Montag, 31. Oktober 2016

Halloween kann man feiern oder nicht...

... und es gibt sicher so viele Befürworter wie Gegner, aber wir, d.h. 4 Lehrerinnen und 4 vierte Klassen, haben es am Donnerstag vor den Herbstferien getan. Schweden ist ja an sich ziemlich arm an Jahreskreisfesten und noch ärmer, wenn man schaut, was für die Kinder da ist. Kein Fasching, kein Martinsfest, da erscheint es mir nicht so abwegig, dass man auf den Halloween-Zug aufspringt, denn das Bedürfnis nach Ritualen, Festen und Haltepunkten durch das Jahr wohnt wohl jedem/jeder inne.
Letztendlich kommt es auch darauf an, was man daraus macht. Bei uns war es wohl eher ein "Themafest" und hatte mit dem amerikanischen Halloween nicht so viel gemeinsam...
Ich habe damit begonnen, 120 Mini-Muffins zu backen. Gefärbt mit Lebensmittelfarben, mit Gespensterschleim dekoriert. Dieser hier in den Farben blau, grün und rot wird von Dr.*Oe*tker angeboten, aber wohl nur für den schwedischen Markt, oder?! Es heißt natürlich auch nicht Gespensterschleim, sondern Dekorgelee.
Die Kinder selber durften zwei Kinderhände voll salzige Snacks mitbringen und ein Getränk. In einem Klassenzimmer gab es eine "Disco", ein einem anderen einen Gespensterfilm. Im dritten Klassenzimmer hatten wir "die Kammer des Ekelns", in der man blind in Behältern nach Kuhaugen (Oliven), Würmern (kalte, ölige Spaghetti) und anderem tasten konnte. In meinem Klassenzimmer gab es Bastelangebote mit Papier.
Hätte ich das Fest ganz alleine ausgerichtet, hätte es sicher noch einmal einen anderen Ton bekommen, aber es war gut so. 100 Kinder in 1 1/2 Stunden glücklich zu machen, ist schon logistisch nicht einfach, aber am Ende waren alle zufrieden.
Was mir noch auffiel, war, dass die Verkleidungen sich nur im Schreckspektrum bewegten (Zombie, Figuren aus Gruselfilmen, Skelette usw.). Nun habe ich schon lange nicht mehr in Deutschland gelebt und kann die letztjährigen Trends nicht beurteilen, aber als wir in den USA wohnten, fiel mir auf, dass die Kinder dort oft sehr fantasievolle Verkleidungen hatten, wie Figuren aus Kinderbüchern, oder klassische Figuren wie Prinzessin oder Pirat. Hier glaube ich, gibt es zwei Ursachen in Schweden: Zum einen, wie das Fest eingeführt und etabliert wurde und zum anderen, was in den Geschäften als Verkleidung angeboten wird. Wir werden sehen, wie sich das entwickelt.
Und weil ich die Bastelangebote schon mal daheim vorgemacht habe, habe ich mir erlaubt, im Bingo "etwas mit Papier machen" anzukreuzen.
Ich wünsche euch schöne Herbstferientage sowie ruhige Tage rund um den Reformationstag und Allerheiligen!

5 Kommentare:

  1. Liebe Barbara, auch ich bin kein Fan von diesem gruseligen Halloween-Verkleidungen hier in Deutschland. In New York hat es mich an unsere Faschingsfeste erinnert. Aber ich finde, ihr habt es nett umgesetzt und immerhin konntest du ein Kreuz auf dem Bingo stetzen! Bei mir wir es sehr knapp. Ich schaffe wohl keine 5er Reihe. Ich könnte gut eine Verlängerung bis Nikolaus brauchen!!! Eine schöne erholsame Ferienwoche wünsche ich dir! Elisabeth

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  2. Ich hab's lieber schön als gruselig. Die Ideen mit den Oliven und den öligen Spahetti finde ich genial. Gruuuuuuuuusig!!!!! Iiiiiii. Liebe Grüsse von Regula

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  3. Gerade eben habe ich Kinder und deren Eltern ein Haus weiter gebeten. Wir haben in den letzten Jahren leider unter Vandalismus (Tür mit gefärbtem Rasierschaum eingeschäumt und die Farbe blieb teils im Sandstein, oder Herbst-Deko ist verschwunden) leiden müssen und sind daher gar nicht von diesem amerikanischen Brauch angetan. Eure Variation finde ich aber sehr gelungen und auch gut dosiert;)
    Als Hexe finde ich Dich aber sehr süss;)!!
    Ganz herzlich, Rita

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  4. Hallo und liebe Grüβe aus Amerika, wo wir heute mit den Kindern ein herrliches Halloweenfest feiern durften! Ich finde, ihr habt euch tolle Aktivitäten für eure Schulkinder ausgedacht, die Kuhaugen und Würmer werde ich mir mal notieren. Hier im Mittleren Westen sind die Kostüme der Kinder immer noch sehr fantasievoll und breitgefächert, wenn auch häufig im Prinzessinnen- (Mädchen) bzw. “Superhero”-(Jungs) Spektrum angesiedelt. An der Schule meiner Kinder habe ich heute aber beispielsweise auch Drachen, Meerjungfrauen, einen Paradiesvogel, Dinos, Zauberer, eine Banane, ein Donut und ein Legomännchen-Kostüm gesehen.

    Die Beschwerden meiner Freunde in Deutschland über (vermeintlich!) amerikanische Halloweenbräuche und -aktivitäten (ausschlieβlich Gruselkostüme, Vandalismus, etc.) konnte ich nie nachvollziehen, bis ich letztes Jahr Halloween mal in Deutschland verbracht habe. Ja, die schaurig verkleideten Jugendlichen, die alkoholisiert gröhlend durch die Straβen zogen, die fand ich ehrlich gesagt auch nicht so toll und die Berichte über Vandalismus von Betroffenen auch nicht. Ich würde mir nur eine etwas differenziertere Sichtweise wünschen. Das, was in Deutschland unter Halloween läuft, hat mit dem Halloween, das ich seit nunmehr 10 Jahren in den USA erlebe, nichts zu tun. Es ist hier ein wunderbares Kinderfest, das ich aus meinem Leben nicht mehr missen möchte. Liebe Grüβe nach Schweden und danke für Deinen schönen Blog!

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  5. Das sieht nach einer sehr netten und kindgerechten Feier aus. Ich denke, so wie du schreibst, für Kinder ist es eben ein toller Anlasse zu feiern, und Verkleiden mögen die meisten ja auch. Mir ist auch aufgefallen, dass man in Amerika viele andere Verkleidungen sieht und nicht nur gruslige. Aber bei uns lebt man diese Seite wohl eher im Fasching aus.
    Wünsche nun einen schönen Novemberbeginn.

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