Sonntag, 31. August 2014

Sonntagsfreude: Mundraub

Wir haben einen spontanen Ausflug ins Grüne gemacht. In der Nähe des Ausflugsziels gab es eine Streuobstwiese, von der man sich bedienen durfte. Eine Stofftasche Äpfel war schnell gefüllt und erfreut uns, unsere Augen, Nasen und Mägen!

Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Donnerstag, 28. August 2014

Alltagsfreude: Abendessen

Für viele Sachen fehlt im Moment die Zeit und mit so manchem Kompromiss bin ich noch recht unglücklich. Da kratzt es zusätzlich an meinem Nervenkostüm, wenn es dann Abend für Abend auch immer nur Nudeln mit Soße aus dem Glas gibt, während gutes Gemüse aus Bayern und von Freunden hier im Kühlfach liegen bleibt. Gestern Abend habe ich mir aber die Zeit genommen gestohlen und ein total leckeres Curry mit Rana/Randen/Rote Bete aus diesem Kochbuch gekocht. Dazu gab es Reis und Naan-Brot zum Aufbacken sowie einen leckeren Salat. Gut für Körper, Geist und Seele.


Und anschließend habe ich mir noch ein paar Minuten zum Vorbereiten des Blogeintrags gegönnt ;)

Mittwoch, 27. August 2014

Wetterfühligkeit

Die Erstellung eines Stundenplans, in dem 13 Schulen Platz finden, das tägliche neu Kennenlernen von Kindern, Erwachsenen, Gebäuden und Stadtteilen sowie Weiterbildungen (diese Woche noch ein Abend zu Thema Roma) und Konferenzen kosten viel, viel Kraft. Auch merke ich wie leer mein Kopf abends ist, das ständige Switchen zwischen den Sprachen braucht pausenlose Konzentration. Da tun die Wetterumschwünge im Moment ihr Übriges: Dauerregen und kühl, eine Ahnung von Altweibersommer, Gewitter und starker Wind.
Früher dachte ich immer, dass meine Wetterfühligkeit besser werden würde, sobald ich nur aus dem Kraftfeld des Föhns kommen würde. Denkste, auch hier gibt es Strömungen, die mir ganz schön zusetzen. Gleichzeitig versuche ich aber auch das Positive zu sehen: Ich bin von natürlichen Kräften und Strömungen noch nicht abgetrennt, ich kann vieles noch spüren und erleben, was den meisten Großstadtbewohnern schon abhanden gekommen ist. Ich brauche keine WetterApp ;)

Sonntag, 24. August 2014

Sonntagsfreude: Überraschungsparty

Es gibt auch Feste, die wir feiern ;-) Seit gut zwei Wochen spukte mir eine nachträgliche Geburtstagsüberraschungsparty für meinen Mann im Kopf herum und gestern war es so weit: 12 liebe große und kleine Gäste, ein Mitbring-Buffet, dass sich die Tische bogen, lustige Gespräche, Würfelspiele mit erhitzten Gesichtern bei Alt und Jung sowie ein gelungener Donauwellenkuchen (meine persönliche Sonntagsfreude - ich liiiebe Donauwellenkuchen!). An dieses lustige Fest werden wir noch lange denken*, Sonntagsfreude über die kommende Woche hinaus: Sich von Familie und Freunden getragen zu wissen, gemocht zu werden, Gemeinschaft erleben.
*Vor allem meinen Mann beschäftigt es noch sehr, wie es so vielen Menschen in seinem Umfeld gelungen ist, so ein Geheimnis zu bewahren und ihn hinters Licht zu führen... Nur die fünfjährige Nichte wusste auch nichts davon, aus gutem Grund! ;-)
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Freitag, 22. August 2014

Ein Fest, das wir nicht feiern

Wie vielleicht auch aus den Bullerbü-Büchern bekannt, wird in Schweden im August das große Krebseessen gefeiert. Allerdings nicht bei uns, denn inzwischen gibt es nur noch einen verschwindend kleinen Anteil der Bevölkerung, die selbst Krebse fangen und/oder sich die wenigen schwedischen Leisten können. Der dramatische Rückgang der Krebse hängt mit der Umweltverschmutzung und Überfischung zusammen.
Der erfindungsreiche Schwede kauft dann im Supermarkt stattdessen "Große wildgefangene Krebse aus China (+ frisch eingefroren)" und stattet sich mit Pappbechern, Papptellern und Hütchen (!) sowie allem anderen aus, was zu dieser oft schnapslastigen Sause dazugehört.
Und das sehe ich nun wirklich nicht ein, dass ich chinesische Krebse kaufen soll, um ein Fest nachzuahmen, das ich noch nie gefeiert habe und auch in der Familie meines Mannes nicht gefeiert wird (der See ist nämlich auch ziemlich leergefischt).
Sehr 'süß' fand ich allerdings die Idee einer Bäckerei auf Södermalm, die neben Dill-Brot in Krebsform auch Marzipankrebse - garantiert aus Schweden - anbietet ;)

Donnerstag, 21. August 2014

Was grad so los ist

Es tut mir leid, dass es schon wieder so still geworden ist. Irgendwie fehlt mir noch der Rhythmus, die Zeit, die Muse, um zum regelmäßigen Bloggen zurück zu finden. An Ideen für Einträge würde es mir nicht fehlen, aber es klappt nicht so wirklich mit der Verwirklichung. Also schreibe ich heute ein paar Zeilen, über das, was hier gerade so los ist...
Ich plane, telefoniere, schreibe E-Mails und telefoniere. Es scheint für manche Schulen eine Unmöglichkeit zu sein, die Muttersprachlehrer mit den notwendigen Informationen zu versorgen, obwohl es jedes Jahr das gleiche Prozedere ist. So habe ich immer noch so manche Lücke und der Stundenplan wird nicht fertig. Ich schreibe Elternbriefe und überlege mir Themen für den Einstieg ins neue Schuljahr.
Heute Abend war ich mit meinen Kolleginnen auf der Ausstellungseröffnung "Wir sind Roma". Die Roma gehören zu einer der  fünf anerkannten ethnischen Minderheiten in Schweden und mussten und müssen täglich Diskriminierung, Vorurteile und Nachteile auf sich nehmen. Wie auch in anderen Ländern litten sie unter Verboten, sog. rassenbiologischen Untersuchungen und Experimenten sowie Zwangssterilisationen bis in die 50er Jahre hinein. Zuletzt sorgte das Roma-Register der Polizei in Schonen für große Aufregung: Letztes Jahr (im Jahr 2013!!!) wurde bekannt, dass die südschwedische Polizei in den letzten Jahren - vor allem auf Vorurteilen basierend - über 4000 Menschen mit Roma-Wurzeln in ein extra Register aufgenommen hat. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um ganz 'normale' Mitbürger, die in Wohnungen leben, einer geregelten Arbeit nachgehen, und um deren Kinder! Mit der Ausstellung, die in Göteborg am Stadtmuseum konzipiert wurde, werden die Roma als ganz 'normale' Menschen und Jugendliche dargestellt sowie die Geschichte der Roma in Europa und in Schweden beleuchtet. Zur Eröffnung war auch Prominenz gekommen, unter anderem Soraya Post, die schwedische Europaabgeordnete für die Feministische Initiative ist. Auch der Integrationsminister Erik Ullenhag war da und die coolen Roma-Rapper TNT aus Göteborg brachten mit ihrem Lied übers Außenseitertum Schwung in die Ausstellungsräume.
Es war ein intensiver Abend mit meinen netten Kolleginnen, guten Gesprächen und viel zum Nachdenken. Das finde ich schön, dass wir weiblichen Kollegen öfter abends zu Kulturveranstaltungen gehen. Ich glaube, das macht auch die gute Stimmung bei uns aus (trotz viel Alltagsfrustration und Stress als 'Herumreisende' zwischen den Schulen)...
Schließlich wird es hier auch schon herbstlich. Es scheint als hätte der Schulanfang auch dem Wetter signaliert - jetzt ist Herbst :) Wir haben dieses Jahr viele Wildfrüchte, was ein Hinweis auf einen strengen Winter sein soll. Mir kann das nur recht sein, solange wir nicht wieder einen dunkelgrauen Wischiwaschi-Winter bekommen...

Montag, 18. August 2014

Hart gelandet...

... bin ich letzte Woche im Arbeitsalltag mit allen Begleiterscheinungen. Die kurze 'Hochzeitsreise' nach Graubünden hat zusätzlich Trubel mit sich gebracht und ich werde wohl den Rest der Woche mit 'mich-und-die-Arbeit'-sortieren, Aufräumen und auch Ausruhen sowie hoffentlich ausreichend Schlaf verbringen.
Der Pilot ist übrigens ganz sanft gelandet, aber das Bild passt gut zum Thema 'Landung'...
... bin ich auch mit meinem Dirndlprojekt, man könnte es sogar als Bruchlandung bezeichnen: zu hoher Schwierigkeitsgrad (ganz so weit sind meine Nähkünste also doch noch nicht) und Zeitdruck waren keine guten Voraussetzungen, so dass ich mich schließlich ständig unzureichend und überfordert gefühlt habe. Es fiel mir nicht leicht, am Mittwoch das Projekt für vorläufig gescheitert zu betrachten und aufzugeben.
Sehnsuchtsblick aus dem Donau-Isar-Express heute morgen
Beruflich, hobby-mäßig (es handelt sich ja hierbei um Hobbies!) und privat will ich mich nun also erstmal von den Prellungen nach der harten Landung erholen und es ruhig und einfach halten. Und Socken stricken kann auch so schön sein ;)

Samstag, 9. August 2014

Hauptstadtmorgen



Angenehm kühl, frische Luft, menschenleer und mildes frühherbstliches Sonnelicht - ein guter Start in den Tag :)

Freitag, 8. August 2014

Kinderwunsch: Abwarten und Tee trinken

Auf meinen Text hier im Mai haben mich überwältigend viele Rückmeldungen, Kommentare und e-mails erreicht. Auch jetzt, ein paar Monate später, kommen immer wieder noch nette Zeilen bei mir an. Das berührt mich sehr und ich merke, dass ich damit ein wichtiges Thema angestoßen habe, zu dem viel mehr eigene Erfahrungen haben als an der gesellschaftlichen Oberfläche sichtbar. Das Beste an den authentischen Erfahrungsberichten, die viele mit mir geteilt haben, war das Aha-Erlebnis: Denen geht es ja genau so, die gleichen Gefühle, eine ähnlich festgefahrene Lebenssituation, schwierige Entscheidungen, die getroffen werden wollen - ich bin also noch nicht verrückt, sondern befinde mich in einer ganz 'normalen' Lage in Anbetracht unserer langen Kinderwunschzeit. Danke also, dass ihr so lieb und ehrlich auch eure Geschichten mit mir geteilt habt!
Wie ich es schon angedeutet habe, war dieser Sommer manchmal ziemlich herausfordernd für mich. Nachdem ich im Frühsommer einen regelrechten Höhenflug hatte, ging es mit Anbruch der Sommerferien ziemlich abwärts: Ich war die ganze Zeit kränklich und dass es wieder grauer um mich wurde, verstärkte wieder mein eigenes Ohnmachtsgefühl, dass ich es doch immer noch nicht (Fräulein Ungeduld!) im Griff hätte und das müsste ich doch jetzt schnellstens mal schaffen. Zum Ende hin gelang es mir aber zunehmend, diesem etwas Auf- und Ab-Sommer versöhnlicher gegenüber zu stehen und mir die schönen Augenblicke vor Augen zu halten. Zudem achte ich wieder vermehrt auf meinen Körper - sprich Eisengehalt (!), ausreichend Obst, Bewegung usw. - so dass ich mich einfach fit fühle und damit auch psychisch besser.
Ich habe in den Sommerferien auch alle mehr oder weniger neuen Babys und schwangere liebe Menschen besucht. Es war ganz unterschiedlich: Manches steckte ich ganz gut weg, anderes saß länger wie ein kleiner Stachel. Es hatte sicher mit meiner eigenen Verfassung zu tun, aber auch wie es war, unseren Freunden, Bekannten und Verwandten zu begegnen bzw. wie sie uns begegneten. Manche hat es wohl verunsichert, dass wir so offen darüber sprechen (im Vorfeld des Besuchs schon gesagt haben) und entsprechend steif waren die Begegnungen. So wie wir uns durch unsere Kinderwunschzeit verändert haben, so haben sich auch andere durch ihre Elternwerdung verändert und die gemeinsame Schnittmenge war nicht mehr besonders groß.
Umso schöner war die Begegnung mit einem meiner zwei Patenkinder, das ich im Dezember zu Taufe begleiten darf, und dessen Eltern. Wir hatten so viele gemeinsame Gesprächsthemen, machten Ausflüge, die Eltern hatten keinerlei Berühungsängste, wir durften das Kind ganz viel halten, tragen, unser Kinderwunsch wurde kurz mal thematisiert, aber es war einfach alles natürlich und vieles so wie früher. Ebenso schön und rund war die Begegnung mit meiner schwangeren Cousine. Das hat mir alles sehr viel Mut gemacht, mich erfüllt und bestätigt, dass es wichtig und richtig war, meine selbstgewählte Isolation wieder zu verlassen.
Natürlich ist aber längst noch nicht "alles wieder gut". Die Trauer ist immer noch da, auch der Schmerz und die Wut besuchen mich noch Regelmäßig. Aber es ist anders. Ich habe keine Kraft und auch keine Lust mehr auf durchheulte Nächte, ich habe den Nebel leid und auch unser Leben würde inzwischen wieder mehr Vollgas statt angezogener Handbremse vertragen! Dazu braucht es aber noch ein paar Abschiede: Abschiede von Vorstellungen, Wünschen und Plänen, die sich so einfach nicht mehr einstellen oder realisieren lassen werden. Diese Abschiede tun noch weh, aber sie gelingen schrittweise. Nach einer bestätigenden Diagnose bei meiner deutschen Frauenärztin (ich hatte mir eingeredet, dass ein Besuch in Deutschland alle schwedischen Untersuchungen über den Haufen werfen würden...) muss ich mich wieder von einem Selbstbild und einem Lebensbild verabschieden. Das tut öfter noch weh, aber gleichzeitig gibt es mir auch einen neuen Rahmen vor, innerhalb dessen ich mir Neues ausdenken kann (und muss).
Rotklee soll ein gutes Kinderwunschkraut sein, ich trinke selbstgemischten Frauenmantel-Rotklee-Tee; es gibt sicher auch noch andere empfehlenswerte Teemischungen, aber diese passt mir gerade :)
Für den Frühherbst habe ich mir also vorgenommen, achtsam zu mir selber zu sein und mir selber Gutes zu tun. Außerdem will ich wieder mehr ganz für meinen Mann da sein, auch er trauert, und das Gefühl, eine starke Partnerin (und keine Heulsuse) an seiner Seite sein zu können, das tut gut! Als Tante und Patin gebraucht zu werden und eine Bezugsperson sein zu können, hat Neues in mir ausgelöst. Zunächst erschien es mir unmöglich, Patin zu sein, aber jetzt finde ich die Idee nicht mehr so dumm. Meine Bedenken, dass ich als 'Trostpreis' das Patenamt zugedacht bekommen habe, erwies sich als nichtig und als eine Einbildung meinerseits. Ja, solche Gedanken kann man in einer verzweifelten Kinderwunschzeit schon mal denken. Die Eltern meiner zwei Patenkinder haben sich aber durchaus was dabei gedacht, das nichts (!) mit meiner Kinderlosigkeit zu tun hat, sondern mit meiner Person, Persönlichkeit und meinem Leben, das als wertvoller Beitrag zum Aufwachsen der Kinder angesehen wird. Inzwischen habe ich sogar schon ein Babykleidungsstück genäht und eine Taufkerze liebevoll gestaltet. Undenkbar noch vor ein paar Monaten! Und es macht sogar wieder etwas Spaß, mir Selbstgemachtes für die beiden Mädchen auszudenken. Es beschleicht mich natürlich noch der ein oder andere Gedanke, wie gerne ich das alles einfach auch für ein eigenes Kind machen würde, der eine oder andere Seufzer wird von Herzen geseufzt - aber dann ist auch wieder gut ;)
Ja, die Teestunde ist auch ein Vorhaben für den Frühherbst, das wegen der Hitze und momentanen Unregelmäßigkeit im Alltag noch oft hintenan stehen muss. Achtsam einmal am Tag Tee zu trinken, der gut tut. Die Hoffnung nicht aufgeben, aber vielleicht anderes erstmal in den Vordergrund stellen. Ich würde gerne ein schönes Geburtstagsfest für meinen Mann organisieren, der gestern ein Jahr älter wurde (er ist einige Jahre älter als ich), bei dem nicht unser Alter im Bezug auf den Kinderwunsch im Zentrum steht, sondern ganz viele Kuchen, Blumen, liebe Leute, Gespräche und Lachen. Wie ich das hinkriege, weiß ich noch nicht, aber darüber kann ich mir - zur Abwechslung - jetzt mal den Kopf zerbrechen...

Donnerstag, 7. August 2014

In der Küche: Zucchini-Schafskäse-Kuchen

Die Aufräumaktion in den Küchenschränken ist fast erfolgreich abgeschlossen, allein die Backschublade wartet noch auf eine Endreinigung. Keine echte Resteküche, aber vielleicht eine Fundstückeverwertung habe ich schon am Sonntagabend gemacht, als der Mann noch zu Hause war. Gefunden habe ich nämlich angebrochenes Dinkelvollkornmehl, mehrere Flaschen Rapsöl, eine geöffnete Tüte Sesam und ein Stück Zucchini aus dem elterlichen Garten. Dazu hat dieses Rezept hervorragend gepasst, ich musste lediglich ein Päckchen Feta kaufen. Zwiebeln, Eier, Joghurt, Salz und Pfeffer sind immer im Haus, der Dill kam aus dem Tiefkühlfach, auf Schwarzkümmel habe ich verzichtet.

In aller Munde: Der große Waldbrand

In den schwedischen Medien hört man seit Tagen nichts mehr anderes als Nachrichten über den großen Waldbrand: Etwa 100 km nordwestlich von Stockholm brennen seit einer Woche fast 200 km² Wald, der - so wie alles nach diesem Sommer - extrem trocken war. Was den Brand ausgelöst hat, darüber kann man im Moment nur spekulieren. Über die Lage im Waldbrandgebiet kann man auch bei der Sueddeutschen lesen. Ich glaube, noch nie hat man sich in Schweden sehnlicher ein anhaltendes Regenwetter gewünscht! Ich denke viel an die Betroffenen und die Rettungskräfte, verwundere mich aber auch ein bisschen über das schwedische Krisenmanagement (welches inzwischen aber auch in Schweden kritisiert wird).
Hier in Stockholm hat es heute morgen heftig geregnet und es gab ein kräftiges Gewitter. Nun wollte ich die Fenster öffnen, um die frische, kühlere Luft einzulassen - aber der Wind hatte sich gedreht. Nun kann man den beissenden Rauchgeruch aus der Waldbrandzone hier in Stockholm riechen* und so bleiben die Fenster erstmal zu.
*Ich brachte den Rauchgeruch zuerst nicht mit dem Waldbrand in Verbindung, denn ich dachte nicht, dass das möglich wäre. So habe ich zuerst unruhig die Wohnung, das Haus und die nähere Umgebung inspiziert, bis die Nachrichten die Auflösung brachten: Wegen NW-Wind riecht man den Rauch heute in Uppsala und Stockholm...

Mittwoch, 6. August 2014

Sommer-Sticheleien

Zum Examen habe ich mir das schwedische Buch Kleine und große Stickereien von Karin Holmberg gegönnt. Auf die Künstlerin wurde ich aufmerksam, nachdem sie dieses Jahr einen bedeutenden Preis für die Buchumschlaggestaltung des Literaturklassikers Die Einwanderer von Vilhelm Moberg erhalten hat. Auf diesem Blog hier kann man die Kunstwerke näher betrachten.
Auf jeden Fall war das Buch für mich ein Volltreffer. Bis zu meinem 18. Lebensjahr habe ich relativ viel Kreuzstich gestickt, aber dann habe ich die Lust daran verloren. Karin Holmberg benutzt dagegen klassische Handwerkskunst auf freche, zeitgenössische Weise und da habe ich mich gerne inspirieren lassen:
Mit günstigen Stoffschuhen vom schwedischen Modegiganten entstanden hier nach Karin Holmbergs Vorlage ein Paar pfiffige Schuhe für meine modebewusste jüngere Schwester.
Ohne Fingerhut geht gar nichts - die Beschichtung des Stoffes im Inneren leistet ausdauernd Widerstand.
Vernähen muss man die Fäden so unsichtbar und aber dauerhaft wie möglich an der Aussenseite.

Über ihre aktuellen Projekte berichtet Karin Holmberg auf ihrem Blog Der Blog der Stickerin - Brodösens Blogg.

Dienstag, 5. August 2014

Aufräumprojekt Küche

In Sachen Strukturierung des Alltags mit allen Facetten finde ich immer viel Inspiration bei Frau Jademond. Ich bewundere, wie sie Arbeit und Familie mit schlauen Lösungen - kombiniert aus klassischen Notizbüchern und modernen Apps - gut organisiert und im Einklang hält. 
Weil mich eben solche Blogeinträge inspirieren und motivieren, zeige ich heute einen Einblick in meine Küchenschrankaufräumaktion.
In der Regel bringen wir nach jeder Deutschlandreise einen großen Schwung Lebensmittel mit. Die Sachen gibt es hier nicht oder nicht in einer Qualität/zu einem Preis, der für mich akzeptabel ist. Das sind vor allem Vollkorn-Bio-Produkte, Bio-Gewürze, Bio-Kräuter-Tees, Öko-Hygiene-/Körperpflegeprodukte und dann viel Eingemachtes von Mama. Bei meinem letzten Besuch war ich ohnehin etwas wuschig und hatte das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, wass im Küchenschrank in Schweden gerade fehlt. Wir haben auf gut Glück eingekauft und lagen nicht wirklich daneben, aber der Wunsch nach mehr Übersichtlichkeit im Küchenschrank und in den Vorräten setzte sich fest. Zudem muss ich noch hinzufügen, dass ich ab Reihe 2 den Küchenschrank nicht mehr wirklich einsehen kann und dann immer einen Stuhl zu Hilfe nehmen muss.
Wo es der Platz zulässt, habe ich angebrochene Trockenprodukte in Glasbehälter umgefüllt und alles beschriftet. Gleichzeitig habe ich alles auf Listen notiert, die jetzt - zusammen mit Packungsanweisungen - an der Innenseite der Schranktüre kleben. Wenn etwas zu Ende geht wird es ausgestrichen, nachgekauft oder den Vorräten entnommen. Für die Vorräte gibt es dann eigene Listen an den entsprechenden Türen. Auch der Teevorrat wurde gesichtet und geordnet, so dass dem Teevergnügen im Herbst nichts mehr im Wege steht.
Das Aufräumen hat mir auch wieder mehr Überblick verschafft und es macht wesentlich mehr Freude, die Schränke in der Küche zu öffnen und sich eine Mahlzeit auszudenken.
Hoffentlich hält die Motivation für die übrigen Zimmer/Schränke an... ;)

Montag, 4. August 2014

M wie Montag

... und Migrationsverket
Heute habe ich mal wieder die Einwanderungsbehörde aufgesucht. Nachdem wir schon am ersten zulässigen Tag das Gesuch für eine Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis eingeschickt haben, bekam ich am Freitag eine e-mail, dass das Gesuch bearbeitet wurde. In der e-mail stand aber nicht, wie die Entscheidung ausgefallen ist (ich gehe mal von positiv aus). Jedenfalls muss man sich dann um einen Termin auf der Behörde bemühen, damit man dort die Fingerabdrücke abgeben kann und fotografiert wird - für die Aufenthaltserlaubniskarte. Ich habe noch das Sommerloch genutzt und kurzfristig einen freien Termin wahrgenommen, bevor dann an Mitte August wieder alles länger dauert.
Die Wartezeit habe ich mit Sticken für den Gästebucheintrag verbracht und dabei interessante Beobachtungen gemacht, die meiner Meinung nach symptomatisch für diese Behörde sind: Ein junger Mann mit kaum Schwedischkenntnissen wollte ein Ausweisdokument abholen und hatte die Gebühr in Bargeld dabei. Auf dem Migrationsverket kann man aber nur mit Karte zahlen - und dazu muss man wissen, dass man in Schweden kein Konto ohne Personennummer eröffnen kann und diese erhält man wiederum erst vom Skatteverket wenn alle Dokumente vom Migrationsverket vollständig sind... Eine Frau, die schneller reagiert hat, half ihm dann mit ihrer Bankkarte aus.
Eine Frau mit ihrer ca. 75-jährigen Mutter kamen nicht an die Reihe, weil die Nummer auf ihrem Nummernzettel einfach übersprungen wurde. Glücklicherweise konnte die Tochter gut schwedisch und machte auf sich aufmerksam, sonst würde die Mutter wohl am späten Nachmittag immer noch da sitzen und auf die 806 warten.
Wer die Sprache aber nicht ausreichend kann und/oder mit dem europäischen Behördenwesen nicht vertraut ist, der ist aufgeschmissen. Das ist keine Behörde, die für, sondern gegen die Menschen da ist*.

Ich bin überzeugt davon, dass es auf den deutschen/österreichischen/schweizer Einwanderungsbehörden auch nicht viel anders zu geht. Nur dort muss man als Einheimische/r in der Regel nicht hin. Der Umgang mit Menschen macht mich einfach betroffen. Ich will mich an diese Erlebnisse immer erinnern und meine Lehren daraus ziehen. Eigentlich, finde ich, dass jeder und jede einmal im Leben auf so ein Amt gehen sollte - denn was ich in letzter Zeit auch aus dem Mund von Gleichaltrigen hören musste ("Ich bin kein Rassist, aber...") macht mir auch Sorgen.

*Auf dem Migrationsverk kann eine Ausweisung schon auch mal mit Torte gefeiert werden, so wie zuletzt in den Medien von 2005.

Ich habe es jetzt jedenfalls zunächst wieder mal geschafft und warte nun auf die Post. Ein Kuriosum ist vielleicht noch, dass ein Online-Gesuch (setzt Zugang zu Computer, gutem Internet, Scanner und entsprechende Fertigkeiten voraus) innerhalb von 5 Tagen bearbeitet wird, für die Papierversion die Bearbeitungszeit bei 17 Monaten liegt. Die permanente Aufenthaltserlaubnis ist übrigens auch nicht permanent, sondern gilt nur für 5 Jahre...

Sonntag, 3. August 2014

Sonntagsfreude: Sommerblumen

Gegen den Savannenblues sind wir heute noch kurz vor 18 Uhr zu meiner Lieblingsgärtnerei geradelt und haben Blumen zum Selberschneiden geholt: Sommerblumen in den kraftvollen Gelb-Rottönen, die ich mit August verbinde. Sonntagsfreude - die Blumen und dass sie nun die kommende Woche fröhlich auf dem Esstisch leuchten!
Mehr Sonntagsfreudensammler gibt es auch in diesem Jahr wieder auf dem Kreativberg.

Samstag, 2. August 2014

August

Was für den 'normalen Menschen' Neujahr ist, ist für mich als (schwedische) Lehrerin der August - Neustart, eine Möglichkeit neue Rituale, Gewohnheiten und Abläufe zu etablieren, der Zauber eines Anfangs. Der künftige Stundenplan ist noch unbekannt, die ersten beiden Wochen werden vor allem der Planung, Konferenzen, Mitarbeitergespräch, Stundenplanerstellung usw. dienen, Ende August geht es dann auch für die Schüler los. Ausgerüstet mit neuem Material aus Deutschland und frischen Ideen freue ich mich auch schon auf das neue Schuljahr - wäre da nicht noch so vieles andere, was vorher noch bewältigt werden will.
Meine Ferien, in die ich Euch ein paar Einblicke gewährt habe, waren dementsprechend auch sehr davon geprägt, dass ich den Kopf viel zu voll hatte.
Eine Sommergrippe, die ihresgleichen sucht, hat mir zu Anfang gleich noch die restliche Energie entzogen und so war die erste Ferienhälfte eher wieder sehr mühsam. Körperlich bin ich nun wieder einigermaßen fit, aber bis ich meine alltagssportliche Idealform wieder gefunden habe, werden wohl noch ein paar Wochen vergehen. Auch muss ich rückblickend feststellen, dass ich mir einiges zugemutet habe, für das ich vielleicht noch nicht bereit war und das mir teilweise ordentlich schlaflose Nächte bereitet hat.
Nun bin ich also wieder zurück in der Großstadt und in unserer kleinen Wohnung. Das ist jedes Jahr aufs Neue eine Umstellung mit der ich mich sehr schwer tue. Diese Freiheit, die ich bei meinen Eltern und Schwiegereltern im Sommer genieße und die mein Lebensideal wäre, fehlt mir hier sehr. Die ersten Tage laufe ich unruhig in der Wohnung umher und fühle mich eingesperrt. Zudem war es die letzten Wochen hier extrem warm und trocken, so dass sich vor der Haustür kein Grün-, sondern ein Savannenstreifen zeigt. Das frische Grün als Nahrung für Augen und Seele fehlt mir auch.
Nunja, aber nun ist das erste Augustwochenende und die Eingewöhung sollte langsam wieder abgeschlossen sein. Ich erinnere mich an schöne Ferienaugenblicke und schaue nach vorne auf die Vorhaben und Herausforderungen und die Möglichekeiten, die ein (Schuljahres-)Anfang bietet.
Im August werde ich nun
  • versuchen, innerlich wieder zur Ruhe zu kommen und Halt suchen (und finden) in einem neuen Alltag, Ritualen und kleinen Verwöhnaugenblicken für mich selbst
  • aufräumen! Wenn es in mir unordentlich ist, hilft es mir ungemein, wenn ich um mich herum Ordnung schaffe. Vier Wunschziele wären: Die Badschränke, die Küchenschränke, der Kleiderschrank und die Schulsachen von letztem Jahr ausmisten. Letzteres hat Priorität und eilt etwas...
  • von den Vorräten kochen: Ein kombiniertes Ziel mit den Aufräumen der Küchenschränke wäre die Vorräte zu sichten und die gefühlt 15 angefangenen Linsenpackungen und 23 Nudelreste zu verwerten. Vielleicht beginne ich mit Listen, damit dann auch mein Importsystem noch besser (und Geld sparender) funktioniert.
  • schnellstens mein Juli-Projekt fertignähen: Ein Dirndl für die Hochzeit meines Bruders Mitte August. Das Mieder ist fast fertig.
  • einen Eintrag für das Gästebuch für selbige Hochzeit fertigstellen: Ich möchte ich Anlehnung an alte Spruchtücher ein Zitat auf Leinen sticken.
  • zur Monatsmitte eben in die Schweiz reisen um an der Hochzeit und der Taufe meine Nichte teilzunehmen. Meine Chefin muss ich noch mal vorsichtig daran erinnern, dass ich da in der zweiten Arbeitswoche schon freinehmen muss :-/
  • eine Woche Strohwitwe sein, denn der Mann fährt schon wieder auf Exkursion. Diesen Frühling, Sommer und Herbst ist er echt viel unterwegs, aber alle Unterrichtszeit an der Uni verlängert auch seinen Vertrag um diese Zeit. Vielleicht ist das auch ein gutes Zeitfenster um meine Aufräumvorhaben umzusetzen.
  • kurzen Besuch von unseren Nachbarn bekommen, die Schweden bereisen und einen Wochenendstop in der Hauptstadt machen.
  • alles in Angriff nehmen, was den ganzen Juli im Kopf herumgeisterte: Aufenthaltserlaubnis und Migrationswerksbesuch, Examensgesuch einschicken, mit dem Lehrerverband (Gewerkschaft) nochmal meine Lohn- und Arbeitssituation besprechen, usw.
Es wird also viel passieren und ich werde natürlich hier wieder darüber berichten. Die Sommerpause hat gut getan, aber jetzt freue ich mich auch schon wieder auf das regelmäßige Bloggen! :)