Sonntag, 14. Mai 2017

Frühlingsfrische Brotzeit

Die Brotfrage ist bei uns ständig ein Thema. Als meine Eltern hier waren, war der Brotverbrauch recht hoch und wir konnten guten Gewissens einen Laib im Brotkasten haben, ohne dass der speziell alt wurde. Wenn man zu zweit ist und nur einer aus einer Brotkultur kommt, ist es schon schwieriger. Oft schneiden wir einen Laib auf und frieren Viertel ein, aber die sind immer zu viel, oder zu wenig, oder wir vergessen, das Brot rechtzeitig aufzutauen. Für unsere Zweisamzeit ist da Kleingebäck, sprich Semmeln, die bessere Wahl. So habe ich in letzter Zeit sehr oft die Brennnesselsemmeln gebacken, aber auch Krusties sind bei uns sehr beliebt.
Das Rezept kommt aus der Landlust März/April 2013 und man beginnt damit, 200 g Dinkelkörner mit kaltem Wasser aufzukochen, ausquellen und abkühlen zu lassen. Eventuell überschüssiges Wasser abgießen.
Für den Hefeteig brauch man
  • 200 g Weizenmehl
  • 200 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 100 g Körner (ich mische Leinsamen, Sesam und Sonnenblumenkerne zu gleichen Teilen)
  • 2 TL Salz
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 2 EL Honig
  • 1/3 Würfel Hefe
  • knapp 300 ml lauwarmes Wasser
Das alles gut verkneten und zum Schluss die Körner zugeben. Eine gute Stunde gehen lassen.
Aus dem Teig 16 Semmeln formen und nochmal kurz gehen lassen. Den Ofen auf 225 Grad vorheizen. Bevor man die Semmeln in den Ofen schiebt, werden sie kreuzförmig eingeschnitten und mit Wasser bestrichen. Man könnte sie auch noch mit Dinkelflocken bestreuen, aber das mache ich nicht (mehr), weil die oft nur runterfallen und/oder verbrennen.
Nach 10 Minuten bei 225°C senkt man die Hitze auf 200°C und lässt die Semmeln für weitere 15 Minuten im Ofen.

Während die Küche warm und wohlig wird, hört draußen auch der Regen auf. Ich stelle die Semmeln fürs Abendessen kurz im Korb zum Abkühlen auf die Terasse, ziehe die Gummistiefeln an und gehe in den Garten. Die Luft riecht so gut nach Frühling!
Unterm Küchenfenster habe ich einen Frühbeetkasten, den ich jetzt täglich beernten muss, denn das Grünzeug wächst schneller, als wir es essen können... Ich wähle Radieschen aus, die ohnehin zu nahe wachsen.
Ich gehe noch zu meinem anderen Frühbeet im "Gartl", wo ich andere Radieschen angesät habe. Ich möchte gerne die Farben vergleichen. Ich öffne die Terassentür einen Spalt und rufe meinem Mann zu: 'Könntest du bitte etwas Wasser zum Kochen bringen?' 'Für die Schnecken, oder?' frägt er zurück. Nun weiß er schon, was das bedeutet, wenn ich um kochendes Wasser bitte :-)
Schnecken (und Schlangen) sind das Schlimmste für mich. Ich kann mich so vor einer dicken Nacktschnecke ekeln, dass ich unkontrolliert einen spitzen Schrei ausstoße und wie Rumpelstilzchen hüpfe. Danach sehe ich mich um und hoffe, dass mich niemand gesehen hat, denn es war ja nur eine Schnecke, aber ich bringe es nicht fertig, mich nicht zu ekeln... 
Also gibt es für mich nur drei Alternativen: Enten (im Moment aber hier nicht machbar, funktionieren aber sehr gut bei meinen Eltern), Bierfallen und kochendes Wasser. Im Moment sind noch nur kleinere Exemplare unterwegs, aber ich will ihnen von Anfang an keine Chance geben. Nach der Schneckenrunde hole ich noch das wohlverdiente rosa Radieschen und gehe mit meiner frühlingsfrischen Ernte ins Haus, das so gut nach frischem Brot riecht und mollig warm ist.
Frische knusprige Semmeln, Radieschen aus dem eigenen Garten, Bio-Nordsee-Käse und eine Radler aus Bayern, ein warmes, trockenes Häuschen und saftiges Grün vorm Fenster - einfache Dinge, die uns sehr reich machen!
 

4 Kommentare:

  1. Einfach schön, genießt es. Eine peefekte Genussmischung !
    Schönen Sonntag,
    Slo

    Und in 3 Wochen dürfen wir in Schweden "urlauben" - wir freuen uns so :-)

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  2. Hallo liebe Schneckenfeindin, darf ich so sagen?
    Es gibt einen feinen Trick diesen Tieren den Garaus zu machen, lach, einen Bio Trick, einfach allen anfallenden Kaffeesatz, ringsherum zu streuen.
    Den mögen die Schnecken gar nicht, und es wirkt
    im Beet als Dünger. Ich lege den Satz aus, um meine Katzen aus dem Beet heraus zu halten,
    denn auch die Katzen mögen keine Kaffee.
    Wünsche gute Erfolge.LG Roa

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  3. Liebe Barbara, vielen Dank für das super leckere Semmelrezept, ich hab es heute schon ausprobiert und sie schmecken hervorragend.
    Liebe Grüße
    Felis

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  4. (brotscheiben sind ganz einfach im toaster aufzutauen...)
    viel vergnügen in garten und küche!

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