Auf manchen Blogs war in den Kommentaren zum Handarbeitsbingo zu lesen, dass das Feld "etwas weben" vielen Kopfzerbrechen bereitete. Die meisten denken beim Wort "weben" zuerst an große, komplizierte Webstühle oder an Schulwebrahmen mit Eigenleben und Sanduhrfigur. Dabei ist Weben die grundlegendste, älteste und eigentlich einfachste textile Technik, die wir haben. Im Wesentlichen könnte man eine Nadel mit Faden einfach nur immer durch andere Fäden auf- und abbewegen und dann hätte man schon "gewebt".
In meiner Weiterbildung haben wir uns zunächst mit dem Weben von Bändern beschäftigt und genau das möchte ich Euch auch hier in den kommenden Tagen nahe bringen. Und dabei braucht ihr weder einen Rahmen, Webstuhl oder sonst etwas.
Für morgen braucht ihr lediglich
- einen ausgespülten Tetrapack
- Schere, Bleistift und Lineal
- eine Lochzange oder dickere Nadel
- zwei Gefrierklemmen/klammern
- einen Gürtel
- einen Platz mit Türgriff und Stuhl
- Baumwoll- oder Leinengarnreste
Bevor wir aber loslegen, möchte ich euch noch kurz ein bisschen von meinem Kurs erzählen:
Der Ausgangspunkt war die Tatsache, dass das Bandweben in Schweden, ja in ganz Skandinavien, eine wichtige kulturhistorische Rolle spielt, auf die ich bei der jeweiligen Technik näher eingehen werde. Das Weben von Bändern geht relativ schnell und einfach und man braucht kaum Hilfsmittel, also ideal für den Schulbetrieb.
Wir sind von zwei Techniken ausgegangen: Das Weben mit einem Webkamm/Gatterkamm und das Weben mit Brettchen. Zudem haben wir mit den drei Naturfastern Baumwolle, Leinen und Wolle gewebt. Die für mich schönste Aufgabe war mit dem Schuss zu experimentieren, ich habe mich für Roggenstrohhalme entschieden.
Weben mit einem Gatterkamm und Baumwollgarn