Gesa fragte letzte Woche, wie ich es denn mit unserem Speiseplan handhabe und sie ist nicht die einzige, also will ich nochmal kurz "alles wichtige" rund um unseren Speiseplan zusammenfassen.
Ich habe ihn Anfang des Jahres mit Aquarellfarben auf festerem Papier gemalt und - da ich damals noch kein Laminiergerät hatte - habe ich ihn mit selbstklebender Folie überzogen, so dass er abwischbar ist. Ich beschrifte ihn mit wasserlöslichen Folienstiften, die ich aus Deutschland importiert habe.
Obwohl in Schweden fast alle Lebensmittelgeschäfte auch am Sonntag geöffnet haben, versuche ich die Sonntagsruhe zu halten und spätestens am Samstag einzukaufen. Meist überlege ich mir am Freitag Abend oder am Samstag Vormittag, was ich am Wochenende kochen möchte und was es Schnelles unter der Woche geben kann/soll. Probiere ich neue Rezepte aus, notiere ich mir das Kochbuch und die Seitenzahl, wo ich das Rezept entdeckt habe. Interessanterweise suche ich seltenst Rezepte im Internet. Ich mag das, mich mit einem Stapel Kochbücher auf die Couch setzen und blättern - ein Wochenendritual...
Kriterien für die Rezepteauswahl sind am Wochenende v.a. der Genussfaktor, unter der Woche die Zeit und oft auch was an Lebensmitteln noch da ist und schnell weg muss. Trotzdem kann es eine Woche mal passieren, dass ich eher unökonomisch oder unökologisch einkaufe und koche, weil mich total nach etwas verlangt oder weil ich verplant bin... Zu ersterem muss ich gestehen, dass ich im Moment immer total ausgehungert bin, wenn ich abends heimkomme, da kann es nicht fleischig, fettig und süß genung sein. Zu letzterem - ja, auch in einer versuchsweise gleichberechtigten (halbschwedischen) Beziehung liegt die Verantwortung hinsichtlich Essensplanung zu 90% bei mir.
Eine Umstellung von Deutschland her ist auf jeden Fall, dass die warme Hauptmahlzeit des Tages das Abendessen, schwed. middag, ist. Da wir nur zu zweit sind, koche ich immer für vier und hebe die Reste für das Mittagessen am nächsten Tag auf. Wie transport- und aufwärmtauglich die Gerichte sind, spielt auch eine Rolle bei der Auswahl.
Weil ich im Moment eben so viel Seelenfutter-Bedarf habe, schützt mich der Speiseplan aber auch vor übermäßigem Fleisch- und Fettkonsum und gibt der grünen Küche den Platz, den sie haben sollte. Er hilft uns auch bei der Verteilung der Kochdienste und erspart die überflüssigen "Schatz, was gibt es heute zu essen"-Fragen ;-) Ich mag ihn, den Speiseplan und es ist einfach nur Gewöhnungssache. Es ist auf jeden Fall einen Versuch wert!
Hey!
AntwortenLöschenOh, da freu ich mich aber! :) Ich habe (allerdings auf Schmierpapier) deine Idee aufgegriffen und für diese Woche einen Speiseplan gemacht. Ich habe mich gezwungen, nur Sachen zu notieren, für die ich die Vorräte im Haus oder das Gemüse im Garten habe.. Ich habe nämlich in all dem Arbeits- und Alltagswahn oft das Gefühl "nichts im Schrank zu haben". Dann hüpf ich auf dem Heimweg noch schnell ins Geschäft und hole die 17. Dose Tomaten ;) Also heißt es Vorräte aufbrauchen und bisher (Tag 3) halte ich mich auch vorbildlich an den Plan.
Ziehst du das seit Anfang des Jahres konsequent durch? Wir neigen ja dazu, dann spontan doch mal (böse, böse!) nach einem Tag, der länger war als geplant, den Pizzamann anzurufen oder was schnelles im Ofen zu machen. Und wumms, schon wäre der Plan hinüber. Wobei ich da vermutlich weniger streng mit mir sein sollte, nicht wahr?
Auf jeden Fall werde ich meinen heute beginnenden Geburtstagsurlaub (ja, ich nehme mir um meinen Geburtstag immer eine Woche frei, um den Tag gebührend zu feiern ;) ) dazu nutzen, mir auch einen so schönen Essensplan zu gestalten und zu folieren oder zu laminieren..
Ganz lieben Dank, dass du auf meine Frage so ausführlich eingegangen bist und ganz liebe Grüße nach Schweden,
Gesa
Liebe Gesa,
Löschengenau geht es uns ja auch, seit auch ich Vollzeit arbeite: Als ich den Blogeintrag schrieb, hatte ich mir gerade ein warmes Sandwich einer amerikan. Kette einverleibt. Wenn ich todmüde und hungrig wie eine Bärin nach Hause komme, dann ist der Speiseplan auch mehr Theorie als Praxis. Sei weniger Streng zu dir! Wie du vielleicht auf dem obersten Foto erkennen kannst, gibt es auch mal Pfeile (Sonntag und Montag) oder Fragezeichen (Samstag) usw. Was ich für den Tag geplant hatte, gibt es halt dann erst am nächsten, wenn die Tomaten dann aber schon traurig aussehen, wird die Tomatenquiche auch vorgezogen. Mir hilft der Speiseplan einfach, dass ich nicht ganz den roten Faden verliere, wie du auch schreibst, nicht die Vorräte zu vergessen und dass Fastfood die Ausnahme bleibt. Hab einen feinen Geburtstagsurlaub und lass dich schön feiern! Herzliche Grüße, Barbara (die sich über den Speiseplanaustausch sehr freut ;-) )
Hey! Wo die Speiseplanidee seit zwei Monaten hervorragend funktioniert - und frei nach dem Motto "Never change a winning team" - versuche ich noch mehr Küchenideen von dir abzuschauen ;) Folgendes Problem: bei mir fliegen Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch immer relativ offen und unordentlich in einer Ecke auf der Arbeitsplatte rum. Eigentlich hatte ich einen Tontopf (der aber eigentlich ein Bowletopf ist, sagte zumindest der Trödelladenbesitzer), aber darin schimmeln die Zwiebeln und keimen die Kartoffeln. Wie bewahrst du die drei auf? Kann ich da was von dir abgucken? Liebe Grüße!
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