Zum Wochenende kommt nun also der gewünschte zweite Teil zum Socken stricken. Zunächst hatte Heike hier die Frage nach der Ferse gestellt, die Klara im wesentlichen schon beantwortet hat.
Ich zitiere hier einfach mal: "Ich mache es so: in der ersten
Reihe: eine rechts stricken, die nächste rüberheben (wie zum
Linksstricken aber ohne Strickmanöver...), dann wieder eine rechts
stricken und die nächste wieder rüberheben usw. bis zum Ende der Reihe.
Die
nächste Reihe ist genau andersherum: die erste rüberheben, die nächste
rechts stricken, wieder rüberheben die nächste rechts stricken, usw. bis
zum Ende der Reihe.
Sehr bald sieht man den Effekt, und auch in
welcher Reihe man gerade ist. Die länglicher erscheinenden Maschen sind
die in der vergangenen Reihe nur rübergehobenen Maschen, und die kleiner
erscheinenden Maschen sind die gestrickten gewesen. Dann muss man es in
der aktuellen Reihe einfach andersherum machen: die länglicheren werden
gestrickt, die kleineren rübergehoben.
Hinten ergibt sich ein
schönes Muster: hinter den Maschen die gehoben wurden spannt sich das
Garn, was den wunderbaren Effekt hat, das man zwei Lagen Garn hat und
folglich die Fersenwand schön dicklich ist"
Danke, liebe Klara, für die Erklärung! So mache ich es auch, wenn ich meine dreiteilige Käppchenferse stricke (Sockenlehrgang Seite 3). Wie Klara auch schon meinte, so sieht man bald, welche Maschen abgehoben wurden und so geht das ganz einfach.
Susanne fragte dann letzte Woche wie ich meine Spitze mache. Liebe Susanne, hier kommt meine Antwort für dich :-)
Zunächst stricke ich wie bei den meisten Spitzen bis zum Nagel der kleinen Zehe.
Normalerweise nehme ich dann gleichmäßig in Runden ab, aber dieses Mal kam mein Mann mit diversen Anpassungswünschen, so dass ich letztendlich diese asymmetrische Spitze ausprobiert habe. Das Prinzip funktioniert so, dass man zunächst nur auf einer Seite jede zweite Runde zwei Maschen abnimmt, bis man den großen Zehennagel erreicht hat. Dann nimmt man jede Reihe vier Maschen ab, bis nur noch je 3 Maschen (insgesamt 12) auf den Nadeln sind.
Diesen Abschluss mache ich immer gleich, egal ob ich eine symmetrische oder asymmetrische Spitze stricke: Ich hebe nun die Maschen von zwei Nadeln auf eine, so dass ich zwei parallele Nadeln mit je sechs Maschen vor mir habe. Dabei ist es auch wichtig, dass die Parallele waagrecht verläuft, also in einer Linie mit dem Abnahmeband.
Nun schneide/reisse ich nach etwa 30-40 cm den Faden ab und wende die Socke von innen nach außen. Wie auf der Bilderfolge zu sehen, ziehe ich zunächst die Nadeln ganz in eine Richtung, so dass ich sie leicht in die Öffnung einführen kann, dann schiebe ich sie senkrecht fast ganz durch und ziehe dann den Socken drüber. Wenn man die Enden der Nadeln dann noch durchzieht, aufpassen, dass keine Masche verloren geht. Schließlich auch den Faden durchziehen und fertig.
Dann richte ich das Strickstück so aus, dass die Nadel mit dem Faden zu mir zeigt und ich führe den Faden unter zweiten Nadel durch zur Fadenhalte-Hand. Ich nehme den Faden normal auf und hebe dann mit der rechten Nadel die 1. Masche der hinteren Nadel auf die vordere. Beide ersten Maschen stricke ich nun zusammen ab.
Wenn ich zwei Maschen auf diese Weise abgestrickt habe, ziehe ich wie beim normalen Abketten die rechte Masche auf der rechten Nadel über die linke. Dann stricke ich zwei weitere Maschen zusammen hab und kette eine ab und so weiter bis alle Maschen zusammengestrickt und abgekettet sind. Durch die letzte Schlaufe ziehe ich den Faden durch und vernähe ihn etwas.
Der große Vorteil mit diesem Abschluss ist, dass man auf ganz einfache Weise und in einem Arbeitsgang einen schönen, flachen und haltbaren Sockenabschluss machen kann. Wird der Wulst nämlich zu dick, dann drückt auch das wieder...
Von außen ist der Abschluss fast unsichtbar.
Ich wünsche Euch einen schönen Abend und viel Spaß beim Sockenstricken :-)







Tolle Erklärung, danke dafür :-)
AntwortenLöschenLiebste Grüße zu dir :-)
Schließe mich ebenfalls dankend Polyxena an :-)
AntwortenLöschenViele Grüße
Elena
Vielen Dank für diese ausführliche Beschreibung! Ich habe diese Art der Sockenspitze einmal gezeigt bekommen, habe sie aber alleine daheim nicht mehr "hibrocht". Als ich Deinen post wegen der Dunkelheit in Schweden gelesen habe, viel mir ein Vortrag ein von Thomas Janscheck, den ich mal im Bauernhausmuseum Amerang gehört habe. Er erzählte von den Lichtfesten im Winterhalbjahr, angefangen mit dem Martinszug, Lucia, Weihnachten, bis hin zu Maria Lichtmess, und er meinte, diese Lichtfeste würden einen über die dunkle Jahreszeit tragen, und helfen diese besser auszuhalten. Ein schöner Gedanke... Ich wünsche Dir ganz viel Licht...
AntwortenLöschenLG Susanne aus Oberbayern
Liebe Barbara, dein Timing ist perfekt. :)) Die verstärkte Ferse hab ich gut hinbekommen und gerade jetzt tauchte das Problem mit der Spitze auf - Wie krieg ich den Abschluss so hin, dass es schön aussieht und nichts drückt? (Bei den letzten Socken gab es leider entsprechende Beschwerden) - Die Lösung ist ja so einfach - einfach deinen Blog lesen. Das nenne ich praktische Hilfe im Alltag. :) Vielen Dank für die ausführliche und so hilfreich bebilderte Anleitung.
AntwortenLöschenIch habe im Fernsehen gestern eine Dokumentation über den Winter in Schweden gesehen. Stockholm wartete bei den Drehtagen offensichtlich ausschließlich mit nasskaltem Schmuddelwetter auf. Da hab ich gleich an dich gedacht. EIner der Tipps war, sich eine Tageslichtlampe zu besorgen und die ganz oft anzumachen. Du glaubst es nicht, in dem FIlm wurde über die Bewohner eines Dorfes berichtet, die sich in einem unbenutzten Kuhstall einen Traumstrand gestaltet haben. Unmengen von feinem Sand auf dem Boden, Südsee-Fototapete an den Wänden und viele ganz starke Scheinwerfer an der Decke. Die saßen da locker in Badesachen bei 35°C im Liegestuhl - mitten im WInter. Es wurde allerdings betont, dass die Leute sich in die Stromkosten reinteilen :)) - die müssen ziemlich hoch sein, denke ich.
Also, Südsee-Feeling muss man sich offensichtlich leisten können, aber eine Tageslichtlampe wäre ja vielleicht schon mal ein Anfang ;)
Liebe Grüße, Heike
Liebe Heike,
Löschenwie lustig, dass du diese Doku jetzt gesehen hast. Ich habe sie hier im Februar schon mal empfohlen http://sechziggradnord.blogspot.de/2014/02/samstags-schnipsel.html
Nein, über Stromrechnungen denkt man hier nicht wirklich nach...
Danke für den Tipp mit der Tageslichtlampe (auch an dich, Christine!), ich überlege es mir mal. Da ich tagsüber ja immer in den Schulen bin, sehe ich im Moment grad nicht so viele Einsatzmöglichkeiten...
Herzliche Grüße, Barbara
Oh, den HInweis hatte ich wohl überlesen. Bloß gut, das man sich auf die ständigen Wiederholungen im TV verlassen kann. ;)
LöschenDas Schöne an Tageslichtlampen ist, dass man sie auch ganz wunderbar abends beim Lesen oder Stricken anmachen kann. :)) Während ich das hier schreibe, fällt mir ein, dass ich mit meinem Sohn mal fast 4 Wochen zur Lichttherapie mit Vollspektrum-Tageslicht- Lampen musste. Da war er noch ganz klein, der WInter schrecklich lang und er hatte einen Infekt nach dem anderen. Er fand das "voll blöd" eine Stunde vor einer Glühlampe rumzusitzen. Aber es hat geholfen. :) Das besondere an diesen Lampen ist, dass sie das Lichtspektrum des Sonnenlichtes nachempfinden. Der Körper spürt das und reagiert darauf positiv. Das können normale Lampen nicht. Du solltest nur darauf achten, dass es wirklich Lampen mit Vollspektrum-Tageslicht sind. Es gibt auch welche, die nennen sich Tageslichtlampen, nur weil sie besonders helles weißes Licht abgeben. Da fehlen aber die entscheidenden Teile des Sonnenspektrums. Daher hat dieses Licht dann leider keine positive Wirkung bei sich anbahnenden oder schon vorhandenen Winterdepressionen.
Vielleicht gibt es in dieser Woche doch noch mal ein paar echte schwedische Wintersonnenstrahlen nur für dich. Ich drück mal die Daumen. :)
Liebe Grüße, Heike