nicht besonders schön geführt bzw. entwickeln eine ganz eigene Ästhetik aus endlosen To-Do-Listen, Notizen, Einkaufslisten, Telefonnummern, usw. In dem Buch steht also alles, was ich sonst auf losen Zetteln aufschreiben würde. Es ist sehr (!) unterhaltsam, in diesen Büchern wieder zurück zu blättern, sie erzählen oft mehr als ein Tagebuch...
Trotzdem hatte ich dieses Jahr auch das Bedürfnis und den Wunsch nach einem Tagebuch. Bislang war ich an den verschiedenen Formen immer gescheitert, aber nun habe ich mein Format gefunden: Es ist ein vorgedrucktes 5-Jahres-Tagebuch. Für jeden Tag gibt es sechs Zeilen und Wetterkästchen zum Ausfüllen. Das passt perfekt, das ist genau das, was ich noch jeden Abend schaffe. Und spannend wird es dann nächstes Jahr, wenn man unter den alten Eintrag schreibt...
Schließlich noch mein selbstgebasteltes Fahrtenbuch. Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr damit beginnen, als wir das Auto bekamen, aber da hat es irgendwie nicht sollen sein. Nun liegt es im Fach in der Beifahrertür und wartet auf spannende Abenteuer, die auch dieses Jahr sicher kommen werden :-) Das Fahrtenbuch hat deshalb auch einfach nur die Funktion, uns an lustige Reisen/Wegstrecken zu erinnern und nicht, den Benzinverbrauch zu optimieren.
Damit bin ich am Ende meines
Neue, leere Seiten-Eintrags. Wem es zu viele Bücher mit zu vielen fordernden leeren Seiten waren, dem lege ich das Glücksmomente-Glas ans Herz. Bei
Jademond gibt es dazu ein
Tutorial.