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Montag, 4. Dezember 2017

Licht im Dunkeln: Sofiero

Vor ein paar Wochen haben wir das Schlösschen Sofiero (sprich: Sofi-e-ruh, also Sofienruhe) bei Helsingborg besucht. Der Schlosspark war mit verschiedenen Lichtinstallationen ausgeleuchtet und es war ganz zauberhaft, dort herum zu spazieren. Allerdings war es auch recht speziell, einen Ort im Dunkeln zu besuchen, den man noch nie bei Tageslicht gesehen hat. Aber das werden wir nachholen, denn die kleine Schlossgärtnerei muss ich unbedingt mal wieder besuchen...

Sonntag, 29. Oktober 2017

Im Zeichen des Kürbis

Fühlt ihr euch heute auch irgendwie aus der Zeit gefallen?! Mir jedenfalls geht es so, auch weil ich mich nach einer extrem anstrengenden, letzten Woche vor den Ferien nun plötzlich im Leerlauf befinde. Gestern wusste ich gar nichts mit mir anzufangen, war unleidlich und unausgeglichen. Dank einer extra langen Nacht fühlte ich mich heute morgen doch deutlich besser und so schwangen wir uns nach dem Frühstück auf die Fahrräder. Puh, war das eisig und windig, aber sonnig!
Unser Ziel war der Botanische Garten, wo diese Woche eine "Kürbisparade" stattfindet. Wir hatten einen ziemlich guten Zeitpunkt gewählt, denn am Sonntagvormittag war noch nicht so viel los.
Gezeigt wurden nicht nur alle möglichen Kürbissorten, sondern auch Besonderheiten wie Bäume, an denen Kürbisse wachsen ;-)
Die ganze Ausstellung war unheimlich liebevoll arrangiert und dekoriert worden. Kleine Infotafeln informierten über die Kulturgeschichte, die Eigenheiten der Kürbispflanze und Rezepttipps.
Mein Herz hüpfte gleich ein bisschen höher, als ich entdeckte, dass es sogar eine Kürbissorte nach Jack O'Lantern benannt gibt. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas intensiver mit dem irischen Taugenichts beschäftigt, da die Sage über seine Taten dem Brauch mit den Kürbislichtern zu Grunde liegt. Ich musste nämlich feststellen, dass meine Schüler zwar nach Herzenslust Halloween feiern, aber so gar nichts über den Hintergrund wissen. Und sinnentleerte Feste sind ja so gar nicht meins...
Da in Schweden die Herbstferien auch "Leseferien" heißen (Dank an den Bildungsminister...) müssen meine Schüler jetzt die Sage über Jack O'Lantern in den Ferien nachlesen. Hihi... :-)
Ich habe den Ausflug mit meinem Mann sehr genossen. Auch die Sonne tat gut, denn die wenigen Sonnenstunden sind schon wieder sehr selten und daher sehr wertvoll! Jetzt freue ich mich auf den "Ausblick" Herbstferien in der kommenden Woche, zum Auftanken und kreativ sein.

Dienstag, 28. Februar 2017

Fernsehfreier Februar - Fazit

Die Zeit verging ja wie im Flug. Heute ist schon der letzte Tag im Februar, offiziell damit auch der letzte fernsehfreie Tag. Ich will ein Fazit ziehen und so manchen Gedanken auch hier für mich selber festhalten.
Heute im Vogelfutterplatz-TV: Das verliebte Schwanzmeisenpärchen
Ich muss ja gestehen, dass ich es nicht konsequent durchgehalten habe. Beispielsweise habe ich mir zwei Faschingssitzungen angeschaut, aber auch die eine oder andere Sendung in Notsituationen. Allerdings habe ich viel sorgfältiger ausgewählt.
Der fernsehfreie Februar hat bei mir ein Nachdenken und Umdenken ausgelöst.
Ich habe das Fernsehen als Quelle für muttersprachliche Populärkultur erkannt, die ich nicht missen möchte, da ich aktiv zweisprachig leben möchte.
Ich habe, angeregt durch einen Leserinnen-Kommentar, eingesehen, dass manchmal Entspannen, einfach Konsumieren, vor dem Fernseher auch sein darf, sein kann, sein muss.
Wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch, kommt es auf das Wie, das Was und das Warum an.
Die Fastenzeit beginnt ja dieses Jahr mit dem 1. März. Anlass genug, darüber nachzudenken, wie es weiter gehen wird, mit dem fernsehfreien Leben.
Ganz fernsehfrei nein, viel weniger und bewusster ja. Man sagt ja immer, dass der Mensch 40 Tage braucht um Gewohnheiten zu verändern, Verhaltensweisen nachhaltig anzunehmen. Da sind also 28 Tage Februar viel zu kurz.
Ich nehme meine Vorsätze bezüglich TV-Konsum also mit in die Fastenzeit: Weniger und bewusst ausgewählt. Zwei Tage pro Woche sollen ganz bildschirmfrei werden, also auch ohne Surfen im Internet.
Denn genauso wie den Fernsehkonsum muss ich auch meinen Internetkonsum hinterfragen. Was und wieviel tut gut? Was ist sinnvoll? Wie viele Eindrücke kann ich eigentlich aufnehmen? Wieviel Inspiration braucht der Mensch (ravelry, pinterest)?
Ich werde mir gut überlegen, welche Tage sich als bildschirmfrei eignen und wie ich sie stattdessen gestalten will. Ich bin neugierig und freue mich darauf. Und ich bin darauf gefasst, dass ich auch scheitern kann. Dann versuche ich es nächstes Jahr im Februar wieder ;-)
Liebe Gesa, herzlichen Dank für die tolle Anregung! Es hat mir viel Spaß gemacht!
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es darum geht die spannende Fragen zu beantworten: Woher kommt plötzlich der Nebenbuhler im Sturm? Für wen wird sie sich entscheiden?...

Samstag, 25. Februar 2017

Der beste Platz in der Stadt

Wenn im Februar die Sonne wieder kräftiger wird, aber die Winde noch so eiskalt wehen, dass nicht mal das Eis auf den Kanälen aufbrechen will, dann gibt es nur einen Platz...
... an dem man Sonne und Wärme tanken, Grün und Farben aufnehmen, sich von warm-feuchter Luft umhüllen lassen kann: Das Göteborger Palmenhaus, keine 5 Minuten vom Hauptbahnhof weg.
Es ist, wie wenn man eine andere Welt betritt. Man schält sich aus den warmen Winterkleidern und macht einen Sommerspaziergang in den Subtropen.
Im Kamelienhaus ist gerade Hochsaison: Alle Sträucher stehen in voller Blüte. Die Farben tun sehr gut!
Weiter geht's ins Haus mit dem großen Wasserbecken. Spiegeleffekte. Die schwüle Luft verschlägt einem fast den Atem, aber ich merke, wie meine Haut den Kontrast zur kalt-trockenen Winterluft wahrnimmt und mit jeder Pore die Feuchtigkeit aufnehmen will.
Im Hauptgebäude mit den großen Palmen gibt es einen tollen Balkon mit Sitzgelegenheiten.
Unten stehen auch ein paar Tische und Stühle, aber oben ist besser ;-) Ich bin von Leuten umgeben, die versunken in ihren Büchern lesen, andere essen ihr mitgebrachtes Mittagessen oder trinken Kaffee aus Thermoskannen. Ich stricke ein paar Reihen.
Der beste Platz um diese Jahreszeit ist und bleibt das Palmenhaus!

Freitag, 10. Februar 2017

Frühlingsfrische Vitamine (3): Exotisch angehaucht

Ziemlich genau vor 5 Jahren durfte ich im Februar eine der beeindruckendsten Reisen meines Lebens machen: Hawai'i. Zu dem Zeitpunkt war ich noch an der Uni in den USA und kämpfte mit der Forschung (die Dokumentation des Abschmelzens von Gletschern mit Hilfe von Satellitenbildern - eine knifflige Sache wegen des komplexen Reflektierens von bestimmten Wellenlängen des Lichts usw.) und war so gar nicht glücklich. Aber ich hatte mich für eine wissenschaftliche Konferenz auf Hawai'i beworben und hatte sogar ein Stipendium dafür bekommen. Mein Prof, seine Frau und mein (damals noch nicht) Mann begleiteten mich. Mein Prof und ich besuchten die Konferenz zwei Tage und den Rest verbrachten wir zusammen mit einem weiteren Forscherehepaar mit der Erkundung der Insel.
Es lag sicher mit am Klima und der Sonne, aber auch daran, dass ich für mich selber beschlossen hatte aus der Forschung auszusteigen, ... auf Hawai'i ging es mir richtig gut und ich fühlte mich so wohl. Gerade die üppige Vegetation hatte es mir angetan.
Bin ich zwischen 17 und 27 wirklich viel gereist, so hat sich mein Radius nun deutlich verkleinert: Schweden und Deutschland, und das ist so in Ordnung. Ich habe meine Entscheidung keine Stunde lang bereut. Ich weiß, dass ich das Richtige getan habe. Es braucht gute, engagierte (und überqualifizierte 😉) Lehrkräfte, ich habe kein Bedürfnis, Karriere zu machen und ich mag eher das einfache, ruhige Leben. Nun habe ich eine sichere Anstellung und das Häuschen mit Garten - beides wäre nicht der Fall, wenn ich in der Forschung geblieben wäre. Es war nervenaufreibend genug, bis mein Mann auch eine gute Stellung an einer Uni fand, und man muss das Glück/Schicksal nicht noch mehr herausfordern...
Aber manchmal habe ich Sehnsucht. Nicht nach den USA im Allgemeinen und nicht nach Indiana im Besonderen, aber nach den Plätzen, die ich bereisen durfte. Und im Februar, wenn mir hier immer noch die skandinavischen Eiswinde um die Nase wehen, wenn der Boden so gar nicht tauen will, wenn der Himmel tagelang bleigrau ist, dann denke ich an Hawai'i und habe etwas Fernweh.
Allerdings ist eine Hawai'i-Reise im Moment alles andere als realistisch (wir haben immerhin ein Haus gekauft...) und ich verspüre auch keine große Lust in die USA zu reisen. Umso überraschter und glücklicher war ich, als die Koch- und Backzeitschrift Allt om mat (ich habe ein Abo auf Weihnachten bekommen) im Briefkasten lag und mit Rezepten, inspiriert von der hawaiianischen Küche, schon auf dem Umschlag farbenfroh zum exotisch angehauchten Kochen einlud.
Ich entschied mich für ein leichtes, frisches Abendessen mit Nachspeise: Fish Taccos und selbstgemachtes Sorbet.
Die Zutaten bekam ich alle im Bioladen und bis auf die Avocado sind sie gar nicht mal so exotisch, aber schmeckten hervorragend, in der Kombination: Grüner Salat, Blaukrat, ein paar Avocado-Würfel, Fisch und eine Majonäse, mit Zitronensaft und Sweet-Chili-Soße verfeinert. Der Fisch ist MSC-gefischt vor der Küste Norwegens und wurde von mir eine Stunde in 1 Liter Wasser mit 2 EL Salz eingelegt. Fragt mich nicht warum, aber es stand so im Rezept. Ich glaube, es funktioniert so mit jedem festfleischigen, weißen Meeresfisch. Ich habe die Stücke in Butter von beiden Seiten angebraten. Alles in fertige Weizen-Tortillias eingewickelt und es schmeckte frisch und nach meer...
Zur Nachspeise pürierte ich eine Dose Kokossahne und ein Glas eingelegte Ananas mit 2 EL Honig. Die Masse ließ ich in der Eismaschine cremig gefrieren und stellte sie dann noch mal in den Gefrierschrank bis zum Essen. In der Zeitschrift wird vorgeschlagen, dass man selbst Macadamia-Nüsse als Topping karamellisiert, aber ich hatte etwas besseres: Macadamia-Krokant, das wir damals auf einer Macadamia-Plantage gekauft hatten. Die Dose war, wie ein Schatz gehütet, mehrmals mit uns umgezogen, immer aufgespart, für den besonderen Anlass. Ein tristgrauer Februarabend, fünf Jahre später, im eigenen Häuschen war nun Anlass genug, die Krokantstücke zu zerkleinern und über meine Nachspeise à la Hawai'i zu streuen.
Meine treuen Leserinnen wissen, dass ich oft und viel über unser Essen reflektiere. Ich bin auch der Meinung, dass man mit seinem Konsumverhalten größere Kreisläufe beeinflussen kann (bio, fair-traide - Angebot und Nachfrage...). Kokos, Ananas und Avocado sind weder regional noch saisonal, aber manchmal kaufe ich das als etwas Besonderes ein. Und ich kaufe nur Produkte, die unter akzeptablen Umständen entstanden sind (soweit ich das mit den entsprechenden Zertifizierungen nachvollziehen kann).
In Schweden wäre regional und saisonal sehr, sehr eintönig, zumindest während des Winterhalbjahrs (es wäre wohl vor allem Grütze...) und so wäge ich verschiedene Faktoren gegeneinander ab und treffe meine Entscheidungen. Sie sind nicht immer einfach und wohl an sich viel verwobener und verflochtener, als wir es durchschauen können, aber ich denke, dass schon das Nachdenken darüber wichtig ist.
In diesem Sinne: Aloha!

Mittwoch, 8. Februar 2017

Fernsehfrei im Februar - Woche 1

Letzten Mittwoch war der 1. Februar und ich habe mich entschlossen, bei Gesas Aktion "Fernsehfreier Februar" mitzumachen. Nun ist eine Woche vergangen und ich will hier kurz berichten, wie es mir damit so geht.
Zunächst muss ich vorausschicken, dass wir keinen Fernseher besitzen. Auch haben wir keine Abos für Streamingdienste (Netflix o.ä.), aber wir haben ein Tablet und jeder hat einen Laptop. Die erste Woche habe ich für mich damit verbracht, mein "Fernseh-Verhalten" zu analysieren und darüber nachzudenken. Zum Fernsehen benutze ich nämlich das Tablet und den Inhalt aus drei Mediatheken: ZDF, BR und SVT (Sveriges Television). Wenn ich von der Schule nach Hause komme ist oft mein erster Griff zum Tablet und mit einer Tasse Tee schaue ich etwas aus dem Angebot von ZDF oder BR an. Beide Sender sind nun ja nicht für seichtes Programm bekannt, aber ich wähle schon mal Inhalte aus, die mir vielleicht nichts geben, oder die man nicht unbedingt sehen müsste.
Als ich dieses Verhalten mir bewusst vor Augen hielt, fiel mir eine wichtige Sache auf: Beide Mediatheken zeigen Sendungen auf Deutsch!!! Vielleicht anfangs bewusst, dann immer mehr unbewusst, habe ich mir in meinem schwedischen Alltag in Göteborg deutschsprachige Alltagsfluchten gesucht. Während ich in Stockholm noch als Deutschlehrerin arbeitete und viel Deutsch in der Arbeit sprach, habe ich nun kaum noch Deutsch um mich herum. Mit meinem Mann spreche ich schwedisch, in der Schule spreche ich schwedisch, beim Einkaufen, ich habe keine deutschsprachige Bekannte mehr in der Nähe. Ich schreibe Deutsch auf WhatsApp und telefoniere meistens einmal täglich mit meiner Mama, aber das war es. Vor allem höre und sehe ich so selten Deutsches. Die deutschen Sendungen sehen auch anders aus, es gibt ein anderes Design, einen anderen Geschmack, eine andere Ästhetik.
Nun will ich die restlichen drei Wochen darauf verwenden, mich aktiv mit diesem Bedürfnis nach Zweisprachigkeit auseinander zu setzen: Endlich Anrufe tätigen, die ich schon lange versprochen habe. Mehr deutsches Internetradio und Podcasts hören, deutsche Bücher lesen, mich anstrengen und mit meinem Mann Deutsch sprechen. Außerdem werde ich mir die eine oder andere Sendung erlauben, aber kritisch ausgesucht und hinterfragt. Schließlich ist mir meine Zweisprachigkeit wichtig und so will ich auch am öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland teilhaben.
Die erste Woche des FernsehFreien Februars habe ich
- angefangen, einen deutschsprachigen Roman zu lesen (Der Trafikant - sehr empfehlenswert)
- die Weihnachtssachen ordentlich in Schachteln verpackt und verräumt
- ein Paar Handschuhe für meinen Mann gestrickt
- neue Strickprojekte angeschlagen
- mir Zeit genommen, um die ZEITung zu lesen und auch mal wieder ausführlich in Zeitschriften zu lesen, z.B. über die Geschichte des Handschuhstrickens im Nordland (überhaupt bin ich im Moment von Handschuhen recht angetan)
- habe ich wieder mehr fotografiert und gebloggt

Danke, liebe Gesa, für deine Impulse!

Und habt ihr, die ihr in Deutschland lebt, vielleicht Fernseh-Tipps für mich? Kritische, anregende, inspirierende, auch unterhaltsame Sendungen, die ich vielleicht gezielt sehen sollte, um weiterhin am Ball zu bleiben, was das deutschsprachige Fernsehen (und die dazugehörigen Diskurse, Diskussione und Dialoge) betrifft?