Sonntag, 30. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Ungewöhnliches Material

Der Begriff "ungewöhnliches Material" ist ja individuell interpretierbar. Für mich ist es ein Material, das ich sonst eher vermeide, ja ein Stoff, der mit regelrecht Unwohlsein beschert. Seit ich damals für meine Schwester eine Pelzweste genäht habe, habe ich mir geschworen, nie wieder etwas mit Pelzmaterial zu machen.
Ihr ahnt es schon, es war eben wieder meine Schwester, die mir im Juli voll Begeisterung von einer Lama-Handpuppe erzählte, die sie in einem Prager Kindergarten gesehen hatte und die sie doch unbedingt eigentlich auch fürs Berufspraktikum bräuchte. Lama-Handpuppen werden aber nicht serienmäßig hergestellt, wie wir herausfanden. Dann ließen wir das Thema ruhen, ich machte heimlich eine Schaffellimitatbestellung und der August kam ins Land und ging wieder.
Meine Schwester begann ihre Arbeit im Kindergarten und ich dachte, wenn ich ihr diese Handpuppe nicht bald nähe, dann kann ich sie ihr kaum noch zum Arbeitsstart schenken... Und dann war da dieses Bingofeld...
Letztes Wochenende, als das Wetter nicht so toll war, holte ich mir den Staubsauger an den Nähplatz und griff beherzt zur Schere. Bei einem großen deutschen Bastel-/Hobbyversand gibt es ein Lamaschnittmuster zum Herunterladen, allerdings nur für ein "normales" Plüschtier.
Der Staubsauger lief heiß... und auch mein Gehirn rauchte, bis ich die Lösung für das Handpuppen-Problem ausgetüftelt hatte. Ich nähte eine Art Strumpf in passendem Jersey.
Ich füllte den Lama-Körper nach und nach mit Füllwatte und testete immer wieder lose, ob und wie eine Hand noch Platz bekäme. Den Strumpf habe ich dann an der eigentlichen Wendeöffnung = Eingriff festgenäht.
Dann fehlten nur noch die Beine, ein Schwänzchen und die Schnauze/das Gesicht.
Schließlich nähte ich noch einen Sattel und einen Beutel, in dem die Handpuppe verstaut und transportiert werden kann. Das alles war dann aber kein Problem mehr, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich schon alles (!) auf- und abgesaugt und die Stoffreste in einem Zipplock-Beutel verstaut.

Voilá - das Drama-Lama: DIE Handpuppe für den multipädagogischen Einsatz in Kindergruppen. Die hochwertige Handpuppe wird mit Sattel und Beutel gelieftert. Preis: unbezahlbar






Dienstag, 25. September 2018

Apfelliebe: Zum Tag des Apfels

Der 25. September ist in Schweden der Tag des Apfels. Dazu gibt es in vielen Regionen tolle Ausstellungen, Verkostungen und Beratungsstellen öffnen ihre Türen. Eine kurze Recherche im Internet ergab, dass der Tag des Apfels überall zu anderen Terminen "gefeiert" wird, beispielsweise in der Schweiz  auch im September, in Österreich im November und der Tag des deutschen Apfels wird im Januar (!) begangen. Naja...
Ich wollte jedenfalls unser reiches Apfeljahr etwas würdigen und habe spontan diese Äpfelchen gehäkelt, die ich auf dem Blog des schwedischen Garnherstellers Jä*rbo entdeckte. Einfach einen Kreis gehäkelt, einen Stiel dran und zwei Kerne eingestickt.
Dann habe ich die Äpfelchen auf Etiketten aufgeklebt und werde diese für exklusive Apfelgeschenke verwenden.

Montag, 24. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Einfach so

Ich habe mir vor ca. einem Jahr einen Beutel für Stricksachen unterwegs genäht. Mit hellem/weißgrundigem Stoff außen und dunklem Futter innen. Das war ja an sich nicht so schlau und schon seit einigen Wochen möchte ich den Beutel nur noch in die Wäsche geben, denn unzählige Straßenbahnfahrten und andere Abenteuer im Rucksack haben ihn schmuddelig werden lassen. Aber wohin mit dem Strickzeug?!
Natürlich könnte ich es so lange in einer Stofftasche aufbewahren, aber oft bohren sich da die Nadeln durch. Außerdem möchte man ich ja stilvoll in der Öffentlichkeit stricken. Schließlich zeigen viele Strickerinnen, v.a. die vom amerikanischen Kontinent, ihre schönen Projektbeutel im Internet her (Gentle Knitter podcast!) und so musste ich mich dann einfach so an die Nähmaschine setzen und einen Beutel nähen.
Dieses Mal wählte ich klugerweise den dunklen Stoff für außen und einen hellen als Futter für innen. Außerdem verzichtete ich auf einen Reißverschluss, in dem sich manchmal der Faden verhängt.
Und obwohl ich den Beutel einfach so, aus Lust und Laune heraus genäht habe, fand ich dann doch noch ein Kästchen auf dem Bingofeld, das ich ankreuzen konnte: Etwas Einfarbiges handarbeiten. Das gilt ja für die Außenseite und ich darf ja ohnehin nicht an der Verlosung teilnehmen... 😉

Mittwoch, 19. September 2018

September im Garten

Im September ist es noch lange nicht zu spät, noch eine weitere Gartenrunde zu starten. "Winteranbau" oder "Anbau rund ums Jahr" sind Schlagwörter, die man immer öfter hören oder lesen kann.
Die Aussicht, nach diesem Sommer mit Hindernissen nochmal durchzustarten, war durchaus verlockend. Außerdem habe ich im Gartenkurs viel gehört und gelesen, wie man die sich verändernden Jahreszeitenmuster als Möglichkeit sehen kann, die Anbauphasen zu verlängern bzw. besser zu nutzen. Ich begann damit, meine Samenkiste durchzusehen und Saatgut auszuwählen, das im September noch in die Gänge kommt.
Ich wählte u.a. Wintersalate, Asiasalat, Winterportulak, Rettich. Man könnte auch noch Radieschen oder Petersilie säen.
Ich bereitete drei Krägen/Beete vor. Ich habe mich für diese entschieden, da ich diese am leichtesten abdecken kann und damit auch zum Ernten öffnen und dann wieder bedecken kann. Es wäre ja schade, wenn ich schönen Wintersalat hätte, der unerreichbar unter einer dicken Schneeschicht steht.
Eine Reihe Dill säte ich direkt mit Samen von der Pflanze, die ich entfernte. Den Dill möchte ich noch vor dem Winter ernten, in der Regel kann man schon 40 Tage nach der Aussaat Blättchen abzupfen. Zwischen den Reihen verteilte ich Rasenschnitt, der schon angewelkt war.
Wintersalat - Lauchzwiebel - Dill - Lauchzwiebel - Wintersalat
Ich deckte jetzt noch nur mit einem Baustahlgitter ab, das v.a. die Vögel davon abhalten soll, in den Beeten zu scharren. Wenn es kühler wird, werde ich Bögen aus Zweigen einstecken und dann eine Vlieshaube darüber .
In den zweiten Kragen säte ich Asiasalate und in den dritten, der an der Hauswand steht, streute ich Postelein, auch als Winter-Portulak bekannt.
Hier wird sich eine Zeit lang noch nichts tun, denn Postelein kommt erst bei Temperaturen unter 12 Grad so richtig in Schwung.
In den beiden ersten Beeten tut sich nun aber schon etwas und ich freue mich, dass vieles so schön gedeiht. Jetzt bräuchten wir noch ein paar sonnige Tage, damit sich die Pflänzchen gut entwickeln können.
Habt ihr bestimmte Gemüse, die ihr im Herbst noch aussät - entweder für eine Ernte im Spätherbst oder für eine frühe Ernte im Frühling?
Ich möchte die kommenden Tage noch Rettich, Feldsalat und natürlich Spinat säen. 

Montag, 17. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Therapeutische Regenbogendecke

Im September vor 2 Jahren war es nicht mehr zu übersehen, dass beide Nachbarinnen im Winter Nachwuchs bekommen würden. Für mich war das ein ziemlicher Schlag und auch eine Bestätigung, dass der Umzug (neue Umgebung, dauerhaft sesshaft werden) wieder keine Veränderung gebracht hatte. Ich heulte einen Nachmittag lang, dann lud ich zum zweiten Mal (das erste Mal war schon in Stockholm) einen Antrag auf eine gynekologische Untersuchung am Uni-Klinikum herunter, füllte ihn aus und schickte ihn ab. Und ich suchte mir etwas, womit ich meine Hände während einer vermutlich langen Zeit beschäftigen kann.
Nach jedem Arzttermin o.ä. strickte ich ein Quadrat, das ich irgendwann in eine große Decke einarbeiten würde. Eine Decke, in die ich mich einhüllen und verkriechen könnte. Oder in die ich im besten Fall jemand anderes einwickeln und damit wärmen könnte.
Ich schaffte genau 8 Quadrate, bis ich eines unserem Sternchen symbolisch mit auf den Weg geben musste. Und plötzlich war es kein konstruktives Strickprojekt mehr, sondern eines, das mit vielen negativen Gefühlen aufgeladen war.
Das war im September vor einem Jahr.
Ich schloss die Kiste und rührte sie nicht mehr an.
Jetzt ist wieder September und seit einigen Wochen stricke ich wieder Quadrate, die mich wieder bei Arztterminen begleiten, die mich am Abend zur Ruhe kommen lassen, die mir Halt geben. Der Rhytmus des Strickens gibt mir Gelassenheit und Sicherheit, am Faden entlang taste ich mich von Masche zu Masche durch die Tage.
Neun mal neun Quadrate sollen es werden, im besten Fall. Ich stricke mit Finkhof Merinowolle dünn in neun Farben und mit Naturgrau als Umrandung.
Ich habe also ein großes Projekt in Angriff genommen und ich stricke ein Loch-/Lacemuster, aus dem sich die Blumensterne formen, bevor sie von kraus rechts Reihen umrandet werden.
Mir hilft das Stricken ungemein, ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen würde, wenn ich die Handarbeiten nicht hätte. Gute Gedanken, Ängste, Reflektionen, Freude, all das stricke ich in meine Maschen ein. Das tut mir sehr gut.
Ob ich am Ende noch ein Bingofeld (nämlich "etwas aus vielen, kleinen Teilen handarbeiten") ankreuzen kann, sei dahin gestellt. Damit ich mir das selbst erlaube, müsste ich nämlich noch unzählige (!) Fäden vernähen, die Quadrate waschen, spannen und zusammenhäkeln. Und Hetzen oder Eilen möchte ich nicht, ich möchte den Rhytmus, der mir so gut tut, beibehalten.

Sonntag, 16. September 2018

Garten: Mein Bohnengestell

Gesa hatte den Wunsch geäußert, dass sie doch gerne einen näheren Blick auf mein Bohnengestell werfen möchte. Aber bitte, hereinspaziert in meinen Gemüsegarten! :-)



So sah das Gestell frisch gebaut im Juli aus. Vom Prinzip her ist es so aufgebaut: Es sind drei Reihen mit je sechs - sieben - sechs Stagen im Versatz. Jede Stange besteht aus einer "Bodenstange" von ca 1,2 m Länge, am unteren Ende angespitzt. Die kann man so einfach mit voller Kraft in den Boden schlagen. Mit einem Überstand/einer Überlappung von ca. 25 cm wird an den Bodenstangen dann die Verlängerung mit 2-3 Schrauben befestigt, so dass die Bohnenstange eine Gesamthöhe von etwa 2 m erreicht. Höher ist bei mir nicht sinnvoll, da ich selbst nicht so groß bin.
Da wir hier an der Westküste viel Wind haben, ist jede Reihe einmal mit einer Querstange oben (gesamte Länge, ca 3 m) und außerdem mit zwei 2 Schrägstangen verbunden. Außerdem sind die drei Reihen an den Stirnseiten mit Abschnittstücken noch einmal verstrebt.
Alles wurde geschraubt, denn dann kann man im Herbst das Gestell leicht zerlegen und nächstes Jahr auf einem anderen Beet wieder aufbauen.
Ende August sah das Bohnengestell jetzt so aus. Ich habe sechs verschiedene Sorten gepflanzt: 2 verschiedene Feuerbohnen, zwei Borlottibohnen zum Trocknen (u.a. "Spatzeneier", die hoffentlich noch was werden) und zwei normale Stangenbohnen, einmal "Ruhm vom Vorgebirge" und eine Wachsbohne.





Drei Stangen mit je 6 Samen/Pflanzen pro Sorte reicht völlig aus. Ich kann sogar noch einige Portionen einfrieren. Damit es in unserem zwei Personen-Haushalt essenstechnisch nicht langweilig wird, setzte ich lieber auf kleine Einheiten und Vielfalt. Gerade die verschiedenen Blüten sind wunderschön!