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Mittwoch, 27. Februar 2019

Erbsensprossen ziehen

Ich wurde gefragt, welches Saatgut ich für die Erbsensprossen verwende, und da dachte ich, ich zeige Euch einfach, wie ich das mache.
"Richtiges" Saatgut für Erbsensprossen zu verwenden wäre viel zu teuer, wenn man bedenkt, dass man die Sprossen höchstens ein paar Mal beerntet... Ich benutze einfach getrocknete gelbe Erbsen (in Bio-Qualität), wie man sie für deftige Suppen oder Eintöpfe hat.
Bevor ich mit der Anzucht beginne, sterilisiere ich die Anzuchterde zuerst, denn in der Regel befinden sich die Larven der Trauermücken darin. Die kleinen schwarzen Insekten sind nicht nur lästig, deren Larven tun sich gerne auch an jungen Würzelchen gütlich. Auf einem alten Blech erhitze ich die Erde im vorgeheizten Backofen bei 120 Grad für etwa 40 Minuten. Dann gut abkühlen lassen.
In eine Anzuchtschale gebe ich Erde und drücke sie gut fest. Dann ausreichend wässern, denn beim Erhitzen trocknet die Erde auch.
Wenn das Wasser von der Erde aufgenommen wurde, dann reichlich, aber nicht übereinander oder doppelt, Erbsen säen, andrücken und angießen.
Und ab auf die Fensterbank!

Montag, 29. Januar 2018

Meine Kalenderwochen 3 und 4

Die Zeit vergeht immer viel zu schnell... So kommen hier die letzten beiden Wochen zusammengefasst:
Gehandarbeitet: Strickfrust statt Stricklust. Ich werde mal wieder aufribbeln und dazu einen eigenen, therapeutischen Blogeintrag schreiben.
Gelesen: "Bella Germania" von Daniel Speck. Ein berührender Familienroman, der sich zwischen Mailand und München (Monaco di Bavaria, der nördlichsten Stadt Italiens...) abspielt. Über 600 Seiten, aber sehr gut und unterhaltsam zu lesen. Bin in bei der Mitte angekommen.
Geträumt: Vom Frühling und vom Sommer. Samen bestellt, Saatgut erhalten, kleine Körner der Hoffnung mit lieben Menschen geteilt. 


Gewesen: Auf der Festung von Varberg, wo ich mir eine Moorleiche aus dem 14. Jahrhundert, Grönlandwalknochen und Kunst von Nils Kreuger angeschaut habe. 
Gesehen: Schneeflocken und Regentropfen. Und jede Menge grauen Himmel. Hellgrau. Mittelgrau. Dunkelgrau.
Gebacken: Walnussbrot mit Kastanienmehl. Schmeckt sehr gut, ist aber auch recht kräftig. Dank meiner guten Vorratshaltung kam ich ohne weiteres Brotbacken durch diese intensiven Wochen. Außerdem habe ich Haferkekse und Dinkelpizza für fünf sehr hungrige Personen gebacken.




Geerntet: Erbsengrünlinge, die wir zum Salat und als Topping auf der Tomatensuppe gegessen haben.
Gemalt: Ein paar einfache Grußkarten, die hoffentlich ein bisschen Frühlingsvorfreude überbringen.
Gestaltet: Einen Minidschungel auf dem Küchenfensterbrett. Grün für die Seele und die gute Laune.

Ich wünsche Euch von Herzen eine gute 5. Woche des Jahres!



Sonntag, 14. Mai 2017

Frühlingsfrische Brotzeit

Die Brotfrage ist bei uns ständig ein Thema. Als meine Eltern hier waren, war der Brotverbrauch recht hoch und wir konnten guten Gewissens einen Laib im Brotkasten haben, ohne dass der speziell alt wurde. Wenn man zu zweit ist und nur einer aus einer Brotkultur kommt, ist es schon schwieriger. Oft schneiden wir einen Laib auf und frieren Viertel ein, aber die sind immer zu viel, oder zu wenig, oder wir vergessen, das Brot rechtzeitig aufzutauen. Für unsere Zweisamzeit ist da Kleingebäck, sprich Semmeln, die bessere Wahl. So habe ich in letzter Zeit sehr oft die Brennnesselsemmeln gebacken, aber auch Krusties sind bei uns sehr beliebt.
Das Rezept kommt aus der Landlust März/April 2013 und man beginnt damit, 200 g Dinkelkörner mit kaltem Wasser aufzukochen, ausquellen und abkühlen zu lassen. Eventuell überschüssiges Wasser abgießen.
Für den Hefeteig brauch man
  • 200 g Weizenmehl
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 100 g Körner (ich mische Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkerne zu gleichen Teilen)
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL Honig
  • 1/3 Würfel Hefe
  • knapp 300 ml lauwarmes Wasser
Das alles gut verkneten und zum Schluss die Körner zugeben. Eine gute Stunde gehen lassen.
Aus dem Teig 16 Semmeln formen und nochmal kurz gehen lassen. Den Ofen auf 225 Grad vorheizen. Bevor man die Semmeln in den Ofen schiebt, werden sie kreuzförmig eingeschnitten und mit Wasser bestrichen. Man könnte sie auch noch mit Dinkelflocken bestreuen, aber das mache ich nicht (mehr), weil die oft nur runterfallen und/oder verbrennen.
Nach 10 Minuten bei 225°C senkt man die Hitze auf 200°C und lässt die Semmeln für weitere 15 Minuten im Ofen.

Während die Küche warm und wohlig wird, hört draußen auch der Regen auf. Ich stelle die Semmeln fürs Abendessen kurz im Korb zum Abkühlen auf die Terasse, ziehe die Gummistiefeln an und gehe in den Garten. Die Luft riecht so gut nach Frühling!
Unterm Küchenfenster habe ich einen Frühbeetkasten, den ich jetzt täglich beernten muss, denn das Grünzeug wächst schneller, als wir es essen können... Ich wähle Radieschen aus, die ohnehin zu nahe wachsen.
Ich gehe noch zu meinem anderen Frühbeet im "Gartl", wo ich andere Radieschen angesät habe. Ich möchte gerne die Farben vergleichen. Ich öffne die Terassentür einen Spalt und rufe meinem Mann zu: 'Könntest du bitte etwas Wasser zum Kochen bringen?' 'Für die Schnecken, oder?' frägt er zurück. Nun weiß er schon, was das bedeutet, wenn ich um kochendes Wasser bitte :-)
Schnecken (und Schlangen) sind das Schlimmste für mich. Ich kann mich so vor einer dicken Nacktschnecke ekeln, dass ich unkontrolliert einen spitzen Schrei ausstoße und wie Rumpelstilzchen hüpfe. Danach sehe ich mich um und hoffe, dass mich niemand gesehen hat, denn es war ja nur eine Schnecke, aber ich bringe es nicht fertig, mich nicht zu ekeln... 
Also gibt es für mich nur drei Alternativen: Enten (im Moment aber hier nicht machbar, funktionieren aber sehr gut bei meinen Eltern), Bierfallen und kochendes Wasser. Im Moment sind noch nur kleinere Exemplare unterwegs, aber ich will ihnen von Anfang an keine Chance geben. Nach der Schneckenrunde hole ich noch das wohlverdiente rosa Radieschen und gehe mit meiner frühlingsfrischen Ernte ins Haus, das so gut nach frischem Brot riecht und mollig warm ist.
Frische knusprige Semmeln, Radieschen aus dem eigenen Garten, Bio-Nordsee-Käse und eine Radler aus Bayern, ein warmes, trockenes Häuschen und saftiges Grün vorm Fenster - einfache Dinge, die uns sehr reich machen!
 

Donnerstag, 13. April 2017

Unser tägliches Brot: Frühlingsfrisch

Zum heutigen Gründonnerstag konnte ich es nicht lassen, auch dem Brot bzw. den Semmeln etwas "Grün" hinzuzufügen. Dabei hatte das Rezept mich gesucht, nicht umgekehrt. Kennt ihr das auch, wenn ihr - wie ein Orakel - ein Buch einfach aufschlagt... und da war heute das Rezept für die Brennnessel-Semmeln :-) 🌿
Man braucht für ca. 20 Semmeln:
  • 750 g Dinkelmehl (ich habe 150 g mit Vollkorndinkelmehl ersetzt)
  • 50 g Rapsöl
  • 20 g Honig
  • 20 g Salz
  • 21 g Hefe (ein halber Würfel)
  • 1 dl getrocknete Brennnessel (ich habe losen Tee verwendet)
  • 1/2 Liter handwarmes Wasser
Aus diesen Zutaten einen Teig herstellen. Dabei ist es wichtig, dass man ihn wirklich ausgiebig mit der Maschine (oder von Hand noch länger...) 10 bis 15 Minuten knetet. Der Teig ist dann sehr geschmeidig.
Den Teig mit einem Tuch abdecken und 2 Stunden gehen lassen.
Den Teig auf ein gut bemehltes Backbrett geben, wieder mit Mehl bestäuben und mit den Händen nur leicht auseinander drücken. Auf keinen Fall mehr kneten!
Den Teig in ca. 20 Quadrate oder Rechtecke schneiden/stechen und auf ein Blech geben. Noch mal 30 Minuten unterm Tuch gehen lassen. Den Ofen auf 250°C vorheizen.
Die Semmeln ca. 12 Minuten backen.
Dazu gab es heute - frühlingsfrisch aus dem Garten - eine Kartoffel-Spinatsuppe mit Bärlauch und frischen Schnittlauch aufs Brot.

Mittwoch, 12. April 2017

Rhabarberpremiere!

Im Keller haben wir noch immer Winteräpfel, die sich hervorragend halten und noch immer sehr gut schmecken. Manchmal wünsche ich mir aber - bei aller Apfelliebe - inzwischen doch etwas Abwechslung. Beeren aus dem Gefrierfach sind eine gute Alternative, ebenso eingewecktes Obst. Doch etwas Frisches, Frühlingsfrisches kann das konservierte Obst einfach nicht ersetzen.
In der hinteren Gartenecke, an der sich von der Sonne erwärmten Betonmauer zum Nachbarn, wächst ein Rhabarber (der war schon da, als wir kamen). Eigentlich wollte ich ihn da gar nicht haben und habe im Herbst 2015 einen großen Teil der Knollen weggestochen. Und der Rhabarber trieb letztes Jahr umso mehr...
Dieses Frühjahr bezirzt er mich bereits am 11. April (!) mit drei Stangen, die schon so groß sind, dass man sie guten Gewissens ernten kann. Ok, denke ich, du darfst an deinem angestammten Platz bleiben! :-) Du hast mich überzeugt...


Donnerstag, 2. März 2017

Frühlingsfrische Vitamine (5): Knackig frisch

Schon seit ein paar Jahren habe ich Kochbücher von Luise und David, einem dänisch-schwedischen Paar, das in Stockholm lebt und unter dem Label Green Kitchen Stories vegetarische Rezepte mit der Welt teilt, ihre Homepage findet man hier und hier Instagram. Die Bücher gibt es übrigens auch auf Deutsch (Die grüne Küche).
Ich habe mich für einen einfachen, schnellen und frischen Salat entschieden, für den man im wesentlichen nur zwei Zutaten braucht: frischen (Bio-)Brokkoli und einen Granatapfel. Die rote Zwiebel habe ich weggelassen.
Den Brokkoli in mundgerechte Stücke zerteilen und zusammen mit den Granatapfelkernen in eine Schüssel geben.
Rosinen und trocken angeröstete Sonnenblumenkerne darüber streuen, etwas salzen und pfeffern und Joghurt drüber geben. Man könnte auch Majonäse nehmen, schlägt das Buch vor ;-) Ich habe stattdessen noch einen Schuss Olivenöl hinzugefügt.
Ein weiterer Tipp aus dem Buch: Den Salat mit den Händen durchmischen, damit sich das Dressing auch gut verteilt, was bei dem etwas "sperrigen" Salat nicht ganz einfach ist.
Lasst es euch schmecken ;-)

Donnerstag, 23. Februar 2017

Frühlingsfrische Vitamine (4): Einfach grün

Es muss nicht immer kompliziert oder exotisch sein. In den Ferien habe ich mir eine Anzuchtschale mit Erde gefüllt und ein Mini-Gärtchen angelegt:
Von links nach rechts säte ich Kresse, Rucola, Rote Beete und Spinat.
Mit einem Sturz in ein Minigewächshaus verwandelt, konnte ich den Samen quasi beim Keimen zusehen. Nur vier Tage später konnte ich mit dem Ernten beginnen, auch wieder von links nach rechts ;-)
Manchmal kann es so einfach sein: Junge Stängel über den Salat streuen und schon hat man eine Portion frühlingsfrischer Vitamine!
Entschuldigt bitte die Farbe, aber das Licht... bzw. das fehlende Licht :-/