Donnerstag, 9. August 2018
Garten - Fragen und Antworten
Bei meinem letzten Gartenpost kamen ein paar Fragen auf, die ich gerne hier beantworten möchte.
Regula fragte: Hast du dich bewusst entschieden, den Garten "am Boden" zu machen? Hier bauen alle Leute Hochbete.
Ja, ich habe mich bewusst dafür entschieden, da mir u.a. der Materialaufwand (Baumaterial, Erde usw.) für Hochbeete entschieden zu hoch war. Zudem zeigt sich jetzt, wie vorteilhaft die "Bodennähe" bei der jetzigen Trockenheit ist (in den Kästen, die etwas erhöht sind, ist die Erdtemperatur höher und das Wasser versickert tiefer). Aus meiner Sicht ist es durchaus legitim Hochbeete anzulegen, wenn man z.B. Probleme mit dem Rücken/Knien o.ä. hat, aber ich beobachte auch einen gewissen Markt/Trend, der mit neuen Anschaffungen und teilweise viel Geld verbunden ist. Die bodennahen Beete haben sich über Jahrhunderte bewährt und ich glaube auch, dass sie langfristig weiter Bestand haben werden. Die bodennahen Beete zeichnen sich auch dadurch aus, dass ich mit wenig Platz und Aufwand große Anbauflächen habe (meine Gänge/Bretter zwischen den Beeten sind z.B. nur 20 cm, bei Hochbeeten müsste ich wesentlich mehr Platz für Gänge einplanen, damit ich mit dem Po auch durchpasse und mich umdrehen kann).
Stefanie fragte: Wie anders es alleine durch die EInfassungen wirkt, irgendwie aufgeräumter. Warum war das sinnvoll?
Die äußere Einfassung soll eine deutliche Kante/Begrenzung zwischen Rasen und Beeten schaffen. An den geraden Brettern kann man gut entlang mähen oder schneiden. Zudem wird die Erde der Beete nicht so leicht auf den Rasen "geschludert", wenn man an den Rändern umgräbt o.ä. tut. Theoretisch könnte ich die Einfassung auch noch mit einem Kupferband oder einer anderen Schneckenbarriere versehen (dieses Jahr ist es den Schnecken zum Glück zu trocken). Außerdem wollte ich den Garten formal ein bisschen an die alten Bauerngärten/Potager anlehnen und da geben die Bretter den Rahmen vor.
TAC kommentierte: Ich wusste gar nicht, dass man mit Gras auf den Beeten mulchen kann. In normalen Sommern müssen meine Männer einmal die Woche mähen. Wir haben das Gras immer in den Kompost getan.
Dazu passt auch die zweite Frage von Stefanie:Und den Mulch, den macht ihr zwischen die Saatreihen oder auf die Saatreihen drauf?
Rasenschnitt kann sowohl als Mulchdecke (Reduzierung der Verdunstung bzw. Schutz vor Auswaschen bei hohen Niederschlägen) gesehen werden, aber auch als Langzeitdüngergabe und Nahrung für die Bodenlebewesen.
Ich lege den Mulch zwischen die Saatreihen bzw. dann um die jungen Pflanzen rundum. Frischer Rasenschnitt ist praktisch und leicht zu verteilen.
Langfristig kann man mit regelmäßigem Abdecken mit Rasenschnitt einen "grabungsfreien" Garten erzielen: Deckt man die Beete im Herbst gut ab, muss man im Frühjahr das Material an den entsprechenden Stellen nur ein bisschen zur Seite rechen und man hat lockere, feuchte Erde darunter. Getrockneter Rasenschnitt auf den Beeten ist nicht immer der allerschönste Anblick (bzw. entspricht nicht unserem gewohnten Bild von einem ordentlichen Gartenbeet), aber man spart sich auch das Unkrautjäten, da der Rasenschnitt das Unkraut erstickt/nicht so durchlässt.
Stellt gerne weitere Fragen, das ist für mich auch eine Möglichkeit das neu Gelernte zu vertiefen und nochmal zu wiederholen! Bei Interesse können wir im Frühjahr auch einen Mini-Kurs/Garden along mit dem Erstellen von Fruchtfolgen machen 🌿
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Hui, das find ich super, dass du so ausführlich antwortest und auch, dass wir im Frühjahr vielleicht selbst was lernen können (sofern du Zeit haben wirst ;)
AntwortenLöschenDas mit dem Grasschnitt als Mulch merk ich mir auf alle Fälle.
LG von TAC
Mit dem Mulch stimm ich voll und ganz zu.
AntwortenLöschenNur habe ich mit der ganzen Mulcherei mir mal Wühlmäuse eingefangen.
Seitdem grab ich immer mal im Herbst ein paar Beete um.
Oder streu einfach nach der letzten Ernte Senfkörner als Winterbegrünung drüber.
Machen meine Männer am Bauernhof bzw. auf den Äckern genauso. Der Senf friert ab über den Winter und läßt sich im Frühjahr gut einarbeiten. LG Barbara
Liebe Barbara,
AntwortenLöschenich bin ganz verzückt, wieder von dir zu lesen, deinen Garten zu sehen und dem Angebot eines Kurses. Das ist wunderbar,ich lerne gern etwas über den Garten aus allen Teilen der Welt.
Alles Liebe, Kraft und Zuversicht beim wachsen und gedeihen!
Liebe Grüße
Sandra aus Hamburg
Hallo Barbara,
AntwortenLöschenich würde ja wirklich gerne mehr über das Rankgerüst wissen. Ich nehme an, es ist für Stangenbohnen? Kannst du da nochmal ein Bild von zeigen und etwas zur Konstruktion schreiben? Für Stangenbohnen habe ich nämlich im Moment gar kein Beet.
Vielen Dank und liebe Grüße,
Gesa
Hej Barbara,
AntwortenLöschendas finde ich total spannend, irgendwie geht es ja wieder zurück zu den Wurzeln. das mit den Hochbeeten ist ein Modetrend, ich denke auch für ältere Leute oder mit Rückenproblemen prima. Aber wenn man richtig was anbauen möchte, dann lieber Bodennähe. Das mit dem Grasschnitt merke ich mir, das wusste ich noch gar nicht :0) vielen dank für die ausführlichen erklärungen und die tollen posts. ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)
Danke für deine Antworten! Vor allem das mit dem Mulchen finde ich sehr spannend. Ich muss und kann noch so viel lernen. Aber nun ziehen wir erstmal um und dann gibt es sehr viel Garten und Wiese und Fläche zum ausprobieren, lernen und strukturieren. Ich werde gespannt weiter bei dir mitlesen.
AntwortenLöschenViele Grüße Stefanie
Ich war letzte Woche im Freilichtmuseum Ballenberg im Berneroberland. Da hat es praktisch bei jedem Haus einen wunderschönen, traditionellen Garten. Die Beete am Boden. Da war mir klar, so und nicht anders möchte ich es haben. Für die Kürbisse kann ich ja immer noch einen Haufen mit dem Kompost errichten. LG von Regula
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