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Sonntag, 19. August 2018

Schulanfang

Oh, diese Woche hatte es in sich... Ich musste wieder mit der Arbeit beginnen und dieses Jahr hatte ich irgendwie das Gefühl, dass ich keine echten Ferien gehabt hatte, da es mir viele Wochen nicht so gut ging.
Wie dem auch sei, pünktlich zum Arbeitsbeginn kam auch der Spätsommer mit ordentlich Regen und vielen bewölkten Tagen sowie gemäßigten Temperaturen. An der Schule hatten wir Planungs- und Konferenztage und es war chaotisch wie immer. Also wer noch immer das schwedische Schulsystem lobt, der hat wahrlich keine Ahnung: Systematische Überbelastung der Lehrkräfte (weil Lehrermangel; in 5 Jahren werden 17000 (!) Lehrer fehlen), Inklusion bis zum geht-nicht-mehr (auf Kosten aller Kinder) und große Klassen sowie fehlende Finanzen. Freitagnacht konnte ich mehrere Stunden nicht schlafen, weil mir über die kommende Schul- und Klassensituation den Kopf zerbrach.
Jetzt ist aber Sonntag und ich freue mich nun doch schon ein bisschen auf meine Schüler. Dieses Schuljahr werden es 26 sein, weiterhin 3 davon als Inklusionsschüler und 4 mit erhöhtem Förderbedarf. Wir werden es uns so schön wie möglich machen, um die Arbeitszeitprobleme soll sich der Lehrerverband kümmern und für mich ist es ja nur noch bis zu den Weihnachtsferien. Morgen werden wir Origami falten, uns kennen lernen (7 neue SchülerInnen) und dann am Nachmittag werde ich versuchen, unseren Alltag langsam wieder auf Arbeitsalltag einzustellen.
Für mich als Apfellieben-Erinnerung, an ein Leben außerhalb der Schule am Nachmittag im Garten, habe ich die Klassendienstkarten als Äpfel gewählt 🍎

Sonntag, 17. Dezember 2017

Grüne Therapie

Durch die Krisen der letzten Jahre hindurch war unser Garten der wichtigste Rückzugs- und Kraftort für mich. Wenn ich mit Pflanzen zu tun habe, Erde unter den Nägeln habe und den Duft von Apfelminze wahrnehme, kann ich vieles ausblenden, im Hier und Jetzt sein, neue Energie gewinnen und freisetzen.
Bis jetzt habe ich viel "kreativ" gegärtnert und konnte auch viele Erfolge einfahren, aber gerade diesen Herbst hat mich eine fehlende Struktur zunehmend genervt, vielleicht, weil ich Struktur und Ordnung gebraucht hätte. Gleichzeitig wurde mir bewusst, wie viel man aus dem Garten rausholen kann. Seit Juli habe ich genau 2 Salatköpfe gekauft, keine einzige Tomate und jetzt Mitte Dezember steht noch immer Schwarzkohl im Garten.
Als ich an einem grauen Novembertag mir nur selbst leid tat, auf dem Küchensofa lag und in Zeitschriften blätterte, fand ich eine Anzeige: Intensivkurs Bio-Gartenbau auf Distanz, Bewerbungsschluss 1. Dezember.
Ich war wie elektrisiert, es war, als hätte ich genau diese Anzeige, dieses Puzzleteil, gebraucht. Mit meinem Mann schrieb ich eine Bewerbung und am Nikolaustag bekam ich die Zusage.
Seit dem habe ich schon alle Kursbücher bestellt, unzählige Male unseren Garten in Gedanken umgegraben und umstrukturiert, Samenkataloge gewälzt und glücklich vor mich hingelächelt. 💚
Es wird sicher kein einfaches Jahr, immerhin werde ich weiter arbeiten und für den Kurs sind 40 Stunden/Woche veranschlagt. Andererseits bin ich hoch motiviert, ich kann alle Aufgaben in meinem eigenen Garten durchführen und die Dokumentation/Bilder sowie die Aufsätze werde ich an die Hochschule schicken. Zudem habe ich ja inzwischen einiges an Erfahrung mit Studium und Arbeit ;-)
Ich freue mich darauf, die Perspektive gibt mir Kraft und Mut und wir werden ein Jahr lang sehr viel und leckeres Gemüse essen (und danach hoffentlich jedes weitere Jahr auch...). Das heißt auch, dass der Blog wohl gartenlastiger wird, aber ich hoffe, ihr lest davon genau so gern, wie von meinen Handarbeits- und Küchenprojekten.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Im Zeichen des Kürbis

Fühlt ihr euch heute auch irgendwie aus der Zeit gefallen?! Mir jedenfalls geht es so, auch weil ich mich nach einer extrem anstrengenden, letzten Woche vor den Ferien nun plötzlich im Leerlauf befinde. Gestern wusste ich gar nichts mit mir anzufangen, war unleidlich und unausgeglichen. Dank einer extra langen Nacht fühlte ich mich heute morgen doch deutlich besser und so schwangen wir uns nach dem Frühstück auf die Fahrräder. Puh, war das eisig und windig, aber sonnig!
Unser Ziel war der Botanische Garten, wo diese Woche eine "Kürbisparade" stattfindet. Wir hatten einen ziemlich guten Zeitpunkt gewählt, denn am Sonntagvormittag war noch nicht so viel los.
Gezeigt wurden nicht nur alle möglichen Kürbissorten, sondern auch Besonderheiten wie Bäume, an denen Kürbisse wachsen ;-)
Die ganze Ausstellung war unheimlich liebevoll arrangiert und dekoriert worden. Kleine Infotafeln informierten über die Kulturgeschichte, die Eigenheiten der Kürbispflanze und Rezepttipps.
Mein Herz hüpfte gleich ein bisschen höher, als ich entdeckte, dass es sogar eine Kürbissorte nach Jack O'Lantern benannt gibt. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas intensiver mit dem irischen Taugenichts beschäftigt, da die Sage über seine Taten dem Brauch mit den Kürbislichtern zu Grunde liegt. Ich musste nämlich feststellen, dass meine Schüler zwar nach Herzenslust Halloween feiern, aber so gar nichts über den Hintergrund wissen. Und sinnentleerte Feste sind ja so gar nicht meins...
Da in Schweden die Herbstferien auch "Leseferien" heißen (Dank an den Bildungsminister...) müssen meine Schüler jetzt die Sage über Jack O'Lantern in den Ferien nachlesen. Hihi... :-)
Ich habe den Ausflug mit meinem Mann sehr genossen. Auch die Sonne tat gut, denn die wenigen Sonnenstunden sind schon wieder sehr selten und daher sehr wertvoll! Jetzt freue ich mich auf den "Ausblick" Herbstferien in der kommenden Woche, zum Auftanken und kreativ sein.

Dienstag, 27. Juni 2017

Die Ferien feiern

Heute vor einer Woche hatte ich meinen letzten Schultag. Er scheint unendlich weit weg zu sein, auch wenn ich über das eine oder andere noch nachdenke und schon wieder plane. Diesmal freue ich mich schon richtig auf das neue Schuljahr, aber trotzdem sind die Ferien mehr als notwendig, zum Auftanken und als Zäsur.
Dabei ist mir die erste Ferienwoche gar nicht leicht gefallen. Ich fühlte mich rastlos und gestresst, hatte keine Ruhe mal etwas länger an einer Sache dran zu bleiben. Im Haus und Garten war wahnsinnig viel zu tun, gleichzeitig fühlte ich nur Leere.
Jetzt sind wir am Zielort für die erste Ferienhälfte angekommen und langsam komme auch ich an. Mit dem Kopf und mit der Seele. Der Körper ziert sich noch etwas und signaliert deutlich, dass Erholung und Entschleunigung angesagt sind.
Hier, in meiner Heimat, scheint die warme, warme Sonne. Wir genießen die Wärme und das Licht, das überreiche Grün und den blauweißen Himmel. Auch die lauen, dunklen Nächte sind - im Vergleich zu den nordischen hellen und kühlen - wunderbar. Langsam komme ich in den Ferien an und ich genieße sie mehr und mehr - und feiere sie :-)
Die Torte habe ich für ein Mädchen in Göteborg gebacken, das erfolgreich sein erstes Schuljahr abgeschlossen hat. Die kleine Schwester war nicht minder begeistert und wollte vor allem den Schmetterling ;-)

Freitag, 16. Juni 2017

Plötzlich Sommerferien!

Die letzten Wochen seit den Strohwitwentagen vergingen wie im Flug: Wir haben unseren fünften Hochzeitstag gefeiert (mit einem 3-Gänge-Menü zu Hause, inklusive den letzten eigenen Äpfeln!), Göteborger Verwandtschaft (der Cousin meines Mannes mit Frau und zwei Mädchen) beim Umzug innerhalb der Stadt geholfen, Übernachtungsgäste gehabt, ich hatte mir eine fiese Bronchitis eingefangen, Abschlussausflug mit zwei vierten Klassen in den Wald, Aufräumen des Klassenzimmers, Proben für die Abschlussfeier und...
... plötzlich war der Abend vor dem letzten Schultag gekommen. Ich nähte im Akkord noch 25 Stoffbeutel, die ich mit einem einfachen Gitter versah und...
... mit Dekosteinen befüllte. So kann man eine kleine Beschäftigung für die Ferien immer in der Hosentasche dabei haben.
Weit nach Mitternacht war alles vorbereitet und gepackt, einige Stunden Schlaf, dann fuhr mich mein Mann (ausnahmsweise mit dem Auto) zur Schule. Ich dekorierte das Klassenzimmer, die Kinder kamen, wir feierten noch einen Geburtstag, lösten Sommermatheaufgaben, die Eltern kamen, jedes Kind bekam eine Rose, einen Brief und ein Säckchen, wir Pädagogen bekamen einen schönen "Fresskorb" in Anspielung auf die vielen "Fresskörbe", die die Eltern für unsere zig Ausflüge im Mai und Juni packen mussten,...
... Wir sangen ein Sommerlied und die Nationalhymne auf dem Schulhof, die Sechstklässler, die die Schule nun verlassen, zogen mit der Fahne aus, wir Lehrer räumten auf, ich stieg in die überfüllte Straßenbahn, fuhr heim, stellte meine Taschen und Körbe im Flur ab, legte mich aufs Sofa, schlief bis der Mann kam, und dann trat ich hinaus auf die Terasse.
Ich atmete tief durch, nahm die Holunderblüten wahr, schauten den Wolken zu. Plötzlich waren die Sommerferien da.
Wir Lehrer arbeiten noch bis Mitte nächster Woche mit Nach- und Vorbereitung, aber es ist schon ein ganz anderes Tempo. Heute habe ich mir zudem frei genommen und ich mache nur das Notwendigste und wozu ich Lust habe.
Noch fühlt es sich leer und komisch an, aber ich werde mich schon daran gewöhnen, dass nun plötzlich Sommerferien sind! :-)

Freitag, 12. Mai 2017

Bauernregel Nr. 3


Wenn die Tür im Garten steht,
ein Bauabschnitt zu Ende geht.


Lange war es still hier, quasi eine Zwangspause... Meine Eltern waren hier und wir haben die letzten Wochen mit wunderschönem Frühlingswetter (und auch schon mal 20 Grad!) genutzt, um den vorletzten Bauabschnitt bezüglich der Wiederherstellung des Gartens u.ä. nach den Sickerungsarbeiten durchzuziehen. Vor allem meine Eltern haben dankenswerter Weise mit der Gelassenheit und dem Durchhaltevermögen der älteren Generation Tag aus, Tag ein gewerkelt, während wir mit unserem Berufsalltag und anderen Verpflichtungen jonglierten.
Die Rehe sind jetzt aus dem Garten ausgesperrt, das "Tomatenhaus" steht, das Regal im Vorratskeller wurde optimiert, noch mehr Äpfel wurden verarbeitet, wir führten Gespräche über Gott und die Welt, rieben uns auch mal aneinenander, wie das so ist, wenn zwei Generationen (und zwei Kulturen!) aufeinander treffen, aber die gegenseitige Wertschätzung und Liebe prägte alle Projekte, die angepackt wurden.
Leider fallen die Frühlingsarbeiten im Garten auch so oft mit der intensivsten Phase in der Schule zusammen. In nur einem Monat beginnen für die Kinder schon die Sommerferien (14. Juni), kaum vorstellbar, da uns momentan Mamertus (gestern) und Pankraz (heute) auch noch etwas kühle Polarluft vorbeischicken. Ich habe diese Woche täglich bis abends Eltern-Schüler-Gespräche geführt, unkomplizierte, aber auch schwierigere, die man noch zu Hause mit sich rum trägt.
Nun wird es aber ruhiger und ich hoffe, dass es hier wieder mehr zu lesen und zu sehen gibt. Alles Liebe!

Montag, 17. April 2017

Eigentlich...

... ist ja Rita Schuld daran, dass ich heute am letzten Ferientag meinen Schreibtisch nicht aufräumen konnte.
Seit ich ihre tolle, textile Hauswurz gesehen hatte, wusste ich, dass ich auch so eine (ähnliche) brauche. Ich setzte sie auf meine Kreativliste für die Osterferien. Tja, leider war die zu lang bzw. die Osterferien zu kurz, und so bastelte ich mir heute eine Filz-Hauswurz anstatt den Schreibtisch aufzuräumen.
Leider macht sich so eine schöne Filz-Hauswurz aber auf einem chaotischen Schreibtisch nicht so gut, so dass ich doch noch aufgeräumt habe. Das ganze Arbeitszimmer!
So kann ich mich jetzt doch noch in Ruhe auf Morgen vorbereiten und die Osterferien versöhnt abschließen. Und mein Blick fällt immer wieder auf die Hauswurz, deren Grün mich erfreut und beruhigt ;-)

Dienstag, 21. März 2017

Wenn die Wellen mal höher sind...

Vielen herzlichen Dank für Eure netten, persönligen Kommentare zu meinem letzten Eintrag hier! Es haben mich auch ganz bewegende E-mails erreicht und ich habe mich über jedes Wort gefreut. Und es hat mich berührt, dass meine Worte auch viele andere bewegt haben.
Längst hätte ich auch schon wieder Lust zum Bloggen gehabt, aber dann kamen andere Projekte dazwischen. Normalerweise zeige ich hier nicht so viel von meinem Alltag als Lehrerin, aber in letzter Zeit war echt viel los, was positiv war und ist - und darüber möchte ich berichten:
Ich habe an einem Sonntag ca. 10 kg Knetmasse "gekocht" (nach einem Rezept von der Seite der Zeitschrift Brigitte) und mit in die Schule geschleppt. Dann haben wir daraus die Welt der Wikinger gebastelt. Und da die Erde damals noch flach war, ging das sehr gut auf einem Pappteller. Seht ihr die Esche Yggdrasil im Zentrum?
Zudem waren wir im Museum in der Wikingerausstellung und auch das ging ohne Probleme und fast reibungslos. Das sind die hellen Momente im Leben einer HSU-Lehrerin mit Inklusionsschülern :-)
Ja, und das war unsere hässliche Frontwand im Klassenzimmer. Auf dem Foto nicht so sichtbar, aber zahlreiche Schülergenerationen hatten da schon ihre Spuren hinterlassen.
Ein Eimer "Meeresbrise", zwei engagierte Eltern, ein Sportlehrer, eine Praktikantin und ich haben nun das Klassenzimmer aufgehübscht.
Mit der neuen Wand kommen so frischer Wind, frische Energie und Inspiration ins Klassenzimmer und ich bilde mir ein, dass das Blau auch etwas beruhigend wirkt ;-)

Ich versuche mir die schönen Ergebnisse der letzten intensiven Wochen vor Augen zu halten, wenn es mal wieder anstrengend ist, wenn ich mal wieder mit dem Jugendamt zu tun habe, mit sehr empörten Eltern oder - so wie jetzt - wenn alles zusammen kommt und ich mir auch noch einen Nerv eingeklemmt habe...

Wenn die Wellen mal höher sind, dann denke ich an das ruhige, tiefe Wasser darunter, hole tief Luft, visualisiere die "Meeresbrise"-blaue Klassenzimmerwand ... und denke, dass ich den besten und wichtigsten Job der Welt habe :-)

Sonntag, 12. Februar 2017

Sonntagsfreude 4/2017: Mein neuer Rucksack

Am Sonntag einen Blick auf die vergangene Woche richten: Bild(er), Worte, Gedanken... die ein Lächeln ins Gesicht zaubern, einfach gut tun oder ohne große Erklärung schlicht und einfach eine 
Sonntagsfreude sind :)
Die Sonntagsfreude ist eine Idee von Maria, die bei Rita weitergeführt wird


Es gibt ja verschiedene Lehrertypen, die sich unter anderem durch die Wahl der Tasche unterscheiden: Aktenmappen, Handtaschen, Rucksäcke... Ich gehöre zur Fraktion der RucksacklehrerInnen. Bis jetzt hat ein "Werberucksack" der Uni Stockholm, den mein Mann von seiner ehemaligen Institution bekam, gute Dienste geleistet, aber jetzt begannen sich Nähte zu öffnen und Reißverschlüsse zu schwächeln. Mein Mann wäre aber nicht mein Mann, hätte er mir nicht einen neuen, tollen Rucksack bestellt. Einfach so, als Überraschung. In meinem Lieblingswiesengrün.

Leider muss ich nun aber warten, bis ich den neuen Rucksack einweihen kann, denn wir haben jetzt erstmal eine Woche Ferien, über die ich mich auch sehr, sehr freue. Die brauche ich wirklich!
Und dann wird der grüne Rucksack zu meinem täglichen Begleiter, zumindest bis April - dann wechsle ich zu meiner Fahrradtasche ;-)

Freitag, 3. Februar 2017

Endlich Freitag!

Was für eine Woche! Trotz bester Vorsätze kam ich einfach nicht zum Bloggen, die Schule hatte mich fest im Griff. Ich betreue im Moment eine Lehramtsstudentin, die hervorragende Unterrichtsversuche macht, aber auch Zeit in Anspruch nimmt, viele erkrankte Kollegen, ein furchtbar emotionaler Elternabend, Konferenzen und und und... Gestern kam ich fast nicht mehr nach Hause, ich musste bei einem Kiosk einen Zwischenstopp einlegen, denn ich war total unterzuckert, ausgetrocknet und eine Migräneattacke war auf dem Weg. Daheim fiel ich nur noch aufs Kanapee und erinnere mich nicht mal mehr, wie ich ins Bett kam.

Trotzdem möchte ich keine andere Arbeit. Die Begegnungen mit Menschen über verschiedene Alters- und Kulturgrenzen hinweg sind sehr wichtig für mich und obwohl es nur Kleinigkeiten sind, glaube ich, dass ich einen bestimmten Unterschied bewirken kann. Gerade in solchen Zeiten wie diesen, leisten Lehrer einen wichtigen Beitrag bei der Ausbildung zukünftiger mündiger Bürger, von denen hoffentlich die meisten die freiheitliche, demokratische Grundgesinnung annehmen, die in den Lehrplänen der meisten europäischen Länder verankert ist.

Göteborg hat mal wieder mit bezaubernden Grautönen die Tage "erhellt" und ich kann es kaum erwarten, bis ich auch endlich das Februar-Kalenderblatt umblättern kann und der März sich ankündigt. Im Moment kann ich mir kaum vorstellen, dass ich jemals wieder im Garten arbeiten werde...

Nun denn, ich schulde euch noch einige Blogeinträge, die ich rückdatieren werde, so dass die Reihenfolge hier wieder stimmt. Bitte also hier unten drunter weiter lesen :-)

Montag, 31. Oktober 2016

Halloween kann man feiern oder nicht...

... und es gibt sicher so viele Befürworter wie Gegner, aber wir, d.h. 4 Lehrerinnen und 4 vierte Klassen, haben es am Donnerstag vor den Herbstferien getan. Schweden ist ja an sich ziemlich arm an Jahreskreisfesten und noch ärmer, wenn man schaut, was für die Kinder da ist. Kein Fasching, kein Martinsfest, da erscheint es mir nicht so abwegig, dass man auf den Halloween-Zug aufspringt, denn das Bedürfnis nach Ritualen, Festen und Haltepunkten durch das Jahr wohnt wohl jedem/jeder inne.
Letztendlich kommt es auch darauf an, was man daraus macht. Bei uns war es wohl eher ein "Themafest" und hatte mit dem amerikanischen Halloween nicht so viel gemeinsam...
Ich habe damit begonnen, 120 Mini-Muffins zu backen. Gefärbt mit Lebensmittelfarben, mit Gespensterschleim dekoriert. Dieser hier in den Farben blau, grün und rot wird von Dr.*Oe*tker angeboten, aber wohl nur für den schwedischen Markt, oder?! Es heißt natürlich auch nicht Gespensterschleim, sondern Dekorgelee.
Die Kinder selber durften zwei Kinderhände voll salzige Snacks mitbringen und ein Getränk. In einem Klassenzimmer gab es eine "Disco", ein einem anderen einen Gespensterfilm. Im dritten Klassenzimmer hatten wir "die Kammer des Ekelns", in der man blind in Behältern nach Kuhaugen (Oliven), Würmern (kalte, ölige Spaghetti) und anderem tasten konnte. In meinem Klassenzimmer gab es Bastelangebote mit Papier.
Hätte ich das Fest ganz alleine ausgerichtet, hätte es sicher noch einmal einen anderen Ton bekommen, aber es war gut so. 100 Kinder in 1 1/2 Stunden glücklich zu machen, ist schon logistisch nicht einfach, aber am Ende waren alle zufrieden.
Was mir noch auffiel, war, dass die Verkleidungen sich nur im Schreckspektrum bewegten (Zombie, Figuren aus Gruselfilmen, Skelette usw.). Nun habe ich schon lange nicht mehr in Deutschland gelebt und kann die letztjährigen Trends nicht beurteilen, aber als wir in den USA wohnten, fiel mir auf, dass die Kinder dort oft sehr fantasievolle Verkleidungen hatten, wie Figuren aus Kinderbüchern, oder klassische Figuren wie Prinzessin oder Pirat. Hier glaube ich, gibt es zwei Ursachen in Schweden: Zum einen, wie das Fest eingeführt und etabliert wurde und zum anderen, was in den Geschäften als Verkleidung angeboten wird. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
Und weil ich die Bastelangebote schon mal daheim vorgemacht habe, habe ich mir erlaubt, im Bingo "etwas mit Papier machen" anzukreuzen.
Ich wünsche euch schöne Herbstferientage sowie ruhige Tage rund um den Reformationstag und Allerheiligen!

Samstag, 20. August 2016

Mindfulness mit Kaninchen/Hase

Gestern Abend saß ich erschöpft auf der Treppe ins Obergeschoss.

Eine an sich schöne Holztreppe, bis vor kurzem aber wegen ihrer vermeintlichen Schmuddeligkeit aber kein Lieblingsplatz. Bis ich am Ende der Sommerferien die Muse hatte, sie noch mal ausführlich mit Bürste und Schmierseife zu behandeln. Wie sich heraus stellte, handelt es sich, wie so vieles im Haus, nur um hartnäckigen Schmutz der letzten 20 Jahre. Abschleifen ist völlig unnötig, noch zwei, drei Behandlungen mit der Bürste und die Treppe ist wie neu ;-) Und so sitze ich nun eben öfter abends auf der Treppe und genieße die Abendsonne oder schaue einfach gedankenverloren in den Garten.

Als ich nun eben gestern auf der Treppe saß, dem Hasen* beim Apfelessen zuschaute, gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. Der anstrengende Schulbeginn, der mich mit ungewohnter Heftigkeit überrascht hatte (jaja, auch wenn viele sagen, dass Lehrer viel zu lange frei haben, fühle ich mich nach dem letzten Schuljahr noch nicht wirklich wieder bereit...), hatte sich bereits festgesetzt und verlangte viele Gedankenrunden. Die lange To-Do-Liste fürs Wochenende, um mit Haus und Garten wieder hinterher zu kommen, ratterte gleich hinterher. Die Frustration, über zu wenig Kraft, Energie und Atemlöcher, legte sich wie ein schwerer Mantel über alles. Meine müden Augen blinzelten, schauten hinaus in den Garten, beobachteten die Bewegungen des Tieres, das Kauen, wie es erst von dem einen, dann von dem anderen Apfel probierte und schließlich in den Abend davon hoppelte.
Als ich von der Treppe aufstand, merkte ich, dass die Gedanken zu Ende waren, der Kopf hatte fertig gedacht und ich war ganz ruhig und fiel erschöpft-entspannt ins Bett. Erste Schulwoche geschafft, mit viel Potential für neue Routinen, Möglichkeiten und Chancen.

*In meiner Kindheit hießen alle hasenartige Tiere 'Hasen', deshalb behalte ich das bei, auch wenn es sich hierbei wohl um ein Kaninchen handelt. Experten dürfen sich gerne in den Kommentaren dazu äußern ;-)

Donnerstag, 9. Juni 2016

Hier...

... war es mal wieder sehr ruhig, weil mich die fieseste Erkältung seit langem außer Gefecht gesetzt hat und ich so das lange Wochenende rund um den Nationalfeiertag apatisch auf diversen Liegemöbeln verbacht habe (und zwei Tage noch von der Schule daheim bleiben musste).
Kräutertee am Nationalfeiertag ;-)
... war es mal wieder sehr ruhig, weil ich trotz Rekonvaleszenz wieder arbeite, denn es ist Endspurt: Noch eine Schulwoche für die Kinder, noch zwei für die Lehrerin. Und das nächste Schuljahr wirft schon seine Schatten voraus - ich werde Klassenlehrerin der 4A :-)
... war es mal wieder sehr ruhig, weil ich mir natürlich schon Gedanken übers Mittsommerkleid mache. Die Stoffe sind vorgewaschen, das Konzept steht, jetzt wäre Nähzeit ohne Reizhusten und Kopfschmerzen noch ganz toll.