Mittwoch, 30. April 2014

genäht: Gartenschürze

Meine Mama hat sich schon lange eine Gartenschürze gewünscht, denn viele Sommerhosen/-kleider sind leider ohne Taschen. Wohin dann im Garten mit den Bindfäden, dem Haustürschlüssel, der Schere, den Samentüten, die der Wind verwehen würde?!
Genäht habe ich eine Schürze aus Baumwollstoffen und Resten, etwa 50 mal 35 cm groß. Die Taschen habe ich gereiht und am Eingriff mit einem Schrägband versäubert.
In der einen Außentasche versteckt sich ein Karabiner für den Hausschlüssel und zwei Gummischlaufen für anderes, auf der anderen Außentasche sitzt eine Maus mit Bindfaden als Schwänzchen.
Damit der Faden gut durchläuft und das Loch nicht verschlissen wird, habe ich zum ersten Mal mit Ösen gearbeitet. Es ging ganz leicht, sie mit dem Plastikwerkzeug, das in der Packung mitgeliefert wird, einzuhammern. Eine Zange brauchte ich nicht.

Montag, 28. April 2014

Der Weg zum (Traum-)Haus Teil 3

Nachdem man so eine Hausbesichtigung absolviert hat, wird man am nächsten Tag vom Makler angerufen. Dieser erkundigt sich, ob man (noch) Intresse am Haus hat und ob man eventuell ein Gebot abgeben möchte. In Schweden werden Häuser in der Regel nicht verkauft, sondern versteigert. In ländlichen Gegenden, wo es vielleicht nur einen Interessenten gibt, ist das natürlich eher nicht der Fall, aber in den Ballungszentren, wo es für ein Objekt vielleicht 20 bis 30 Interessenten geben kann, ist eine Versteigerung die Regel.
Sobald ein Interessent ein Gebot - den Ausrufspreis oder etwas darunter - abgegeben hat, erhalten alle anderen Interessenten via einer SMS-Liste eine Mitteilung über das abgegebene Gebot und die Höhe. Ist man selbst interessiert, ruft man dann bei Makler an und gibt sein Gebot ab. Dann erhalten wieder alle eine SMS und der nächste Bieter erhöht usw. Dabei bietet man normalerweise in 50 000 Kronen-Schritten, was etwa 6000 Euro entspricht. Hier in der Stadt ist dabei der Preisdruck enorm und es ist nicht ungewöhnlich, dass das Haus mehr als 20% des Ausrufspreises teurer wird. Bei einem Bietverfahren, bei dem wir (natürlich!) ausgestiegen sind, wurde das Haus um ganze 100 000 Euro (800 000 Kronen) teurer.
Somit ist der Hauskauf hier eine reine Glücks- und Spekulationssache. Nicht einmal der Makler kann sagen, wie sich der Preis entwickeln wird. Mich nervt dieses Verfahren ungemein. Es vergehen oft mehrere Tage, während so ein Bietverfahren läuft, in denen man mit einem Haus 'schwanger geht'. Man denkt daran, stellt sich vor, wie es wäre, dort zu wohnen, was man renovieren würde, wie man den Garten gestalten möchte, nur um dann am 3. oder 4. Tag einsehen zu müssen, dass der Preis dermaßen explodiert und man sich zurück zieht. Dann ist es umso bitterer und man muss sich erst ein, zwei Tage gedanklich von dem Haus verabschieden, bevor man wieder weitersucht.
Einmal waren wir schon in der Bieter-Endrunde, zusammen mit einem anderen Bieter. Es ist ein anonymes Bieten, und in der heißen Phase bekommt man oft alle 30 Minuten eine SMS. In der Regel ist es gut, wenn man seine eigene Schmerzgrenze definiert hat und dann auch wirklich konsequent aussteigt. Sonst ist es wie eine Lotterie, in der man immer mehr, immer noch einmal etwas setzen möchte... Aber um ein Bietverfahren zu gewinnen, geht es vermutlich genau darum - die eigene, finanzielle Schmerzgrenze zu überschreiten, denn alle Bieter, die für ein Haus in einer bestimmten Größenordnung bieten, haben normalerweise auch das gleiche Budget, die gleiche Schmerzgrenze.
Aber irgendwann werden wir vermutlich auch einmal gewinnen, vielleicht auch mit Schmerzen und einem größeren Loch im Geldbeutel als gedacht. Das ist die bittere Realität einer freien Marktwirtschaft mit Wohnraumknappheit.

Nachtrag - diese Woche passiert: Ein dreistes Paar hat bei den Verkäufern persönlich angeklopft und ihnen 'das Messer auf die Brust gesetzt'. Nach einem missglückten Verkaufsversuch und einem Todesfall in der Familie haben die Verkäufer dem schnellen Geschäft zugestimmt und noch am gleichen Abend einen Vertrag unterschrieben. Dabei hätten wir viel mehr bieten können. Da bekamen wir auch eine SMS vom Makler, aber mit dem Inhalt, dass es gar keine Visning mehr geben wird. Ich war so sauer! Versteh einer diese verrückten Schweden!!

Sonntag, 27. April 2014

Sonntagsfreude: Minibuchmesse

Am Donnerstag war ich am Goethe-Institut zu Gast bei der Mini-Buchmesse. Überraschenderweise war auch meine Dozentin wieder da und hat mich schwedischen Kinderbuchgrößen vorgestellt: Pija Lindenbaum (im lachsfarbenen Pulli) und auch der inzwischen fast 80-jährigen Tochter von Astrid Lindgren - Karin Nyman - durfte ich die Hand schütteln. Beeindruckende Begegnungen, die mich noch lange begleiten werden :)
In der Mitte von schräg hinten - Karin Nyman
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Mittwoch, 23. April 2014

Zurück

Seit gestern Morgen sind wir wieder zurück. Ich bin dankbar für die modernen Segnungen, die es möglich machen, am Tag zuvor noch mit Cousinen einen Emmausgang zu machen und nur 20
Stunden später schon wieder im Klassenzimmer 2000 km weiter nördlich zu stehen. Zurück ist auch der Alltag und zurück bin ich nicht mehr ganz so optimistisch. Die letzten Tage waren zum Schluss doch noch recht aufwühlend und emotional, aber ich habe mir vorgenommen, dass ich den Weg, den ich in der Fastenzeit begonnen habe, konsequent weiter gehen möchte. Von meiner Heilpraktikerin habe ich kleine Helferlein bekommen, die mich unterstützen sollen, das zu ändern, was ich selber ändern kann, und das anzunehmen, was ich nicht ändern kann.
Emmausgang am grünen Inn
Noch dazu beginnt heute für mich ein neues Lebensjahr. Eigentlich wollte ich den heutigen Tag ignorieren, das Telefon ausstecken und mich zurückziehen. Glücklicherweise hat der Lieblingsmann das unterbunden und mich heute Morgen mit dem schwedischen Geburtstagslied, Kerze und Geschenken geweckt. Ich freue mich über schriftliche und telefonische Glückwünsche und natürlich über meine Geschenke*. Besonders gefreut haben mich auch die lieben, verständnisvollen Zeilen von zwei Freundinnen, mit denen ich in letzter Zeit nicht mehr so viel Kontakt hatte. Nachdem das letzte Lebensjahr eher ein sehr durchwachsenens war, will ich jetzt - ein Jahr reifer ;) - mehr auf das Mögliche und nicht so sehr auf das Unmögliche schauen. Ich hoffe, dass es mir gelingen wird!
*Ich habe sehr coole Kopfhörer, das Neueste vom Neuen, bekommen, damit ich in der U-Bahn besser Musik und Podcasts hören kann. Da werden meine Sechstklässler schlucken ;)
Meine Lieblingsschuhe sind noch in Bayern, jetzt aber in anderer Funktion
Schließlich - und darauf werden einige von Euch schon gewartet haben - habe ich ausgelost, wer das blaue Band gewonnen hat. Liebe Jana, ich darf dir zum Gewinn gratulieren! Schreibe mir doch bitte eine e-mail mit deiner Adresse, dann kann sich der Brief bald zu dir auf den Weg machen.
Habt noch eine feine Rest-(Ferien-)Woche!

Samstag, 19. April 2014

Ostersonntagsfreude: Heimatluftüberraschung

Der Lieblingsmann und die weltbeste Mama haben es möglich gemacht: Eine (für mich) spontane Ostertagereise in die Heimat!
Am Gründonnerstag gab es für mich einen Termin bei der Lieblingsheilpraktikerin, die sich um meinen Weltschmerz und mein Ungleichgewicht kümmerte. Mit Tropfen, Tees und Salzen fühle ich mich nun gut/besser gerüstet, für das was da kommen mag :)
Außerdem genieße ich anregende Pädagogikdiskussionen mit meinem Papa, Spaziergänge mit dem Mann und dabei den Blick auf die verschneiten Berge, herzliche Küchengespräche, Eierfärben mit dem Schwesterherz und ihrem Freund, das Mama-Rundum-Verwöhn-Programm, die vertrauten Gesichter und bekannte Rituale, Kirchenbesuche, die Natur im Frühling, Besuche bei Oma und Opa, unsere Enten im Garten, ich tanke Grün, Sonne und Wärme.
Blick aus dem 'Arbeitszimmer' daheim
Ich hoffe, ihr habt Verständnis, dass ich mich erst im Laufe der nächsten Woche wieder melde, dann auch mit der Gewinnerin des blauen Bandes.

Ich wünsche Euch von Herzen ein ebenso reiches, lebensvolles, frohes Ostern, wie ich es hier die Tage erleben darf!

Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Dienstag, 15. April 2014

Osterferien-Wohlfühlnähen

Mit der Zeit, etwas mehr Gelassenheit und einem sonnenbeschienenen Nähplatz kam wirklich dieser Tage die Nählust zurück. Zudem hatte ich gestern morgen (was für ein toller erster Ferienmorgen!) ein inspirierendes, langes Telefonat mit meiner liebsten Freundin daheim, während dessen wir auch über die therapeutische und regenerierende Kraft von Handarbeiten gesprochen haben. Während der letzten zwei Tage sind zwei Überraschungen entstanden, die ich erst zeigen kann, wenn sie die Empfänger erreicht haben, aber heute nähte ich etwas für mich, nur für mich :)
Nein, es entstand kein Osternest ;) sondern es ist der Schalkragen meines neuen Kuschelpullis! Ich habe mir schon lange so einen gewünscht, einen warmen, weichen, umarmenden Pullover für Abende, an denen man der Welt den Rücken kehren und auf dem Kanapee mit Stricksachen und einem guten Hörbuch versinken will.
Den Schnitt habe ich mit Hilfe eines Nachthemds, eines ererbten Schwesternpullis und eines Langarmshirts von Gudrun Sjöden selbst gebastelt und er hat sehr gut funktioniert :) Der Stoff ist von Siebenblau und sollte eigentlich ein Pullover für den Mann werden. Dem war er aber zu rosa-stichig, so dass gute 1,5 m hier unangeschnitten auf mich warteten.
Sehr zufrieden bin ich mit meinem Kuschel-Schalkragen, der ungerollt 22 cm hoch ist. Die Naht habe ich dann am Halsausschnitt entlang mit einer Zwillingsnaht nach unten genäht.
Was recht knifflig war und viel Steckerei erforderte, war das Zusammenbringen der weißen Streifen an den Seiten- und Ärmelnähten. Aber auch das ließ sich lösen und der Gesamteindruck wurde doch recht einheitlich.
Nachdem ich den Schnitt nun schon mal habe und er auch recht gut funktioniert hat, glaube ich, werde ich gleich noch einen Wohlfühlpulli zuschneiden... ;)

p.s. Bis morgen Abend könnt ihr hier noch teilnehmen!

Sonntag, 13. April 2014

Sonntagsfreude: Osterferien

Der März und der Anfang des Monats April waren wirklich mehr als voll, für mich als Lehrerin und Studentin, als Ehefrau, Haussuchende und Bräutigamschwester; für die Schüler waren diese Wochen zwischen den Sportferien und den Osterferien auch mehr als prall gefüllt, so dass wir uns alle so nach diesen Ferien gesehnt haben. Dieses Mal besondere Ferien: Schul- und unifrei, eine ganze Woche lang. In Schweden beginnt die Schule wieder am Dienstag nach Ostern. Eine ganze Woche mit Zeit für einen Hausaufsatz, ohne sich ständig 'zerreissen' zu müssen. Eine Woche Zeit für Handarbeiten aller Art, kreativ sein, lesen. Eine Woche Zeit für gutes Essen, Tischgespräche und Genießen. Eine Woche Zeit um die lehrertypische Ferienerkältung wieder loszuwerden. Vorfreude auf eine Woche voller Zeit, Ferienzeit, Osterzeit.
Die Osterhasen habe ich nach dieser Anleitung gefaltet.

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Freitag, 11. April 2014

Genähte Kleinigkeiten

Hier sind die letzten beiden Tage kleine Kleinigkeiten an der Nähmaschine entstanden. Ich bin irgendwie froh, dass ich die Maschine nun endlich wieder auf dem Tisch habe. So nähe ich da mal eine Naht vorm Frühstück, steppe da mal noch eine Kante während das Nudelwasser zum Kochen kommt usw. Und die Freude am Nähen ist auch zurück :) (irgendwie hatte die sich ein paar Wochen unbemerkt davon geschlichen...)
Die kleinste Kleinigkeit ist ein 'Lesezeichen' bzw. ein 'dass-das-Buch-sich-nicht-immer-selbst-verblättert-Seiten-Halter' :) :) Ein Hosengummi, zusammengenäht und mit einer Applikation an der Naht verschönert, hält die Buchseiten auf der richtigen Seite.
Die Idee habe ich auf dem schwedischen Blog Husmorskolan gesehen.
Die Körbchen sind für zwei Aprilgeburtstagskinder und sollen noch mit schwedischen Spezialitäten, wie Knäckebrot, Ren-Streichkäse, Elchwurst u.ä. gefüllt werden.

Mittwoch, 9. April 2014

Frühling grau-bunt

Wir haben uns wohl zu früh gefreut: Seit Anfang dieser Woche ist es zwar geringfügig milder geworden (bis zu +5°C), dafür ist das Wetter wieder dauergrau. Die Dusche ist jeden Abend voll mit nassen Schirmen, Capes und Regenmänteln, eher deftig-warme Küche ist gewünscht und wir trinken (immer noch) viel Tee, nur jetzt andere Geschmacksrichtungen als im November ;)
Grünes Kontrastprogramm am Küchenfenster: Der Schnittsalat ist erntereif!
Leuchtendes Gelb am Schreibtisch: Ein Gruß von aufmerksamen Eltern vor den Osterferien
Farbenfrohe Stecknadeln: Draußen Dauerregen und ein unterrichtsfreier Vormittag (die Schüler haben nationale Tests - jetzt wird alles abgeprüft - 'sind wir wirklich so schlecht?!'), da habe ich mal wieder die Nähmaschine ausgepackt, Ergebnisse gibt es hoffentlich bald zu sehen.
Regebogen-Leftie: Es geht langsam vorwärts. Meine neue Taktik ist es, die weißen Partien in der U-Bahn zu stricken, die bunten daheim - so brauche ich nur ein Knäuel mitnehmen. Die weißen Reihen sind aber inzwischen schon so lang, dass ich froh bin, während einer Fahrt eine Hin- und Rückreihe zu stricken.

Und trotz des novemberlichen Wetters müssen wir uns keine Gedanken machen, plötzlich wieder in selbigem Monat zu sein: Eine ganze Straßenkehr-Kompanie ist im Moment unterwegs um die staubigen Wege und Straßen von Kies und Sand (Streugut im Winter) zu befreien - ein untrügliches Frühlingszeichen in Stockholm!

Montag, 7. April 2014

2 Jahre 60°Nord

Im Frühling 2012, auf dem Sprung aus den USA zurück in ein europäisches Leben, mit Hochzeitsvorbereitungen und Plänen für einen Umzug in den hohen Norden begann ich meinen Blog hier. Was sich seit dem alles getan hat!

Einige meiner Erkenntnisse:
  • Ein-/Auswandern ist nichts für Feiglinge
  • Das Leben ist kein Bullerbü
  • Das Internet und insbesondere ein Internet-Radio sind großartig
  • Ich habe noch nie so viel und intensiv gehandarbeitet wie während der letzten zwei Jahre
  • Meine sozialen Kontakte haben sich verändert, was mich manchmal traurig macht, aber auch neue Möglichkeiten mit sich bringt
  • Einen Blog zu führen ist so toll, vor allem wenn man die nettesten Leser der Welt hat, die einem sogar total liebe, persönliche Aufmunterungsmails ans Ende der Welt schreiben
  • Ich habe eine andere Bloggerin getroffen und es war sehr nett :)
  • Manches braucht Zeit - und Geduld muss man einüben!
  • Man kann es auch so betrachten: Ich bin erst knapp zwei Jahre hier - was ich schon alles erreicht und geschafft habe!
  • Ich habe langsam, langsam das Gefühl, dass ich hier ankomme und freue mich, dass ich endlich wieder meinen geliebten Beruf ausüben kann
  • Mein Blick aufs Bloggen hat sich auch verändert, aber nur positiv, glaube ich ;)
Im April 2012 war mein allererster Eintrag Frühling lässt sein blaues Band... über eine blaue Strickweste, die ich gestrickt hatte, aber die ich leider seitdem relativ selten benutzt habe (aber das ist eine andere Geschichte).

Was wäre aber da passender, als zum Jubiläum ein blaues Band zu verlosen?!
Das Webband ist ca. 3 cm breit, blau und mit kleinen roten Dalapferden. Es ist einen Meter lang und ich verlose es unter allen Kommentaren bis zum 16. April, dem 'Jahrestag'.

Ich freue mich, dass ihr hier bei mir lest und mich durch mein spannendes und abwechslungsreiches sowie herausforderndes Leben im Heimatland des Mannes begleitet. Danke!
Auf die nächsten zwei Jahre, oder? ;)

Sonntag, 6. April 2014

Sonntagsfreude: Eine gute Woche

Zum ersten Mal seit langem fühlte sich eine, nämlich diese Woche gut an. Natürlich hatte auch sie ihre Frustrationsmomente, aber im großen und ganzen überwiegt das Positive. Ein schönes Gefühl, das ich auch für mich bewahren und mit in die neue Woche nehmen möchte.
Ich konnte mich unheimlich viel mit meinem Herzensthema Kinder- und Jugendliteratur beschäftigen - mit einem phantastischen Seminar zu Tove Jansson und einem inspirierenden Vortragsabend im Kinderbuchinstitut. Für den April habe ich mich für zwei weitere Veranstaltungen angemeldet, ich werde berichten ;)
Ich habe Essen für die Seele gekocht: Schnitzel mit Pommes, Gurkensalat und Ketchup. Dieses heimatliche Gericht, das nach Kindheit und Wirtshausessen bei Familienfeiern (=Gemeinschaft) schmeckt, tat einfach so gut. Vielleicht schon bald wieder?! Ich merke, wie viel Energie/Kalorien mein Alltag (ver-)braucht, mit dem Hetzen von A nach B, oft wenig Schlaf usw.; oft schaut meine Welt aber gleich viel besser aus, wenn ich ein Brot esse, eine Banane oder auch einen Schokokeks. Ich habe diese Woche wirklich versucht, dass wenn ich hungrig war, mir eine Pause zu gönnen und wirklich was zu essen, statt es auf später zu verschieben. 
Die ganze Woche hatten wir Sonnenschein! Es ist zwar immer noch nicht warm, jede Nacht gefriert es noch, Stirnband und Handschuhe sind unerlässlich. Aber das Licht, es tut so gut. Und inzwischen haben wir mehr als 12 Stunden Tageslicht, was für ein Unterschied. Ich genieße auch die deutlichen Tageszeiten, Morgensonne - Mittag - Abendlicht. In nur zwei Monaten wird alles zu einem endlosen Tag verschmelzen...

Es ist eine Sonntagsfreude, auf eine gute Woche zurückblicken zu können!

Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.


Samstag, 5. April 2014

Der Weg zum (Traum-)Haus Teil 2

Wenn man seine eigenen vier Wände für einen möglichen zeitnahen Verkauf vorbereitet hat, dann ist der zweite Schritt, dass man sich nach neuen möglichen Objekten umschaut. In Schweden läuft das in erster Linie über die größte Immobilienplattform im Internet, hemnet.se. Dort kann man einen Suchmaske mit Informationen wie Lage, Grundstücksgröße, Anzahl der Zimmer sowie Spezialwünschen wie Kachelofen füttern und dann werden Treffer "ausgespuckt". Allein das kann schon eine abendfüllende Beschäftigung sein und wir verbringen wirklich viel, viel Zeit damit, auf dieser Seite mögliche Angebote (und das Kleingedruckte) durchzulesen: Beschreibung und Bebilderung, Energieanalyse, Urteil eines Sachverständigen, usw. und so fort. Ich finde es auch psychisch etwas anstengend, denn man muss auch viel überlegen und diskutieren, es gibt irgendwie nur noch das eine Thema. Man muss sich über die eigenen Prioritäten klar werden - und dass diese nicht immer mit denen des Partners übereinstimmen. Wirklich erstaunlich, was man nach so vielen Jahren noch für neue Seiten aneinander entdecken kann ;)
Naja, und wenn man unzählige Abende und viel zu viele Stunden diese Plattform durchsucht hat, dann kommt man auch irgendwann zu Objekten, die man besichtigen will. Dies geschieht dann in Form von organisierten Visningar, Besichtigungen. Die Zeit kann man auch der Anzeige auf der Internetplattform entnehmen, in der Regel ein Abendtermin unter der Woche und am Sonntag mitten am Tag.
Wir sind inzwischen schon in der Visningsphase und seit Wochen geben wir unsere Sonntage dem schnöden Mammon Immobilienmarkt hin. Die Visningar sind entweder um 12, um 13, spätestens aber um 14 Uhr am Sonntag. Also so, dass wirklich der ganze Tag irgendwie zerhackt ist.
Wenn man dann vor Ort ankommt, hat der Makler schon an strategisch wichtigen Straßenecken überall Hinweisschilder aufgestellt, so dass es auch niemand verpassen kann. Die Eigentümer haben bereits Stunden vorher das Haus verlassen, damit es vom Makler so neutral wie möglich präsentiert werden kann (ich weiß noch nicht, ob ich das gut finde).
Das Interssanteste sind aber eigentlich die Mitinteressenten. Die Stimmung auf solchen Visningar ist eher (sehr) kühl, denn man befindet sich ja unter potentiellen Konkurrenten. Entsprechend auch das Verhalten und die Gebärdensprache: Schwedische blonde Kernfamilien plazieren ihre Kinder strategisch geschickt im Haus, so dass man manches gar nicht mehr richtig ansehen kann. Die Mutti sagt dann (sehr) laut zu ihrer Tochter: "Schau, Emma, das hier könnte dein Kinderzimmer werden!" Emma ist entzückt und frägt ihre Mutti zurück, ob sie denn das Haus kaufen werden: "Ja natürlich!"
Es gibt dann auch immer ein, zwei Paare, die mit einem schwarzen, glänzenden BMW-/Porsche-/Volvo-Großstadtjeep vorfahren und die Einfahrt zuparken. Der Herr (meist am Steuer) steigt dann aus, streckt sich, schaut sich prüfend und oftmals etwas abschätzig um, bevor er dann mit der Dame (meist blondgefärbt) zielstrebig das Haus anstrebt.
Die dritte Gruppe, die man so treffen kann, sind die Väter, d.h. 60 plus, die ihren Sohn (Computerspezialist o.ä.) mit Schwiegertochter begleiten, und die "Kinder" vor einem Fehlkauf bewahren. Diese 'Väter' sind dann meist mit Meterstab und Notizblock ausgerüstet, fragen den Makler nach der Drainierung, der Art des Sockelschutzanstriches, der letzten Radonuntersuchung und werfen noch ein paar Fachbegriffe um sich, während sie dreimal die Schlafzimmerfenster öffnen und schließen, so dass auch wirklich alle wissen: Ich bin hier der Heimwerkerkönig.
Der Makler/die Maklerin in steht in (Hosen-)Anzug und mit dem breitesten Verkäuferlächeln am Eingang und notiert alle Besucher und deren Telefonnummer. Dann erhält man eine Hochglanzbroschüre über das Haus/die Immobilie, damit man vergleichen kann, wie sehr die retuschierten Weitwinkelfotos von der Wirklichkeit abweichen. Die Interessenten schieben und drängen sich durchs Haus, die Kinder werden platziert, die Väter messen den Dachneigungswinkel und der BMW-Fahrer steht breitbeinig mitten im Raum und mustert die Deckenverkleidung. Nach 45 Minuten ist der Spuk vorbei, viele versichern dem Makler/der Maklerin noch einmal ihr Intresse und dann leert sich das Haus wieder. Der Makler schließt ab, packt seine Schilder in den Kofferraum und die Eigentümer können sich nach Hause trauen.

Ehrlich gesagt finde ich diese Visningar ziemlich unbehaglich. Wir kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und auf mich wirkt das Imponiergehabe ziemlich gut. Ich wollte schon mehr als einmal gleich wieder gehen, nachdem ich die Muttis, den BMW-Fahrer und die Experten-Väter gesehen habe. Wir versuchen, die Räume zu begutachten, die die anderen gerade verlassen haben und meistens bin ich der 'Hausexperte' und mein Mann kümmert sich um andere/finanzielle Aspekte. Da öffne ich das Fenster, wenn niemand dabei ist, und stelle fachkundig fest, dass das nur einen sehr minderwertigen Kunststoffrahmen hat. Das beeindruckt den Mann ;) und er berechnet eine Fensterrenovierung in unsere Kalkulierung mit ein...
Inzwischen habe ich mich aber ein Stück weit doch an das Selbstbewusstsein der Hauptstadtbewohner gewöhnt und die Praxis zeigt, dass nur etwa 10-20 Prozent der Visningsbesucher dann auch den nächsten Schritt machen. Aber fragt mich nicht, wie mürbe ich oft nach diesen 'interessanten' Veranstaltungen bin. Wenn ich dann heim komme, finde ich unsere Wohnung so wunderschön und passend - wir könnten doch erstmal hierbleiben?! Manchmal werfe ich mich auch aufs Bett und weine eine Runde: Wir werden sicher NIE ein Haus bekommen, nicht mal ein hässliches, radonverseuchtes...
Und dann am Montag, Dienstag schauen wir wieder die Angebote auf der Internetplattform durch, planen unser Wochenende und gehen wieder auf eine Visning. Ratet mal, was wir morgen machen werden...

"Zeige dein Haus und du stirbst in Sofies Welt"
p.s. Schweden wäre nicht Schweden, wenn es nicht auch zum Thema Visning einen Krimi/Thriller geben würde. Die Autorin Sofie Sarenbrant hat ein Buch mit dem Titel 'Visning pågår' geschrieben und erzählt im Zeitungsinterview, dass ihr die Idee dazu kam, als sie ein Haus suchte, jedes Wochenende auf Visningar ging und eines der Objekte irgendwie komisch war. Ich kann das Gefühl/diesen Eindruck sehr gut nachvollziehen... ;)

Mittwoch, 2. April 2014

Frühling blau-gelb


April - macht was er will

Der April hat gestern wahrlich eine beeindruckende Premiere gefeiert: Ans Küchenfester flogen Graupel und Schneeflocken tanzten durch die Luft, auf der Wohnzimmerseite kam schon wieder die Sonne hinter den Wolkenbergen hervor.
Ich nehme mir für diesen Monat überhaupt nichts vor, bestimmte Daten und Ereignisse sind ja ohnehin gesetzt und ansonsten lasse ich mich einfach überraschen - vom Wetter und von dem, was mein Lieblingsmonat wohl so bringen mag :)