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Freitag, 24. September 2021

Wer bin ich eigentlich? oder Kleider machen Leute?!

 Ja, wer bin ich denn eigentlich jetzt, im Herbst 2021? Natürlich bin ich immer noch die Barbara, immer noch die Vollblutpädagogin, Heldin am Herd mit grünem Daumen im Heimatland des Liebsten... So ungefähr. Die Pägogin ist definitiv müder geworden und die Erweiterung meiner Zulassung um das Fach Textilarbeit hat nicht nur mit der Erfüllung eines Traumes zu tun, sondern auch damit, dass ich der Klassenleitung und der gesamtpädagogischen Verantwortung müde geworden bin. Damit habe ich jetzt die Möglichkeit mit halben Klassen und weniger Druck zu arbeiten.

Wenn ich mir die Frage stelle, wer ich denn jetzt eigentlich bin, dann bin ich vor allem eines, nämlich Mama. Etwas, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet habe, und schon gar nicht mit doppeltem Glück, zweimal kurz hintereinander. Und das ist vor allem auch am Kleiderschrank bemerkbar. Meine drei Fächer sind gut vollgestopft, aber ich habe tatsächlich kaum etwas zum Anziehen. Bis zur ersten Schwangerschaft habe ich im Wesentlichen das gleiche getragen wie Anfang 20 auch, war schlank und fühlte mich noch jung. Dann kam die erste Schwangerschaft mit dem kleinen A und ich hatte immer im Hinterkopf, dass das wohl die einzige bleiben könnte, und habe mir kaum Schwangerschaftskleidung gekauft oder genäht. Als ich mir in der 25. Woche endlich doch bequeme Umstandsunterwäsche kaufte und den Unterschied merkte, kam ich mir ziemlich dumm vor, dass ich es nicht früher getan hatte, aber der Gedanke, dann mit einer Menge Umstandskleidung noch einmal einen Trauer-/Abschiedsprozess durchführen zu müssen, zog sich weiter durch. Genau so war es dann auch mit Kleidung im Wochenbett und während der frühen Stillzeit. Meine Güte, was hätte ich mir unbequeme Situation, Stress und Tränen ersparen können mit einer Investition in etwas praktischere und angemessene Kleidung.

Da habe ich dann glücklicherweise beim kleinen Q etwas nachgebessert und mich auch getraut, aber jetzt 7 Monate nach der Geburt ist meine Kleidungssituation wieder desolat. Dabei geht es in erster Linie überhaupt nicht um Mode oder Chic, sondern ausschließlich um Form und Funktion. Und die ist im Moment nicht gegeben. In meinem Schrank habe ich Kleidung in 4 Kategorien identifiziert:
- Kleidung, die gut 15 Jahre alt ist und a) nie wieder passen wird oder b) gut ausgenutzt wurde und abgenutzt/verschlissen ist
- Umstandskleidung, die jetzt natürlich nicht mehr passt oder total unmöglich aussieht (viel Umstandskleidung wird ja auch mit Stillfunktion versehen und das mag die ersten Monate nach der Geburt ok ausschauen, aber wenn man Langzeit stillt, will man sich ja nicht ewig in unförmige Sachen kleiden)
- Kleidung die noch passt, aber da sie ständig getragen wird, total abgenutzt und mit Flecken versehen ist
- Fehlinvestitionen (ca. drei bis sechs Sachen)

An den zwei Tagen, an denen ich zur Arbeit gehe, stresst mich das zusehends. Denn - wer mich privat/persönlich kennt, weiß, dass ich sehr schlicht und unkompliziert gekleidet bin - nicht einmal eine einfache, ordentliche und passende Grundgaderobe ist noch vorhanden. Und es gibt eine Schmerzgrenze für in was ich mich vor die SchülerInnen (und KollegInnen und evtl. Eltern) stellen mag. 



Deshalb habe ich die letzten Wochen viel gegrübelt, wer ich jetzt -  mit Ende 30 und einem Mama-Körper - eigentlich bin und wie ich mich gerne kleiden möchte. Was brauche ich in meinem Kleiderschrank, um passende, funktionelle und angemessene Kleidung zu haben? Kleidung, die auch meinen Ansprüchen an umweltfreundlich und nachhaltig gerecht wird...

Kaufen kommt für nur wenige Stücke in Frage, diese Einsicht habe ich inzwischen und ich muss mich in meinem Alter auch nicht mehr immer wieder frustrierenden Hoseneinkaufstouren aussetzen. Ich weiß, dass ich 8 cm von der Durchschnittslänge abweiche (also Hosen immer zu lang), dass ich zwischen Hüfte/Oberschenkel und Taille zwei Größen Unterschied und außerdem ein Hohlkreuz habe. Diese Stunden erfolglosen Shoppens kann ich genauso gut in die Anpassung des perfekten Schnittmusters investieren. Die Zeit für Kürzen und Ändern der Hose kann ich ins Nähen stecken. Und so weiter...

Also werde ich mit dem Ausräumen beginnen und die Kleidung weitergeben, wieder verwenden oder ins Sozialkaufhaus geben. Sobald sich ein Babysitter einfindet, werde ich Socken, Strumpfhosen und ein paar Herbstschuhe kaufen.


Und meine maßgeschneiderte Gaderobe werde ich mit einer Hose in Goldbraun beginnen. Da habe ich für meinen Kurs einen sehr schönen GOTS-Baumwoll-Canvas gekauft und da werde ich den Prototypen daraus nähen. Das zeige ich euch dann in einem anderen Eintrag! 


Ich hätte noch ein paar mehr Gedanken, aber meine "Freizeit" ist um ;)

Montag, 17. September 2018

HerbstHandarbeitsbingo: Therapeutische Regenbogendecke

Im September vor 2 Jahren war es nicht mehr zu übersehen, dass beide Nachbarinnen im Winter Nachwuchs bekommen würden. Für mich war das ein ziemlicher Schlag und auch eine Bestätigung, dass der Umzug (neue Umgebung, dauerhaft sesshaft werden) wieder keine Veränderung gebracht hatte. Ich heulte einen Nachmittag lang, dann lud ich zum zweiten Mal (das erste Mal war schon in Stockholm) einen Antrag auf eine gynekologische Untersuchung am Uni-Klinikum herunter, füllte ihn aus und schickte ihn ab. Und ich suchte mir etwas, womit ich meine Hände während einer vermutlich langen Zeit beschäftigen kann.
Nach jedem Arzttermin o.ä. strickte ich ein Quadrat, das ich irgendwann in eine große Decke einarbeiten würde. Eine Decke, in die ich mich einhüllen und verkriechen könnte. Oder in die ich im besten Fall jemand anderes einwickeln und damit wärmen könnte.
Ich schaffte genau 8 Quadrate, bis ich eines unserem Sternchen symbolisch mit auf den Weg geben musste. Und plötzlich war es kein konstruktives Strickprojekt mehr, sondern eines, das mit vielen negativen Gefühlen aufgeladen war.
Das war im September vor einem Jahr.
Ich schloss die Kiste und rührte sie nicht mehr an.
Jetzt ist wieder September und seit einigen Wochen stricke ich wieder Quadrate, die mich wieder bei Arztterminen begleiten, die mich am Abend zur Ruhe kommen lassen, die mir Halt geben. Der Rhytmus des Strickens gibt mir Gelassenheit und Sicherheit, am Faden entlang taste ich mich von Masche zu Masche durch die Tage.
Neun mal neun Quadrate sollen es werden, im besten Fall. Ich stricke mit Finkhof Merinowolle dünn in neun Farben und mit Naturgrau als Umrandung.
Ich habe also ein großes Projekt in Angriff genommen und ich stricke ein Loch-/Lacemuster, aus dem sich die Blumensterne formen, bevor sie von kraus rechts Reihen umrandet werden.
Mir hilft das Stricken ungemein, ich weiß nicht, was ich mit mir anfangen würde, wenn ich die Handarbeiten nicht hätte. Gute Gedanken, Ängste, Reflektionen, Freude, all das stricke ich in meine Maschen ein. Das tut mir sehr gut.
Ob ich am Ende noch ein Bingofeld (nämlich "etwas aus vielen, kleinen Teilen handarbeiten") ankreuzen kann, sei dahin gestellt. Damit ich mir das selbst erlaube, müsste ich nämlich noch unzählige (!) Fäden vernähen, die Quadrate waschen, spannen und zusammenhäkeln. Und Hetzen oder Eilen möchte ich nicht, ich möchte den Rhytmus, der mir so gut tut, beibehalten.

Freitag, 15. Dezember 2017

Die Notbremse ziehen

Heute bin ich krank geschrieben. Nur heute, am letzten Freitag vor den Weihnachtsferien. Nein, ich bin nicht krank im eigentlichen Sinn, keine Erkältung, kein Fieber. Aber meine Seele ist erkältet.
Vor einem Jahr war ich richtig krank. Ich wurde wegen einer mittelschweren Depression 50% krank geschrieben. Ich habe auch fast ein Jahr lang Antidepressiva eingenommen. In der Schule kursier(t)en die wildesten Gerüchte, dass ich ausgebrannt war.
Ich (und ich bin bei weitem kein Einzelfall) war aber einfach so lange traurig, dass es chronisch wurde und wenn man richtig traurig ist, kann man auch nicht richtig arbeiten (schon gar nicht in einer Klasse mit 6 Inklusionsschülern).
Ich hatte Glück, ich habe die richtige Ärztin zum richtigen Zeitpunkt getroffen. Mithilfe der Medizin und einer Psychologin habe ich das Schlimmste überwunden. Und ich will nie wieder in dieses abgrundtiefe Loch fallen.
Jetzt passe ich gut auf mich selber auf. Und wenn ich einen Tag vor Weihnachten ein bisschen traurig sein muss, weil ich an das Sternchen denke und wie das Weihnachtsfest hätte sein können, dann ziehe ich die Notbremse und steige aus dem Schnellzug aus.
Ich habe heute Vormittag einen Spaziergang im Naturschutzgebiet hinter unserem Haus gemacht. Es tat gut, mich bei Tageslicht draußen zu bewegen, niemandem zu begegnen und einfach nur atmen und denken zu können. Dabei kamen mir Ideen zu diesem Blogeintrag. Und ich entschied mich schließlich, dass ich ihn schreiben möchte, dass ich darüber reden möchte.
Ich konnte diesen Herbst ein paar Weichen für mich selbst stellen und ich sehe mit Vorfreude dem Lichtstreif am Horizont entgegen.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Im Zeichen des Kürbis

Fühlt ihr euch heute auch irgendwie aus der Zeit gefallen?! Mir jedenfalls geht es so, auch weil ich mich nach einer extrem anstrengenden, letzten Woche vor den Ferien nun plötzlich im Leerlauf befinde. Gestern wusste ich gar nichts mit mir anzufangen, war unleidlich und unausgeglichen. Dank einer extra langen Nacht fühlte ich mich heute morgen doch deutlich besser und so schwangen wir uns nach dem Frühstück auf die Fahrräder. Puh, war das eisig und windig, aber sonnig!
Unser Ziel war der Botanische Garten, wo diese Woche eine "Kürbisparade" stattfindet. Wir hatten einen ziemlich guten Zeitpunkt gewählt, denn am Sonntagvormittag war noch nicht so viel los.
Gezeigt wurden nicht nur alle möglichen Kürbissorten, sondern auch Besonderheiten wie Bäume, an denen Kürbisse wachsen ;-)
Die ganze Ausstellung war unheimlich liebevoll arrangiert und dekoriert worden. Kleine Infotafeln informierten über die Kulturgeschichte, die Eigenheiten der Kürbispflanze und Rezepttipps.
Mein Herz hüpfte gleich ein bisschen höher, als ich entdeckte, dass es sogar eine Kürbissorte nach Jack O'Lantern benannt gibt. Ich habe mich in den letzten Tagen etwas intensiver mit dem irischen Taugenichts beschäftigt, da die Sage über seine Taten dem Brauch mit den Kürbislichtern zu Grunde liegt. Ich musste nämlich feststellen, dass meine Schüler zwar nach Herzenslust Halloween feiern, aber so gar nichts über den Hintergrund wissen. Und sinnentleerte Feste sind ja so gar nicht meins...
Da in Schweden die Herbstferien auch "Leseferien" heißen (Dank an den Bildungsminister...) müssen meine Schüler jetzt die Sage über Jack O'Lantern in den Ferien nachlesen. Hihi... :-)
Ich habe den Ausflug mit meinem Mann sehr genossen. Auch die Sonne tat gut, denn die wenigen Sonnenstunden sind schon wieder sehr selten und daher sehr wertvoll! Jetzt freue ich mich auf den "Ausblick" Herbstferien in der kommenden Woche, zum Auftanken und kreativ sein.

Sonntag, 22. Oktober 2017

Erinnerungen

Jetzt sind die Herbsttage gekommen, an denen Stürme über der Nordsee den Wind und den Regen aufs Festland peitschen, an denen man das Haus nicht verlassen mag, an denen man Erinnerungen an helleren und freundlicheren Tagen nachhängt.

Gerade heute musste ich oft an einen Ausflug mit einen Eltern denken. Sie waren hier Ende September zu Besuch und wir haben einen schönen Spaziergang auf einer Insel gemacht. In unseren Rucksäcken hatten meine Mama und ich jeweils einen Stricksocken und wir haben die Rast genutzt, um ein paar Reihen weiter zu stricken. Wie gerne wäre ich öfter kreativ mit ihr!
Leider sind die Besuche oft sehr ausgefüllt, es gibt immer auch anderes zu tun. Und auch wenn wir es nur sehr, sehr selten schaffen, gemeinsam kreativ zu sein, so habe ich doch bei jeder Masche und bei jeder Reihe das Gefühl, dass sie mir ganz nahe ist. Denn der Mensch, der uns das Stricken beigebracht hat, ist uns oft ganz nahe. Ich glaube, jede(r) erinnert sich an diejenigen, die mit uns die ersten Maschen gestrickt haben, geduldig, die schiefen Teile zu einem Teddy zusammengenäht haben und so eine besondere Verbindung hergestellt haben. Masche um Masche entsteht aus einem Faden etwas, Masche um Masche verbindet Handarbeit, schafft etwas Wärmendes, Liebe, Verbindungen, Indentität, ja vielleicht auch ein Stück Heimat in der Fremde.
Wer hat euch das Stricken gelernt? Wie waren die ersten Strickerfahrungen? Habt ihr vielleicht jemandem das Stricken gelernt?
Gemeinsam mit meiner Mama in der Natur kreativ sein, das ist eine Erinnerung, die mir heute Kraft gibt, und ich kann ein Kreuzchen im Herbsthandarbeitsbingo machen... 💚

Mittwoch, 13. September 2017

Es sind die Hände...

Es sind die Hände, die das Glück bereiten
und den Kummer vertreiben.
russisches Sprichwort


Dieses schöne Sprichwort habe ich mal bei Rita gefunden und ich musste in den letzten Tagen immer wieder daran denken. Die Trauer und die Traurigkeit verschwinden nicht von selbst, aber Verzweiflung, Wut und Bitterkeit lassen sich sehr gut auf Abstand halten, wenn die Hände beschäftigt sind.
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen.

deutsches Sprichwort

Das ist ein anderes Sprichwort, das mir die letzten Tage untergekommen ist. Ich habe Brot und Apfelschnecken gebacken, herzhafte Soßen und deftige Suppen gekocht, kleinere Gartenarbeiten verrichtet und gestrickt.
Rezept für Barbaras Seelentröster-Apfelschnecken

Für den Hefeteig braucht man
  • 300 g Weizenmehl
  • 200 g Kamut, fein gemahlen
  • 1/2 Würfel Hefe
  • 50 g Butter, geschmolzen
  • ca. 200 ml Milch, handwarm
  • 50 g Kokosblütenzucker
  • 1 Ei
Den Teig etwa eine Stunde gehen lassen. Währenddessen für die Füllung 5 Äpfel in kleine Stücke schneiden und 100 g Honigmarzipan fein hacken. Zimtzucker bereit stellen.
Den Teig zu einem großen Rechteck ausrollen, Marzipan und Äpfel darauf verteilen. Mit Zimtzucker bestreuen. Zu einer Rolle aufrollen und mit einem scharfen Messer in ca. 4 cm breite Stücke schneiden. Mit der Schnittfläche nach oben in eine Form legen (mit Backpapier, manche Äpfelsorten saften sehr) und mit Sahne bepinseln. Bei 180°C etwa 45 Minuten backen.

Sonntag, 9. April 2017

Der Welt den Rücken...

Bei aller Betroffenheit und allem Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer in Stockholm können wir gegenwärtig doch nur den Kopf schütteln und der Welt den Rücken zukehren. Welche Hysterie von den Medien heraufbeschworen wird, welche platten, nationalistischen Phrasen die Regierung ausgibt... das lässt mich am gesunden Menschenverstand zweifeln, die Proportionen scheinen abhanden gekommen.
Wir sind nicht Stockholm und wir sind nicht Schweden. Ich fühle mich nicht bedroht und ich fühle mich auch nicht unsicher. Meiner Meinung nach gelingen diese Anschläge erst (gesellschaftlich; für die betroffenen Individen ist es natürlich furchtbar) durch das, zu was sie von den Medien gemacht werden.
Schon am Samstag haben wir das Radio abgeschaltet und haben Gartenfernsehen geschaut. Außerdem haben wir Beete vorbereitet, Erbsen gesät, einen Pflaumenbaum gepflanzt. Mehr friedliche und zukunftsorientierte Handlung geht nicht ;-)
Wir haben leckeren fairtrade Schwarztee 'Mango Cream' getrunken, Vanillebullar, mit eigenen Himbeeren vom letzten Jahr, auf der Terasse in der Sonne gegessen. Den ersten eigenen Spinat geernet, der Rhabarber ist auf dem Weg in die Küche...
Wir informieren uns, mit so vielen Fakten, wie wir brauchen und für gut befinden. Wir denken kritisch. Wir handeln ökologisch und nachhaltig (im Rahmen unserer Möglichkeiten). Wir wenden der Welt, die so schnell und wuschig geworden ist, den Rücken zu...
Hoffentlich könnt ihr es eben so machen! <3

Montag, 13. März 2017

Nicht immer geht es mir gut, aber ich habe es gut

Dieser März ist kein leichter Monat. Viele Jahre Kinderwunsch sind inzwischen ins Land gegangen und haben ihre Spuren hinterlassen. Die Zeit heilt viele Wunden, aber nicht alle. An manchen Tagen fühle ich mich unschlagbar, könnte Bäume ausreissen, Berge versetzen. An anderen Tagen liege ich auf dem Sofa, beobachte die Vögel ohne sie wirklich zu beobachten. Manchmal schlafe ich kaum vier Stunden, andere Nächte schlafe ich neun Stunden am Stück. Bisweilen stricke ich 20 Runden am Tag, bisweilen rühre ich das Strickzeug drei Tage nicht an. Auf und ab. Auf und an. Ebbe und Flut.

An manchen Tagen scheint die Sonne und lässt uns den Frühling erahnen, kurz darauf schickt uns Väterchen Frost noch einmal einen Schneetag. Manchmal könnte man es schon ein Weilchen auf der Terasse im Windschatten aushalten, manchmal reißt einem der Wind fast die Mütze vom Kopf. Von Zeit zu Zeit weiß ich unendlich viel, was ich am Blog schreiben könnte und möchte, dann wieder fehlen mir die Worte.

Es geht mir nicht immer gut, seelisch und körperlich. Aber ich habe es gut, sehr gut sogar. Ich wohne in einem Haus, das mein Zuhause geworden ist. Ich freue mich über mein Gärtchen, das ich dieses Jahr erweitern werde. Ich genieße die Stunden mit dem Mann im Freien und folge mit den Augen den Singschwänen, die dieses Jahr schon zwei Tage früher als letztes Jahr hier vorbeiziehen. Ich habe gutes Essen und eine erfüllende Arbeit.
Es geht mir nicht immer gut, aber ich habe es gut.
Auf bald!

Mittwoch, 1. März 2017

Yarn Along 4/2017

Today's Yarn Along coincides with the Ash Wednesday. This Lent, I plan to finally finish some projects, both knittning and reading. I guess it will be hard sometimes but at the end it will be a relieve to have accomplished this task. So today, I show you the projects in my Lent project basket:
Knitting: clockwise from the upper left
Reading:
I have chosen 4 books I know that I started reading a while ago and never finished. 
 
Joining Ginny for another inspiring Yarn Along
 
Der heutige Yarn Along fällt mit dem Aschermittwoch zusammen. Mein Fastenvorhaben für dieses Jahr steht unter dem Motto "Sich durchbeissen"... Wie ich am Montag schon angedeutet habe, lief das letzte halbe Jahr nicht ganz so rund, ich habe schwierige Phasen durchgemacht, in denen ich nachsichtig mit mir sein musste. Jetzt nerven mich aber die unzähligen Projektbeutel, alles Angefangene, Unfertige. Ich will den Faden aufnehmen, wo ich ihn fallen gelassen habe, wieder weiter machen. Stricken. Masche für Masche, im Rhytmus des Herzschlags, wie die Wellen, die hier an die Kaimauern schwappen, immer wieder, immer weiter, durchhalten. Und dann hoffentlich die Erleichterung spüren, wenn etwas fertig, abgeschlossen ist. Vielleicht auch mit dieser Fastenzeit eine schwierigere Lebensphase abschließen.
Ob es mir gelingt, weiß ich nicht, aber ich kann es ja mal versuchen. Mich durchbeissen. Und doch achtsam und nachsichtig sein.

Dienstag, 28. Februar 2017

Fernsehfreier Februar - Fazit

Die Zeit verging ja wie im Flug. Heute ist schon der letzte Tag im Februar, offiziell damit auch der letzte fernsehfreie Tag. Ich will ein Fazit ziehen und so manchen Gedanken auch hier für mich selber festhalten.
Heute im Vogelfutterplatz-TV: Das verliebte Schwanzmeisenpärchen
Ich muss ja gestehen, dass ich es nicht konsequent durchgehalten habe. Beispielsweise habe ich mir zwei Faschingssitzungen angeschaut, aber auch die eine oder andere Sendung in Notsituationen. Allerdings habe ich viel sorgfältiger ausgewählt.
Der fernsehfreie Februar hat bei mir ein Nachdenken und Umdenken ausgelöst.
Ich habe das Fernsehen als Quelle für muttersprachliche Populärkultur erkannt, die ich nicht missen möchte, da ich aktiv zweisprachig leben möchte.
Ich habe, angeregt durch einen Leserinnen-Kommentar, eingesehen, dass manchmal Entspannen, einfach Konsumieren, vor dem Fernseher auch sein darf, sein kann, sein muss.
Wie bei vielen anderen Dingen im Leben auch, kommt es auf das Wie, das Was und das Warum an.
Die Fastenzeit beginnt ja dieses Jahr mit dem 1. März. Anlass genug, darüber nachzudenken, wie es weiter gehen wird, mit dem fernsehfreien Leben.
Ganz fernsehfrei nein, viel weniger und bewusster ja. Man sagt ja immer, dass der Mensch 40 Tage braucht um Gewohnheiten zu verändern, Verhaltensweisen nachhaltig anzunehmen. Da sind also 28 Tage Februar viel zu kurz.
Ich nehme meine Vorsätze bezüglich TV-Konsum also mit in die Fastenzeit: Weniger und bewusst ausgewählt. Zwei Tage pro Woche sollen ganz bildschirmfrei werden, also auch ohne Surfen im Internet.
Denn genauso wie den Fernsehkonsum muss ich auch meinen Internetkonsum hinterfragen. Was und wieviel tut gut? Was ist sinnvoll? Wie viele Eindrücke kann ich eigentlich aufnehmen? Wieviel Inspiration braucht der Mensch (ravelry, pinterest)?
Ich werde mir gut überlegen, welche Tage sich als bildschirmfrei eignen und wie ich sie stattdessen gestalten will. Ich bin neugierig und freue mich darauf. Und ich bin darauf gefasst, dass ich auch scheitern kann. Dann versuche ich es nächstes Jahr im Februar wieder ;-)
Liebe Gesa, herzlichen Dank für die tolle Anregung! Es hat mir viel Spaß gemacht!
Schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es darum geht die spannende Fragen zu beantworten: Woher kommt plötzlich der Nebenbuhler im Sturm? Für wen wird sie sich entscheiden?...

Donnerstag, 16. Februar 2017

Fernsehfrei im Februar - Woche 2

Seit dem 1. Februar versuche ich bei Gesas Aktion "Fernsehfreier Februar" mitzumachen. Nun ist wieder eine Woche vergangen und ich will hier kurz berichten, wie es mir damit so geht.
Diese Woche hatte ich Ferien und viiiel Zeit. Ich habe einige Sachen in Angriff genommen und freue mich über diese Dinge, die ich ohne die fernsehfreie Zeit nicht so geschafft hätte:
- den Badezimmerschrank ausgemistet und aufgeräumt
- das Kerzen- und Vasenschränkchen aufgeräumt
- laange ZEITung gelesen
- angefangen, die Rezepte zu sortieren (mehr dazu bald)
- angefangen, das Gartenjahr zu planen
- viel Wolle gewickelt (dazu auch bald mehr)
- mehr gelesen
- viel gekocht und gebacken
Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich mir ein paar Fernseh-Ausnahmen gegönnt habe, z.B. Schwaben weiss-blau, eine Faschings-Fernseh-Sitzung, um auch hier ein bisschen das Gefühl von Fasching zu haben. Morgen werde ich mir zudem die Prunksitzung in Veitshöchheim erlauben, denn das sind quasi die Pflichtprogramme im bayer. Faschingsfernsehen.
Ich überlege nach wie vor, wie ich das mit dem Fernsehen nach dem Februar handhaben will. Ich glaube, dass eine geplante, gezielte Fernsehzeit mehr bringt, als ganz davon Abstand zu nehmen. Die Tipps von euch haben mich sehr angesprochen und ich glaube, dass täglich 30 bis 40 Minuten vertretbar sind, vor allem nicht am Abend, sondern so, wie Franziska letztens kommentierte als Pause zum Abschalten nach der Arbeit, wenn man erschöpft heimkommt, den Kopf noch sehr voll hat. Gerade viel von den zwischenmenschlichen Dingen nehme ich als (manchmal schweren) Rucksack von der Schule mit nach Hause und überlege noch lange. Ein paar Gedanken dazu wären:
Vielleicht das Ganze bewusst als Pause bzw. Fernsehzeit 'zelebrieren', mit Tee und Strickzeug in einem bestimmten Rahmen. Vorher das Angebot durchschauen und sich für eine Sendung an einem bestimmten Tag entscheiden, so dass man nicht scrollt, bis man gezwungenermaßen etwas findet. Einen oder zwei fernsehfreie Tage, mit Hörspielen o.ä. als bewusste "Pausengestaltung".
Viiiel besser als Fernsehen ist im Moment jedenfalls das Unterhaltungsprogramm am Futterhäuschen ;-)