Leider war das Fertigstellen der heiligen Familie eher vom Kampf gegen die Uhr als von Muße geprägt. Aber es war mir so wichtig, dass ich sie dieses Jahr noch fertig bekomme, wenn auch als 'halbfertige' Lösung mit Potential für nächstes Jahr. Und nun weiß ich auch, dass ich 6 bis 8 Stunden pro Figur rechnen muss.
Was das ganze auch nicht einfacher gemacht hat, ist die Tatsache, dass viele Figuren im Buch als sog. Standfiguren gearbeitet sind, d.h. ohne Beine und dafür einfach ein Kegel aus Draht. Sicher stehen diese Figuren besser (daher der Name?!), aber mir persönlich gefällt das einfach nicht so gut. Also war ich bei der Gestaltung des Josef ziemlich auf mich selber gestellt und habe ihn mit Gestaltungselementen der Hirten eingekleidet.
Da Josef Hosen tragen soll, die nicht (wie bei den Hirten) in Stiefeln stecken, brauchte er auch Socken. Ähnlich wie bei der Strumpfhose der Maria habe ich die Beine einfach umwickelt, diesmal mit Resten eines Tweedgarns. Die Hose ist aus braunem Baumwollstoff, den Saum habe ich schon im Voraus umgenäht, weil ja die Hose eben nicht in Stiefeln verschwindet. Die Schuhe sind auch ähnlich der Maria, nur ein bisschen größer.
Josefs Hemd habe ich aus braunkariertem Baumwollstoff genäht. Eine fieselige Angelegenheit ist immer das Annähen der Bekleidung am Körper, das soll mit kleinen Stichen und möglichst unsichtbar geschehen.
Ein anderes Problem war für mich das Kopfhaar. Laut Buch soll es mit kleinen Stichen am Kopf befestigt werden. Da ich ein Gesicht aufsticke, sieht am am Hinterkopf die Einstichstellen und ich muss viel Haar anbringen. Das führte dazu, dass Josef schließlich einen ganzen Haar-Turban auf dem Kopf hatte. Die Notlösung war ein Filzhut. Wahrscheinlich werde ich das nächstes Jahr nochmal entfernen und stattdessen kleine Perücken häkeln.
Den fertigen Josef gibt es morgen in der Sonntagsfreude. Denn nun muss ich mich wirklich beeilen und alles für unsere Weihnachtsreise packen.
Habt ein schönes 4. Adventswochenende!