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Sonntag, 9. April 2017

Der Welt den Rücken...

Bei aller Betroffenheit und allem Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer in Stockholm können wir gegenwärtig doch nur den Kopf schütteln und der Welt den Rücken zukehren. Welche Hysterie von den Medien heraufbeschworen wird, welche platten, nationalistischen Phrasen die Regierung ausgibt... das lässt mich am gesunden Menschenverstand zweifeln, die Proportionen scheinen abhanden gekommen.
Wir sind nicht Stockholm und wir sind nicht Schweden. Ich fühle mich nicht bedroht und ich fühle mich auch nicht unsicher. Meiner Meinung nach gelingen diese Anschläge erst (gesellschaftlich; für die betroffenen Individen ist es natürlich furchtbar) durch das, zu was sie von den Medien gemacht werden.
Schon am Samstag haben wir das Radio abgeschaltet und haben Gartenfernsehen geschaut. Außerdem haben wir Beete vorbereitet, Erbsen gesät, einen Pflaumenbaum gepflanzt. Mehr friedliche und zukunftsorientierte Handlung geht nicht ;-)
Wir haben leckeren fairtrade Schwarztee 'Mango Cream' getrunken, Vanillebullar, mit eigenen Himbeeren vom letzten Jahr, auf der Terasse in der Sonne gegessen. Den ersten eigenen Spinat geernet, der Rhabarber ist auf dem Weg in die Küche...
Wir informieren uns, mit so vielen Fakten, wie wir brauchen und für gut befinden. Wir denken kritisch. Wir handeln ökologisch und nachhaltig (im Rahmen unserer Möglichkeiten). Wir wenden der Welt, die so schnell und wuschig geworden ist, den Rücken zu...
Hoffentlich könnt ihr es eben so machen! <3

Dienstag, 28. Februar 2017

Fernsehfreier Februar - Fazit

Die Zeit verging ja wie im Flug. Heute ist schon der letzte Tag im Februar, offiziell damit auch der letzte fernsehfreie Tag. Ich will ein Fazit ziehen und so manchen Gedanken auch hier für mich selber festhalten.
Heute im Vogelfutterplatz-TV: Das verliebte Schwanzmeisenpärchen
Ich muss ja gestehen, dass ich es nicht konsequent durchgehalten habe. Beispielsweise habe ich mir zwei Faschingssitzungen angeschaut, aber auch die eine oder andere Sendung in Notsituationen. Allerdings habe ich viel sorgfältiger ausgewählt.
Der fernsehfreie Februar hat bei mir ein Nachdenken und Umdenken ausgelöst.
Ich habe das Fernsehen als Quelle für muttersprachliche Populärkultur erkannt, die ich nicht missen möchte, da ich aktiv zweisprachig leben möchte.
Ich habe, angeregt durch einen Leserinnen-Kommentar, eingesehen, dass manchmal Entspannen, einfach Konsumieren, vor dem Fernseher auch sein darf, sein kann, sein muss.
Wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch, kommt es auf das Wie, das Was und das Warum an.
Die Fastenzeit beginnt ja dieses Jahr mit dem 1. März. Anlass genug, darüber nachzudenken, wie es weiter gehen wird, mit dem fernsehfreien Leben.
Ganz fernsehfrei nein, viel weniger und bewusster ja. Man sagt ja immer, dass der Mensch 40 Tage braucht um Gewohnheiten zu verändern, Verhaltensweisen nachhaltig anzunehmen. Da sind also 28 Tage Februar viel zu kurz.
Ich nehme meine Vorsätze bezüglich TV-Konsum also mit in die Fastenzeit: Weniger und bewusst ausgewählt. Zwei Tage pro Woche sollen ganz bildschirmfrei werden, also auch ohne Surfen im Internet.
Denn genauso wie den Fernsehkonsum muss ich auch meinen Internetkonsum hinterfragen. Was und wieviel tut gut? Was ist sinnvoll? Wie viele Eindrücke kann ich eigentlich aufnehmen? Wieviel Inspiration braucht der Mensch (ravelry, pinterest)?
Ich werde mir gut überlegen, welche Tage sich als bildschirmfrei eignen und wie ich sie stattdessen gestalten will. Ich bin neugierig und freue mich darauf. Und ich bin darauf gefasst, dass ich auch scheitern kann. Dann versuche ich es nächstes Jahr im Februar wieder ;-)
Liebe Gesa, herzlichen Dank für die tolle Anregung! Es hat mir viel Spaß gemacht!
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es darum geht die spannende Fragen zu beantworten: Woher kommt plötzlich der Nebenbuhler im Sturm? Für wen wird sie sich entscheiden?...

Donnerstag, 16. Februar 2017

Fernsehfrei im Februar - Woche 2

Seit dem 1. Februar versuche ich bei Gesas Aktion "Fernsehfreier Februar" mitzumachen. Nun ist wieder eine Woche vergangen und ich will hier kurz berichten, wie es mir damit so geht.
Diese Woche hatte ich Ferien und viiiel Zeit. Ich habe einige Sachen in Angriff genommen und freue mich über diese Dinge, die ich ohne die fernsehfreie Zeit nicht so geschafft hätte:
- den Badezimmerschrank ausgemistet und aufgeräumt
- das Kerzen- und Vasenschränkchen aufgeräumt
- laange ZEITung gelesen
- angefangen, die Rezepte zu sortieren (mehr dazu bald)
- angefangen, das Gartenjahr zu planen
- viel Wolle gewickelt (dazu auch bald mehr)
- mehr gelesen
- viel gekocht und gebacken
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir ein paar Fernseh-Ausnahmen gegönnt habe, z.B. Schwaben weiss-blau, eine Faschings-Fernseh-Sitzung, um auch hier ein bisschen das Gefühl von Fasching zu haben. Morgen werde ich mir zudem die Prunksitzung in Veitshöchheim erlauben, denn das sind quasi die Pflichtprogramme im bayer. Faschingsfernsehen.
Ich überlege nach wie vor, wie ich das mit dem Fernsehen nach dem Februar handhaben will. Ich glaube, dass eine geplante, gezielte Fernsehzeit mehr bringt, als ganz davon Abstand zu nehmen. Die Tipps von euch haben mich sehr angesprochen und ich glaube, dass täglich 30 bis 40 Minuten vertretbar sind, vor allem nicht am Abend, sondern so, wie Franziska letztens kommentierte als Pause zum Abschalten nach der Arbeit, wenn man erschöpft heimkommt, den Kopf noch sehr voll hat. Gerade viel von den zwischenmenschlichen Dingen nehme ich als (manchmal schweren) Rucksack von der Schule mit nach Hause und überlege noch lange. Ein paar Gedanken dazu wären:
Vielleicht das Ganze bewusst als Pause bzw. Fernsehzeit 'zelebrieren', mit Tee und Strickzeug in einem bestimmten Rahmen. Vorher das Angebot durchschauen und sich für eine Sendung an einem bestimmten Tag entscheiden, so dass man nicht scrollt, bis man gezwungenermaßen etwas findet. Einen oder zwei fernsehfreie Tage, mit Hörspielen o.ä. als bewusste "Pausengestaltung".
Viiiel besser als Fernsehen ist im Moment jedenfalls das Unterhaltungsprogramm am Futterhäuschen ;-)

Mittwoch, 8. Februar 2017

Fernsehfrei im Februar - Woche 1

Letzten Mittwoch war der 1. Februar und ich habe mich entschlossen, bei Gesas Aktion "Fernsehfreier Februar" mitzumachen. Nun ist eine Woche vergangen und ich will hier kurz berichten, wie es mir damit so geht.
Zunächst muss ich vorausschicken, dass wir keinen Fernseher besitzen. Auch haben wir keine Abos für Streamingdienste (Netflix o.ä.), aber wir haben ein Tablet und jeder hat einen Laptop. Die erste Woche habe ich für mich damit verbracht, mein "Fernseh-Verhalten" zu analysieren und darüber nachzudenken. Zum Fernsehen benutze ich nämlich das Tablet und den Inhalt aus drei Mediatheken: ZDF, BR und SVT (Sveriges Television). Wenn ich von der Schule nach Hause komme ist oft mein erster Griff zum Tablet und mit einer Tasse Tee schaue ich etwas aus dem Angebot von ZDF oder BR an. Beide Sender sind nun ja nicht für seichtes Programm bekannt, aber ich wähle schon mal Inhalte aus, die mir vielleicht nichts geben, oder die man nicht unbedingt sehen müsste.
Als ich dieses Verhalten mir bewusst vor Augen hielt, fiel mir eine wichtige Sache auf: Beide Mediatheken zeigen Sendungen auf Deutsch!!! Vielleicht anfangs bewusst, dann immer mehr unbewusst, habe ich mir in meinem schwedischen Alltag in Göteborg deutschsprachige Alltagsfluchten gesucht. Während ich in Stockholm noch als Deutschlehrerin arbeitete und viel Deutsch in der Arbeit sprach, habe ich nun kaum noch Deutsch um mich herum. Mit meinem Mann spreche ich schwedisch, in der Schule spreche ich schwedisch, beim Einkaufen, ich habe keine deutschsprachige Bekannte mehr in der Nähe. Ich schreibe Deutsch auf WhatsApp und telefoniere meistens einmal täglich mit meiner Mama, aber das war es. Vor allem höre und sehe ich so selten Deutsches. Die deutschen Sendungen sehen auch anders aus, es gibt ein anderes Design, einen anderen Geschmack, eine andere Ästhetik.
Nun will ich die restlichen drei Wochen darauf verwenden, mich aktiv mit diesem Bedürfnis nach Zweisprachigkeit auseinander zu setzen: Endlich Anrufe tätigen, die ich schon lange versprochen habe. Mehr deutsches Internetradio und Podcasts hören, deutsche Bücher lesen, mich anstrengen und mit meinem Mann Deutsch sprechen. Außerdem werde ich mir die eine oder andere Sendung erlauben, aber kritisch ausgesucht und hinterfragt. Schließlich ist mir meine Zweisprachigkeit wichtig und so will ich auch am öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland teilhaben.
Die erste Woche des FernsehFreien Februars habe ich
- angefangen, einen deutschsprachigen Roman zu lesen (Der Trafikant - sehr empfehlenswert)
- die Weihnachtssachen ordentlich in Schachteln verpackt und verräumt
- ein Paar Handschuhe für meinen Mann gestrickt
- neue Strickprojekte angeschlagen
- mir Zeit genommen, um die ZEITung zu lesen und auch mal wieder ausführlich in Zeitschriften zu lesen, z.B. über die Geschichte des Handschuhstrickens im Nordland (überhaupt bin ich im Moment von Handschuhen recht angetan)
- habe ich wieder mehr fotografiert und gebloggt

Danke, liebe Gesa, für deine Impulse!

Und habt ihr, die ihr in Deutschland lebt, vielleicht Fernseh-Tipps für mich? Kritische, anregende, inspirierende, auch unterhaltsame Sendungen, die ich vielleicht gezielt sehen sollte, um weiterhin am Ball zu bleiben, was das deutschsprachige Fernsehen (und die dazugehörigen Diskurse, Diskussione und Dialoge) betrifft?

Mittwoch, 1. Februar 2017

FernsehFreier Februar

Als ich bei Gesa letzten Sonntag von ihrer Idee des Fernsehfreien Februars las, war ich sofort begeistert. In vielen Punkten ihres Textes konnte ich mich wirklich wiedererkennen. Hier ist auch Fernsehen (bzw. in der Mediathek findet sich immer was...) oft die einfachere Abendbeschäftigung, aber nur mäßig zufriedenstellend auf die Dauer.
Dabei habe auch ich viele un-fertige Strickprojekte, un-gehörte Podcasts und Hörbücher, un-gelesene Zeitungen, ein un-geplantes Gartenjahr usw.
Jeden Abend werde ich nicht zum Bloggen kommen, aber ich denke, dass ich wöchentlich einen Rückblick bzw. eine Zusammenschau und Auswertung hier zeigen werde. Ein paar Ausnahmen werde ich mir aber gönnen, allerdings will ich wirklich vom allabendlichen Berieseln lassen weggkommen. Auf in einen Fernsehfreien Februar!
logo-fernsehfreierfebruar.jpg.jpeg 
Das Bild habe ich mir von Gesa ausleihen dürfen. Vielen Dank dafür!
Und herzlichen Dank für die tolle Idee! Ist noch jemand dabei?!