Freitag, 31. August 2018

Das HerbstHandarbeitsBingo 2018

Viel schneller als man denkt, schickt uns der Herbst erste Anzeichen: Reife Beeren, bunte Blätter, Pilze und Nebelmorgen. Dann ist es auch wieder an der Zeit, sich über das HerbstHandarbeitsbingo Gedanken zu machen! 🍁 Hier kommt das diesjährige Bingofeld:
So bekommt man das Bingo-Feld:
Mit der Maus auf das Handarbeitsbingo-Bild gehen und rechts klicken - Grafik kopieren wählen; ein Word-Dokument öffen und Strg und V gleichzeitig drücken und die Grafik einfügen. Ausdrucken und Loslegen!
ODER
Wenn man sich bezüglich der Prozedur oben unsicher fühlt, einfach eine Mail an mich schicken und ich schicke ein pdf-Dokument fertig zum Ausdrucken.

Die Regeln:
1. Der Zeitraum ist vom 1. September bis zum 24. November 2018. Am 24. November 2018 um Mitternacht sollten alle Beiträge eingeschickt sein.
2. Mitmachen mit Blog: Am 24. November 2018 ein Foto des Bingofelds mit den entsprechenden Kreuzen und Fotos von den Projekten in einem Blogpost veröffentlichen. Dazu diesen Eintrag verlinken und wiederum in meinem Eintrag an diesem Tag in einem Kommentar zum eigenen Blog verlinken.
Gerne dürfen die Projekte auch im Laufe des Handarbeitsbingo-Zeitraums schon gezeigt werden, je nachdem, wann ihr fertig werdet. 
3. Mitmachen ohne Blog: Bitte macht auch unbedingt mit, wenn ihr keinen Blog habt. Dann am 24. November 2018 einfach eine Mail mit einem Foto des Bingofelds mit den entsprechenden Kreuzen und Fotos von den Projekten an mich schicken. Die Fotos bitte unbedingt verkleinern und mit dem Mailen der Projektfotos stimmt ihr zu, dass ich sie hier am Blog zeige (wenn gewünscht auch anonym oder nur mit Vornamen).
4. Jede volle Fünferreihe (waagrecht, senkrecht und diagonal) gibt euch ein Los im Lostopf für mein Überraschungspäckchen. Drei vollständige Reihen = drei Lose usw. Das Maximum sind allerdings fünf Lose.
5. Es ist erlaubt, bei einem Projekt mehrere Kreuze zu setzen. Beispielsweise könnte man einen braunen Rock mit Reißverschluss nähen. Dann kann man "einen Reißverschluss einnähen", "etwas Braunes handarbeiten" und "einen Rock nähen" ankreuzen.
6. Die Verben "machen" und "handarbeiten" sollen die Möglichkeit geben, die Technik frei zu wählen, also häkeln, stricken, nähen, sticken u.ä.
7. Wer sich von mir Kommentare oder Feedback auf dem eigenen Blog erwartet, muss leider enttäuscht werden. Meine Tage sind bis obenhin vollgepackt und so werde ich ausschließlich auf meinem Blog hier im Allgemeinen die Werke kommentieren. Das soll aber nicht heißen, dass ich nicht die anderen Blogs bzw. die TeilnehmerInnen verfolge. Ich bitte um euer Verständnis!
Ich wünsche Euch von Herzen viel Freude, Kreativität und Musestunden sowie einen schönen Herbst! 
Hinterlasst hier unter dem Eintrag gerne einen Kommentar, wenn ihr teilnehmen wollt. Man kann aber auch später noch "quer einsteigen", nur ist der Zeitraum halt dann begrenzter.

Sonntag, 26. August 2018

Aus dem Garten in die Küche: Rohrnudeln

Dieses Wochenende standen nicht die Äpfel im Zentrum, sondern unsere Frühzwetschgen, die dringend verarbeitet werden mussten. Neben Einfrieren, Trocknen und zwei Sorten Marmelade buk ich auch meine Lieblingsrohrnudeln, die für mich den Spätsommer einläuten.
Ich habe einen mittelfesten Hefeteig gemacht (mit etwas Butter, Zucker und einem Ei) und die Zwetschgen entsteint.
Statt der Kerne habe ich ein Stück Honigmarzipan eingeklemmt und die Hälften wieder zusammen gesetzt.
Jede Frucht habe ich in ein Stück Teig eingeschlagen. Mit dem Verschluss nach unten habe ich die Nudeln in eine gebutterte Reine gesetzt und dann im Ofen bei 180°C eine gute halbe Stunde gebacken.
Die fertigen Rohrnudeln unbedingt in der Spätsommersonne draußen genießen, am Besten noch warm mit Vanillesoße.

Samstag, 25. August 2018

Apfelliebe: Sommerschnitt

Jetzt ist es an der Zeit, die großen, alten Apfelbäume zu beschneiden, die uns überreich mit Früchten beschenkt haben. "Jetzt?!" werden sich viele fragen. "Soll man Apfelbäume nicht während des Spätwinters beschneiden?!"
Im Allgemeinen ist es so, dass der Spätwinter wohl die ohnehin ruhigere Zeit im ländlichen Jahreslauf ist und da hat man Zeit, sich der Beschneidungsarbeit zu widmen. Im Spätwinter kann man auch Bäume beschneiden, wenn man mehr Wachstum erzielen will (was aber auch in vielen Wassertrieben ausarten kann). Die ambitionierte Apfelbaumbesitzerin will aber luftige Kronen und viel Fruchtholz und setzt deshalb auf den Sommerschnitt, der während der Monate Juli-September (kurz: JAS) durchgeführt werden kann.
Während der mittleren beiden Augustwochen war nun der Sommerschnitt Thema im Gartenkurs. Ich wählte mir für meine Aufgabe zwei Bäume aus, die beide Sommeräpfel trugen und somit abgeerntet waren/wurden. Mit den späteren Apfelsorten warte ich noch etwas, denn man kann ja noch bis Ende September beschneiden und da können Ernte und Schnitt Hand in Hand gehen.
Einer der Apfelbäume steht bei den Nachbarn im Garten und die waren so nett, mich blutige Anfängerin an den Baum ranzulassen. Andererseits, der Baum ist so verwachsen, da kann ich auch nicht mehr viel kaputtmachen ;-)
Oben seht ihr einen Ausschnitt der Krone. Ins Auge fallen sofort das Gestrüpp an dichten Wassertrieben, die sich über mehrere Generationen entwickelt haben. Außerdem wachsen Triebe aus dem Stamm.
Die Äste und Zweige wachsen in- und umeinander, was zu Abreibungen und Krankheitsherden führen kann. Je luftiger eine Krone, desto weniger können sich Schädlinge und Pilze halten. Allerdings darf man dem Baum auch nicht zu viele Äste auf einmal entfernen, denn dann treibt er wieder Wassertriebe, die viel Blattmasse für die Photosynthese produzieren sollen.
Ich begann also als erstes mit dem Entfernen der Zweige am Stamm. Dabei ist es wichtig, nicht zu nah am Stamm zu schneiden, sondern dem Baum ein paar mm zu lassen, so dass die Schnittstellen vernarben und verwachsen können.
Als nächstes entfernte ich abgestorbenes Material, was immer ein Eingang für Pilze sein kann und was man ja vermeiden möchte. Hier sieht man, dass ich außerhalb des "Kragens" schneide, der ein bisschen wie ein Schildkrötenhals aussieht und die Säge erst da ansetze, wo die Rinde glatt ist. Ich verwende viel eine Baumsäge "japanischer Art", also eine Japansäge, die aufgrund ihrer Zahnung ohne viel Kraftaufwand schneidet und saubere Schnitte macht. Saubere Schnitte sind das A und O, dann hat der Baum die besten Voraussetzungen die Schnitte selber zu heilen. Wundverschluss oder ähnliche Pasten sollte man meiden, die Natur braucht keine solchen Hilfmittel.
Meine Säge kann ich außerdem zusammenklappen und gut in der Arbeitshose verstauen, was aus Arbeitssicherheitsgründen ein Vorteil ist. Außerdem verwende ich noch eine Baumschere, aber nur bei den dünnsten Zweigen, denn man sollte nicht zu viel quetschen.
Man sollte außerdem versuchen, Sägen oder Scheren an Stangen/Teleskopstangen zu vermeiden, da man da nie genau sieht, wo und wie man den Schnitt ansetzt. Besser ist es in eine gute Leiter zu investieren. Bei alten Hochstamm geht das natürlich nicht immer, aber man sollte einfach versuchen, so viel wie möglich in "Augenhöhe" zu beschneiden.
Vorher
Hier ist so eine verzwackte Stelle, wo man mehrere Schnitte setzen muss und in etwas komischen Winkeln um ein gutes Ergebnis zu erziehlen.
Nachher
Mir haben die beiden Wochen extrem viel Spaß gemacht und ich habe vieles über Bäume im Allgemeinen, unsere Apfelbäume im Besonderen und auch über mich selbst gelernt. Das, was mein Papa und Opa machen/gemacht haben, ist keine Zauberei, sondern erfordert einfach etwas Übung und einen guten Blick. Deshalb bin ich auch immer wieder vom Baum ein Stück weg gegangen und habe einen Blick aus der Entfernung drauf geworfen und mir vorgestellt, wie der Baum in ein paar Jahren aussehen soll, wo die Leitäste liegen, wie das Grundgerüst der Krone aufgebaut werden soll. Dabei war es sogar hilfreich im belaubten Zustand zu beschneiden, denn man sieht den Baum mehr als Ganzes und nicht nur das Gerüst.
Hier zusammengefasst meine Tipps bzw. was ich im Kurs und durch meine Praxisversuche gelernt habe:

  • Man muss sich einfach nur trauen. Bäume beschneiden ist mit dem richtigen Werkzeug körperlich nicht schwer und keine Geheimwissenschaft, die nur von älteren Herren beherrscht wird
  • Ist der Baum arg verwachsen, ist es am Besten einen 3- oder 5-Jahresplan zu erstellen. Ich habe beispielsweise diese Saison nur die unteren Wassertriebe und Verwachsungen entfernt, aber weder die Höhe eingekürzt noch die oberen Wassertriebe entfernt. Das mache ich in den kommenden Sommern.
  • Maximal 30% der Blattmasse/Zweige/Baumkrone entfernen. Ich habe versucht mich eher Richtung 20% zu orientieren, da die Bäume durch den trockenen, heißen Sommer ohnehin leicht gestresst sind.
  • Alle Triebe am Stamm entfernen
  • Alles Abgestorbene entfernen
  • Alles, was sich überkreuzt, aneinander reibt oder ineinander wächst, entfernen
  • Dann kann man noch zu dicht stehende Äste/Zweige/Wassertriebe entfernen
  • Bevor man den nächsten Baum in Angriff nimmt, Säge und Baumschere desinfizieren, so dass man keine Krankheiten zwischen den Bäumen verbreitet (z.B. Krebs)

Sonntag, 19. August 2018

Schulanfang

Oh, diese Woche hatte es in sich... Ich musste wieder mit der Arbeit beginnen und dieses Jahr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich keine echten Ferien gehabt hatte, da es mir viele Wochen nicht so gut ging.
Wie dem auch sei, pünktlich zum Arbeitsbeginn kam auch der Spätsommer mit ordentlich Regen und vielen bewölkten Tagen sowie gemäßigten Temperaturen. An der Schule hatten wir Planungs- und Konferenztage und es war chaotisch wie immer. Also wer noch immer das schwedische Schulsystem lobt, der hat wahrlich keine Ahnung: Systematische Überbelastung der Lehrkräfte (weil Lehrermangel; in 5 Jahren werden 17000 (!) Lehrer fehlen), Inklusion bis zum geht-nicht-mehr (auf Kosten aller Kinder) und große Klassen sowie fehlende Finanzen. Freitagnacht konnte ich mehrere Stunden nicht schlafen, weil mir über die kommende Schul- und Klassensituation den Kopf zerbrach.
Jetzt ist aber Sonntag und ich freue mich nun doch schon ein bisschen auf meine Schüler. Dieses Schuljahr werden es 26 sein, weiterhin 3 davon als Inklusionsschüler und 4 mit erhöhtem Förderbedarf. Wir werden es uns so schön wie möglich machen, um die Arbeitszeitprobleme soll sich der Lehrerverband kümmern und für mich ist es ja nur noch bis zu den Weihnachtsferien. Morgen werden wir Origami falten, uns kennen lernen (7 neue SchülerInnen) und dann am Nachmittag werde ich versuchen, unseren Alltag langsam wieder auf Arbeitsalltag einzustellen.
Für mich als Apfellieben-Erinnerung, an ein Leben außerhalb der Schule am Nachmittag im Garten, habe ich die Klassendienstkarten als Äpfel gewählt 🍎

Montag, 13. August 2018

Apfelliebe: Apfelkuchen zum Abschied

Unsere Lieblingsnachbarn gehen für 3 Jahre in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo der Mann eine Projektanstellung bekommen hat. Das tut uns etwas leid, denn es war wirklich eine sehr angenehme Nachbarschaft und v.a. hatte der Nachbar vier Bienenstöcke, von denen mein Garten und unsere Obstbäume wirklich profitiert haben. Die Bienen sind schon zu seinen Eltern umgesiedelt worden und nächste Woche es geht auch für die Nachbarsfamilie los. Es wird auch spannend, wer dann da einziehen wird (sie vermieten das Haus...).
Vor Kurzem waren wir bei ihnen zum Abschiedsessen und ich habe einen Apfelkuchen mitgebracht. Weil das Ganze sehr spontan war, musste ein schnelles Rezept her, für das ich alles zu Hause hatte. Ich machte schließlich einen Kuchen, wieder aus einem Saltå Kvarn-Kochbuch, und weil der sooo gut war, möchte ich das Rezept hier mit euch teilen.

Für eine Springform 18-20 cm Durchmesser:

  • 125 g Butter
  • 1 1/2 dl Rohrzucker
  • 2 Eier
  • 2 TL gemahlener/zerstoßener Kardamom
  • 2 1/2 dl Mehl (ich habe Dinkelmehl verwendet)
  • 1 TL Backpulver
  • 2 EL Naturjoghurt
Den Ofen auf 200°C vorheizen, eine Springform vorbereiten und aus den obigen Zutaten einen Rührteig herstellen (erst Butter mit Zucker, dann Eier, dann die trockenen Zutaten und schließlich das Jogurt).
Den Rührteig in die Form geben und dann den Kuchen mit Apfelschnitzen von

  • 3 säuerlichen Äpfeln belegen und mit
  • 2-3 EL Rohrzucker sowie
  • 1 EL Zimt
  • und 2 EL Pinienkerne bestreuen.
Für 35 - 40 Minuten ins Backrohr geben und vor dem Servieren eventuell noch mit etwas Puderzucker bestäuben.

***
{Hinweis: Im Folgenden verlinke ich auf eine Seite, die kommerzieller Art ist. Ich habe aber keinerlei Absprachen o.ä. mit den Betreibern der Seite, sondern möchte Euch darauf nur deshalb hinweisen, weil mir der Inhalt der Seite als hilfreich und interessant erscheint.}

Auf der Seite von Saltå Kvarn gibt es auch ganz viele Rezepte, die man sich vielleicht mit rudimentären Schwedisch-Kenntnissen oder einem Übersetzungsprogramm mal durchschauen kann.

Freitag, 10. August 2018

Gärtnern mit Wetterextremen

... ist zwar eine Herausforderung, aber kein Problem. Hier kommen ein paar Tipps und Tricks, die wir im Gartenkurs erarbeitet haben.
Zuerst ist es wichtig, dass die GärtnerIn gut ausgerüstet ist: Sonnen- oder Regenschutz, ausreichend zu trinken (in den kalten Jahreszeiten auch gerne eine Thermoskanne), eventuell eine kleine Zwischenmahlzeit, so dass man nicht ständig ins Haus laufen muss, und bequeme Kleidung entsprechend den Witterungsbedingungen. Je wohler man sich im Garten (und in seiner Haut) fühlt, desto besser und ausdauernder kann man darin arbeiten.
Bei Hitze und Trockenheit:
- Der erste Schritt zu widerstandsfähigen Pflanzen sind a) Direktsaat und b) samenfestes Saatgut (keine F1-Hybriden): Pflänzchen, die direkt aus dem Samen im Beet aufgehen, entwickeln in der Regel viel tiefere Wurzeln als Pflänzchen, die umgetopft und ausgepflanzt werden. Wenn man samenfestes Saatgut verwendet, kann man am Ende der Saison selbst Samen von den Pflanzen gewinnen, die mit den Wetterextremen am besten zurecht gekommen sind.
- Vlies schützt die Pflanzen nicht nur vor Kälte, sondern das ganze Jahr über vor der sengenden Sonne, reduziert die Verdunstung und hält auch Schädlinge ab, z.B. Kohlweißlinge o.ä.
- Rasenschnitt/Mulch hält die Erde kühler und feucht, kann zusätzlich Feuchtigkeit speichern und reduziert die Verdunstung.
- Wenn man Gießen nicht vermeiden kann, dann beispielsweise direkt in Gießtöpfe (siehe Foto oben) gießen. Dadurch kommt das Wasser direkt an die Wurzeln und es kann nichts an der Oberfläche weglaufen oder verdunsten. Man reduziert auch das Krankheitsrisiko, wenn die Blätter der Pflanzen trocken bleiben.
Als Gießwasser verwende ich u.a. Wasser aus der Küche, z.B. vom Kartoffelwaschen o.ä., wenn Regenwasser nur begrenzt vorhanden ist. 
- Beschattung durch Mischkultur: Wer verschiedene Gemüse anbaut, die verschiedene Höhen und Blattgrößen aufweisen, erhält auch automatisch eine Art Stockwerkbau, bei dem sich die Pflanzen gegenseitig beschatten können bzw. wird der Boden ideal bedeckt.
- Gründüngung: Hat man eine Kultur abgeerntet und ist das Wetter zu heiß/trocken für eine Neusaat, kann man eine Gründüngung zwischensäen (Boden immer bedeckt halten!). Buchweizen ist beispielsweise ziemlich wärmetolerant und außerdem mit keiner Gemüseart verwandt, so dass nach ihm alles wieder angebaut werden kann. Bevor die Gründüngung zu blühen beginnt, kann man sie abschneiden und das Material wieder als Mulch benutzen.
Mit Vlies bekommt die Gründüngung einen guten Start, auch im heißesten August.
Ungeschälter Buchweizen aus dem Bioladen als Saatgut verwendet
Bei feucht-kaltem Wetter:
Bei länger anhaltendem Regen und kühlen Termperaturen kann man tatsächlich auch die gleichen Methoden verwenden, nur haben sie da einen anderen Effekt:
Vlies schützt z.B. vor Schäden durch Starkregen und verhindert Auswaschungen. Auch Mulch verhindert, dass wertvoller Oberboden weggespült wird. Zudem isoliert die Mulchschicht zusätzlich bei kühlen Temperaturen und kann, wenn sie wie ein Kragen um die Pflanze gelegt wird, auch als Miniwindschutz funktionieren. Die verschiedenen Stockwerke der Mischkultur können wie "Regenschirme" für kleinere und zartere Pflänzchen sein und außerdem vor Wind schützen. Gründüngung sollte generell die Beete während der kalten Jahreszeit bedecken, damit der Boden geschützt bis ins Frühjahr kommt.
Habt ihr noch weitere schlaue Tipps und Strategien?

Eine kleine Frage

Seht ihr automatisch den Hinweis bzgl. cookies u.ä. oben/unten auf der Seite wenn ihr meinen Blog aufruft? Ich wäre dankbar für eine kurze Rückmeldung!

Donnerstag, 9. August 2018

Garten - Fragen und Antworten


Bei meinem letzten Gartenpost kamen ein paar Fragen auf, die ich gerne hier beantworten möchte.

Regula fragte: Hast du dich bewusst entschieden, den Garten "am Boden" zu machen? Hier bauen alle Leute Hochbete.

Ja, ich habe mich bewusst dafür entschieden, da mir u.a. der Materialaufwand (Baumaterial, Erde usw.) für Hochbeete entschieden zu hoch war. Zudem zeigt sich jetzt, wie vorteilhaft die "Bodennähe" bei der jetzigen Trockenheit ist (in den Kästen, die etwas erhöht sind, ist die Erdtemperatur höher und das Wasser versickert tiefer). Aus meiner Sicht ist es durchaus legitim Hochbeete anzulegen, wenn man z.B. Probleme mit dem Rücken/Knien o.ä. hat, aber ich beobachte auch einen gewissen Markt/Trend, der mit neuen Anschaffungen und teilweise viel Geld verbunden ist. Die bodennahen Beete haben sich über Jahrhunderte bewährt und ich glaube auch, dass sie langfristig weiter Bestand haben werden. Die bodennahen Beete zeichnen sich auch dadurch aus, dass ich mit wenig Platz und Aufwand große Anbauflächen habe (meine Gänge/Bretter zwischen den Beeten sind z.B. nur 20 cm, bei Hochbeeten müsste ich wesentlich mehr Platz für Gänge einplanen, damit ich mit dem Po auch durchpasse und mich umdrehen kann).

Stefanie fragte: Wie anders es alleine durch die EInfassungen wirkt, irgendwie aufgeräumter. Warum war das sinnvoll?

Die äußere Einfassung soll eine deutliche Kante/Begrenzung zwischen Rasen und Beeten schaffen. An den geraden Brettern kann man gut entlang mähen oder schneiden. Zudem wird die Erde der Beete nicht so leicht auf den Rasen "geschludert", wenn man an den Rändern umgräbt o.ä. tut. Theoretisch könnte ich die Einfassung auch noch mit einem Kupferband oder einer anderen Schneckenbarriere versehen (dieses Jahr ist es den Schnecken zum Glück zu trocken). Außerdem wollte ich den Garten formal ein bisschen an die alten Bauerngärten/Potager anlehnen und da geben die Bretter den Rahmen vor.

TAC kommentierte: Ich wusste gar nicht, dass man mit Gras auf den Beeten mulchen kann. In normalen Sommern müssen meine Männer einmal die Woche mähen. Wir haben das Gras immer in den Kompost getan.
Dazu passt auch die zweite Frage von Stefanie:Und den Mulch, den macht ihr zwischen die Saatreihen oder auf die Saatreihen drauf? 

Rasenschnitt kann sowohl als Mulchdecke (Reduzierung der Verdunstung bzw. Schutz vor Auswaschen bei hohen Niederschlägen) gesehen werden, aber auch als Langzeitdüngergabe und Nahrung für die Bodenlebewesen. 
Ich lege den Mulch zwischen die Saatreihen bzw. dann um die jungen Pflanzen rundum. Frischer Rasenschnitt ist praktisch und leicht zu verteilen.
Langfristig kann man mit regelmäßigem Abdecken mit Rasenschnitt einen "grabungsfreien" Garten erzielen: Deckt man die Beete im Herbst gut ab, muss man im Frühjahr das Material an den entsprechenden Stellen nur ein bisschen zur Seite rechen und man hat lockere, feuchte Erde darunter. Getrockneter Rasenschnitt auf den Beeten ist nicht immer der allerschönste Anblick (bzw. entspricht nicht unserem gewohnten Bild von einem ordentlichen Gartenbeet), aber man spart sich auch das Unkrautjäten, da der Rasenschnitt das Unkraut erstickt/nicht so durchlässt.

Stellt gerne weitere Fragen, das ist für mich auch eine Möglichkeit das neu Gelernte zu vertiefen und nochmal zu wiederholen! Bei Interesse können wir im Frühjahr auch einen Mini-Kurs/Garden along mit dem Erstellen von Fruchtfolgen machen 🌿

Mittwoch, 8. August 2018

Noch ein paar freie Tage

Das Ende der Sommerferien naht und für meinen Mann hat der Arbeitsalltag eigentlich schon wieder begonnen. Er konnte sich aber ein paar Tage vor und nach dem Wochenende frei nehmen (bzw. letzte Woche konnte er gar nicht mehr in die Arbeit, da die Klimaanlage im Gebäude wegen Überhitzung (!) kaputt gegangen war und so wurden alle wegen der heißen Temperaturen im Haus heimgeschickt...) und so nutzen wir die Tage um gemeinsam mit meinem Schwesterherz und ihrem Freund ein bisschen Regional-Urlaub zu machen.
Wir begannen mit einem Tagesausflug auf eine Westküsteninsel, wo wir eine Rundwanderung von gut 12 km machten. Dank einer anhaltenden Brise waren dort die Temperaturen ganz erträglich :-)
Ein paar Tage später brachen wir Richtung Norden auf, wo wir bei den Schwiegereltern unterkamen und Tagesausflüge in die Umgebung machten. Gestern Abend kamen wir wohlbehalten wieder zurück, voll mit Eindrücken und Mitbringseln (ich habe schon einen Preis für das Handarbeitsbingo gekauft 😊).
Apfelinspiration und -wissen durften nicht fehlen
Auch historische Gärten sind immer einen Besuch wert.

Mittwoch, 1. August 2018

Der Gartenkurs (Teil 2)


Ja, nachdem dann alles vorbereitet war, begann ich nach und nach zu säen und die ersten Setzlinge auszupflanzen. Das war schon nicht einfach, denn ab dem 3. Mai hatte es kaum mehr geregnet. Der Lehmboden war aber gut mit (Schmelz-)Wasser gesättigt und unsere Kursleiterin ermutigte uns, begleitet von guten Ratschlägen.
Ich arbeitete viel mit Komposterde, die ich glücklicherweise ausreichend zur Verfügung hatte. Entweder ganz als "Decke" oder angehäufelt in Rillen für die Direktsaat.
Die Lehmklumpen ließ ich Lehmklumpen sein, wir konnten sie nicht einfach zerkleinern und in ihnen war wertvolle Feuchtigkeit gespeichert. Sie werden sich im Laufe der Jahre durch die Zuführung von organischem Material weitestgehend "auflösen".
Außerdem arbeitete ich viel mit Grasschnitt, den ich zwischen den Reihen ausbrachte. Das hat sich bis jetzt super bewährt! Zum einen enthält der Grasschnitt viel organisches Material, das den Bodelebewesen zur Verfügung steht, und zum anderen schützt es den Boden vor dem Austrocknen/reduziert die Verdunstung.
Mitte Mai pflanzte ich noch den Mais aus und dann ging es mit meiner körperlichen und seelischen Verfassung rasant bergab während die Temperaturen stiegen. Ich empfand den Garten nur noch als Belastung, der Kurs war wie ein extra Gewicht am Bein - und immer noch eine Arbeit, noch eine Dokumentation, noch eine Aufgabe, die eingeschickt werden sollte. Ich zweifelte stark, ob das meiner Psyche - wie anfangs geplant - noch zuträglich war, oder ob ich das Handtuch werfen sollte. Mein Mann ermutigte mich und in Absprache mit der Kursleiterin konnte ich manche Aufgabe etwas theoretischer (statt nur praktisch im Garten) bearbeiten und mein Mann las oft spät abends noch Korrektur. Etwas in mir wollte diesen Kurs unbedingt weitermachen, vielleicht auch als Notfallplan, wenn die Behandlungen nicht so positiv verlaufen wären.
Mitte Juni sah der Garten dann aber so aus und mir war zum Heulen: Alles wuchs ineinander, alles sah lieblos, braun und verwahrlost aus. Wo sollte ich nur anfangen?
Dann kam aber Hilfe, die was von ihrer Sache versteht: Meine Eltern machten "Arbeitsurlaub" bei uns und wer anders, als meine Mama, die schon ihr Leben lang (sehr erfolgreich!) gegartelt hat - wiederum genetisch geprägt von meiner Oma, die mit gut 90 Jahren das garteln immer noch nicht lassen kann, konnte mir besser unter die Arme greifen?!
Sie wusste gleich was zu tun war, so dass ich zumindest die letzte Aufgabe für das Frühlingshalbjahr noch bestehen konnte. Mein Papa wurde angewiesen Einfassungen zu bauen, mein Mann musste den Rasen mähen, so dass genügend Mulch/Grasschnitt zur Verfügung stand. Bretter zwischen den Beeten und letzte Aussaaten machten, dass ich wieder im Plan war.
So brachten wir bis Anfang Juli den Garten wieder in Schuss und seit ein paar Woche bin ich auch wieder einsatzfähig. Am Montag hatten wir wieder unser erstes Kurstreffen (google classroom) und ich freue mich wieder auf die Aufgaben und Herausforderungen.
Wie der Garten jetzt, Anfang August, aussieht, zeige ich euch bei einem Gartenrundgang demnächst.