Trotz Kälte, Wind und Regenschauern am Walpurgistag, zeigen sich schon die ersten Gänseblümchen. Ich mag Gänseblümchen sehr. Auf Schwedisch heißen sie übrigens "Tausendschön" (tusensköna).
In der Küche erfreut uns nun auch die erste Blüte der Mårbacka-Geranie wieder, eine schöne Abwechslung zu den anderen dunkelroten Blüten! Der Legende nach, wurde diese Geranie von Sophie Elkan nach Mårbacka gebracht und dort vermehrt und etabliert. Nun wäre diese Legende aber nicht so sensationell, wenn nicht auch mein Schwiegervater einen Teil dazu zu erzählen hätte :-) Sophie Elkan war nämlich Jüdin, wie auch die Großmutter der Großmutter meines Schwiegervaters. Die beiden Frauen waren Freundinnen und es war wohl die Großmutter der Großmutter meines Schwiegervaters, die Sophie Elkan den ersten Ableger gab, der nach Mårbacka kam. Das ist vielleicht nicht ganz unwahrscheinlich, da dieser Familienzweig für seine grünen Daumen bekannt ist. Aber, es geht auch die Legende, dass es immer noch Ableger der Ur-Geranie gibt und meine Schwägerin bekam neulich einen geschenkt. Naja, wenn der groß genug ist, werde ich um einen Ableger bitten, denn man weiß ja nie ;-)
Weil die Kräuter Platz im Gefrierfach brauchten, musste etwas raus. Da fand ich - Schande über mich - noch Rhabarber aus Bayern vom letzten Jahr. Im Schneckentempo wurde dieser geschnippelt, geköchelt und abgeseit - und so steht jetzt die erste Flasche Rhabarbersaft des Jahres schon im Kühlschrank :-)
Schließlich freue ich mich auch noch sehr über die ersten Erdbeeren, die uns meine Mama ins Gepäck geschmuggelt hat.
Donnerstag, 30. April 2015
Mittwoch, 29. April 2015
Grüne Grüße
Neben dem Gelb ist im Moment auch eindeutig Grün die dominierende Farbe. Die Eiche vorm Fenster hat lustige gelbgrüne Puschel, Birke und Eberesche haben schon richtige Blättchen, die so zart, frisch und glänzend sind.
Die Farbe Grün erinnert mich auch daran, dass ich zwei Leserinnen-Fragen noch nicht beantwortet habe. Zunächst wurde ich nach meinen Geranien gefragt. Ja, diese Überwintern im Wohnzimmer, wodurch sie ziemlich "gaglad" (lasch und hängend) werden. Im März/April breche ich dann alle zu langen Triebe weg. Mit einer Schwere/Astschere quetscht man an der Schnittstelle, die Geranien haben aber schöne 'Gelenke', an denen sie sich einfach brechen lassen. Manche schauen dann ziemlich traurig aus. Schon bald aber hat sich diese Radikalkur gelohnt und kräftiges Grün treibt wieder aus. Nur vier Wochen später haben sie nun schon wieder die ersten Blüten. Wenn sich das erste Grün zeigt, beginne ich mit den Düngergaben. Allerdings beschatte ich die Stöcke währenddessen etwas, damit sie nicht verbrennen/keinen Sonnenbrand bekommen.
Dann hatte mich die liebe Gesa noch gefragt, wie ich denn die Spinatspätzle mache. Dazu koche/blanchiere ich den Spinat mit etwas Wasser und dann püriere ich das Ganze. Diese grüne Soße gebe ich dem Mehl und den Eiern zu und verrühre es erstmal bevor ich nach und nach Wasser zugebe - die Wassermenge reduziert sich durch die Spinatsoße. Genaue Mengenangaben kann ich leider nicht bieten, da ich nach Gefühl koche :-)
Grün ging es auch gestern in der Küche zu. Meine Mama hatte mir eine Menge Kräuter aus Bayern mitgegeben, die ich gestern extrem langsam ("loadig" und "lotschad" wie ich im Moment bin) gehackt und in Gläsern eingefrohren habe. Erwähnte ich schon mal, dass Geduld nicht meine Stärke ist?! Auch nicht beim Kranksein?!... Nun duftet es immer noch nach Bärlauch, das kann ich sogar mit meiner Schnupfennase riechen. Herrlich!
So, und weil ich heute nochmal das Bett/Kanapee hüten muss, mach ich mich jetzt wieder an meine grünen Socken. Ist es zu glauben, dass 11-jährige schon größere Füße als ich haben?! Und dabei lese ich ein bisschen Gartenlektüre - und träume ein bisschen (zumindest bis ich wieder einschlafe) :-)
Die Farbe Grün erinnert mich auch daran, dass ich zwei Leserinnen-Fragen noch nicht beantwortet habe. Zunächst wurde ich nach meinen Geranien gefragt. Ja, diese Überwintern im Wohnzimmer, wodurch sie ziemlich "gaglad" (lasch und hängend) werden. Im März/April breche ich dann alle zu langen Triebe weg. Mit einer Schwere/Astschere quetscht man an der Schnittstelle, die Geranien haben aber schöne 'Gelenke', an denen sie sich einfach brechen lassen. Manche schauen dann ziemlich traurig aus. Schon bald aber hat sich diese Radikalkur gelohnt und kräftiges Grün treibt wieder aus. Nur vier Wochen später haben sie nun schon wieder die ersten Blüten. Wenn sich das erste Grün zeigt, beginne ich mit den Düngergaben. Allerdings beschatte ich die Stöcke währenddessen etwas, damit sie nicht verbrennen/keinen Sonnenbrand bekommen.
Dann hatte mich die liebe Gesa noch gefragt, wie ich denn die Spinatspätzle mache. Dazu koche/blanchiere ich den Spinat mit etwas Wasser und dann püriere ich das Ganze. Diese grüne Soße gebe ich dem Mehl und den Eiern zu und verrühre es erstmal bevor ich nach und nach Wasser zugebe - die Wassermenge reduziert sich durch die Spinatsoße. Genaue Mengenangaben kann ich leider nicht bieten, da ich nach Gefühl koche :-)
Grün ging es auch gestern in der Küche zu. Meine Mama hatte mir eine Menge Kräuter aus Bayern mitgegeben, die ich gestern extrem langsam ("loadig" und "lotschad" wie ich im Moment bin) gehackt und in Gläsern eingefrohren habe. Erwähnte ich schon mal, dass Geduld nicht meine Stärke ist?! Auch nicht beim Kranksein?!... Nun duftet es immer noch nach Bärlauch, das kann ich sogar mit meiner Schnupfennase riechen. Herrlich!
So, und weil ich heute nochmal das Bett/Kanapee hüten muss, mach ich mich jetzt wieder an meine grünen Socken. Ist es zu glauben, dass 11-jährige schon größere Füße als ich haben?! Und dabei lese ich ein bisschen Gartenlektüre - und träume ein bisschen (zumindest bis ich wieder einschlafe) :-)
Dienstag, 28. April 2015
Gelbe Grüße
Ihr Lieben,
hier kommen endlich ein paar Zeilen - denn ich bin heute krank zu Hause :-( Dabei ist es eigentlich nicht verwunderlich, denn die letzten 10 Tage waren so rasant, intensiv, anstrengend und verändernd, dass Herz, Kopf und Seele kaum noch hinterher kommen. Herzlichen Dank jedenfalls für alle guten Tipps, sie haben wirklich eine kurzfristige Verbesserung gebracht, bevor mich nun wieder eine heftige Erkältung außer Gefecht gesetzt hat. Es nervt mich grad schon sehr, dass ich so anfällig bin, allerdings komme ich nicht umhin zuzugeben, dass ich für die heutige Zwangspause sehr dankbar bin.
Seit einer Woche haben wir nun auch hier so etwas wie Frühling und die Sonne sowie alles Blühende tun sehr, sehr gut. Leider kann ich diesen Frühling nicht so genießen, denn es ist einfach so viel zu tun. An fünf von neun Tagen waren wir unterwegs und haben dabei Strecken von 550 bis 2500 km pro Tag (!!!) zurück gelegt, mit Bus, Bahn, Flugzeug und Auto. Dabei entfielen 3 Tage auf Göteborgreisen. Es wird ernst, der Sommer nähert sich mit großen Schritten und Entscheidungen müssen getroffen werden. Ich schreibe Bewerbungen, wir erkunden die Stadt, schauen verschiedene Wohngebiete an, zerbrechen uns die Köpfe über flexible und feste Zinsen...
Zwei Reisetage entfielen auf einen Blitzbesuch in Bayern. Wie manche richtig mutmaßten, habe ich dort meinen Geburtstag gefeiert. Einen runden Geburtstag, der mich den ganzen Winter sehr beschäftigt hat. Ich hätte es nie von mir gedacht, dass ich mit einer 3 vornedran ein Problem haben könnte, aber in Zeiten von Kinderwunsch, Wohnungssuche und Arbeitssuche wurde ich sehr nachdenklich. Also wollte ich diesen doofen Tag anfangs auch einfach ausfallen lassen, aber daran haben mich meine Familie und mein Mann glücklicherweise gehindert! Nun gab es ein Fest mit den allerliebsten und besten Verwandten und Freunden, hervorragenden Torten und Kuchen meiner Schwester und ja, über die Geschenke habe ich mich auch sehr gefreut :-) :-)
Nun versuche ich heute das Beste aus dieser Zwangspause zu machen. Auch der Mann hängt in den Seilen und so wandern wir zwischen Bett und Couch hin und her, bemitleiden uns gegenseitig ;-), wechseln uns mit dem Teekochen ab, bringen langsam wieder Ordnung ins Chaos, schlafen, schlafen, schlafen und essen leckere Nudelsuppe!
Nun verkrieche auch ich mich wieder unter die gelbe Decke und blättere in so tollen (!) Büchern, die ich zum Geburtstag bekommen habe. Dieses hier kann ich sehr empfehlen!
hier kommen endlich ein paar Zeilen - denn ich bin heute krank zu Hause :-( Dabei ist es eigentlich nicht verwunderlich, denn die letzten 10 Tage waren so rasant, intensiv, anstrengend und verändernd, dass Herz, Kopf und Seele kaum noch hinterher kommen. Herzlichen Dank jedenfalls für alle guten Tipps, sie haben wirklich eine kurzfristige Verbesserung gebracht, bevor mich nun wieder eine heftige Erkältung außer Gefecht gesetzt hat. Es nervt mich grad schon sehr, dass ich so anfällig bin, allerdings komme ich nicht umhin zuzugeben, dass ich für die heutige Zwangspause sehr dankbar bin.
Seit einer Woche haben wir nun auch hier so etwas wie Frühling und die Sonne sowie alles Blühende tun sehr, sehr gut. Leider kann ich diesen Frühling nicht so genießen, denn es ist einfach so viel zu tun. An fünf von neun Tagen waren wir unterwegs und haben dabei Strecken von 550 bis 2500 km pro Tag (!!!) zurück gelegt, mit Bus, Bahn, Flugzeug und Auto. Dabei entfielen 3 Tage auf Göteborgreisen. Es wird ernst, der Sommer nähert sich mit großen Schritten und Entscheidungen müssen getroffen werden. Ich schreibe Bewerbungen, wir erkunden die Stadt, schauen verschiedene Wohngebiete an, zerbrechen uns die Köpfe über flexible und feste Zinsen...
Zwei Reisetage entfielen auf einen Blitzbesuch in Bayern. Wie manche richtig mutmaßten, habe ich dort meinen Geburtstag gefeiert. Einen runden Geburtstag, der mich den ganzen Winter sehr beschäftigt hat. Ich hätte es nie von mir gedacht, dass ich mit einer 3 vornedran ein Problem haben könnte, aber in Zeiten von Kinderwunsch, Wohnungssuche und Arbeitssuche wurde ich sehr nachdenklich. Also wollte ich diesen doofen Tag anfangs auch einfach ausfallen lassen, aber daran haben mich meine Familie und mein Mann glücklicherweise gehindert! Nun gab es ein Fest mit den allerliebsten und besten Verwandten und Freunden, hervorragenden Torten und Kuchen meiner Schwester und ja, über die Geschenke habe ich mich auch sehr gefreut :-) :-)
Nun versuche ich heute das Beste aus dieser Zwangspause zu machen. Auch der Mann hängt in den Seilen und so wandern wir zwischen Bett und Couch hin und her, bemitleiden uns gegenseitig ;-), wechseln uns mit dem Teekochen ab, bringen langsam wieder Ordnung ins Chaos, schlafen, schlafen, schlafen und essen leckere Nudelsuppe!
Nun verkrieche auch ich mich wieder unter die gelbe Decke und blättere in so tollen (!) Büchern, die ich zum Geburtstag bekommen habe. Dieses hier kann ich sehr empfehlen!
Samstag, 25. April 2015
Sonntagsfreude: Feste feiern
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird
Ein schönes Fest, mit lieben Leuten, an einem Herzensplatz - meine Sonntagsfreude!
Montag, 20. April 2015
Mitten im Leben
Im Moment weiß ich grad nicht, wo mir der Kopf steht. Ein Ding streiche ich von der Liste, zwei neue Punkte schreibe ich drauf. Arbeitssuche, Haussuche, unterwegs sein, Arbeit, Alltag und Haushalt, die sehr (!) hohe Arbeitsbelastung des Mannes - und dass ich leider mal wieder angeschlagen bin*, das alles zwingt mich zu einer Blogpause diese Woche. Zur Sonntagsfreude bin ich zurück und habe hoffentlich viel zu berichten. Habt es fein und genießt das tolle Frühlingswetter!
*Ich habe seit 8 Tagen Halsweh und Heiserkeit. Ale Lehrerin kann ich meine Stimme natürlich nur mäßig schonen. Welche Hausmittel und Tricks kennt ihr noch? Bisher habe ich es v.a. mit Honigmilch und Salbeitee versucht...
*Ich habe seit 8 Tagen Halsweh und Heiserkeit. Ale Lehrerin kann ich meine Stimme natürlich nur mäßig schonen. Welche Hausmittel und Tricks kennt ihr noch? Bisher habe ich es v.a. mit Honigmilch und Salbeitee versucht...
Samstag, 18. April 2015
Sonntagsfreude: Frühling
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Es wird auch dieses Jahr Frühling! - Meine Sonntagsfreude...
Donnerstag, 16. April 2015
3 Jahre 60°Nord
Heute vor 3 Jahren habe ich meinen ersten Blogeintrag geschrieben :-) Diesen kleinen Bloggeburtstag möchte ich mit einer Liste feiern - lauter Sachen, die ich an Schweden mag!
Ich mag an Schweden
Ich habe kein einziges seiner Bücher gelesen, aber ich finde ihn im schwedischen Fernsehen besonders faszinierend. Vorallem seine behäbige Art, sein Nuscheln und sein Äußeres machen ihn wirklich zu einem schwedischen Unikat. Im Filmlink, den ich sehr empfehle :-), beschreibt er, wie ein professioneller Killer eine Leiche zerstückelt.
Danke, dass Ihr hier bei mir lest und ich hoffe Ihr haltet mir auch noch die nächsten 3 Jahre (?) die Treue. Morgen gibt es eine verfrühte Sonntagsfreude und nächste Woche geht es dann weiter ins vierte Blogjahr :-)
Ich mag an Schweden
- schöne rote Holzhäuser
- die weitläufige Landschaft
- das Hefeteiggebäck
- ... und sonst auch so alles, was allen Deutschen gefällt :-) ;-)
- dass es in Schweden seit 200 Jahren keinen Krieg mehr gegeben hat. Das macht dieses Land reich an bewahrtem Kulturgut, die Menschen in sich ruhig und sicher
- dass es in Schweden viel Alltagsfeminismus gibt, eine Partei, die sich Feministische Intiative nennt, und die Gleichberechtigung noch nicht perfekt, aber weiter als in Deutschland ist
- dass alle du zueinander sagen und es weniger Titel-Gedöns gibt
- dass es einen reichen Schatz an Handarbeitskenntnissen, Material, Ausstellungen, Kursen gibt
Ich habe kein einziges seiner Bücher gelesen, aber ich finde ihn im schwedischen Fernsehen besonders faszinierend. Vorallem seine behäbige Art, sein Nuscheln und sein Äußeres machen ihn wirklich zu einem schwedischen Unikat. Im Filmlink, den ich sehr empfehle :-), beschreibt er, wie ein professioneller Killer eine Leiche zerstückelt.
Danke, dass Ihr hier bei mir lest und ich hoffe Ihr haltet mir auch noch die nächsten 3 Jahre (?) die Treue. Morgen gibt es eine verfrühte Sonntagsfreude und nächste Woche geht es dann weiter ins vierte Blogjahr :-)
Mittwoch, 15. April 2015
Märkböcker
Vor den Osterferien stand ich wie jeden Dienstag gemeinsam mit der Handarbeitslehrerin im Kopierkammerl und wir plauderten, während sie noch die letzten Kopien machte. Wir sprachen über den Wert von Handarbeit, früher und heute. Dabei zeigte sie mir zwei Hefte, ganz zerblättert, aus der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts: Märkbok und Bomärket.
Andächtig blätterte ich durch die wunderschönen Monogramm-Sammlungen, auch ein bisschen neidisch, denn ich habe keine Großmutter, die mir solche Kleinode aus der Zeit vor dem Krieg vererben kann. Die Handarbeitslehrerin konnte wohl meine Gedanken lesen, denn sie ermunterte mich, gleich mal bei den Kleinanzeigen im Internet zu suchen. In Schweden ist vieles bewahrt und aufgehoben, was in Deutschland zerstört oder weggeworfen wurde.
Während der Osterferien war meine Priorität also das Durchforschen von Online-Antiquariaten, Kleinanzeigen, Internetversteigerungen. Und ich hatte so ein Glück: Ich fand schließlich beide Hefte, sehr gut erhalten, und zu einem akzeptablen Preis! Ich bestellte sie und saß unruhig bei den Schwiegereltern fest, während ich an den Stockholmer Briefkasten dachte.
Das eine lag schon im Briefkasten, das andere kam am Tag nach unserer Rückkehr. Es ist fast peinlich zu berichten, wie seelig und froh mich diese beiden alten Monogramm-Stickhefte machen. Es ist aber so :-D Immer wieder nehme ich sie zur Hand und blättere in ihnen. Betrachte die feinen Frauenhandschriften, die die Hefte mal als ihr Eigentum kennzeichneten. Ich frage mich, wer sie waren. Wieviel sie daraus gestickt hatten - vielleicht in freudiger Erwartung ihrer Hochzeit mit dem Liebsten?
Für mein erstes Projekt entschied ich mich aber für eine Handtuchstickerei. Im Märkbok gibt es kein Tuch, das es nicht gibt :-) Porzellantuch, Glastuch, Fischtuch, Lampentuch, Silbertuch, und eben ein Kochtopftuch. Mit rotem Faden stickte ich den Topf auf ein Leinengeschirrtuch von hier (und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht mehrere gekauft habe, denn das gleichmäßige Leinen würde sich auch wunderbar für feinen Kreuzstich anbieten).
Zusammen mit einem feinen Suppengewürz ist so ein Kochtopftuch das perfekte Mitbringsel, diese Woche für die Lieblingskollegin, die mich zum Abendessen während meiner Strohwitwenwoche eingeladen hat :-)
Andächtig blätterte ich durch die wunderschönen Monogramm-Sammlungen, auch ein bisschen neidisch, denn ich habe keine Großmutter, die mir solche Kleinode aus der Zeit vor dem Krieg vererben kann. Die Handarbeitslehrerin konnte wohl meine Gedanken lesen, denn sie ermunterte mich, gleich mal bei den Kleinanzeigen im Internet zu suchen. In Schweden ist vieles bewahrt und aufgehoben, was in Deutschland zerstört oder weggeworfen wurde.
Während der Osterferien war meine Priorität also das Durchforschen von Online-Antiquariaten, Kleinanzeigen, Internetversteigerungen. Und ich hatte so ein Glück: Ich fand schließlich beide Hefte, sehr gut erhalten, und zu einem akzeptablen Preis! Ich bestellte sie und saß unruhig bei den Schwiegereltern fest, während ich an den Stockholmer Briefkasten dachte.
Das eine lag schon im Briefkasten, das andere kam am Tag nach unserer Rückkehr. Es ist fast peinlich zu berichten, wie seelig und froh mich diese beiden alten Monogramm-Stickhefte machen. Es ist aber so :-D Immer wieder nehme ich sie zur Hand und blättere in ihnen. Betrachte die feinen Frauenhandschriften, die die Hefte mal als ihr Eigentum kennzeichneten. Ich frage mich, wer sie waren. Wieviel sie daraus gestickt hatten - vielleicht in freudiger Erwartung ihrer Hochzeit mit dem Liebsten?
Für mein erstes Projekt entschied ich mich aber für eine Handtuchstickerei. Im Märkbok gibt es kein Tuch, das es nicht gibt :-) Porzellantuch, Glastuch, Fischtuch, Lampentuch, Silbertuch, und eben ein Kochtopftuch. Mit rotem Faden stickte ich den Topf auf ein Leinengeschirrtuch von hier (und ich ärgere mich ein bisschen, dass ich nicht mehrere gekauft habe, denn das gleichmäßige Leinen würde sich auch wunderbar für feinen Kreuzstich anbieten).
Zusammen mit einem feinen Suppengewürz ist so ein Kochtopftuch das perfekte Mitbringsel, diese Woche für die Lieblingskollegin, die mich zum Abendessen während meiner Strohwitwenwoche eingeladen hat :-)
Dienstag, 14. April 2015
Kinderwunschgedanken
Nachfolgend stehen meine Gedanken, meine Gefühle, meine Ansichten. Bei diesem emotionalen Thema kann es sein, dass sich leicht jemand verletzt oder provoziert fühlt. Das ist nicht meine Absicht und wenn es passiert, tut es mir leid. Gleichzeitig bitte ich um Rücksichtnahme und Verständnis für meine Darstellung meiner Situation.
Ich schreibe hier darüber vor allem für mich, aber auch um andere zum Nachdenken anzuregen und vielleicht zu ermutigen. Und vieles ist viel komplizierter und komplexer als ich es hier formulieren kann - es ist ein Auszug aus meinen Gedanken.
Danke!
Wieder ist ein Jahr vergangen, ohne, dass sich etwas verändert hat. Wir sind immer noch unfreiwillig kinderlos.
Wieder ist ein Jahr vergangen, und doch haben Dinge sich verändert. Davon möchte ich heute berichten, wie es mir gerade damit geht, wie es uns gerade damit geht und wie es weitergehen könnte.
Ich glaube nun rückblickend, dass das zweite und das dritte Jahr die schlimmsten waren, auch diese liegen jetzt schon eine Weile hinter mir. Das erste Jahr war ich voller Hoffnung, dann kamen die Zweifel, dann die Wut und Bitterkeit. Und nun beschäftige ich mich schon fast ein Jahr mit Trauerarbeit.
Wahnsinnig geholfen hat es mir, darüber zu sprechen und noch immer verspüre ich oft den Drang, dass ich darüber sprechen möchte. Allerdings tue ich das nicht mehr so oft, denn ich habe gemerkt, dass es ein ermüdendes Thema ist, zumal es keine absoluten Antworten und keine endgültigen Lösungen gibt. Ich halte aber Zwiesprache mit mir selber und das funktioniert immer besser.
Als ich einsah, dass ich trauern wollte, ja trauern musste, war ich zunächst selbst überrascht. Denn man kann ja nicht um nichts trauern. Manchmal ertappte ich mich sogar bei dem Gedanken, dass ich gerne ein Kind verloren hätte, denn dann könnte ich ganz legitim trauern. Aber in meinem Körper war noch nie ein Leben entstanden, kein Leben hatte sich verabschiedet. Worum also trauern?
Mit meiner besten Freundin, die in unserem Hoffnungsjahr tatsächlich ein Kind verloren hatte, führte ich ein Gespräch darüber, dass ich mich nicht zu trauern traute, weil man ja nicht um nichts und niemanden trauern konnte. Sie ermutigte mich auf eine wunderbare Weise dennoch zu trauern, mit der Trauerarbeit zu beginnen - und jetzt befinde ich mich mittendrin. Und es tut mir gut.
Stück für Stück nehme ich Abschied von Wünschen, Ideen, Hoffnungen und Lebensbildern. Damit schaffe ich auch Raum für neue Bilder, neue Wünsche, neue Ideen. Immer öfter sage ich es auch laut: Jetzt ist es gut, so wie es ist.
Und ein neues Selbstbewusstsein bahnt sich seinen Weg. Auf die Frage, ob ich eigene Kinder hätte, antworte ich - statt früher schamhaft - ein bestimmtes und deutliches Nein, das weitere Nachfragen auch direkt unterbindet. Genauso bin ich mir selbst bewusst geworden, für was ich meinen Körper aussetzten möchte, und für was nicht.
Ich ärgere mich manchmal sehr, wie mit der Verzweiflung von jungen Paaren ein gutes Geschäft gemacht wird. In den Beratungsgesprächen in unserer Kinderwunschklinik wurde kein einziges Mal auf mögliche Nebenwirkungen oder Risiken für die Frau hingewiesen. Wir bekamen lediglich eine Hochglanzbroschüre in die Hand gedrückt, in dessen Zentrum der Bericht von Elin und Lars stand, die beim dritten Versuch ihr Wunschkind bekamen. Dabei ist die echte Erfolgsrate bei Weitem niedriger! Es ist ein gesellschaftliches Tabu-Thema wie viele schließlich doch ohne Kind, aber mit zig tausend Euro Schulden nach viel mehr als drei mitfinanzierten Versuchen (oft im In- und Ausland) dastehen.
Diese selbstbewusste Entscheidung tut mir gut. In Gesprächen mit meinem Umfeld fühle ich mich weniger angreifbar. Und unser Umfeld scheint auch langsam zu begreifen: Die beiden bekommen vielleicht keine Kinder, aber es scheint, sie haben einen guten alternativen Lebensplan.
Allerdings ist es wesentlich einfacher, das der Familie zu vermitteln, als Umstehenden in einer der kinderfreundlichsten Gesellschaften der Welt. Auch in Schweden kann man ohne Kinder leben :-)
Allerdings muss ich natürlich zugeben, dass es nicht immer so geradeaus und aufwärts geht. Wie eben vor zwei Wochen, springt mich manchmal der Schmerz von hinten an, die Wunde klafft weit auf, Tränen bahnen sich den Weg. Und manchmal werde ich auch noch wütend, fuchsteufelswild. Aber dann - und das ist der große Unterschied - erlaube ich mir, dass es so ist. Dass ich diese Gefühlsstücke zulassen muss, damit ich verarbeiten und verabschieden kann. Und dann geht es mir besser. Stückchenweise immer besser.
Erstmals seit langem fühle ich mich wieder eins mit mir, stimmig, als Ganzes mit Körper, Geist und Seele. Und ich habe Lust aufs Leben, auf mein Leben, ein Leben mit meinem Mann und alles, was uns da so erwartet.
Ich hoffe, dass ich diesen Weg so kraftvoll weitergehen kann. Und ich wünsche allen, die einen ähnlichen Weg gehen müssen, dass sie den langen, schmerzvollen Weg durchhalten. Denn irgendwann wird es tatsächlich wieder besser, wieder leichter, wieder anders. Das alte Sprichwort "Die Zeit heiltalle viele Wunden" hat doch einen wahren Kern.
Und wohin so ein Weg dann schließlich doch noch führen kann, bleibt offen und spannend...
Ich schreibe hier darüber vor allem für mich, aber auch um andere zum Nachdenken anzuregen und vielleicht zu ermutigen. Und vieles ist viel komplizierter und komplexer als ich es hier formulieren kann - es ist ein Auszug aus meinen Gedanken.
Danke!
Wieder ist ein Jahr vergangen, ohne, dass sich etwas verändert hat. Wir sind immer noch unfreiwillig kinderlos.
Wieder ist ein Jahr vergangen, und doch haben Dinge sich verändert. Davon möchte ich heute berichten, wie es mir gerade damit geht, wie es uns gerade damit geht und wie es weitergehen könnte.
Ich glaube nun rückblickend, dass das zweite und das dritte Jahr die schlimmsten waren, auch diese liegen jetzt schon eine Weile hinter mir. Das erste Jahr war ich voller Hoffnung, dann kamen die Zweifel, dann die Wut und Bitterkeit. Und nun beschäftige ich mich schon fast ein Jahr mit Trauerarbeit.
Wahnsinnig geholfen hat es mir, darüber zu sprechen und noch immer verspüre ich oft den Drang, dass ich darüber sprechen möchte. Allerdings tue ich das nicht mehr so oft, denn ich habe gemerkt, dass es ein ermüdendes Thema ist, zumal es keine absoluten Antworten und keine endgültigen Lösungen gibt. Ich halte aber Zwiesprache mit mir selber und das funktioniert immer besser.
Als ich einsah, dass ich trauern wollte, ja trauern musste, war ich zunächst selbst überrascht. Denn man kann ja nicht um nichts trauern. Manchmal ertappte ich mich sogar bei dem Gedanken, dass ich gerne ein Kind verloren hätte, denn dann könnte ich ganz legitim trauern. Aber in meinem Körper war noch nie ein Leben entstanden, kein Leben hatte sich verabschiedet. Worum also trauern?
Mit meiner besten Freundin, die in unserem Hoffnungsjahr tatsächlich ein Kind verloren hatte, führte ich ein Gespräch darüber, dass ich mich nicht zu trauern traute, weil man ja nicht um nichts und niemanden trauern konnte. Sie ermutigte mich auf eine wunderbare Weise dennoch zu trauern, mit der Trauerarbeit zu beginnen - und jetzt befinde ich mich mittendrin. Und es tut mir gut.
Stück für Stück nehme ich Abschied von Wünschen, Ideen, Hoffnungen und Lebensbildern. Damit schaffe ich auch Raum für neue Bilder, neue Wünsche, neue Ideen. Immer öfter sage ich es auch laut: Jetzt ist es gut, so wie es ist.
Und ein neues Selbstbewusstsein bahnt sich seinen Weg. Auf die Frage, ob ich eigene Kinder hätte, antworte ich - statt früher schamhaft - ein bestimmtes und deutliches Nein, das weitere Nachfragen auch direkt unterbindet. Genauso bin ich mir selbst bewusst geworden, für was ich meinen Körper aussetzten möchte, und für was nicht.
Ich ärgere mich manchmal sehr, wie mit der Verzweiflung von jungen Paaren ein gutes Geschäft gemacht wird. In den Beratungsgesprächen in unserer Kinderwunschklinik wurde kein einziges Mal auf mögliche Nebenwirkungen oder Risiken für die Frau hingewiesen. Wir bekamen lediglich eine Hochglanzbroschüre in die Hand gedrückt, in dessen Zentrum der Bericht von Elin und Lars stand, die beim dritten Versuch ihr Wunschkind bekamen. Dabei ist die echte Erfolgsrate bei Weitem niedriger! Es ist ein gesellschaftliches Tabu-Thema wie viele schließlich doch ohne Kind, aber mit zig tausend Euro Schulden nach viel mehr als drei mitfinanzierten Versuchen (oft im In- und Ausland) dastehen.
Diese selbstbewusste Entscheidung tut mir gut. In Gesprächen mit meinem Umfeld fühle ich mich weniger angreifbar. Und unser Umfeld scheint auch langsam zu begreifen: Die beiden bekommen vielleicht keine Kinder, aber es scheint, sie haben einen guten alternativen Lebensplan.
Allerdings ist es wesentlich einfacher, das der Familie zu vermitteln, als Umstehenden in einer der kinderfreundlichsten Gesellschaften der Welt. Auch in Schweden kann man ohne Kinder leben :-)
Allerdings muss ich natürlich zugeben, dass es nicht immer so geradeaus und aufwärts geht. Wie eben vor zwei Wochen, springt mich manchmal der Schmerz von hinten an, die Wunde klafft weit auf, Tränen bahnen sich den Weg. Und manchmal werde ich auch noch wütend, fuchsteufelswild. Aber dann - und das ist der große Unterschied - erlaube ich mir, dass es so ist. Dass ich diese Gefühlsstücke zulassen muss, damit ich verarbeiten und verabschieden kann. Und dann geht es mir besser. Stückchenweise immer besser.
Erstmals seit langem fühle ich mich wieder eins mit mir, stimmig, als Ganzes mit Körper, Geist und Seele. Und ich habe Lust aufs Leben, auf mein Leben, ein Leben mit meinem Mann und alles, was uns da so erwartet.
Ich hoffe, dass ich diesen Weg so kraftvoll weitergehen kann. Und ich wünsche allen, die einen ähnlichen Weg gehen müssen, dass sie den langen, schmerzvollen Weg durchhalten. Denn irgendwann wird es tatsächlich wieder besser, wieder leichter, wieder anders. Das alte Sprichwort "Die Zeit heilt
Und wohin so ein Weg dann schließlich doch noch führen kann, bleibt offen und spannend...
Montag, 13. April 2015
Alltagsfreude: Malen
Seit letzten September habe ich das Malen wieder aufgenommen. Die Aquarellfarben hatte ich schon irgendwann als Jugendliche geschenkt bekommen, habe ich doch immer wieder gezeichnet und gemalt. Als junge Erwachsene habe ich dann aufgehört, warum weiß ich eigentlich nicht mehr. Ein Hindernis in den letzten Jahren war sicherlich aber u.a. die Tatsache, dass meine Schwiegermutter Künstlerin von Beruf und damit sehr erfolgreich ist. Und dann stand ich mir selbst im Weg, mit Ansprüchen nach Perfektion und wie etwas auszusehen hat.
Dabei ist es mit dem Malen wie mit vielen anderen Dingen: Übung macht die Meisterin. Man muss es üben, feine Striche zu ziehen. Man muss ausprobieren, wie man den Pinsel aufsetzt. Man muss die Augen, die Hand und das Gehirn trainieren - zu beobachten und abzubilden. Ich glaube, dass wir Erwachsene (und vielleicht auch insbesondere wir Frauen?!) es uns oft selbst schwerer machen als es ist, weil man eben die Vorstellung hat, wie ein Bild von einem Erwachsenen auszusehen hat. Weil man glaubt, dass man Talent besitzen müsste und man sich selbst für talentfrei hält.
Im Moment trainiere ich zu malen, etwa einmal im Monat für einen Abend nehme ich mir die Zeit. Es ist eine Alltagsfreude. Ich höre nebenbei Musik oder habe es leise, sitze beim Mann am Küchentisch oder allein am Schreibtisch und tauche ganz in meine eigene Welt ein. Meine Augen ruhen auf meiner Vorlage, sie beobachten, messen, entdecken, sehen ganz genau, alle Details. Meine Hand führt den Bleistift, ich höre das leise Kratzen auf dem Papier. Dann greife ich ganz vertieft zur Farbe - die sich leuchtend ins Papier saugt und mein Bild zum Bild macht. Und schließlich trete ich einen Schritt zurück und betrachte mein Bild mit anderen Augen.
Dabei ist es mit dem Malen wie mit vielen anderen Dingen: Übung macht die Meisterin. Man muss es üben, feine Striche zu ziehen. Man muss ausprobieren, wie man den Pinsel aufsetzt. Man muss die Augen, die Hand und das Gehirn trainieren - zu beobachten und abzubilden. Ich glaube, dass wir Erwachsene (und vielleicht auch insbesondere wir Frauen?!) es uns oft selbst schwerer machen als es ist, weil man eben die Vorstellung hat, wie ein Bild von einem Erwachsenen auszusehen hat. Weil man glaubt, dass man Talent besitzen müsste und man sich selbst für talentfrei hält.
Im Moment trainiere ich zu malen, etwa einmal im Monat für einen Abend nehme ich mir die Zeit. Es ist eine Alltagsfreude. Ich höre nebenbei Musik oder habe es leise, sitze beim Mann am Küchentisch oder allein am Schreibtisch und tauche ganz in meine eigene Welt ein. Meine Augen ruhen auf meiner Vorlage, sie beobachten, messen, entdecken, sehen ganz genau, alle Details. Meine Hand führt den Bleistift, ich höre das leise Kratzen auf dem Papier. Dann greife ich ganz vertieft zur Farbe - die sich leuchtend ins Papier saugt und mein Bild zum Bild macht. Und schließlich trete ich einen Schritt zurück und betrachte mein Bild mit anderen Augen.
Samstag, 11. April 2015
Sonntagsfreude: Abendessen bei Tageslicht
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Und noch eine Freude: Es tut sich endlich was auf dem Immobilienmarkt in Göteborg. Bisher kamen kaum zwei, drei Objekte pro Woche auf den Markt, so kommen nun zwei, drei täglich. Drückt uns die Daumen, dass sich bald was findet und wir bei diesen umständlichen Versteigerungen Glück haben.
Warum ich so kritisch über Schweden schreibe
Manchmal bekomme ich ziemlich enttäuschte, verwunderte oder auch verärgerte Kommentare und e-mails - warum ich denn immer so kritisch und negativ über Schweden schreibe
Hier eine kurze Antwort: Meiner Meinung nach ist im deutschsprachigen Bereich jede positive Werbung für Schweden mehr als überflüssig.
Ich kenne kein Land außer Schweden, von dem fast jede und jeder eine derart ungeteilte positive Auffassung hat, die aber zu 95% auf Astrid Lindgren, Inga Lindström, Abba und eigenen wunderschönen Urlaubserlebnissen beruht.
Sicherlich überzeichne ich manchmal ein bisschen, aber ich wünsche mir grundsätzlich ein differenzierteres Bild von der Deutschen Traumland Nr 1. Dazu will ich mit meinen kritischen, kuriosen und manchmal auch einfach negativen Berichten beitragen. Denn, das Leben ist kein Bullerbü und gerade vor schönster Kulisse tragen sich bei näherer Betrachtung die absurdesten Gegebenheiten zu.
Ich will niemandem seine Vorstellung von Schweden madig machen, aber ich wünsche mir eine Reflektion, von der Schweden meiner Meinung nach irgendwie ausgeschlossen wird. Man sagt ja oft: Frankreich ist wunderschön, aber die rechten Kräfte dort sind schon bedenklich. Ich reise gerne in die USA, aber dort Leben möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht. Italien ist ja wirklich fantastisch, aber dass die so jemanden wie den Berlusconi wählen ist schon erstaunlich...
Mein Eindruck ist, dass man von Schweden auch vieles nicht wissen will, man will an einem Bild aus eigenen Kindertagen aus einem Kinderbuch - unterstützt von Landschaftsbildern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - festhalten, auch wenn es in dem Land nur halb so idyllisch zu geht.
Wie glücklich oder unglücklich ich hier im Heimatland meines Mannes bin, lässt sich an diesen Berichten kaum messen. Wie alle Menschen, egal wo sie wohnen, bin ich mal glücklicher und mal unglücklicher. Dass ein Neustart in einem fremden Land und eine ungewollte Kinderlosigkeit es manchmal schwerer machen, kann ich nicht verleugnen. Müsste ich aber in Deutschland zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren umziehen und eine neue Arbeitsstelle finden, würde ich mir auch darüber Gedanken und Sorgen machen. Das hat nichts damit zu tun, ob man nun snust, übermäßig Zucker konsumiert oder eine Generation hoch verschuldet ist.
Ich wünsche mir, dass man die beiden Aspekte auseinander halten kann und dass man Schweden die Chance gibt, als richtiges Land betrachtet zu werden und nicht nur als Spielfilmkulisse.
Hier eine kurze Antwort: Meiner Meinung nach ist im deutschsprachigen Bereich jede positive Werbung für Schweden mehr als überflüssig.
Ich kenne kein Land außer Schweden, von dem fast jede und jeder eine derart ungeteilte positive Auffassung hat, die aber zu 95% auf Astrid Lindgren, Inga Lindström, Abba und eigenen wunderschönen Urlaubserlebnissen beruht.
Sicherlich überzeichne ich manchmal ein bisschen, aber ich wünsche mir grundsätzlich ein differenzierteres Bild von der Deutschen Traumland Nr 1. Dazu will ich mit meinen kritischen, kuriosen und manchmal auch einfach negativen Berichten beitragen. Denn, das Leben ist kein Bullerbü und gerade vor schönster Kulisse tragen sich bei näherer Betrachtung die absurdesten Gegebenheiten zu.
Ich will niemandem seine Vorstellung von Schweden madig machen, aber ich wünsche mir eine Reflektion, von der Schweden meiner Meinung nach irgendwie ausgeschlossen wird. Man sagt ja oft: Frankreich ist wunderschön, aber die rechten Kräfte dort sind schon bedenklich. Ich reise gerne in die USA, aber dort Leben möchte ich aus verschiedenen Gründen nicht. Italien ist ja wirklich fantastisch, aber dass die so jemanden wie den Berlusconi wählen ist schon erstaunlich...
Mein Eindruck ist, dass man von Schweden auch vieles nicht wissen will, man will an einem Bild aus eigenen Kindertagen aus einem Kinderbuch - unterstützt von Landschaftsbildern im öffentlich-rechtlichen Fernsehen - festhalten, auch wenn es in dem Land nur halb so idyllisch zu geht.
Wie glücklich oder unglücklich ich hier im Heimatland meines Mannes bin, lässt sich an diesen Berichten kaum messen. Wie alle Menschen, egal wo sie wohnen, bin ich mal glücklicher und mal unglücklicher. Dass ein Neustart in einem fremden Land und eine ungewollte Kinderlosigkeit es manchmal schwerer machen, kann ich nicht verleugnen. Müsste ich aber in Deutschland zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren umziehen und eine neue Arbeitsstelle finden, würde ich mir auch darüber Gedanken und Sorgen machen. Das hat nichts damit zu tun, ob man nun snust, übermäßig Zucker konsumiert oder eine Generation hoch verschuldet ist.
Ich wünsche mir, dass man die beiden Aspekte auseinander halten kann und dass man Schweden die Chance gibt, als richtiges Land betrachtet zu werden und nicht nur als Spielfilmkulisse.
Freitag, 10. April 2015
Hier so :-)
Nun kann man es nicht mehr leugnen, auch hier ist der Frühling auf dem Vormarsch: Kraniche, Seidenschwänze und Gänse sind auf dem Weg nach Norden, die letzten Eisreste in den Seen und Buchten geben auf und die Sonne begleitet uns nun schon fast 14 Stunden durch den Tag! Hurra! :-)
Letzte Woche war ich ziemlich erschöpft und ausgelaugt, die Osterferien waren dringend notwendig. Ich danke Euch von Herzen für die netten Kommentare, die mich sehr gefreut haben. Eigentlich war wirklich nichts Besonderes los, nur zu viel von allem: viel zu wenig Schlaf, viel zu schlechtes, kaltes Wetter, viel zu viel Arbeit, zu viele Kinderwunschgedanken usw.
Seit wir von den Schwiegereltern zurück sind, habe ich eine Erkältung. Die macht mich schlapp und verhilft mir zu täglich mehr als 10 Stunden Schlaf - und ich genieße es :-) Mit gutem Gewissen verschiebe ich auch Dinge, befinde Angelegenheiten für weniger wichtig und verbringe statt dessen viel Zeit mit Stricken, Mediathek schauen, Podcast hören und Rumsandeln.
Trotzdem habe ich gestern auch mit dem Schreiben von Bewerbungen für Schulen in Göteborg begonnen. Das kostet gerade ziemlich viel gedankliche Energie, aber es tut auch gut, mit diesem Schritt begonnen zu haben.
Nächste Woche ist der Mann auf Konferenz im Herzen Europas, da finde ich vermutlich wieder mehr Zeit und Muße um hier zu schreiben. Manchmal brauche ich einfach auch eine Schreibpause, dann sprudelt es wieder mehr. Ich habe eine Alltagsfreude, die ersten Blumenvasenbilder wollen gezeigt, Kinderwunschgedanken wollen mal wieder formuliert, Bücher vorgestellt und Handarbeitsfortschritte dokumentiert werden. Ich freue mich darauf!
Jetzt genieße ich meinen letzten Ferientag, mache klar Schiff in der Küche und einen Sonnenspaziergang! Auf ganz bald, Barbara
p.s.: Ich habe noch einen Bloggtipp für Euch: Auf Probiermalregional versucht sich Sebastian Müller von regional-markt einen Monat lang nur regional zu ernähren. Wie das geht, davon erzählt er auf seinem Blog. Ziemlich interessant
Letzte Woche war ich ziemlich erschöpft und ausgelaugt, die Osterferien waren dringend notwendig. Ich danke Euch von Herzen für die netten Kommentare, die mich sehr gefreut haben. Eigentlich war wirklich nichts Besonderes los, nur zu viel von allem: viel zu wenig Schlaf, viel zu schlechtes, kaltes Wetter, viel zu viel Arbeit, zu viele Kinderwunschgedanken usw.
Seit wir von den Schwiegereltern zurück sind, habe ich eine Erkältung. Die macht mich schlapp und verhilft mir zu täglich mehr als 10 Stunden Schlaf - und ich genieße es :-) Mit gutem Gewissen verschiebe ich auch Dinge, befinde Angelegenheiten für weniger wichtig und verbringe statt dessen viel Zeit mit Stricken, Mediathek schauen, Podcast hören und Rumsandeln.
Trotzdem habe ich gestern auch mit dem Schreiben von Bewerbungen für Schulen in Göteborg begonnen. Das kostet gerade ziemlich viel gedankliche Energie, aber es tut auch gut, mit diesem Schritt begonnen zu haben.
Nächste Woche ist der Mann auf Konferenz im Herzen Europas, da finde ich vermutlich wieder mehr Zeit und Muße um hier zu schreiben. Manchmal brauche ich einfach auch eine Schreibpause, dann sprudelt es wieder mehr. Ich habe eine Alltagsfreude, die ersten Blumenvasenbilder wollen gezeigt, Kinderwunschgedanken wollen mal wieder formuliert, Bücher vorgestellt und Handarbeitsfortschritte dokumentiert werden. Ich freue mich darauf!
Jetzt genieße ich meinen letzten Ferientag, mache klar Schiff in der Küche und einen Sonnenspaziergang! Auf ganz bald, Barbara
p.s.: Ich habe noch einen Bloggtipp für Euch: Auf Probiermalregional versucht sich Sebastian Müller von regional-markt einen Monat lang nur regional zu ernähren. Wie das geht, davon erzählt er auf seinem Blog. Ziemlich interessant
Samstag, 4. April 2015
Sonntagsfreude: Naturfarben
Am Sonntag
einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die
ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung
schlicht und einfach eine
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die hier weitergeführt wird
Am Karfreitag vormittags, in Ruhe und in Stille, Ei um Ei mit natürlicher Schönheit verzieren, behutsam in die Farben der Natur einlegen, köcheln, herausnehmen - und sich einfach freuen: Einmalige Formen, harmonische Farben, ein Korb voll mit Ostergrüßen.
Eine Ostersonntagsfreude auch, das Erstaunen und die Begeisterung bei den Beschenkten, wie man denn solche Eier machen kann. In Schweden färbt man keine Eier. Und "Ostern" wurde heute schon gefeiert, ähnlich dem Heiligen Abend, schon am Vortag - beginnend mit einem überladenen Osterbuffet und dann mit einer Süßigkeitenorgie. Ich habe aber einen guten Weg für mich gefunden, von dem ich demnächst erzählen werde...
Jetzt aber verbringe ich erstmal zwei Ostertage mit 20 Personen unter einem Dach - ich will ganz dabei sein, aber auch Augenblicke zum Zurückziehen nützen. Ich wünsche Euch von Herzen ein schönes, gesegnetes Osterfest!
Mittwoch, 1. April 2015
In diesen Tagen
In diesen Tagen peitscht mir der Wind kalte Hagelkörner ins Gesicht,
obwohl ich mir doch Wärme wünsche.
In diesen Tagen rinnt der Schweiß in Strömen,
obwohl es mir innerlich eiskalt ist.
In diesen Tagen, laufe, springe, renne ich,
obwohl ich ruhig Schritt um Schritt machen möchte.
In diesen Tagen quäle ich mich durch die Nachtstunden,
obwohl ich einfach nur schlafen möchte.
In diesen Tagen muss ich streitbar bleiben,
obwohl ich nur versöhnlich sein möchte.
In diesen Tagen stehe ich selbstbewusst im Zentrum,
obwohl ich mich doch nur verkriechen möchte.
In diesen Tagen rede ich mich um Kopf und Kragen,
obwohl ich nur schweigen möchte.
In diesen Tagen komme ich Menschen näher,
obwohl ich bald so weit weg sein werde.
In diesen Tagen sind wir uns so fern,
obwohl wir doch so beengt wohnen.
In diesen Tagen trage ich mein Stachelkleid,
obwohl ich doch nur eine Umarmung möchte.
In diesen Tagen möchte ich festhalten,
obwohl ich doch loslassen muss.
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