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Samstag, 30. Oktober 2021

Lichtblick!


Oje, fast 5 Wochen Bloggpause - unfreiwillig :-/  Uns hatte es richtig heftig erwischt. Sowohl das kleine A als auch das kleine Q waren richtig schlimm krank. Ich habe fast eine Woche mit Q im Sitzen geschlafen, weil das arme Würmchen sonst keine Luft bekam. Außerdem hat es jede zweite Mahlzeit erbrochen und die Waschmaschine lief heiß. Dem kleine A ging es auch sehr schlecht, aber mit zweieinhalb kann man manches doch schon besser auffangen und die Tage mit Hörspielen, Bilderbüchern und kurzen Abschnitten Pippi Langstrumpf-Filmen rumbringen. Und dann wurde mein Mann krank, auch sehr lange und hat knapp eine Lungenentzündung umschifft und schließlich hat es dann auch mich aus den Latschen gehoben. Aber! Toitoitoi - meine wöchentliche "Abreibung" mit meinen 6 Handarbeitsgruppen lohnt sich wohl, denn ich kam glimpflich davon. Ja, aber der Oktober war quasi gelaufen. Doch dann kamen meine Eltern um das Schiff wieder flott und winterfest zu machen (und natürlich um die Enkel zu treffen!), ich habe noch meine zweite Impfung bekommen (und war einen Tag recht matschig, gut dass Oma da war), der Mann hat wieder richtige Seminare an der Uni und jetzt sitze ich endlich abends mal wieder am PC :-)

Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe jetzt eine Woche Herbstferien, in denen ich mich "nur" um die zwei Trolle, Haushalt und was eben sonst noch so anfällt, kümmern muss und ich dachte, dass ich da jetzt meine versprochene Web-Serie mache. Das wird für mich zudem die Vorbereitung für eine intere Weiterbildung für unsere Freizeitpädagogen, die an der Schule die Nachmittagsbetreuung der Schüler machen.


Ich muss gestehen, dass ich mir auch zugestanden habe, aus dem Bingo vorerst auszusteigen, zumal ich als Gastgeberin ja eh nicht teilnehmen/gewinnen kann und das hat mir einiges an Druck genommen. Druck, den ich (und nur ich!) mir selber manchmal mache und ich arbeite gerade daran, auch mal fünf gerade sein zu lassen. 

Es gab noch die Frage, was ein UFO ist: Ein unfinished object  oder auf deutsch einfach ein unfertiges Objekt.

Samstag, 11. September 2021

Wenn immer was dazwischen kommt...

  • Bücher: Mama, nur noch einmal vorlesen... Wir haben zwar erst Anfang September, aber die Weihnachtsvorfreude ist schon enorm, seit das kleine A die Kiste mit den Weihnachtsbüchlein entdeckt hat und wir lesen täglich mehrere Weihnachtsbücher...

  • Küchenchaos und Brotkäfer: Ich hätte mir einen günstigeren Zeitpunkt vorstellen können, um meine Küche von oben bis unten auszuräumen, mit heißem Essigwasser auswischen und alle Vorräte neu zu ordnen (bzw. zu entsorgen). Aber hej, wenn nicht zwei Wochen nach Schulstart, wann dann... Und der (tröstliche) Kommentar meiner Schwiegermutter: Mach dir keinen Kopf, in Schweden haben wir eigentlich immer Brotkäfer, wegen dem Knäckebrot. Die machen da so kleine Löcher rein... ?!?! 😱

  • Schneller Einkauf beim Möbelschweden, um die Vorräte sicher und besser organisieren zu können, entpuppt sich als Halbtagsprojekt mit viel Stress. Wir kommen auf jeden Fall mit einem grünen Spielhäuschen/-zelt und dazugehörigem Krabbeltunnel heim.
  • Bestellungen: In unserem 90-jährigen Häuschen haben die "schlauen" Vorbesitzer alle Türen im Erdgeschoss ausgehängt und entsorgt, damit es luftiger wirkt. Wir haben schon vor vier Jahren viel Geld in eine doppelflügelige Tür zum Eingangsbereich investiert und damit Heizkosten gespart. Im Haus haben sich aber manche Türstöcke durch den 30jährigen Leerstand so verzogen, dass es allein mit einem Türkauf nicht getan ist. Zumindest das Arbeitszimmer* hätte ich gerne kinderfrei und so finde und bestelle ich endlich ein Türgitter zum Einspannen/klemmen, das auch zu dem komischen Türrahmenmaß passt. Außerdem muss ich ganz wichtig ein Schnitzset bestellen.
  • Müdigkeit: Ich bin so müde und so müde und soo müde
  • Familiennachmittage in der deutschen Kirche: Der Höhepunkt der Woche für mich und das kleine A. Außerdem gefällt es dem kleinen A dort viel besser als im Kindergarten. Die FSJlerin aus Deutschland, die hilft, die Nachmittage zu gestalten fragt das kleine A: Und, gehst du auch in den Kindergarten? Antwort: Nein, ich gehe in die deutsche Kirche!
  • Unnötige Gänge: Mit dem Fahrradhelm in der Hand marschiere ich in schweißtreibendem Tempo zur Fahrradwerkstatt, um mein Fahrrad abzuholen, aber die haben freitags immer zu. Gut, dass mir der Mechaniker am Montag noch versichert hat, dass es am Freitag sicher fertig ist. Fertig wahrscheinlich schon, aber abholen kann ich es nicht. Dann bin ich mit dem Helm unterm Arm wieder nach Hause getrabt.

Und dann aber, ganz plötzlich, schläft das kleine Q, der Mann und das kleine A sind unterwegs und ich kann mir eine Tasse Schwarztee machen und mein erstes Kreuzchen beim Bingo setzen, ein paar Reihen stricken und sogar ein Ufo beenden. 

Wenn ich dann auch noch die Küche wieder aufgeräumt haben werde, das Badezimmer saniert und organisiert habe, die fehlenden Sachen bestellt oder eingekauft habe, sowie dank des Gitters das Arbeitszimmer zurückerobert haben werde, dann denke ich - ganz optistisch - wird so ab Mitte Oktober das Bingo sich nur so von selbst ausfüllen! 😉



Sonntag, 19. August 2018

Schulanfang

Oh, diese Woche hatte es in sich... Ich musste wieder mit der Arbeit beginnen und dieses Jahr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich keine echten Ferien gehabt hatte, da es mir viele Wochen nicht so gut ging.
Wie dem auch sei, pünktlich zum Arbeitsbeginn kam auch der Spätsommer mit ordentlich Regen und vielen bewölkten Tagen sowie gemäßigten Temperaturen. An der Schule hatten wir Planungs- und Konferenztage und es war chaotisch wie immer. Also wer noch immer das schwedische Schulsystem lobt, der hat wahrlich keine Ahnung: Systematische Überbelastung der Lehrkräfte (weil Lehrermangel; in 5 Jahren werden 17000 (!) Lehrer fehlen), Inklusion bis zum geht-nicht-mehr (auf Kosten aller Kinder) und große Klassen sowie fehlende Finanzen. Freitagnacht konnte ich mehrere Stunden nicht schlafen, weil mir über die kommende Schul- und Klassensituation den Kopf zerbrach.
Jetzt ist aber Sonntag und ich freue mich nun doch schon ein bisschen auf meine Schüler. Dieses Schuljahr werden es 26 sein, weiterhin 3 davon als Inklusionsschüler und 4 mit erhöhtem Förderbedarf. Wir werden es uns so schön wie möglich machen, um die Arbeitszeitprobleme soll sich der Lehrerverband kümmern und für mich ist es ja nur noch bis zu den Weihnachtsferien. Morgen werden wir Origami falten, uns kennen lernen (7 neue SchülerInnen) und dann am Nachmittag werde ich versuchen, unseren Alltag langsam wieder auf Arbeitsalltag einzustellen.
Für mich als Apfellieben-Erinnerung, an ein Leben außerhalb der Schule am Nachmittag im Garten, habe ich die Klassendienstkarten als Äpfel gewählt 🍎

Mittwoch, 13. September 2017

Es sind die Hände...

Es sind die Hände, die das Glück bereiten
und den Kummer vertreiben.
russisches Sprichwort


Dieses schöne Sprichwort habe ich mal bei Rita gefunden und ich musste in den letzten Tagen immer wieder daran denken. Die Trauer und die Traurigkeit verschwinden nicht von selbst, aber Verzweiflung, Wut und Bitterkeit lassen sich sehr gut auf Abstand halten, wenn die Hände beschäftigt sind.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.

deutsches Sprichwort

Das ist ein anderes Sprichwort, das mir die letzten Tage untergekommen ist. Ich habe Brot und Apfelschnecken gebacken, herzhafte Soßen und deftige Suppen gekocht, kleinere Gartenarbeiten verrichtet und gestrickt.
Rezept für Barbaras Seelentröster-Apfelschnecken

Für den Hefeteig braucht man
  • 300 g Weizenmehl
  • 200 g Kamut, fein gemahlen
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 50 g Butter, geschmolzen
  • ca. 200 ml Milch, handwarm
  • 50 g Kokosblütenzucker
  • 1 Ei
Den Teig etwa eine Stunde gehen lassen. Währenddessen für die Füllung 5 Äpfel in kleine Stücke schneiden und 100 g Honigmarzipan fein hacken. Zimtzucker bereit stellen.
Den Teig zu einem großen Rechteck ausrollen, Marzipan und Äpfel darauf verteilen. Mit Zimtzucker bestreuen. Zu einer Rolle aufrollen und mit einem scharfen Messer in ca. 4 cm breite Stücke schneiden. Mit der Schnittfläche nach oben in eine Form legen (mit Backpapier, manche Äpfelsorten saften sehr) und mit Sahne bepinseln. Bei 180°C etwa 45 Minuten backen.

Freitag, 3. Februar 2017

Endlich Freitag!

Was für eine Woche! Trotz bester Vorsätze kam ich einfach nicht zum Bloggen, die Schule hatte mich fest im Griff. Ich betreue im Moment eine Lehramtsstudentin, die hervorragende Unterrichtsversuche macht, aber auch Zeit in Anspruch nimmt, viele erkrankte Kollegen, ein furchtbar emotionaler Elternabend, Konferenzen und und und... Gestern kam ich fast nicht mehr nach Hause, ich musste bei einem Kiosk einen Zwischenstopp einlegen, denn ich war total unterzuckert, ausgetrocknet und eine Migräneattacke war auf dem Weg. Daheim fiel ich nur noch aufs Kanapee und erinnere mich nicht mal mehr, wie ich ins Bett kam.

Trotzdem möchte ich keine andere Arbeit. Die Begegnungen mit Menschen über verschiedene Alters- und Kulturgrenzen hinweg sind sehr wichtig für mich und obwohl es nur Kleinigkeiten sind, glaube ich, dass ich einen bestimmten Unterschied bewirken kann. Gerade in solchen Zeiten wie diesen, leisten Lehrer einen wichtigen Beitrag bei der Ausbildung zukünftiger mündiger Bürger, von denen hoffentlich die meisten die freiheitliche, demokratische Grundgesinnung annehmen, die in den Lehrplänen der meisten europäischen Länder verankert ist.

Göteborg hat mal wieder mit bezaubernden Grautönen die Tage "erhellt" und ich kann es kaum erwarten, bis ich auch endlich das Februar-Kalenderblatt umblättern kann und der März sich ankündigt. Im Moment kann ich mir kaum vorstellen, dass ich jemals wieder im Garten arbeiten werde...

Nun denn, ich schulde euch noch einige Blogeinträge, die ich rückdatieren werde, so dass die Reihenfolge hier wieder stimmt. Bitte also hier unten drunter weiter lesen :-)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Hier...

... war es mal wieder sehr ruhig, weil mich die fieseste Erkältung seit langem außer Gefecht gesetzt hat und ich so das lange Wochenende rund um den Nationalfeiertag apatisch auf diversen Liegemöbeln verbacht habe (und zwei Tage noch von der Schule daheim bleiben musste).
Kräutertee am Nationalfeiertag ;-)
... war es mal wieder sehr ruhig, weil ich trotz Rekonvaleszenz wieder arbeite, denn es ist Endspurt: Noch eine Schulwoche für die Kinder, noch zwei für die Lehrerin. Und das nächste Schuljahr wirft schon seine Schatten voraus - ich werde Klassenlehrerin der 4A :-)
... war es mal wieder sehr ruhig, weil ich mir natürlich schon Gedanken übers Mittsommerkleid mache. Die Stoffe sind vorgewaschen, das Konzept steht, jetzt wäre Nähzeit ohne Reizhusten und Kopfschmerzen noch ganz toll.

Donnerstag, 10. März 2016

Lagebericht

Im Moment läuft alles unrund. Mir fehlen die Zeit und die Muße, um hier zu schreiben.
Eine Mutter hat mich bei der Schulinspektion angezeigt, nachdem die Schule die Familie wegen großer Sorge um den Sohn beim Jugendamt gemeldet hat. Jetzt muss ich das Verfahren aushalten, durchstehen, und bei jedem Vorfall mit dem Schüler in der Klasse zieht es mir den Magen zusammen. Dabei habe ich ja nicht nur ihn. Der gewalttätige Schüler verbreitet weiterhin seinen Schrecken, das ADHS-Mädchen mischt die Klasse auf, ein Junge mit Konzentrationsschwierigkeiten strengt sich sehr an, aber bei dem täglichen Theater verliert auch er immer wieder die Fassung. Dabei bräuchte das Mädchen mit dem Stoffkaninchen (und großem Förderbedarf!) meine ganze Aufmerksamkeit und im Speisesaal sollte ich mich vierteilen, damit der Junge mit Asperger nicht noch mehr Teller mit Fischklößchen und roter Soße durch die Luft fliegen lässt (einer landete auf der Jacke der Sekretärin). Die Assistentin und die Pädagogin, die meiner Klasse zugeteilt sind, sind schon seit Wochen krank geschrieben und wir schlagen uns tapfer mit Vertretungen durch die Tage.
Nächste Wochen beginnen die nationalen Proben, Jahrgangsstufentests für die 3. Klasse und ich weiß schon jetzt, dass einige meiner Schüler diesen Tests nicht gewachsen sein werden. Da werden wir jede Woche drei bis vier Tests bearbeiten, Wutausbrüche und Heulkrämpfe behandeln und dabei versuchen, die Lust am Lernen nicht zu verlieren. Immerhin beginnt in zwei Wochen der Ukulele-Unterricht an der Kulturschule und ich kann jeweils eine halbe Stunde mit einer halben Klasse arbeiten. Und dann sind eine Woche Osterferien.

Freitag, 18. September 2015

Dies und das

Ich sitze gerade am Schreibtisch und habe vorm Fenster das Reh als Gesellschaft, das Brombeerblätter von abgeschnittenen Ranken zupft. Der Mann ist in die Arbeit geradelt und ich erledige dies und das am Schreibtisch. Vor allem für den Kurs müsste ich dringend was machen, aber diese Woche war einfach ein bisschen komisch bis jetzt und so werde ich mich hier am Blog erstmal ein bisschen warmschreiben.
Wenn es so einfach ginge mit dem Warmschreiben, das wäre prima. In unserem Haus ist es nämlich ziemlich kühl und Warmwasser ist auch Luxus. Die Geschichte mit dem Pelletsofen ist nämlich eine größere und in Schweden sind die Wartezeiten für die Handwerker immer, ähm, landestypisch (so wie bei der Einwanderungsbehörde oder dem Schulwerk auch). Es begann nämlich alles damit, dass am Sonntag der Vorbesitzer des Hauses kam, um uns zu zeigen, wie man den Pelletsofen kehrt. Im Winterhalbjahr muss man das jede 100. Brennstunde machen und es ist eigentlich keine große Sache. Aber, vielleicht war es sehr naiv von uns - so wie im Nachhinein betrachtet viele Angelegenheiten mit den Vorbesitzern - dass wir ihn dazu holten. Es hatte ja seine Gründe, dass sie das Haus verkauften, sie waren die letzten Jahre einfach rundum überfordert damit. Naja, nun kam der gute Mann und zeigte uns das Kehren, wie gesagt, keine große Sache. Aber dann fing er an seinen Spezialthermostaten, Temperaturfühlern etc rumzudrücken, drückte eine Fehlermeldung weg, ohne sie gelesen zu haben, überlud den Ofen mit Pellets (daher die Rauchentwicklung) und und und.
Seit diesem Tag hat sich der Pelletsofen kein einziges Mal mehr eingeschalten und Warmwasser ist bei uns nun 25°C... Gestern war der Pelletsofen-Kundendienst da und konnte zumindest sagen, dass der Ofen keinen Schaden genommen hat. Nun warten wir auf einen Elektriker, der sich dieses Kästchen-Wirrwarr anschaut, hoffentlich entfernt, was nicht nötig ist und die Anlage wieder zum Laufen bringt. Bis dahin können wir einmal am Tag manuell den Ofen starten und löschen und so ein bisschen Warmwasser zumindest zum Duschen wärmen.
Angesichts der Flüchtlingsströme quer durch Europa ist das natürlich ein lächerliches Problem. Auch uns beschäftigt das sehr und wir verfolgen das Geschehen in den schwedischen und deutschen Medien. Als politisch eher links eingestellte Menschen und als Christin (ich) haben wir diskutiert, wie wir uns einbringen können, aber da wir uns selber grade noch nicht so stabil und gefestigt sehen, haben wir uns zu einer Spende ans Rote Kreuz entschlossen. Ich glaube, damit ist allen im Moment am Besten gedient. Ich folge aber auch den deutschen Bloggerinnen für Flüchtlinge und anderen Aktionen und habe großen Respekt vor den Menschen, die sich auch tatkräftig einbringen. Und ich bin ein bisschen stolz auf mein Heimatland, in Schweden ist man voll Bewunderung für das, was dort geschieht.
Morgen beginnt unsere nächste Besucher-Strecke: Neffe und Nichte (9 bzw 11 Jahre) kommen selbst mit dem Zug nach Göteborg und bleiben bis Montag, am nächsten Wochenende ist Buchmesse in Göteborg, da wohnt dann meine Freundin, die Bibliothekarin mit Anhang bei uns, meine Eltern kommen zu einem herbstlichen Arbeitseinsatz, und schließlich gibt es ein kleines Schwiegerfamilientreffen bei uns (ein Wochenende mit 10 Personen im Haus), wenn wir nun schon im Westen wohnen. Es wäre sehr angenehm, wenn bis dahin nicht nur die Heizung wieder funktionieren würde, sondern auch das obere Klo, das auch ein Sorgenkind ist und dem hoffentlich heute geholfen werden kann.
In der Küche habe ich beschädigte Äpfel verarbeitet und zweimal Apfelsaft mit dem Dampfentsafter gekocht. Das ging besser, als ich erwartet hatte, ein echter Erfolg und weitere Vorräte für den Winter.
Wenn es mir im Haus zu kühl wird, gehe ich raus und arbeite im Moment an der Verschönerung unserer Vorderseite. Das wird zwar nächstes Jahr alles aufgegraben, aber ich muss das auch noch ein halbes Jahr anschauen, von daher tut das ganz gut. Wenn ich mich innerlich unordentlich fühle, hilft es mir, mit den Händen irgendwo Ordnung zu machen.
Liebe Sigrid, ich glaube das Kämmen funktioniert am Besten bei Preiselbeeren, weil die eher fester sind und traubig wachsen. Ich kann mir vorstellen, dass man da bei den Heidelbeeren eine Menge 'Nebenprodukte' mitnimmt, aber nicht so viele Beeren. In Deutschland ist das Kämmen/Rechen aber, glaube ich, nicht erlaubt, oder? Weißt du da mehr dazu?

Nun läutete gerade wieder das Telefon, der Tagesablauf ändert sich schon wieder. Naja, ich mach das Beste draus und morgen gibt es das erste Herbstsuppenrezept!

Montag, 15. Juni 2015

Bunte Grüße - Zum letzten Mal (3)

Zum letzten Mal ein Besuch im Botanischen Garten (Bergianska Trädgården) hier in Stockholm. Wir waren als große Lehrergruppe da, um gemeinsam das Schuljahr zu beschließen. Auf einem Steg sitzend füllten wir verschiedene Fragebögen aus, holten uns teilweise den ersten Sonnenbrand des Jahres und picknickten bevor die Chefin die Ruheständler und mich verabschiedete. Zum letzten Mal mit den Kollegen, zum letzten Mal im Botanischen Garten. Ich bin irgendwie nicht so erleichtert, wie ich dachte, dass ich sein würde, wenn diese stressige Sprachzentrumszeit endlich vorüber ist. Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass sich noch nichts Neues ergeben hat, dass vielleicht die Zeit für was Neues noch nicht reif ist, dass ich vielleicht noch mal anders denken muss. Den Botanischen Garten, so schön am Brunnsviken gelegen, werde ich ein bisschen vermissen, aber in Göteborg wartet ja schon das Palmenhaus ;-)

Freitag, 12. Juni 2015

Fast am Ende des Schuljahres

... habe ich während der wirklich sehr (!) anstrengenden letzten beiden Wochen
  • unzählige Hände geschüttelt, Umarmungen bekommen und Tränen verdrückt
  • mich wirklich sehr über die Anerkennung der Eltern gefreut! Der Muttersprachunterricht geht notwenigerweise nur sehr eng Hand in Hand mit dem Elternhaus und eine erfolgreiche, erfreuliche Zusammenarbeit in Augenhöhe ist umso schöner. Wenn man das auch noch mal gesagt bekommt, vielleicht mit Schokolade oder Blumen, wird es ganz warm im Lehrerherz :-)
  • habe ich die Pralinen als Nervennahrung schon fast wieder aufgegessen
  • habe ich morgens um 8 schon mit begeisterten Sechstklässlern süddeutsche Volkstänze getanzt
  • habe ich 60 Ameisenkuchenmuffins und 3 Kuchen gebacken
  • habe ich 15 mal "Wo ist die Kokosnuss" und andere Evergreens gesungen
  •  war ich mehrmals Gastgeberin - mit Freude, aber jetzt bin ich auch froh, dass es ruhiger wird.
  • empfand ich die vielen, vielen Abschiede natürlich als traurig und wehmütig, aber auch anstrengend: Für jeden und vor allem für jedes Kind die richtigen Worte finden, zuhören, lächeln, zuversichtlich sein, die Eindrücke ins Herz aufnehmen und dort bewahren - und das alles innerhalb von 12 Tagen. Puh!
  • hatte ich mehrere Tage sehr viel Kopfschmerzen
  • habe ich aber nun meinen Abschluss gefunden und freue mich auf die Abrundung des Schuljahres mit Aufräumen und Kollegentreffs nächste Woche, bevor ich dann mit klopfendem Herzen nach Vorne schaue
 

Samstag, 30. Mai 2015

Diese Woche

Mittsommerkleid und Abschiedsbriefe für die Schüle
  • war die vorletzte ganze Schulwoche. Leider ist das Wetter noch "vorsommerlich", das Sommerferiengefühl lässt noch auf sich warten. 
  • habe ich eine Menge Abschiede vorbereitet, die in den nächsten beiden Wochen anstehen: Briefe für die Schüler, Einladungen zu Abschiedsessen, Abschiedsgeschenke...
  • geht es mir mit dem Thema Abschied nicht so richtig gut. Unterbewusst macht sich einiges bemerkbar, v.a. in psychosomatischen Wehwehchen.
  • habe ich zudem die ersten Absagen auf Bewerbungen an Schulen in Göteborg bekommen. Dieses Ohnmachtsgefühl, als Einwanderin überqualifiziert und doch nicht gut genug zu sein, kommt wieder hoch. Also schreibe ich weiterhin Bewerbungen, wohl wissend, dass bald die in Schweden heiligen Sommerferien anstehen und dann erstmal wieder nichts mehr passiert. Geduld, Geduld...
  • ging es in konkrete Verhandlungen bzgl. des Kredits/der Kredite für das Haus. Obwohl Schweden eines der meist verschuldeten Länder ist (privatökonomisch gesehen, nur mehr japanische Haushalte sind so hoch verschuldet) und wir total absurde Angebote bekamen, konnten wir doch ein eher solides "deutsches" ;-) Modell aufstellen. Da wäre es aber trotzdem gut, wenn ich auch ein Einkommen hätte
  • machte ich mir auch konkrete Gedanken über mein Mittsommerkleid - auch kein unwichtiges Thema! :-) Der Stoff ist gekauft und vorgewaschen, der Schnitt ausgesucht: Dieses Jahr wird es bunt und retro...

von oben links: Panierter Fenchel mit Joghurtsoße, Adressänderungskarten, Restesushi mit Sommersalaten, Stempel
  • hatten wir am Montag keinen Feiertag und auch keine Ferien. Da kommt es leider manchmal zu Missverständnissen mit den Lieben in Deutschland, warum wer wann nicht erreichbar ist oder schon 
  • gab es viel zu oft Pasta, Pesto oder eine Soße aus dem Gefrierfach. Mich nervt das, wenn es nur einseitiges Essen gibt, aber manchmal ist das eben so. Dafür gab es am Montag leckeren panierten Bio-Fenchel und gestern am Freitag gab es 'falsches' Sushi mit Lachsresten und Sommersalaten. Das Rezept für meinen Lieblingssommersalat verrate ich euch nächste Woche :-)
  • kamen über 70 Adressänderungskarten an, die ich mit dem Bild des Hauses vorne drauf bestellt hatte. Nun müssen die noch irgendwann verschickt werden...

  • ... ist auch noch nicht vorbei: Heute will ich noch einige Sachen abarbeiten, die ich euch hoffentlich nächste Woche zeigen kann! Hier ist heute der Stockholm Marathon und viel Regen ist angekündigt, perfekt um sich mal wieder am Nähtisch zu verkriechen...
Habt ein schönes Wochenende!


Montag, 11. Mai 2015

Rastlos

Im Moment erkenne ich mich selbst kaum wieder - wo ist die organisierte, strukturierte, effektive B. denn hin?!
Ich schussle von einer Ecke zur anderen, fang eines an, denke dann - oh nein, erst wäre das andere noch wichtiger -, mache mit etwas anderem weiter, bereite Sachen für ein drittes oder viertes Projekt vor...
... und schließlich sitze ich gelähmt auf dem Sofa, surfe ziellos im Internet herum und weiß gar nicht mehr, wo ich angreifen soll.
Mit ziemlicher Sicherheit wird es die nächsten Tage besser, wenn wir konkret mit der Deadline Sonntagmorgen die Wohnung ausgeräumt und 'gestylt' haben müssen. Trotzdem weiß ich nicht richtig, wie wir vorgehen sollen, brauchen wir ja auch einige Sachen, die parat, aber unsichtbar sein sollen. Puh...
Symptomatisch dafür ist auch meine Handarbeitssituation und ihr seht hier nur die Stricksektion. Eigentlich wollte ich die meisten Projekte vorm Umzug abschließen, denn - so meine Logik - erst einmal weggepackt, bleibt es dann noch länger liegen. Außerdem sind Nr 1 und Nr 2 als Abschiedsgeschenke gedacht, eine zeitnahe Fertigstellung wäre also wünschenswert (und es gibt eindeutig solche Zeitfenster - siehe zielloses Surfen im Internet...).
Die erfahrenen Umzieherinnen, die auf vielen Hochzeiten Tanzenden, die Vielbeschäftigten unter Euch - habt ihr einen oder mehrere Tipps für mich, den Umzug und das Handarbeitsdilemma?

Herzliche Grüße aus dem Chaos, Barbara :-)

Dienstag, 5. Mai 2015

Orange Grüße

Ihr Lieben,

ich bin völlig überwältigt, von Euren lieben Wünschen und Gratulationen zu unserem Haus. Tack! Auch herzlichen Dank der Nachfrage bezüglich des Gesundheitsstatus: Ja, es geht aufwärts, wir sind beide wieder auf den Beinen, der Mann schon fast ganz, bei mir zieht es sich. In den letzten Tagen wieder Migräne, Kreislauf, Magen, Darm - da will einiges verarbeitet werden. Aber ich arbeite und freue mich über die Struktur des Alltags. Wir essen viele Vitamine, aber manchmal muss es für mich auch eine Cola sein, um mich auf den Beinen zu halten.
Schon nächstes Wochenende (nach Christi Himmelfahrt) wird unsere Wohnung besichtigt und zum Verkauf freigegeben werden. Drückt uns die Daumen, dass uns das Bietsystem gewogen ist :-)

Das ist aber für mich im Moment gedanklich noch weiter weg, mich beschäftigt diese Woche sehr meine berufliche Zukunft. Ich schicke wöchentlich Bewerbungen ab, erkundige mich über Alternativen und habe für einen Abendkurs in Kinder- und Jugendliteratur an der Uni angesucht. Natürlich hat mein Mann eine gute Arbeit in Göteborg und wir haben unser Haus, aber ich glaube, ich würde eine Arbeitsstelle so sehr für mich brauchen, um in Göteborg Fuß fassen zu können. Abgesehen davon, dass es uns im Moment grad finanziell sehr gut tun würde (...), ist für mich hier die Arbeit in Schweden ein wichtiger Anküpfungspunkt, ein Ort der Integration und essentiell für mein Selbstbild und -gefühl im Heimland des Mannes.
In meine Gedankenblase "Arbeit" passt es da gerade sehr gut, dass ich nun erstmals DAS orange Kuvert erhalten habe. Im orangen Kuvert schickt die Pensionsbehörde jedes Jahr einen Rentenbescheid an alle arbeitenden Schweden raus, auch mit Informationen zu verschiedenen Anlegemöglichkeiten usw. Nachdem letztes Jahr nur der Mann ein Kuvert bekam, fühle ich mich mit meinem orangen Kuvert nun doch schon auch in der Mitte der schwedischen Gesellschaft angekommen ;-) ;-) ;-)

Wie Wane richtig gemutmaßt hat, wird der Blog in den nächsten Monaten eher sporadisch gefüllt werden. Zur Sonntagsfreude bin ich aber immer da und ich halte euch natürlich über alle wichtigen Ereignisse auf dem Laufenden.
Habt einen richtig schönen Vorsommer! Man liest sich :-)

Varma hälsningar, Barbara

Montag, 2. März 2015

Göteborg!

Oh, ihr Lieben, natürlich ist es Göteborg! Habt so herzlichen Dank für eure lieben Kommentare, Mails und guten Wünsche für unsere Zukunft!!! <3
Mein Mann hat ab August eine Stelle an der Uni dort und deshalb ziehen wir weiter. Wie ich gestern angedeutet habe, geht es mir im Moment nicht mehr ganz so gut damit. Anfangs war die Freude riesig, denn wir haben uns ja so sehr einen fresh start gewünscht, nochmal von vorne anfangen, Altlasten auch räumlich hinter uns lassen.
Hatte ich meine Gedanken anfangs auf anderes gelenkt, wird mir nun langsam immer bewusster, was der Neuanfang für mich alles mit sich bringt. In Stockholm hat es ungefähr drei Jahre gedauert, bis ich "rein kam", jetzt wieder alles auf Anfang: Arbeit, Kirchengemeinde, Freunde, Kollegen, Infrastruktur, Wohnung usw.
Ich habe neulich wieder den Eintrag über unsere Liebesgeschichte gelesen, es liegt so viel darin: Das Heimweh, die Kompromisse. Neulich schaute ich mich im Badspiegel an und fragte mich: Wie viele Kompromisse kann man im Leben machen und doch mit 70 Jahren zurückblicken und sagen, Ja, ich habe mein Leben gelebt?!
Im Moment bin ich irgendwie wieder fertig mit Schweden, möchte zurück nach Deutschland, keine fremde Sprache im Kopf und im Mund haben, einen Bäcker, eine Metzgerei, einen bezahlbaren Wochenmarkt mit Produkten aus der Region, Qualitätszeitungen, mehr vier Jahreszeiten statt 2 1/2 usw.
Aber, jetzt ist er auch da - der Neustart, den wir uns so sehr wünschten. Und es wird viel zu tun sein: Wir haben noch genau fünf Monate um alles abzuwickeln!!! Und ich stehe endlich unter Druck, mich von meinem destruktiven Arbeitsverhältnis zu lösen. Wir versuchen (!!!) ein Häuschen zu finden, wir werden ca. 400 km näher nach Deutschland ziehen, ich weiß, dass wir dann dort zumindest mal 10 Jahre bleiben werden. Und ich freue mich schon auf das Palmenhaus :-)
Und nun aber zum Wichtigsten: 14 Kommentare und eine e-mail sind gestern am Sonntag in den Lostopf gehüpft, der Mann hat als "Glücksfee" agiert... Mir tat es aber so leid, es waren so viele nette Zeilen, und nur ein Gewinn. Also habe ich noch zwei weitere Gewinne in den Topf geworfen! Da ich keine Zeit habe, drei Nadelhäuschen zu sticken, sind die Gewinne 2 und 3 kleine Materialpäckchen mit Material und einer leichtverständlichen Anleitung auf Deutsch, so dass man sich sein eigenes Nadelhäuschen nadeln kann :-) Die ursprüngliche Anleitung kommt aus der Zeitschrift Hemslöjd 6/14. Wenn ich das nächste Nadelhäuschen mache, werde ich Fotos machen und hier zeigen, so dass sich die eine oder andere vielleicht auch noch selbst an ein Häuschen wagt.
Trommelwirbel --- und die Gewinnerinnen sind
Sandra HH - du hast ein Nadelhäuschen gewonnen!
Jonna und Elisabeth - ihr werdet jeweils ein Materialpäckchen mit Anleitung erhalten.

Bitte schreibt mir eine e-mail mit eurer Adresse und evtl. Farbaversionen, dann bekommt ihr noch im März Post aus Schweden!

Samstag, 14. Februar 2015

Diese Woche...

  • hatte es wirklich in sich!
  • habe ich erstmals nach dem neuen Stundenplan gearbeitet - eine große Erleichterung!
  • gab es leider ein paar Zusammenstöße mit Schülern, die mich sehr nachdenklich machten: Wohin sind wir als Gesellschaft unterwegs? Was ist noch der Wert von Schule und Ausbildung? Welche Rolle spielt die schwedische All-inclusive-wird-vom-Steuerzahler-bezahlt-Haltung gegenüber dem Schulwesen? Kann ich als Lehrerin eine "verlorene Generation" retten, von denen beispielsweise jeder fünfte Junge die 9. Klasse der Grundschule verlässt ohne funktional lesen zu lönnen? (Mehr Gedanken zum schwedischen Schulwesen habe ich mir schon mal hier, hier, hier und hier gemacht)
  • ... jedenfalls haben diese Auseinandersetzungen viel Kraft gekostet!
  • bekam ich von zwei jungen Verehrern Schülern Schokolade zum Valentinstag :-)
  • habe ich vor 50 Kollegen einen Vortrag zum Thema Hörverständnis im Muttersprachunterricht gehalten
  •  habe ich mir versüßt und mal wieder schnelle Chokladbollar gemacht
  • verschickte ich viel Post, die glücklicherweise auch schnell ankam
  • hatten wir 3 Tage lang strahlenden Sonnenschein, das Eis ist aufgebrochen, der Schnee schwindet! Wie viel leichter steht man da auf und geht aus dem Haus, das Gesicht in die Sonne haltend
  • hat die Sonne an der gegenüberliegenden Hauswand die ersten Frühblüher hervorgelockt

  •  hatte ich leider auch einige emotionale Tiefpunkte: Die bevorstehenden Veränderungen, Ungewissheit, Trauer
  • ist nun aber auch vorbei, ich blättere diese Doppelseite im Lehrerkalender um und genieße nun das Wochenende, denn nächste Woche wird noch mal anstrengend - Zielgerade auf dem Weg zu den Wintersportferien :-) :-)
Schönes Wochenende!

Donnerstag, 22. Januar 2015

Die Sache mit dem Internet - und dem richtigen Leben

Im kleinen Haus am See konnte man vor kurzem diese nachdenklichen Zeilen lesen und ich kann dem nur zustimmen. Auch ich frage mich sehr oft, wer liest hier mit, wer liest was - und was sind mögliche Konsequenzen. Mit meinen privaten Angaben und Personenfotos bin ich ja sehr vorsichtig, was manche vielleicht schade finden.
Trotzdem ergeben sich manchmal nette Kontakte, die sich auch ins richtige Leben erstrecken: Einmal habe ich eine andere Bloggerin getroffen, einmal ergab sich ein Kaffeehausbesuch mit einer Leserin. Mit ein paar anderen ergab sich ein netter Brief- und e-mail-Wechsel. Das alles ist aber eher langsam gewachsen und private Daten habe ich erst herausgegeben, nachdem ich die Personen durch ihre Worte, Zeilen und eventuell auch deren eigene Blogs "besser kennengelernt" hatte.
Nun ergab sich in letzter Zeit aber noch eine weitere Kategorie von Anfragen, die mich zugegebenermaßen etwas überrumpelt hatten: Leserinnen, die mir Geschenke zusenden wollten. Das ist ja etwas Wunderschönes, eine Wertschätzung meines Engagements hier am Blog und eine nette Sympatiebezeugung.
Aber - und hier kommt leider das aber - ich kenne diese Personen überhaupt nicht, während diese schon einiges über mich (vom Blog her) wissen. Da kommt dann völlig unvermittelt die Anfrage: "Hallo Barbara, ich würde dir gerne dies und das schicken, magst du mir deine Adresse mitteilen? Herzlichen Dank für deinen Blog, liebe Grüße XY."
Anfangs habe ich diese e-mails beantwortet und gerne meine Adresse hergegeben. Und in den meisten Fällen waren es superliebe Postsendungen, die mich erreicht haben (zum Beispiel diese hier). Aber es gab leider auch Fälle, in denen ich nie eine Antwort geschweige denn Post bekam, und da grüble ich dann schon nach, was mit meiner privaten Adresse aus dem richtigen Leben passiert ist. Vielleicht hatte die Leserin ehrenwerte Absichten, kam dann aber einfach nicht dazu, den Brief auf den Weg zu bringen. Oder aber war es jemand, der Adressen abfischen möchte?
Da auch in Zukunft meine Abwägungen, wem ich meine Adresse geben würde, willkürlich und auf mein Bauchgefühl beruhend sein müssten, habe ich mich zu diesem Eintrag entschlossen, um Euch an meinen Gedanken teilhaben zu lassen. Ich möchte niemanden verletzen und auch niemandem die gute Absicht absprechen, aber - da es eben willkürlich wäre - möchte ich deshalb in Zukunft der Einfachheit und Gerechtigkeit halber keine Geschenke von Leserinnen mehr annehmen.
Es ist wirklich eine Zwickmühle, denn ich glaube wirklich, dass es liebe Leute gibt, die sich Gedanken machen und Freude verschicken wollen, aber ich traue dem Internet nicht über den Weg. Da ich in Zukunft weiter mit gutem Gefühl bloggen möchte, möchte ich mir auch sicher sein, dass meine Daten und meine Privatsphäre auch so geschützt sind, soweit es möglich ist.
 Ich hoffe, Ihr könnt meine Gedankengänge nachvollziehen und Ihr bleibt mir als LeserInnen gewogen. Auch könnt Ihr mir jederzeit e-mails schreiben, wenn Ihr die Kommentarfunktion nicht nutzen wollt, aber meine private Adresse gebe ich vorerst nicht mehr heraus - und hoffe auf Euer Verständnis.

Sonntag, 11. Januar 2015

Wegen Krankheit vorübergehend geschlossen

Es hat mich erwischt. Eigentlich ist es nicht komisch, schon seit den Weihnachtstagen habe ich ein Ebbe-und-Flut-Gefühl. Fluttage sind gute Tage, die geben bzw. zumindest nicht nehmen. Ebbetage nehmen Energie mit sich und hinterlassen nur nassen Sand. Die Ebbetage waren in den letzten Wochen gefühlt in der Überzahl, auch richtig total fit habe ich mich schon seit einer Woche nicht mehr gefühlt. Und jetzt das volle Programm!
Dabei bin ich mir selber im Weg. Denn es ärgert mich, dass ich (gefühlt zumindest) schon wieder krank bin, dass ich schon wieder nicht das leisten kann, was von mir erwartet wird ich von mir erwarte, dass schon wieder der Unterricht für Schüler entfallen muss, wo sie doch nur 1 Stunde/Woche haben.
Trotzdem ist es wohl ein Zeichen, dass es so grad nicht geht, dass ich gesund werden muss, dass 5 Unterrichtsstunden mit einer fiten Lehrerin wohl besser sind als 6 Unterrichtsstunden mit einem Zombie.
Nun bin ich also nicht nur krank, nun muss ich mich auch noch in Geduld üben! :-( Immer noch nicht meine Stärke ;-)
Die letzten Tage tobten auch hier Wetterumschwünge, so wie es in mir tobte, Hoch und Tief, Ebbe und Flut. Nun steht erstmal kälteres Wetter an und draußen fällt der Schnee. Wie gerne würde ich rausgehen und meine fieberwarme Stirn und meine aufkochenden Emotionen abkühlen. Der Schnee deckt erstmal einiges zu, dämpft die Geräusche von außen und macht die Nächte heller.
Nun lege ich mich auch wieder hin, schaue dem Schnee beim Fallen zu, versuche ruhig zu werden, geduldig zu sein, Kräfte zu sammeln und wieder gesund zu werden.
Und dann werde ich auch hier endlich wieder zurück sein - in gewohnter Manier :-)

Mittwoch, 7. Januar 2015

Nähen am Abend

... erquickend und labend... oder so
So könnte doch ein Sprichwort heißen, oder? ;-)
Ich hatte heute meinen ersten Arbeitstag nach den Ferien und kam gleich sehr einigermaßen frustriert nach Hause. Die strukturellen und organisatorischen Probleme, an denen der Muttersprachunterricht krankt, sind wie ein immer wiederkehrendes Geschwür und machen so viel kaputt. Morgen beginnt dann immerhin wieder der reguläre Unterricht :-)
Nachdem wir dann um halb neun endlich gegessen hatten und der Wasserkessel auf dem Ofen blubberte, merkte ich, wie sich ein ungutes Gefühl einschlich: Frustration, Kopfweh, Wehleidigkeit... Was soll ich denn tun? jammerte ich meinem armen Mann die Ohren voll. Mach doch was mit den Händen, ein kleines, anspruchsloses Projekt!
 Na, da musste er mich nicht lange bitten: Ich setzte mich zu ihm an den Küchentisch, wo er arbeitete und begann dieses kleine, anspruchslose Projekt zuzuschneiden. Sogar der sorgsam aufbewahrte Minirest von diesem Stoff konnte noch einer weiteren Bestimmung zugeführt werden. Drei Nähte an der Nähmaschine, den Rest konnte ich wieder von Hand am Küchentisch erledigen.
Mit jedem Stich wurde ich ruhiger und zufriedener. Etwas mit den Händen machen, das tut mir sehr gut. Mit dem Mann ein paar Worte wechseln, ein paar Takte summen, glücklich die Zwischenergebnissen präsentieren...
... und nach weniger als einer Stunde war mein Traumnadelkissen fertig! :-)
Die Anleitung kommt aus diesem Buch der schwedischen Stickerin Karin Holmberg.