Freitag, 30. Januar 2015

Freitagabend

Ich bin mal wieder die letzte, die um 17:30 Uhr am Freitag die Schule verlässt. Die U-Bahn ist so voll, dass man sicher nicht mehr umfallen kann. Der Menschenstrom spült mich zur Umsteigestation und endlich komme ich in die richtige Bahn, die mich nach Hause bringt. Als ich mich endlich auf einen Sitzplatz fallen lasse, kommt eine Ahnung von Kopfweh und Hunger auf. Um mich herum haben viele Leute schicke Taschen, gefüllt mit Sushi, Frühlingsrollen (die lecker duften!), Nudeln oder Pizzakartons. Nachdem ich mich die Treppe hochgeschleppt, den Rucksack abgestellt und die Jacke samt verschwitzten Pulli ausgezogen habe, ist mir zum Heulen zumute: Warum können wir nicht mal Essen holen? Oder Essen kommen lassen?
Ich fülle erstmal den Wasserkessel und mache Tee. Ich nehme ein paar Schlucke, lege mir das Rezept bereit und hole die Zutaten aus dem Kühlschrank, aus dem Netz, aus dem Kasten. Langsam beginne ich zu schälen, zu waschen, zu hacken, zu reiben.
Man braucht: 2 Gelbe Rüben, eine Stange Lauch, 4 Knoblauchzehen, 1 rote Zwiebel, 1 Stück frischen Ingwer
Das Gemüse klein schneiden oder reiben.
Ich fühle, wie mir der Zwiebelsaft in den Augen brennt, ich schmecke die Süße der letzten Gelbe Rüben-Stückchen, der Saft des Ingwers tropft über meine Finger. Behutsam stelle ich meinen Lieblingstopf auf die Platte, höre das Fauchen des entzündetens Gases, gebe goldgelbes Rapsöl hinein.
Das Gemüse in 1 EL Rapsöl andünsten, 1 dl rote Linse zugeben und anschwitzen.
Während sich in der Küche eine schöne Wärme ausbreitet, hole ich die Gewürze vom Regal. Den Fenchel gebe ich in den Mörser und zerdrücke behutsam die Körner. Das ist eine schöne Bewegung, der Fenchelgeruch steigt mir in die Nase.
2 EL gemahlenen Koriander, 1 EL Fenchel (zerstoßen/gemahlen),  1 Chili oder Chilipulver zugeben.
Zischend und blubbernd füllt sich der Topf nun mit den Flüssigkeiten - Kokosmilch und Gemüsebrühe. Ich freue mich über die schöne gelbe Farbe, lege den Deckel auf und lasse alles köcheln. Ich fülle meine Teetasse nach.
Mit einer Dose (Bio-)Kokosmilch und Gemüsebrühe aufgießen. Den Saft einer Zitrone oder Limette zugeben, mit Salz abschmecken.
Wir sitzen am Tisch. Ich fülle die warme, cremige und leichte Suppe in den Suppenteller. Behutsam nehme ich einen Löffel: Die Linsen, Koriander und Chili wärmen, der Ingwer und die Zitrone erfrischen, der Fenchel beruhigt, das Gemüse gibt Kraft.
Jetzt weiß ich wieder, warum ich kein fertiges Essen holen will...

Mittwoch, 28. Januar 2015

genäht: Eine Glückshose

Ein bisschen Glück könnten wir jetzt schon mal gebrauchen, um uns mit einem Ruck aus der Sackgasse rausbewegen zu können. Die richtige Fahrtrichtung einnehmen können, das wäre ja schon mal schön...
Entschuldigt bitte die ungebügelten Fotos! Tageslicht und Bügelzeit treten selten zusammen auf...
Jetzt war erstmal der Mann dran, einen Versuch zu unternehmen. Dafür wollte ich ihm viel Glück wünschen. Nachdem das Lieblingsjeansmodell nicht mehr erhältlich ist und die anderen Jeans schon eher mitgenommen aussehen, habe ich ihm eine Glückshose genäht. Dafür habe ich eine kaputte Lieblingsjeans aufgetrennt und die Einzelteile als Schnitt benutzt. Es hat hervorragend funktioniert, ich bin ein bisschen stolz auf meine Näharbeit und mein Mann hat sie wirklich an diesem wichtigen Termin getragen. Zudem hat sie das Potenzial zur neuen Lieblingshose, was mich freut!
Vielleicht hilft ja ausnahmsweise auch mal ein Glückspilz hier in Schweden...

Montag, 26. Januar 2015

Eskapismus und slow journalism

Zeitmagazin vom 30. Dezember 2014
Wenn ich von oder nach Deutschland fliege, versorge ich mich gerne am Flughafen noch einmal mit deutschen Zeitungen, namentlich Süddeutsche und Die Zeit. Dabei fand ich im Zeitmagazin von Ende Dezember ein sehr interessantes Dossier, das u.a. den Eskapismus ([Hang zur] Flucht vor der Wirklichkeit und den realen Anforderungen des Lebens in eine imaginäre Scheinwirklichkeit; Duden, Das Fremdwörterbuch) berührte. Seit ich diesen Artikel gelesen habe, geht mir so einiges durch den Kopf, das ich auch hier am Blog teilen möchte. Allerdings ist es eher eine lose Gedankensammlung als ein Text mit rotem Faden. Zum Nachdenken einfach...
Zum einen klingt dieser Artikel für mich schon ein bisschen nach Vorwurf. In einer demokratischen Gesellschaft werden ja generell politisches und gesellschaftlichen Engagement positiv bewertet, während unpolitisch sein negativ ist. Handarbeiten, Kochen und Gärtnern werden auf die unpolitische Seite gestellt und damit impliziert die Autorin, dass wer handarbeitet, zieht sich aus gesellschaftspolitischem Engagement zurück und ist damit ein schlechterer Mensch. Ich überzeichne hier ein bisschen, aber man kann den Artikel durchaus so lesen. Und: Warum immer handarbeiten??? Was ist mit denen, die stundenlang Computerspiele spielen?!
Damit sind wir auch schon bei einer Reihe von Fragen, um die sich die wunderbare Ella von Ringelmiez (einer meiner Lieblingsblogs!) annimmt: Können handarbeitende Menschen nicht auch politisch sein? Oh doch, können sie natürlich! Was ist der Wert von Handarbeiten in unserer Gesellschaft? Hier ist Ellas Antwort, der ich voll und ganz zustimmen! Ich stelle mir noch die Fragen: Was ist das denn für eine Gesellschaft, in der Stressabbau und Rückzug vielleicht überlebensnotwendig geworden sind? Und wie sieht für die Autorin (und diverse Forschungsinstitute) denn der politisch engagierte Mensch aus?
Ich für mich beantworte die Fragen so:
Zum einen bin ich es sehr leid, dass man sich rechtfertigen muss, wenn man handarbeitet*, kocht und gärtnert. Zum anderen scheinen gerade Journalistinnen oft ein recht einschichtiges Menschenbild zu haben, denn ich kenne viele Frauen, die sich sehr aktiv in die Gesellschaft einbringen und handarbeiten und kochen können.
Ich sehe auch viele meiner Aktivitäten als politisch an**: Was und wo ich einkaufe, egal ob Lebensmittel oder Kleidung. Wenn ich als Lehrerin arbeite, trage ich dazu bei, dass eine neue Generation demokratisch-mündiger Bürger heranwächst. Ich informiere mich täglich über das tagesaktuelle Geschehen in Schweden und in Deutschland.
Aber ich sehe es auch als mein gutes Recht an, dass ich mich zurück ziehe, ja genau, um Stressabbau zu betreiben. Das ist nämlich auch eine gesellschaftliche-politische Tendenz, dass weniger Menschen immer mehr arbeiten sollen. Ich arbeite beispielsweise 45 Stunden/Woche (laut Vertrag, praktisch sind es noch mehr) und es ist ein stressiger Job! Inklusion, Integration, fehlende Lehrmittel, lange Anfahrtswege, Verwaltungskram usw. fordern ihren Tribut. Da kann niemand von mir verlangen, dass ich mich dann auch noch in Gremien, Parteien oder anderen Gruppen engagiere.
Da ich mich selbst aber durchaus als politischen Menschen bezeichnen würde, bin ich auch sehr an den größeren Zusammenhängen interessiert, die ja inzwischen oftmals weltumspannend sind. Das muss ich aber nicht in dem Takt der Ereignisse tun. Und damit bekenne ich mich hier zu meiner Vorliebe für slow journalism - langsamen Journalismus. Ich würde jetzt nicht unbedingt Geld für ein exklusives britisches Magazin ausgeben, das 3 Monate alte Nachrichten aufbereitet - ich lese einfach alte Zeitungen. Gute Zeitungen, die mich tiefer gehend und umfassend informieren. Am Freitag habe ich mir die Zeit vom 15. Januar am Bahnhofskiosk geholt - da war in Deutschland schon eine neue Ausgabe erschienen. Nun lese ich mich durch diese Zeitung, zurückgezogen in unserem Wohnzimmer, zwischen Reihen an meinem Strickprojekt, mit selbstgebackenen Keksen und Bio-Tee...

*Gerade weil mehr Menschen handarbeiten, klingt bei manchen im Unterton mit: Aha, bist du auch einem Trend aufgesessen...
**Ich habe mal gelesen, aber ich weiß nicht mehr wo, dass je sozialdemokratischer/linker ein Mensch politisch eingestellt ist, desto mehr sieht man sein eigenes Handeln als politisches Tun, z.B. den Kauf einer fairtraide-Schokolade. Interessant, oder?

Samstag, 24. Januar 2015

Sonntagsfreude: Äpfel

... von daheim! Sie kamen diese Woche wieder wohlbehalten hier an und so haben wir nun fast den ganzen Winter mit Äpfeln, die nach Heimat und mehr schmecken, überbrücken können. Wenn der Postmann manchmal wüsste, was hier alles verschickt wird ;-) Die Extra-Vitamine tun jetzt besonders gut, sitzt mir die Grippe doch noch in den Knochen... Danke, Mama!
Noch eine Sonntagsfreude: Zum ersten Mal seit langem habe ich wieder einen konkreten Wunschtraum nachdem ich ja aus reinem Selbstschutz sehr vorsichtig geworden bin: Ein Apfelbäumchen mit aufgebeizten Ästen vom Apfelbaum daheim - das ist ja mal etwas, das ich im Hinterkopf und/oder im Blickfeld behalten kann!

Die schöne Tradition der Sonntagsfreude wird auch dieses Jahr auf dem Kreativberg weitergeführt!


Wegweiser - im Schnee


Freitag, 23. Januar 2015

Der kleine kulturelle Unterschied

Neulich fiel ich aus allen Wolken: Das Schwein (und der Fliegenpilz und der Kaminkehrer sind/) ist kein Glückssymbol in Schweden!!!
Weihnachtliche Marzipan- und Pfefferkuchenschweine vertreten lediglich den Weihnachtsschinken und Schwein ist ein Schimpfwort, aber sonst - nix! Naiv wie ich bin, dachte ich zumindest, dass es doch in Nord- und Zentraleuropa einen Konsens über Glückssymbole geben müsste. Mein Mann hat mich herzlich ausgelacht...
... und jetzt verstehe ich auch die Kicheranfälle meiner SchülerInnen. Wieder was gelernt und in Zukunft gibts nur noch Kleeblätter (und keine süßen Schweinchen mehr, oder gehäkelte Glückspilze... pfff, jeder wie er es verdient...) ;-)

Donnerstag, 22. Januar 2015

Die Sache mit dem Internet - und dem richtigen Leben

Im kleinen Haus am See konnte man vor kurzem diese nachdenklichen Zeilen lesen und ich kann dem nur zustimmen. Auch ich frage mich sehr oft, wer liest hier mit, wer liest was - und was sind mögliche Konsequenzen. Mit meinen privaten Angaben und Personenfotos bin ich ja sehr vorsichtig, was manche vielleicht schade finden.
Trotzdem ergeben sich manchmal nette Kontakte, die sich auch ins richtige Leben erstrecken: Einmal habe ich eine andere Bloggerin getroffen, einmal ergab sich ein Kaffeehausbesuch mit einer Leserin. Mit ein paar anderen ergab sich ein netter Brief- und e-mail-Wechsel. Das alles ist aber eher langsam gewachsen und private Daten habe ich erst herausgegeben, nachdem ich die Personen durch ihre Worte, Zeilen und eventuell auch deren eigene Blogs "besser kennengelernt" hatte.
Nun ergab sich in letzter Zeit aber noch eine weitere Kategorie von Anfragen, die mich zugegebenermaßen etwas überrumpelt hatten: Leserinnen, die mir Geschenke zusenden wollten. Das ist ja etwas Wunderschönes, eine Wertschätzung meines Engagements hier am Blog und eine nette Sympatiebezeugung.
Aber - und hier kommt leider das aber - ich kenne diese Personen überhaupt nicht, während diese schon einiges über mich (vom Blog her) wissen. Da kommt dann völlig unvermittelt die Anfrage: "Hallo Barbara, ich würde dir gerne dies und das schicken, magst du mir deine Adresse mitteilen? Herzlichen Dank für deinen Blog, liebe Grüße XY."
Anfangs habe ich diese e-mails beantwortet und gerne meine Adresse hergegeben. Und in den meisten Fällen waren es superliebe Postsendungen, die mich erreicht haben (zum Beispiel diese hier). Aber es gab leider auch Fälle, in denen ich nie eine Antwort geschweige denn Post bekam, und da grüble ich dann schon nach, was mit meiner privaten Adresse aus dem richtigen Leben passiert ist. Vielleicht hatte die Leserin ehrenwerte Absichten, kam dann aber einfach nicht dazu, den Brief auf den Weg zu bringen. Oder aber war es jemand, der Adressen abfischen möchte?
Da auch in Zukunft meine Abwägungen, wem ich meine Adresse geben würde, willkürlich und auf mein Bauchgefühl beruhend sein müssten, habe ich mich zu diesem Eintrag entschlossen, um Euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Ich möchte niemanden verletzen und auch niemandem die gute Absicht absprechen, aber - da es eben willkürlich wäre - möchte ich deshalb in Zukunft der Einfachheit und Gerechtigkeit halber keine Geschenke von Leserinnen mehr annehmen.
Es ist wirklich eine Zwickmühle, denn ich glaube wirklich, dass es liebe Leute gibt, die sich Gedanken machen und Freude verschicken wollen, aber ich traue dem Internet nicht über den Weg. Da ich in Zukunft weiter mit gutem Gefühl bloggen möchte, möchte ich mir auch sicher sein, dass meine Daten und meine Privatsphäre auch so geschützt sind, soweit es möglich ist.
 Ich hoffe, Ihr könnt meine Gedankengänge nachvollziehen und Ihr bleibt mir als LeserInnen gewogen. Auch könnt Ihr mir jederzeit e-mails schreiben, wenn Ihr die Kommentarfunktion nicht nutzen wollt, aber meine private Adresse gebe ich vorerst nicht mehr heraus - und hoffe auf Euer Verständnis.

Mittwoch, 21. Januar 2015

Wegweiser

Wohin es geht, wissen wir im Moment nicht. Das Wetter auch nicht, auf zwei Tage Schnee folgen zwei Tage Tauwetter. Gerade schneit es wieder.

Aber manches ist sicher und gewiss: Es wird heller werden und es wird ein neuer Frühling kommen. Diese Wegweiser erzählen schon davon...

Montag, 19. Januar 2015

JahresZeit Januar

Letztes Jahr im November habe ich hier schon mal darüber nachgedacht, welche Abläufe und Jahresläufe für mich wichtig sind, damit sich auch mein Lebenslauf stimmig anfühlt. Dabei wurde ich sehr nachdenklich, wurde mir doch beim Vorbereiten des Posts damals bewusst, dass ich manchmal das Gefühl habe, ich müsste mich rechtfertigen. Rechtfertigen, für all die Dekoration. Rechtfertigen, für all die Rituale und Gesten. Wozu, du hast ja nicht mal Kinder?! Warum machst du dir so eine Arbeit?
 Blättert man in Jahreszeiten-/Jahreslaufbüchern entsteht sicher der Eindruck, dass sich deren Inhalt vordergründig an Familien mit Kindern im (Grundschul-)Alter richtet und damit auch dass Abläufe, Jahresläufe und Rituale überwiegend für eben solche Familien gedacht sind.

Die Bedeutung von Abläufen, Jahresläufen und Ritualen für Kinder will ich gar nicht in Frage stellen, aber ich bin auch der festen Überzeugung (und viele liebe Kommentare haben das im November auch bestätigt), dass jeder Mensch Abläufe, Jahresläufe und Rituale braucht. Das ist das ureigenste Bedürfnis des Menschen, egal, wie die Lebenssituation um ihn/sie herum aussieht.

Zwischen den Jahren habe ich ein bisschen überlegt, wie es hier am Blog weiter gehen soll, welche Themen ich 2015 beschreiben will, ob ich eine Reihe fortführen möchte, ob eine neue Serie entstehen soll. Dabei kam mir ein Thema immer wieder in den Sinn: Jahreszeiten, Jahresläufe, bewusst für sich und andere gestalten, unabhängig davon, wie die Lebenssituation gerade ist.

Mit ein bisschen (krankheitsbedingter) Verspätung will ich nun in diese Reihe starten, die mindestens 12 Teile haben soll. Als Aufhänger können religiöse Festzeiten dienen, die Natur vor meinem Fenster, eine Notiz auf dem Kalenderblatt. Ich hoffe, euch gefällt diese kleine Reihe und ich wünsche Euch auf diesem Wege noch einmal ein gutes Jahr 2015.








JahresZeit Januar: Wie eine neue, leere Seite
Manchmal habe ich das Gefühl, die Zeit zerinnt zwischen meinen Händen... Für das neue Jahr habe ich mir deshalb vorgenommen, bestimmte Sachen besser zu dokumentieren, aufzuzeichnen. Nicht für die Nachwelt, einfach nur für mich - und ich freue mich schon jetzt auf ein paar ruhige Stunden Ende Dezember, wenn ich diese Bücher durchblättern werde.
Manche werden - zurecht! - seufzen "Ja und mit diesen Ideen kommt sie erst jetzt am 19. Januar daher!", aber seht es als Inspiration und hej, 19 Tage kann man leicht noch nachtragen, 346 Tage liegen noch vor uns ;-)
Das kleine Notizbuch ganz oben ist mein Blognotizbuch, in dem ich Ideen sammle, organisiere und mir überlege, wann ich was schreiben könnte. An längeren Beiträgen sitze ich manchmal auch zwei Abende und ich versuche, dass es weder zu text- noch zu bildlastig wird, auch die Themen sollen sich abwechseln. Das will ein bisschen geplant sein.
Das zweite Buch von oben ist mein Jahresnotizbuch. So ein Notizbuch führe ich nun schon zum fünften Mal. Sie sind nicht besonders schön geführt bzw. entwickeln eine ganz eigene Ästhetik aus endlosen To-Do-Listen, Notizen, Einkaufslisten, Telefonnummern, usw. In dem Buch steht also alles, was ich sonst auf losen Zetteln aufschreiben würde. Es ist sehr (!) unterhaltsam, in diesen Büchern wieder zurück zu blättern, sie erzählen oft mehr als ein Tagebuch...
Trotzdem hatte ich dieses Jahr auch das Bedürfnis und den Wunsch nach einem Tagebuch. Bislang war ich an den verschiedenen Formen immer gescheitert, aber nun habe ich mein Format gefunden: Es ist ein vorgedrucktes 5-Jahres-Tagebuch. Für jeden Tag gibt es sechs Zeilen und Wetterkästchen zum Ausfüllen. Das passt perfekt, das ist genau das, was ich noch jeden Abend schaffe. Und spannend wird es dann nächstes Jahr, wenn man unter den alten Eintrag schreibt...
Schließlich noch mein selbstgebasteltes Fahrtenbuch. Eigentlich wollte ich schon letztes Jahr damit beginnen, als wir das Auto bekamen, aber da hat es irgendwie nicht sollen sein. Nun liegt es im Fach in der Beifahrertür und wartet auf spannende Abenteuer, die auch dieses Jahr sicher kommen werden :-) Das Fahrtenbuch hat deshalb auch einfach nur die Funktion, uns an lustige Reisen/Wegstrecken zu erinnern und nicht, den Benzinverbrauch zu optimieren.
Damit bin ich am Ende meines Neue, leere Seiten-Eintrags. Wem es zu viele Bücher mit zu vielen fordernden leeren Seiten waren, dem lege ich das Glücksmomente-Glas ans Herz. Bei Jademond gibt es dazu ein Tutorial.
 

Sonntag, 18. Januar 2015

Sonntagsfreude: Wieder auf dem Weg...

Mit vorsichtigen Schritten, aber ich bin wieder unterwegs :-)

Die schöne Tradition der Sonntagsfreude wird auch dieses Jahr auf dem Kreativberg weitergeführt!

Sonntag, 11. Januar 2015

Wegen Krankheit vorübergehend geschlossen

Es hat mich erwischt. Eigentlich ist es nicht komisch, schon seit den Weihnachtstagen habe ich ein Ebbe-und-Flut-Gefühl. Fluttage sind gute Tage, die geben bzw. zumindest nicht nehmen. Ebbetage nehmen Energie mit sich und hinterlassen nur nassen Sand. Die Ebbetage waren in den letzten Wochen gefühlt in der Überzahl, auch richtig total fit habe ich mich schon seit einer Woche nicht mehr gefühlt. Und jetzt das volle Programm!
Dabei bin ich mir selber im Weg. Denn es ärgert mich, dass ich (gefühlt zumindest) schon wieder krank bin, dass ich schon wieder nicht das leisten kann, was von mir erwartet wird ich von mir erwarte, dass schon wieder der Unterricht für Schüler entfallen muss, wo sie doch nur 1 Stunde/Woche haben.
Trotzdem ist es wohl ein Zeichen, dass es so grad nicht geht, dass ich gesund werden muss, dass 5 Unterrichtsstunden mit einer fiten Lehrerin wohl besser sind als 6 Unterrichtsstunden mit einem Zombie.
Nun bin ich also nicht nur krank, nun muss ich mich auch noch in Geduld üben! :-( Immer noch nicht meine Stärke ;-)
Die letzten Tage tobten auch hier Wetterumschwünge, so wie es in mir tobte, Hoch und Tief, Ebbe und Flut. Nun steht erstmal kälteres Wetter an und draußen fällt der Schnee. Wie gerne würde ich rausgehen und meine fieberwarme Stirn und meine aufkochenden Emotionen abkühlen. Der Schnee deckt erstmal einiges zu, dämpft die Geräusche von außen und macht die Nächte heller.
Nun lege ich mich auch wieder hin, schaue dem Schnee beim Fallen zu, versuche ruhig zu werden, geduldig zu sein, Kräfte zu sammeln und wieder gesund zu werden.
Und dann werde ich auch hier endlich wieder zurück sein - in gewohnter Manier :-)

Mittwoch, 7. Januar 2015

Nähen am Abend

... erquickend und labend... oder so
So könnte doch ein Sprichwort heißen, oder? ;-)
Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag nach den Ferien und kam gleich sehr einigermaßen frustriert nach Hause. Die strukturellen und organisatorischen Probleme, an denen der Muttersprachunterricht krankt, sind wie ein immer wiederkehrendes Geschwür und machen so viel kaputt. Morgen beginnt dann immerhin wieder der reguläre Unterricht :-)
Nachdem wir dann um halb neun endlich gegessen hatten und der Wasserkessel auf dem Ofen blubberte, merkte ich, wie sich ein ungutes Gefühl einschlich: Frustration, Kopfweh, Wehleidigkeit... Was soll ich denn tun? jammerte ich meinem armen Mann die Ohren voll. Mach doch was mit den Händen, ein kleines, anspruchsloses Projekt!
 Na, da musste er mich nicht lange bitten: Ich setzte mich zu ihm an den Küchentisch, wo er arbeitete und begann dieses kleine, anspruchslose Projekt zuzuschneiden. Sogar der sorgsam aufbewahrte Minirest von diesem Stoff konnte noch einer weiteren Bestimmung zugeführt werden. Drei Nähte an der Nähmaschine, den Rest konnte ich wieder von Hand am Küchentisch erledigen.
Mit jedem Stich wurde ich ruhiger und zufriedener. Etwas mit den Händen machen, das tut mir sehr gut. Mit dem Mann ein paar Worte wechseln, ein paar Takte summen, glücklich die Zwischenergebnissen präsentieren...
... und nach weniger als einer Stunde war mein Traumnadelkissen fertig! :-)
Die Anleitung kommt aus diesem Buch der schwedischen Stickerin Karin Holmberg.