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Samstag, 30. Oktober 2021

Lichtblick!


Oje, fast 5 Wochen Bloggpause - unfreiwillig :-/  Uns hatte es richtig heftig erwischt. Sowohl das kleine A als auch das kleine Q waren richtig schlimm krank. Ich habe fast eine Woche mit Q im Sitzen geschlafen, weil das arme Würmchen sonst keine Luft bekam. Außerdem hat es jede zweite Mahlzeit erbrochen und die Waschmaschine lief heiß. Dem kleine A ging es auch sehr schlecht, aber mit zweieinhalb kann man manches doch schon besser auffangen und die Tage mit Hörspielen, Bilderbüchern und kurzen Abschnitten Pippi Langstrumpf-Filmen rumbringen. Und dann wurde mein Mann krank, auch sehr lange und hat knapp eine Lungenentzündung umschifft und schließlich hat es dann auch mich aus den Latschen gehoben. Aber! Toitoitoi - meine wöchentliche "Abreibung" mit meinen 6 Handarbeitsgruppen lohnt sich wohl, denn ich kam glimpflich davon. Ja, aber der Oktober war quasi gelaufen. Doch dann kamen meine Eltern um das Schiff wieder flott und winterfest zu machen (und natürlich um die Enkel zu treffen!), ich habe noch meine zweite Impfung bekommen (und war einen Tag recht matschig, gut dass Oma da war), der Mann hat wieder richtige Seminare an der Uni und jetzt sitze ich endlich abends mal wieder am PC :-)

Wie geht es jetzt weiter?

Ich habe jetzt eine Woche Herbstferien, in denen ich mich "nur" um die zwei Trolle, Haushalt und was eben sonst noch so anfällt, kümmern muss und ich dachte, dass ich da jetzt meine versprochene Web-Serie mache. Das wird für mich zudem die Vorbereitung für eine intere Weiterbildung für unsere Freizeitpädagogen, die an der Schule die Nachmittagsbetreuung der Schüler machen.


Ich muss gestehen, dass ich mir auch zugestanden habe, aus dem Bingo vorerst auszusteigen, zumal ich als Gastgeberin ja eh nicht teilnehmen/gewinnen kann und das hat mir einiges an Druck genommen. Druck, den ich (und nur ich!) mir selber manchmal mache und ich arbeite gerade daran, auch mal fünf gerade sein zu lassen. 

Es gab noch die Frage, was ein UFO ist: Ein unfinished object  oder auf deutsch einfach ein unfertiges Objekt.

Samstag, 11. September 2021

Wenn immer was dazwischen kommt...

  • Bücher: Mama, nur noch einmal vorlesen... Wir haben zwar erst Anfang September, aber die Weihnachtsvorfreude ist schon enorm, seit das kleine A die Kiste mit den Weihnachtsbüchlein entdeckt hat und wir lesen täglich mehrere Weihnachtsbücher...

  • Küchenchaos und Brotkäfer: Ich hätte mir einen günstigeren Zeitpunkt vorstellen können, um meine Küche von oben bis unten auszuräumen, mit heißem Essigwasser auswischen und alle Vorräte neu zu ordnen (bzw. zu entsorgen). Aber hej, wenn nicht zwei Wochen nach Schulstart, wann dann... Und der (tröstliche) Kommentar meiner Schwiegermutter: Mach dir keinen Kopf, in Schweden haben wir eigentlich immer Brotkäfer, wegen dem Knäckebrot. Die machen da so kleine Löcher rein... ?!?! 😱

  • Schneller Einkauf beim Möbelschweden, um die Vorräte sicher und besser organisieren zu können, entpuppt sich als Halbtagsprojekt mit viel Stress. Wir kommen auf jeden Fall mit einem grünen Spielhäuschen/-zelt und dazugehörigem Krabbeltunnel heim.
  • Bestellungen: In unserem 90-jährigen Häuschen haben die "schlauen" Vorbesitzer alle Türen im Erdgeschoss ausgehängt und entsorgt, damit es luftiger wirkt. Wir haben schon vor vier Jahren viel Geld in eine doppelflügelige Tür zum Eingangsbereich investiert und damit Heizkosten gespart. Im Haus haben sich aber manche Türstöcke durch den 30jährigen Leerstand so verzogen, dass es allein mit einem Türkauf nicht getan ist. Zumindest das Arbeitszimmer* hätte ich gerne kinderfrei und so finde und bestelle ich endlich ein Türgitter zum Einspannen/klemmen, das auch zu dem komischen Türrahmenmaß passt. Außerdem muss ich ganz wichtig ein Schnitzset bestellen.
  • Müdigkeit: Ich bin so müde und so müde und soo müde
  • Familiennachmittage in der deutschen Kirche: Der Höhepunkt der Woche für mich und das kleine A. Außerdem gefällt es dem kleinen A dort viel besser als im Kindergarten. Die FSJlerin aus Deutschland, die hilft, die Nachmittage zu gestalten fragt das kleine A: Und, gehst du auch in den Kindergarten? Antwort: Nein, ich gehe in die deutsche Kirche!
  • Unnötige Gänge: Mit dem Fahrradhelm in der Hand marschiere ich in schweißtreibendem Tempo zur Fahrradwerkstatt, um mein Fahrrad abzuholen, aber die haben freitags immer zu. Gut, dass mir der Mechaniker am Montag noch versichert hat, dass es am Freitag sicher fertig ist. Fertig wahrscheinlich schon, aber abholen kann ich es nicht. Dann bin ich mit dem Helm unterm Arm wieder nach Hause getrabt.

Und dann aber, ganz plötzlich, schläft das kleine Q, der Mann und das kleine A sind unterwegs und ich kann mir eine Tasse Schwarztee machen und mein erstes Kreuzchen beim Bingo setzen, ein paar Reihen stricken und sogar ein Ufo beenden. 

Wenn ich dann auch noch die Küche wieder aufgeräumt haben werde, das Badezimmer saniert und organisiert habe, die fehlenden Sachen bestellt oder eingekauft habe, sowie dank des Gitters das Arbeitszimmer zurückerobert haben werde, dann denke ich - ganz optistisch - wird so ab Mitte Oktober das Bingo sich nur so von selbst ausfüllen! 😉



Freitag, 6. September 2019

Herbstgrüße

Während das Kind den Nusskorb ausräumt (eine Lieblingsbeschäftigung zur Zeit!), der Regen an die Fenster schlägt, der Brotteig in der Küche geht und es merklich kühler wird, ...
... habe ich plötzlich wieder die Muse, hier ein paar Zeilen zu hinterlassen. Im März gingen mir plötzlich die Worte aus. Ich wusste nicht mehr, worüber ich hier schreiben sollte, konnte und wollte. Alles schien mir zu privat, zu wertvoll, zerbrechlich, wie eine Seifenblase, die zerplatzen könnte, wenn man sie anfasst.
Hatte ich den Blog während all der Kinderwunschjahre mit Gedanken, Rezepten, Handarbeiten gefüllt, erschien er mir dann doch unpassend,überflüssig und aus der Zeit. Zu meiner Zeit, nun endlich als Mama, passte das alte Blogformat nicht mehr. Dachte ich...
Jetzt will ich doch wieder formulieren, ausdrücken, mit Bildern illustrieren. Die Freude am Mitteilen wollen ist zurück. Es wird aber nicht immer regelmäßig klappen, denn jetzt mit Kind wird die Isoliertheit im Ausland noch deutlicher. Hier kommen nicht einmal die Woche, ja nicht einmal einmal im Monat Oma/Mama/Schwiegermama oder Schwester/Tante vorbei. Wir müssen alles so, ohne ein familiäres Netzwerk, hinkriegen. Das geht oft recht gut, wenn auch chaotisch, aber manchmal ist es schwer. Ich mache mir auch viele Gedanken, wie es für unser Kind sein wird, so aufzuwachsen. Anfangs, nach der Geburt, dachte ich: Jetzt bist du hier angekommen, du hast hier ein Kind zur Welt gebracht.
Je älter das Kind wird und ich mit ihm spreche, singe, erzähle, desto mehr wird mir bewusst, wie deutsch/bayerisch ich bin und was für eine Herzensangelegentheit es für mich ist, etwas davon weiter geben zu können.
Im Großen und Ganzen geht es uns aber gut, sehr gut sogar. Wir sind endlich eine Familie. Auch wenn der Weg so lang war, so sind wir jetzt irgendwie angekommen. Es fühlt sich rund an. Wenn auch noch nicht komplett.
Natürlich lassen sich die Gedanken und Sorgen der letzen langen sieben Jahre nicht einfach so abstreifen, gerade wenn ich alleine beim schlafenden Kind im herbstlichen Nebel-Regengrau sitze... aber im Alltag ist dafür kein Platz. Da kämpfe ich mit Wäschebergen, besiege Spülmaschinenmonster, singe, tanze, lese vor, baue Türme aus Bauklötzen, tröste, stricke ein paar Reihen... und backe immer noch, immer wieder unser eigenes Brot!

Mittwoch, 13. März 2019

Oh März!

Nachdem uns der Februar mit verführerischen milden Temperaturen verwöhnt hatte, so herrscht jetzt wieder richtiges Schmuddelwetter. Jeden zweiten Tag Regen, jeden zweiten Tag Schnee, dazwischen Stürme, Sonnenschein und Eiseskälte.
Wir hatten Besuch von der Patentante des Kindes und genossen die Tage mit einem extra Paar Armen und Händen, so dass auch Stempel geschnitzt werden konnten, Gartenpläne zumindest aufs Papier kamen und sich auch mal wieder Zeit für Kücheninspiration fand. Die blauen Staubsauger (mein Rezept findet sich hier) sind eine gekaufte Limited Edition mit Minzgeschmack - sehr empfehlenswert ;-)
Nachdem wir jetzt wieder allein sind, machen wir (das Kind + ich) viele erste Male: mit der Straßenbahn zum Bioladen fahren, zum Frisör gehen, Spontanbesuch von einem 3 Wochen altem Baby haben ("ist das klein und leicht"), Abendessengäste bekochen, an der Nähmaschine sitzen usw.
Bis bald!

Sonntag, 24. Februar 2019

Farbe im Februar

Vielen herzlichen Dank für all eure lieben Worte und Glückwünsche! Natürlich werde ich hier auch weiterhin über Handarbeiten, Küche und Ausflüge schreiben, nicht nur über den Garten. Aber ich werde hier nichts über mein Kind schreiben. Es kann keinen Einfluss darauf nehmen, ob und wie es etwas von sich im Netz lesen oder sehen möchte, und deshalb werde ich darauf verzichten.
Hier ist es grad sehr grau. Viel Nebel an der Westküste, einfach bläh... Da freut man sich über Farben und ich hole mir Blumen, Garn und Inspiration, ja einfach alles, das etwas Buntes ins Dauergrau bringt. Dieses Jahr hoffe ich auf viele Blumen, denn die musste ich letztes Jahr aufgeben, als das Gießwasser knapp wurde und ich das Gemüse erhalten wollte.
Zum Stricken komme ich nicht viel, es gehen nur einfach Projekte (Milo vest, viel rechts, von oben nach unten), immer nur ein paar Reihen am Tag.
Wir ernten immer noch von letztem Jahr: Hier Lauch, der in eine Gemüsesuppe kam. So schließt sich der Kreis: Neues wird gesät und Altes kann immer noch geerntet werden :-)

Mittwoch, 13. Februar 2019

Ein neues (Garten-) Jahr

Unser Jahr 2019 begann mit der Ankunft eines recht energischen Persönchens, das nun seit gut einem Monat hier bei uns im Häuschen an der Westküste lebt, wächst und gedeiht.
Seit einer Woche haben wir auch keinen Schnee mehr, denn ein Westküstensturm und Starkregen hat die Reste weggewaschen. Statt dessen spitzen überall die Knospen heraus und die Meisen erzählen uns vom kommenden Frühling. Fast jede Woche bekommen wir nun 25 Minuten mehr Tageslicht.

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich meinen Gartenkurs begonnen. Es scheint schon eine Ewigkeit her und doch recht nahe. Als ich hier am Blog von meinem Gartenkurs berichtete gab es Interesse an der Planung von Fruchtfolge und Mischkultur. Wenn ihr möchtet, könnten wir die kommenden Wochen gemeinsam planen und ich versuche einmal wöchentlich ein bisschen Feedback und Inspiration zu geben. Habt Ihr Lust?
Gartenanstoß Woche 7-8:
Was für Ansprüche habt Ihr an euren Garten? Wo soll der Fokus liegen? Was möchtet Ihr anbauen?
Schreibt eine Liste mit den Gemüsearten (nicht Sorten! z.B. Tomate, nicht "Roma"), die ihr anbauen wollt.
Schreibt gerne eine Kurzfassung eurer Antwort im Kommentarfeld unter meinem nächsten Eintrag und wenn ihr mehr auf euren Blogs schreibt, publiziert auch gerne einen Link.

Sonntag, 26. August 2018

Aus dem Garten in die Küche: Rohrnudeln

Dieses Wochenende standen nicht die Äpfel im Zentrum, sondern unsere Frühzwetschgen, die dringend verarbeitet werden mussten. Neben Einfrieren, Trocknen und zwei Sorten Marmelade buk ich auch meine Lieblingsrohrnudeln, die für mich den Spätsommer einläuten.
Ich habe einen mittelfesten Hefeteig gemacht (mit etwas Butter, Zucker und einem Ei) und die Zwetschgen entsteint.
Statt der Kerne habe ich ein Stück Honigmarzipan eingeklemmt und die Hälften wieder zusammen gesetzt.
Jede Frucht habe ich in ein Stück Teig eingeschlagen. Mit dem Verschluss nach unten habe ich die Nudeln in eine gebutterte Reine gesetzt und dann im Ofen bei 180°C eine gute halbe Stunde gebacken.
Die fertigen Rohrnudeln unbedingt in der Spätsommersonne draußen genießen, am Besten noch warm mit Vanillesoße.

Sonntag, 19. August 2018

Schulanfang

Oh, diese Woche hatte es in sich... Ich musste wieder mit der Arbeit beginnen und dieses Jahr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich keine echten Ferien gehabt hatte, da es mir viele Wochen nicht so gut ging.
Wie dem auch sei, pünktlich zum Arbeitsbeginn kam auch der Spätsommer mit ordentlich Regen und vielen bewölkten Tagen sowie gemäßigten Temperaturen. An der Schule hatten wir Planungs- und Konferenztage und es war chaotisch wie immer. Also wer noch immer das schwedische Schulsystem lobt, der hat wahrlich keine Ahnung: Systematische Überbelastung der Lehrkräfte (weil Lehrermangel; in 5 Jahren werden 17000 (!) Lehrer fehlen), Inklusion bis zum geht-nicht-mehr (auf Kosten aller Kinder) und große Klassen sowie fehlende Finanzen. Freitagnacht konnte ich mehrere Stunden nicht schlafen, weil mir über die kommende Schul- und Klassensituation den Kopf zerbrach.
Jetzt ist aber Sonntag und ich freue mich nun doch schon ein bisschen auf meine Schüler. Dieses Schuljahr werden es 26 sein, weiterhin 3 davon als Inklusionsschüler und 4 mit erhöhtem Förderbedarf. Wir werden es uns so schön wie möglich machen, um die Arbeitszeitprobleme soll sich der Lehrerverband kümmern und für mich ist es ja nur noch bis zu den Weihnachtsferien. Morgen werden wir Origami falten, uns kennen lernen (7 neue SchülerInnen) und dann am Nachmittag werde ich versuchen, unseren Alltag langsam wieder auf Arbeitsalltag einzustellen.
Für mich als Apfellieben-Erinnerung, an ein Leben außerhalb der Schule am Nachmittag im Garten, habe ich die Klassendienstkarten als Äpfel gewählt 🍎

Freitag, 12. Januar 2018

Unser tägliches Brot - eine Frage der Organisation

Unser tägliches Brot ist nicht nur tägliche Nahrung, es ist auch Heimat und Wohlbefinden. Es ist ja kein Geheimnis, dass die Skandinavier nicht gerade die Bäckermeister schlechthin sind. Im Gegenteil: Wer schon mal im Urlaub vier Wochen lang labbriges, süßliches Brot essen musste, sehnt die erste Bäckerei hinter der dänischen Grenze herbei. Inzwischen gibt es zwar (wieder) kleinere Handwerksbäckereien, die sich aber viel an der französischen Backkunst orientieren, d.h. viel helles Weizensauerteigbrot. Auch "deutsche" Bäckereien gibt es, die kräftiger gewürztes Brot anbieten, aber doch nicht das gleiche wie ein "Würzlaiberl" vom Bäcker in Niederbayern.
An guter Literatur ist hier inzwischen einiges zusammengekommen und ich könnte zudem noch etliche Kochbücher aufführen, die auch Brotrezepte enthalten z.B. die von Saltå Kvarn. Das englische Vollkornbackbuch habe ich mir in einer Museumsmühle in Minneapolis gekauft, die drei schwedischen in der oberen Reihe habe ich alle geschenkt bekommen. Wirklich viele tolle Rezepte sind im Buch Drunter&Drüber, das Brot für Genießer enthält vor allem viele pfiffige Ideen. Das Buch Gutes Brot von Roswitha Huber ist ja inzwischen ein Standardwerk und bei mir schon gut durchgeblättert, manche Rezepte kann ich schon auswendig. Die beiden Bücher von Lutz Geissler habe ich zu Weihnachten bekommen und ich bin in der Erprobungsphase. Mit dem Heft Brot backen hat mich heute eine liebe Freudin überrascht: So passend und was für ein schöner Wochenendstart mit lieber Post 😊. Brot&Brötchen habe ich auch schon lange, aber es ist nicht so viel in Gebrauch. Die Lust auf Genuss zum Thema Brot backen hat mir meine Mama im Herbst mitgebracht.
Im Wohnzimmer steht meine Mehltruhe. Das Zirbenholz hat mir mein Bruder, der in Davos wohnt, geschenkt und mein Papa hat die Truhe gebaut. 💛 Es ist nicht einfach ganzes Getreide in guter (!) Qualität zu bekommen. Oft nehmen wir im Sommer einige Kilo aus Bayern mit, im Moment decke ich meinen umfangreichen Bedarf mit 700g-Packungen, ebenfalls von Saltå Kvarn, was aber wirklich nicht günstig ist. Zudem gibt es im Moment keinen ganzen Roggen (laut Firmen-Homepage auch hier ein Qualitätsproblem...), so dass ich Roggenschrot gekauft habe, den ich weiter vermahle. In Schweden gibt es auch keine Mehltypen und an Vollkornmehl gibt es einzig Grahamsmehl. Andere komische Mehlsorten sind z.B. Rågsikt (im Bild oben rechts). Da steht zwar Roggen drauf, das Roggenmehl ist aber mit bis zu 60% Weizenmehl vermischt.
Eine Kuriosität in der Mehltruhe ist das Kastanienmehl, das ich demnächst ausprobieren werde.
Vollkornmehl ist für uns das A und O. Seit zwei, ja bald drei Jahren habe ich die Mühle nun und an den Werten, die meinen Mann aufgrund einer chronischer Krankheit* regelmäßig testen lassen muss, können wir die Verbesserung schwarz auf weiß ablesen. Dass ich gutes Brot selber backe, tut uns also gut, seelisch und auch körperlich.
Die Mühle habe ich auf einem Geschirrtuch stehen, was es mir möglich macht, die schwere Mühle auf der Arbeitsfläche leicht nach hinten und vorne zu bewegen. Unter meiner Steinarbeitsplatte ist noch ein Holzbrett zum Ausziehen. Perfekt für die Rührschüssel darunter. 😊
Auf der einen Arbeitsfläche in der Küche stehen nicht immer nur das Mehlsieb und die Mühle bereit, sondern auch der Brotkasten, in dem ich unser Brot problemlos aufbewahre. Im Vordergrund seht ihr noch den Backstein, den ich viel benutze, auch für Pizza u.ä. Und er hat gar nichts gekostet, weil er beschädigt war (die Delle an der Vorderkante)... Ein breiter Pinsel zum Mehl ab-/wegkehren, ein Kruskavel für Knäckebrot sowie zwei Gärkörbchen machen meine Ausrüstung komplett. Achja, die "Schaufel" für die Teiglinge hat mir auch mein Papa gemacht, so dass sich die Laibe leichter auf den Backstein überführen lassen. Ansonsten benutze/zweckentfremde ich andere Gegenstände in der Küche wie Kastenformen oder einen gusseisernen Topf.

Ich bin zuversichtlich, dass das mit der Brotselbstversorgung gut klappt, zudem ich auch immer Überschuss einfrieren kann. Freude bereitet es mir auf jeden Fall!
Die Brotgewürze bekommen natürlich ein eigenes Beet im erweiterten Garten!

*Die überhaupt nichts mit unserer Kinderlosigkeit zu tun hat.

Sonntag, 17. Dezember 2017

Grüne Therapie

Durch die Krisen der letzten Jahre hindurch war unser Garten der wichtigste Rückzugs- und Kraftort für mich. Wenn ich mit Pflanzen zu tun habe, Erde unter den Nägeln habe und den Duft von Apfelminze wahrnehme, kann ich vieles ausblenden, im Hier und Jetzt sein, neue Energie gewinnen und freisetzen.
Bis jetzt habe ich viel "kreativ" gegärtnert und konnte auch viele Erfolge einfahren, aber gerade diesen Herbst hat mich eine fehlende Struktur zunehmend genervt, vielleicht, weil ich Struktur und Ordnung gebraucht hätte. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie viel man aus dem Garten rausholen kann. Seit Juli habe ich genau 2 Salatköpfe gekauft, keine einzige Tomate und jetzt Mitte Dezember steht noch immer Schwarzkohl im Garten.
Als ich an einem grauen Novembertag mir nur selbst leid tat, auf dem Küchensofa lag und in Zeitschriften blätterte, fand ich eine Anzeige: Intensivkurs Bio-Gartenbau auf Distanz, Bewerbungsschluss 1. Dezember.
Ich war wie elektrisiert, es war, als hätte ich genau diese Anzeige, dieses Puzzleteil, gebraucht. Mit meinem Mann schrieb ich eine Bewerbung und am Nikolaustag bekam ich die Zusage.
Seit dem habe ich schon alle Kursbücher bestellt, unzählige Male unseren Garten in Gedanken umgegraben und umstrukturiert, Samenkataloge gewälzt und glücklich vor mich hingelächelt. 💚
Es wird sicher kein einfaches Jahr, immerhin werde ich weiter arbeiten und für den Kurs sind 40 Stunden/Woche veranschlagt. Andererseits bin ich hoch motiviert, ich kann alle Aufgaben in meinem eigenen Garten durchführen und die Dokumentation/Bilder sowie die Aufsätze werde ich an die Hochschule schicken. Zudem habe ich ja inzwischen einiges an Erfahrung mit Studium und Arbeit ;-)
Ich freue mich darauf, die Perspektive gibt mir Kraft und Mut und wir werden ein Jahr lang sehr viel und leckeres Gemüse essen (und danach hoffentlich jedes weitere Jahr auch...). Das heißt auch, dass der Blog wohl gartenlastiger wird, aber ich hoffe, ihr lest davon genau so gern, wie von meinen Handarbeits- und Küchenprojekten.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Im Zeichen des Kürbis

Fühlt ihr euch heute auch irgendwie aus der Zeit gefallen?! Mir jedenfalls geht es so, auch weil ich mich nach einer extrem anstrengenden, letzten Woche vor den Ferien nun plötzlich im Leerlauf befinde. Gestern wusste ich gar nichts mit mir anzufangen, war unleidlich und unausgeglichen. Dank einer extra langen Nacht fühlte ich mich heute morgen doch deutlich besser und so schwangen wir uns nach dem Frühstück auf die Fahrräder. Puh, war das eisig und windig, aber sonnig!
Unser Ziel war der Botanische Garten, wo diese Woche eine "Kürbisparade" stattfindet. Wir hatten einen ziemlich guten Zeitpunkt gewählt, denn am Sonntagvormittag war noch nicht so viel los.
Gezeigt wurden nicht nur alle möglichen Kürbissorten, sondern auch Besonderheiten wie Bäume, an denen Kürbisse wachsen ;-)
Die ganze Ausstellung war unheimlich liebevoll arrangiert und dekoriert worden. Kleine Infotafeln informierten über die Kulturgeschichte, die Eigenheiten der Kürbispflanze und Rezepttipps.
Mein Herz hüpfte gleich ein bisschen höher, als ich entdeckte, dass es sogar eine Kürbissorte nach Jack O'Lantern benannt gibt. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas intensiver mit dem irischen Taugenichts beschäftigt, da die Sage über seine Taten dem Brauch mit den Kürbislichtern zu Grunde liegt. Ich musste nämlich feststellen, dass meine Schüler zwar nach Herzenslust Halloween feiern, aber so gar nichts über den Hintergrund wissen. Und sinnentleerte Feste sind ja so gar nicht meins...
Da in Schweden die Herbstferien auch "Leseferien" heißen (Dank an den Bildungsminister...) müssen meine Schüler jetzt die Sage über Jack O'Lantern in den Ferien nachlesen. Hihi... :-)
Ich habe den Ausflug mit meinem Mann sehr genossen. Auch die Sonne tat gut, denn die wenigen Sonnenstunden sind schon wieder sehr selten und daher sehr wertvoll! Jetzt freue ich mich auf den "Ausblick" Herbstferien in der kommenden Woche, zum Auftanken und kreativ sein.

Freitag, 7. Juli 2017

Letzte Ernte vor der Abreise

Jede/r, der/die einen Garten hat, weiß, dass einem das Wegfahren gerade im Sommer nicht leicht fällt. Nun wusste ich aber, dass ich, wie jeden Sommer, in die Heimat fahren werde und habe versucht, den Garten und mich darauf vorzubereiten. Zudem haben dieses Jahr erstmals einen Gießdienst und ich bin gespannt, was mich dann erwartet.
Vor der Abreise wurden gerade noch die ersten Zuckerschoten reif und ich konnte ein paar Hände voll ernten.
In Butter angedünstet, auf das selbst gebackene Sonnenblumenbrot und Ziegenkäse darüber reiben.
So schmecken die Sommerferien!

Ich weiß, ich weiß, nichts im Vergleich zur überreichen Vegetation hier im Süden (sprich Bayern...). Aber für Ende Juni in Schweden war das kein schlechter Anfang ;-)

Donnerstag, 6. Juli 2017

Abwarten und Tee trinken...

... mit frischen Teekräutern und einer neuen Tasse. Dann stellt sich das Feriengefühl irgendwann von selbst ein!