Montag, 30. April 2012

Sonntagsfreude (am Montag)

Mein Sonntag gestern war voller Vorfreude: endlich landen, endlich heim kommen...
Und was soll ich sagen, es war so herrlich vom Flugzeug aus den Sonnenaufgang über Europa zu sehen. Ich habe mich gefreut, barfuß über die Wiese zu laufen. Fürstliches Mittagessen unterm Kirschbaum - gezaubert von meiner Schwester:
Mit Spargel und Spinat gefüllte Putenroulade, Reis und Gelbe Rüben - und als Nachspeise
Topfenknödel gefüllt mit Erdbeeren auf zweierlei Soßen... Mmmh
Und ich freu(t)e mich über blühende Obstbäume!
Heute morgen freute ich mich so sehr über eine Tasse Tee, für die man das Wasser nicht filtern muss und keinen Beigeschmack von Chlor hat; Ich freute mich, mein 'Hehna-Haferl' wieder benutzen zu können (was nützt die schönste getöpferte Keramik, wenn sie verpackt mehrere tausend Kilometer entfernt lagert?!);
Und - ich freute mich so, die Qual der Wahl zu haben. :)
Was für eine Fülle und Freude!
Nun will ich aber erst mal zur Ruhe kommen, wieder einen Rhytmus finden, der für die nächsten Wochen passt und mit wachen Sinnen alles aufnehmen.
Meine Sonntagsfreude = Daheim :)

Donnerstag, 26. April 2012

Abschied Teil 3

Nun wird es ernst, ich kann die Zeit, die hier noch verbleibt, schon in Stunden zählen. Es ist interessant, wie sich die Zeitwahrnehmung verändert: Etwas, das zuerst endlos schien, findet nun ein doch recht rasches Ende. Und mit hohem Tempo geht es auf die neuen Herausforderungen zu. Ich wünsche mir, dass ich doch mal ein paar ruhige Tage finden kann, damit die Seele nachkommen kann...
Was mir die letzten Tage auch bewusst wurde, ist, dass wir Menschen wirklich Gewohnheitstiere sind (das sagte mein alter Lateinlehrer immer). Ja, es stimmt! Selbst wenn eine Situation nicht ideal - oder sogar alles andere als ideal - ist, so gewöhnen wir uns doch bis zu einem gewissen Maß daran. Und wenn wir dann aus den Gewohnheiten ausbrechen müssen/dürfen, dann wird man nostalgisch. Ich zumindest, und ich denke mir: "Muss ich wirklich 'schon wieder' etwas Neues anfangen, wo ich mich doch gerade eingewöhnt habe?" Ich bin aber doch sehr froh, dass ich diese gewohnten Bahnen verlassen kann und wieder etwas Neues beginne.
Etwas, bei dem mein Herz fröhlich dabei sein wird.
Etwas, das nicht gegen meine Persönlichkeit und meine Überzeugungen geht.
Etwas, das mir Raum für meine Kreativität lässt.
Etwas, das eine neue Herausforderung wird - die ich gerne annehme.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...
Bevor ich zu neuen Ufern aufbrechen kann, muss ich mich aber zuerst von ein paar 'Altlasten' befreien. Das Ausmisten der Arbeitsunterlagen ging sehr einfach, das Deinstallieren komischer Spezialprogramme macht meinen PC wieder schneller. Allerdings, muss ich mich auch von Dingen trennen, die mir ans Herz gewachsen sind (die Materialistin in mir...): Mein Fahrrad - obwohl, ich kann ja wohl nicht in allen Ländern, in denen ich etwas zu Hause bin, ein Fahrrad haben, denn das sind im Moment 3 + ein noch funktionsfähiges Rad aus Jugendtagen; braucht der Mensch vier Fahrräder?! Vermultlich nicht und deshalb verkaufe ich mein Fahrrad hier gerne an eine Kollegin, die nun einen 'grüneren Lebensstil' pflegen will. Genauso geht es mir mit der Nähmaschine, denn ich habe sie echt gemocht: Sie hat so leise und zuverlässig genäht, aber jetzt bekommt sie die Tochter einer anderen Kollegin, die sich sicher darüber freuen wird - und ich freue mich, sie in gute Hände abgeben zu können.
Ja, bald werde ich mich von allen 'Altlasten' befreit haben, ich werde zusammenpacken, wieder einen (Lebens-)Abschnitt hinter mir lassen. Aber ich freue mich darauf, und immer dabei auf meinen langen Reisen: mein Strickzeug :)

Montag, 23. April 2012

Welttag des Buches

Ich liebe Bücher! Ob es daran liegt, dass ich an diesem Tag, der den Büchern und der Literatur der Welt gewidment ist, geboren bin? Na, ich weiß es nicht, aber bei Büchern werde ich schwach. Bücher sind wundervoll. Gibt es etwas Schöneres, als ein 'richtiges' Buch in den Händen zu halten?! Ich mag Bücher, vor allem wenn sie schön gestaltet sind, Leinenrücken zum Beispiel. Ich mag aber auch Taschenbücher, die man praktisch überall mitnehmen kann, die gelesen aussehen. Sogar zu den gelben Reclamheften habe ich eine gute Beziehung. Und volle Bücherregale machen mich zufrieden. Ich träume von einer eigenen Hausbibliothek.
Das Bild stammt aus meinem Jugendzimmer und die Regale enthalten eine lustige Mischung aus Literatur fürs Studium (Psychologie, Pädagogik, Geographie und Germanistik), heißgeliebten Kinder- und Jugendbücher, Romane, Sachbücher, Nachschlagewerke usw.
Micha hat mich auf die Idee gebracht, nicht nur über diesen für mich ganz besonderen Tag zu schreiben, sondern auch eine Liste mit fünf Lieblingsbüchern anzuhängen. Auch wenn sich meine Liste sehr 'abgehoben' anhört, ich mag diese Bücher wirklich sehr. Ich habe sie u.a. im Studium gelesen und mich verliebt. Ich finde es schade, dass manche Werke ganz vergessen sind, oder, weil sie ein 'schlechter Ruf' umgibt, nie zur Hand genommen werden. Hier also meine Auswahl (Bilder von Amazon):

Eines der ältesten deutschen Bücher, ohne dass wir genau wissen, wo und von wem es geschrieben wurde:
Ich finde diese archaische, teilweise brutale Geschichte sehr faszinierend, vereint sie doch viele ursprüngliche Sagen und Mythen Europas, von denen wir auch heute noch Fragmente in anderen Werken finden. Natürlich muss man nicht diese Ausgabe lesen, gerade wenn man mit Kindern dieses Epos, das wirklich spannend ist, lesen will, empfehle ich diese Neuausgabe, das Buch von Auguste Lechner würde ich nicht mehr lesen:
 Total begeistert und fasziniert hat mich auch Goethe's Faust. Als Drama ja etwas schwer zu lesen, aber das Faustprojekt hat den Funken überspringen lassen.
Von Berholt Brecht: Mutter Courage: Auch ein Drama, aber da ein erzählendes Theaterstück gut zu lesen, finde ich.
Nr 4 - ein Lieblingsbuch aus Kindertagen (und vielleicht auch ein bisschen faustisch?!)
 Und schließlich, vor kurzem gelesen, aus Amerika: Gute Geister - ein Buch über das Schreiben, die Bürgerrechtsbewegung und das Leben in den USA in den 60er Jahren.
Ich wünsche Euch immer viel und guten Lesestoff!

Sonntag, 22. April 2012

February Lady Sweater - auf Deutsch

Ich freue mich so! Hier darf ich Euch nun mit Genehmigung der Designerin die Übersetzung der Anleitung für den February Lady Sweater von Pamela Wynne präsentieren:

Februar Damen-Strickjacke
© Pamela Wynne/ www.flintknits.com 2008

Bevor es losgeht, möchte ich Euch aber noch bitten, zuerst diese allgemeinen Hinweise zu lesen. Die Änderungen sind aber bereits in die Anleitung integriert.

Eine bequeme Strickjacke mit Lochmuster,
gemacht um einer Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht, zu passen,
mit Liebe nach Elizabeth Zimmermanns Klassiker „Baby Strickjacke auf zwei Nadeln“ [Baby Sweater on Two Needles] aus Knitter’s Almanac entworfen


Fertige Oberweite: 89 (95, 104 [a], 104 [b], 112, 126, 133,5) cm; die Oberweite ist die gleiche für 104 [a] und [b], aber bei [b] sind die Schultern etwas weiter und die Ärmel etwa 4,5 cm länger;

Garn: etwa 690 (780, 870, 960, 1050, 1150, 1240) m von dickerem Garn (worsted weight entspricht einem Garn mit einer Maschenprobe von 16-20 M/10 cm); Das Lochmuster wird besonders lieblich mit Ton-in-Ton gefärbtem (semisolid) Garn – Pamela verwendete Sundara Worsted Merino in der Farbe „Green Over Ochre“.

Nadeln:
-       5 mm 80cm-Rundstricknadel (oder die Nadelgröße die notwendig ist um zur gewünschten Maschenprobe zu kommen)
-       5 mm Nadelspiel (oder die Nadelgröße die notwendig ist um zur gewünschten Maschenprobe zu kommen)
-       6 mm Nadeln zum Abketten (oder eine Nadelgröße größer als die, die notwendig ist um zur gewünschten Maschenprobe zu kommen)

Zubehör:
-       [6] 8 Maschenmarkierer
-       3 Knöpfe ca. 2 cm Durchmesser

Maschenprobe: 18 Maschen ergeben 10 cm in kraus rechts

Muster:
Raglanzunahme:
Erste Zunahme von jedem Paar: [mit der linken Nadel] den Faden zwischen zwei Maschen von vorne aufnehmen und durch den hinteren Maschenbogen (=verschränkt) abstricken
Zweite Zunahme: [mit der linken Nadel] den Faden zwischen zwei Maschen von hinten aufnehmen und durch den vorderen Maschenbogen abstricken

Anmerkung der Übersetzerin: Ich habe ‚linke Nadel‘ in Klammern gesetzt, denn ich denke, dass sich das auf die amerikanische Stricktechnik bezieht, wenn das Garn in der rechten Hand geführt wird; als europäische/deutsche Strickerin führe ich das Garn in der linken Hand und nehme deshalb den Faden zwischen den Maschen zunächst mit der rechten Nadel auf, bevor ich ihn auf die linke Nadel  zum Absticken zurückhebe; so dauert es zwar vielleicht länger und ist umständlicher, aber für mich einfacher.

Möwenmuster nach Elizabeth Zimmermanns Knitter’s Almanac (über 7 Maschen und 4 Reihen gearbeitet)
            Reihe 1: 1 Masche rechts, 2 Maschen
rechts zusammenstricken, 1 Umschlag,
1 Masche rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen zusammenstricken*, 1 Masche rechts.
Über die ganze Breite wiederholen.
Reihe 2&4: links stricken
Reihe 3: 2 Maschen rechts zusammenstricken, 1 Umschlag, 3 Maschen rechts, 1 Umschlag, 2 Maschen zusammenstricken*. Über die ganze Breite wiederholen.

*= ssk: slip slip knit: 2 Maschen zuerst rechts abheben, dann so zurück auf die linke Nadel heben und dann erst zusammenstricken; diese Abnahme neigt sich leicht nach links
Anleitung

Kragen:
83 (83, 83, 87, 91, 95, 99) Maschen anschlagen; 3 Reihen kraus rechts stricken.
Passe:
Reihe 4: (linke Seite) 14 (14, 14, 15, 16, 17, 18) Maschen rechts stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 11 Maschen stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 28 (28, 28, 30, 32, 34, 36) Maschen rechts stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 11 Maschen stricken, {1 Maschenmarkierer platzieren, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer platzieren}, 14 (14, 14, 15, 16, 17, 18) Maschen rechts stricken

Reihe 5: (erste Zunahme) Bis zur Markierung stricken, erste Zunahme, Maschenmarkierer abheben, 1 Masche rechts, 1 Maschenmarkierer abheben, erste Zunahme (zwei Maschen zugenommen); noch 3 Mal wiederholen, bis zum Ende der Reihe stricken;
Anmerkung: Diese Art der Zunahme ist die erste Raglanzunahme, die auch Elizabeth Zimmermann benutzt; Manche bevorzugen aber bei kraus rechts Gestricktem die sog. kfb-Zunahme (knit into front and back of stitch), bei der zuerst eine Masche aus dem vorderen, dann eine Masche aus dem hinteren Maschenglied herausgestrickt wird. Geschmackssache!

Reihe 6: (linke Seite): 3 Maschen rechts stricken, ein Knopfloch arbeiten, dann weiter rechts stricken; je nach Knopfgröße muss evtl. auch ein Knopfloch über mehrere Maschen gearbeitet werden;
Anmerkung der Übersetzerin: Dabei entsteht das Knopfloch aber auf der linken Seite; soweit ich weiß, sind Knopflöcher bei Damenbekleidung aber immer auf der rechten Seite; falls man das Knopfloch auf der rechten Seite haben möchte würde ich die Reihe stricken bis nur noch die gewünschte Anzahl Maschen für ein Knopfloch + 3 übrig sind und es dann arbeiten, oder in Reihe 7 am Anfang arbeiten; auch das ist wohl Geschmackssache!

Die Reihen 5 und 6 nun insgesamt 16 (18, 19, 21, 24, 27, 30) mal wiederholen; ein Knopfloch wird in jeder geraden Reihe etwa alle 6 cm arbeiten (insgesamt 3); insgesamt hat man nun 211 (227, 235, 255, 283, 311, 339) Maschen auf den Nadeln; die Maschenmarkierer entfernen.

Lochzunahme: (rechte Seite) 7 (10, 8, 8, 8, 10, 14) Maschen rechts abstricken, 1 Maschen-markierer platzieren, 41 (38, 47, 41, 41, 38, 39) Umschläge gleichmäßig über die folgenden 197 (207, 219, 239, 267, 291, 311) Maschen verteilen, 1 Maschenmarkierer platzieren, 7 (10, 8, 8, 8, 10, 14) Maschen rechts abstricken; insgesamt hat man nun 252 (265, 282, 296, 324, 349, 378) Maschen auf den Nadeln;

Anschließend mindestens drei weitere Reihen kraus rechts arbeiten und mit einer Reihe auf der linken Seite aufhören; mit kraus rechts aber so lange (aber eben mind. 3 Reihen) weiterarbeiten bis sich die Ärmelausschnittskanten fast unter dem Arm berühren, wenn man die Jacke anprobiert.

Wenn man nun weiterstrickt, werden die ersten und letzten 7 Maschen weiterhin kraus rechts gearbeitet; diese ergeben die Blende.
Einmal das Möwenmuster (4 Reihen) arbeiten und dabei gleich die Blendenmaschen kraus rechts stricken.

Körper:
Aufteilen in Ärmel, Vorder- und Rückenteil: 7 (10, 8, 8, 8, 10, 14) Maschen rechts abstricken (Blende), Maschenmarkierer abheben, 28 (28, 35, 35, 42, 42, 42) für das rechte Vorderteil im Möwenmuster stricken, 56 (56, 56, 63, 63, 70, 77) Maschen auf einem Garnrest für den ersten Ärmel stilllegen, 7 Maschen neu anschlagen, 70 (77, 84, 84, 98, 105, 112) Maschen im Möwenmuster für das Rückenteil stricken, 56 (56, 56, 63, 63, 70, 77) Maschen auf einem Garnrest für den zweiten Ärmel stilllegen, 7 Maschen neu anschlagen, 28 (28, 35, 35, 42, 42, 42) Maschen für das linke Vorderteil im Möwenmuster stricken, Maschenmarkierer abheben, 7 (10, 8, 8, 8, 10, 14) rechts stricken (Blende); insgesamt 154 (167, 184, 184, 212, 223, 238) Maschen;

Nun im Möwenmuster weiterstricken; die je 7 Maschen, die unter dem Armausschnitt neu angeschlagen wurden ergeben genau einen Musterrapport und werden auch im Möwenmuster gearbeitet.

Am Körperteil weiterstricken bis es etwa 4 (4, 4, 4, 4,5, 5) cm kürzer ist als die gewünschte Gesamtlänge; dann 4 (4, 4, 4, 4,5, 5) cm kraus rechts als Abschluss stricken; Alle Maschen mit Hilfe der größeren Stricknadel abketten;

Ärmel:
Mit dem Nadelspiel die stillgelegten Ärmelmaschen aufnehmen. Außerdem eine Masche rechts von den 7 Unterarmmaschen aufnehmen, aus den 7 Maschen 7 Maschen aufnehmen und abstricken, eine Masche links von den Unterarmmaschen aufnehmen: 9 Unterarm-maschen;

Runde 1: Einen Maschenmarkierer platzieren und zur Runde schließen; die erste Reihe des Möwenmusters bis zu den letzten 9 Maschen (Unterarmmaschen) stricken, dann zwei Maschen linksgeneigt zusammenstricken (ssk; s. Anleitung S. 2), 5 Maschen stricken, 2 Maschen rechts zusammenstricken; [aus den 9 Maschen wurden nun 7 = ein Möwenmuster-rapport]

Achtung! Weil das Möwenmuster nun in Runden gestrickt wird, werden in Reihe 2 und 4 die Maschen nicht links, sondern rechts gestrickt.

Jeweils beide Ärmel so lange weiterstricken bis sie etwa 4 (4, 4, 4, 4,5, 5) cm kürzer sind als die gewünschte Gesamtlänge; dann 4 (4, 4, 4, 4,5, 5) cm kraus rechts als Abschluss stricken; Alle Maschen mit Hilfe der größeren Stricknadel abketten;

Fertigstellen:
Die Strickjacke feucht spannen oder dämpfen; Fäden vernähen und die Knöpfe annähen.

Variation/Anpassen der Größen:
Die Strickjacke kann einfach kleiner oder größer gemacht werden, indem man weniger oder mehr Maschen anschlägt und weniger oder mehr Raglanzunahmen arbeitet; wichtig ist nur, dass die Maschenzahl am Schluss durch 7 teilbar ist; falls man den Armausschnitt zu groß empfindet, kann man die zusätzlichen 7 Maschen weglassen, wenn man den Körper und die Ärmel aufteilt;
Bei Fragen oder Anmerkungen kann man sich direkt an die Designerin flintknits@gmail.com  wenden.

Das Muster und alle Fotos [in der Originalanleitung] sind Eigentum von © Flintknits. Die Anleitung ist nur für den privaten Gebrauch und darf nicht kommerziell verwendet werden. Kleidungsstücke, die nach dieser Anleitung gefertigt wurden, dürfen nicht verkauft werden. Verkäufer dürfen dieses Muster weder zum Verkauf, noch zur kostenlosen Verteilung oder für Kurse nutzen. Mit dem Download oder Ausdruck des Musters stimmt man diesen Bedingungen zu. – Pamela Wynne/ www.flintknits.com

Meine erste Sonntagsfreude...

... hier im Blog nach einer Idee von Frau Kreativberg, wo es noch mehr Sonntagfreuden zu sehen gibt.
Ich freue mich total, dass es nun mein letzter Sonntag hier ist. Trotzdem muss ich erstaunt feststellen, dass ich sogar ein bisschen nostalgisch werde...
Eine andere Sonntagsfreude für mich ist, dass wir nun endlich mit dem Basteln der Einladungskarten begonnen haben und dass wir gemeinsam darüber lachen können, wenn die Schrift ein bisschen nach Beerdigung aussieht...
Und noch mehr werde ich mich freuen, wenn wir mit den Einladungen dann aber auch fertig sind :)

Schönen Sonntag Euch allen!

Donnerstag, 19. April 2012

Abschied Teil 2

Gestern war also das Abschiedstreffen mit meiner (nun ehemaligen) Mentorin. Und was erzählte sie mir? Sie verlässt auch die Stadt, denn sie hat in der Nähe ihrer Familie einen tollen Job gefunden... Als wir vor sechs Monaten unser erstes Treffen hatten und das weitere Vorgehen besprachen, hätte wohl keine von uns beiden gedacht, dass wir in einem halben Jahr beide gehen werden... Und da es nun zwei Abschiede waren, bekam nicht nur sie ein Geschenk, sondern auch ich:
Ein wunderschönes Quiltbuch mit einfachen Schritt für Schritt-Anleitungen, ideal für mich, die noch nie einen Quilt gemacht hat. Ich habe ihr mal geholfen, nach einer Anleitung aus dem Buch, Teile für einen Quilt für ihren Enkel zuzuschneiden. Leider haben wir es nie mehr geschafft, diesen Quilt auch zusammen zu nähen. Aber mit diesen Anleitungen werde ich mich wohl mal selber daran wagen.
Und der Leinenstoff ist wunderschön. Vielleicht nähe ich mir eine Sommerbluse daraus, das wäre dann eine schöne Erinnerung.
Ansonsten ist heute ein eher antriebsloser Tag: Der Freund erkältet, ich hatte schon einen Anflug von Migräne, die Zeitverschiebung schlägt voll zu... Da habe ich mich mal aufs Bett gesetzt (bevor ich 2 (!) Stunden Mittagsschlaf gemacht habe) und eine neue Rosemary-Weste angeschlagen. Damit ich mit den vielen Maschen nicht durcheinander komme, habe ich alle 20 Maschen einen Maschenmarkierer platziert. Und damit das Fadenende auch nicht zu kurz wird, messe ich für je 100 Maschen immer eine Armspannweite ab.
Gestrickt wird dieses Mal mit Full Circle Worsted Yarn von Knitpicks, das aus recycelten Fasern besteht, in der Farbe 'latte'. Leider lässt es sich nicht so schön verstricken wie das vorherige Garn, weil man oft in das Garn einsticht, weil es so faserig ist. Aber es würde sich schön anfühlen. Und langsam muss ich meine amerikanischen Garnvorräte verarbeiten, damit dann wieder Platz für neues entsteht.

Mittwoch, 18. April 2012

Abschied Teil 1

Wenn man etwas Neues beginnen will, muss man von etwas Altem Abschied nehmen. Das ist oft gar nicht so einfach, manchmal gehen schwere Entscheidungen und schlaflose Nächte voraus. In diesem Fall ist es mir am Anfang sehr schwer gefallen, einfach zu sagen 'ich höre auf, ich beende das'. Ich musste mir erst klar werden, was ICH eigentlich wirklich will. Es gibt in unserer Gesellschaft so viele Ansprüche und Normen, die man glaubt erfüllen zu müssen. Und ich muss zugeben, dass ich auch in solchen Pfaden gefangen war: Ich dachte, das ist die Chance, so viele möchten das auch machen, angemessenes Gehalt, und vor allem 'Karriere machen' - noch dazu alles im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Aber es ging mir nicht gut dabei; anfangs dachte ich, dass ich etwas ändern muss, an mir, meiner Einstellung usw. Irgendwann bin ich aber darauf gekommen, dass ich das ja gar nicht machen muss - es muss auch anders gehen. Als ich mich dann entschieden habe, dass ich aufhöre (aufgebe?!), kamen natürlich Stimmen, die sagten, dass mir der Ehrgeiz fehle, dass mir der Pioniergeist abgeht usw. Aber es waren auch viele Menschen, die mir einfach gratulierten, es mutig fanden, dass ich den Schritt gegen den Strom wage. Das tat gut!
Natürlich denke ich auch oft nach, wie es weitergehen wird. Dazu habe ich erst vor ein paar Tagen bei der Wunderbaren Clara ein paar Gedanken zum 'downshiftig' gelesen: Weniger ist oft mehr! Gerade in einer Zeit, in der Erfolg und Karriere oft auch am materiellen Zuwachs gemessen werden, ist es vielleicht wirklich sehr provokant, einfach zu sagen: 'Ich verzichte auf die (sogenannte) Karriere, habe dafür vielleicht weniger, aber mehr Zeit mit meiner Familie, für kreatives Tun, zum Nachdenken.' Dabei muss weniger ja nicht wirklich weniger sein, aber vielleicht einfach nicht das Auto der Marke XY sondern ein praktischer Kleinwagen, nicht fünfzehn Pullover im Schrank, sondern 'nur' sieben, usw.

Nun ist es hier eben Zeit Abschied zu nehmen. Es gab einige nette Menschen, die mich begleitet haben und auch dazu beigetragen haben, dass alles nun ein versöhnliches Ende nimmt. So, zum Beispiel, meine Mentorin, die die geniale Idee hatte, mich für die Weiterbildung 'Multicultural Education' einzuschreiben. Als Abschiedsgeschenk habe ich ihr aus Stoffresten ein Federmäppchen genäht. Innen gefüttert, aber sonst ganz simpel und vor allem praktisch.




Montag, 16. April 2012

Frühling lässt sein blaues Band...

Naja, heute ist hier leider nicht viel blau zu sehen, zumindest der Himmel ist grau in grau. Aber meine himmelblaue oder auch kornblumenblaue Frühlingsweste ist fertig! Ohne es zu wissen, haben Frau Kreativberg und ich wohl zeitgleich an einer ähnlichen Weste in einer ähnlichen Farbe gestrickt. Sie war etwas schneller fertig, aber nun habe ich auch meine Weste fertig gestellt.




Gestrickt habe ich mit der Wolle 'Wool Classica' von Manos del Uruguay, die ich mir während des Besuchs einer Konferenz in New York an einem freien Nachmittag in dem wunderbaren Purl Soho gekauft habe. Ich habe nur 350g verbraucht und die Wolle ließ sich wunderbar verstricken.



Die Anleitung stammt von Drops Garnstudio und ist das Modell Rosemary. Die Weste ging wunderschön schnell zu stricken und es war sicher nicht das letzte Mal, dass ich dieses Modell gestrickt habe. Und für die Übergangszeit ist es wirklich optimal - warmer Rücken, aber nicht mehr zu warm an Armen und Hals.



Leider werde ich sie aber die nächsten Wochen nicht tragen können, denn ich muss nochmal über den großen Teich und dort ist es schon furchtbar warm...
Und deshalb muss ich mich nun leider auch schnell ans Packen machen!