Donnerstag, 4. November 2021

Bandgeschichten (1)

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Man geht davon aus, dass die Bandkämme ihren Ursprung in Asien haben und von dort aus in die weite Welt kamen. Bei Ausgrabungen in Pompeji fand man einen Bandkamm und man kann von daher davon ausgehen, dass sie schon Beginn unserer Zeitrechung in Europa waren. Von der Bevölkerung in Amerika hat man Berichte und Funde ab dem 16. Jahrhundert, die eine Verwendung von Bandkämmen nahe legen. Für Skandinavien ist die Existenz der Bandkämme seit dem 18. Jahrhundert belegt, vor allem für die Bevölkerungsgruppe der Samen. Für die einstigen Nomaden sind die Bänder wichtiger Ausdruck von Kultur und Identität, aber auch praktisch im Alltag. Je nach Region und Gruppe werden die Bänder entweder mit einer speziellen Technik geflochten, die vom Aussehen jedoch kaum von Gewobenen zu unterscheiden ist, oder man benutzt eben einen Bandkamm. Für Interessierte gibt es bei der samischen Designfirma Stoorstålka in Jokkmokk Bandwebpakte, zu denen es auch auf Youtube Anleitungsfilme gibt. 

Zu den samischen Bändern gibt es auch eine Menge Geschichten, die über die Symbole und Farben erzählen. Der praktische Aspekt ist aber auch, wenn sie oben um den Stiefelschaft geschnürt werden, kann kein Schnee hineinfallen. Ein Bild dazu gibt es in diesem Artikel der schwedischen Zeitschrift Hemslöjd.

Die Überschrift bedeutet so viel wie "Stolz und Widerstand". Die Ursprungsbevölkerung hat seit jeher viel von der schwedischen, christlichen Mehrheit aushalten müssen und so war es nicht unerwartet, dass man auch in der Kleidung (versteckt) Ausdruck für Widerstand hinzufügte. Als eine Welle der Pfingst-/Erweckungsbewegung mit extrem strengen Predigern über das Nordland schwappte, sollte die Samen bespielsweise von ihren farbenfrohen und stark gemusterten Trachten Abstand nehmen. Eine erfinderische Weberin hatte aber die Idee, ihre Schuhbänder Ton-in-Ton zu mustern und damit waren die spitzigen (teuflischen) Muster für den Prediger unsichtbar, für das geschulte, samische Auge war jedoch die Formsprache deutlich.

Im schwedischen digitalen Museum gibt es hier noch viele Bilder von verschieden Bandkämmen zu sehen. Bandkämme waren oft auch Teil der Aussteuer bzw. Geschenke des Verlobten an die zukünftige Braut und entsprechend kunstvoll gestaltet.

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