Die liebe Rita hat mich gefragt, ob ich nicht ein bisschen mehr über das Stricken mit zwei (oder mehr) Farben schreiben könnte. Gerne! :-)
Zunächst möchte ich ein bisschen Orientierung im Begriffs-Wirrwarr schaffen. Ich verwende hier ganz bewusst den Ausdruck zweifarbig stricken, da Namen wie Fair Isle oder Norweger nicht nur die zweifarbige Stricktechnik bezeichnen, sondern auch für eine ganz bestimmte Art von Mustern stehen. Die oben gezeigten drei Bücher finde ich ganz ansprechend und hilfreich, wenn man sich orientieren und inspirieren lassen möchte.
Hier sieht man ganz gut die Unterschiede anhand von drei Projekten und einer Anleitung aus den Büchern. Oben links sieht man einen sogenannten Bohus-Pullover, wie sie an der Westküste Schwedens typisch sind. Charakteristisch ist der einfarbige Körper, der dann mit einer Passe mit ineinander fließenden Formen und Farben abschließt. Rechts oben ist ein Beispiel aus Nordic Knits, das dem norwegischen Strickstil sehr nahe kommt, ebenso wie die Strickjacke links unten, die ich als "echte" Norwegerjacke bezeichnen würde. Mit geometrischen Musterbordüren (oder Passen) und zwischendrin Streumuster. Die Norwegermuster haben oft große Zwischenräume, die lange Fadenwege auf der Rückseite des Strickstücks erfordern. Fair Isle hingegen besticht durch in sich gemusterte und vielfarbige Muster, allerdings immer nur mit maximal zwei Farben pro Reihe, der Farbenreichtum eines Strickstücks kann aber sehr umfassend sein.
Die Technik, die ich heute kurz aus meiner Erfahrung und Sichtweise besprechen will, ist also zweifarbiges oder zweifädiges Stricken, das in den regionalen Strickarten wie Norwegermuster oder Fair Isle häufig benutzt wird.
Eine ganz wichtige Sache für mich ist, dass ich mir die Knäuel rund abwickle, so dass das Garn einfach und leicht zur Verfügung steht und ich nicht rumziehen und rumzuppeln muss.
Damit mir die Knäuel nicht davon rollen, lege ich sie in zwei Schüsseln. (Es gibt übrigens ganz wunderschöne Garnschalen, z.B. hier) Die Musterfarbe liegt links, die Hintergrundfarbe rechts, so wie ich die Fäden auch auf den Händen habe.
Ich stricke nämlich mit zwei Händen. Das funktioniert so am Besten für mich. Mit dem Faden links in der Hand ist das ohnehin die europäische oder deutsche Strickweise. In Amerika bzw. im englischsprachigen Raum hingegen wird das Garn rechts gehalten. Es erfordert einige Übung (ich 'übe' seit 2011), aber es ist so toll, wenn man es kann.
Den rechten Faden lege ich um die Nadel und ziehe dann die Masche durch. Sehr schön gezeigt wird das in diesem (englischsprachigen) Video. Dort wird auch erklärt und gezeigt, wie man die Fäden einwebt, wenn man sie über mehrere Maschen ziehen muss. Dann wird auch die Rückseite schön und wollig dicht.








Oh, das ist ja mal interessant für mich, habe ich doch noch nie ernsthaft mit zwei Farbben gestrickt. Da ich beide Strickarten beherrsche (auch in Frankreich und in der Türkei hält man den Faden rechts) müßte das eigentlich ganz gut klappen. Das Video ist zusätzlich hilfreich. Bin gespannt, ob ich erfolgreich sein werde. Jetzt muß nur noch schnell ein neues Projekt her. Vorher gilt es aber noch etwas anderes zu vollenden.
AntwortenLöschenLiebe Grüße.
Zweihändig?! Das ist mir völlig neu! Das muss ich dringend probieren. Ich stricke bisher mit Strickring, was auch ganz gut klappt.
AntwortenLöschenDanke für den Tipp und glg
wow, sehr interessant! ich versuche gerade mit zwei fäden zu häkeln, mal probieren, ob ich deinen tipp da auch anwenden kann!
AntwortenLöschendas garn sieht wunderbar flauschig aus!
lieben gruß, susi
Das ist wahre Kunst!!!
AntwortenLöschenToll :)
Das ist ja lieb, ganz vielen Dank für Deine Erklärung. Das muss ich unbedingt ausprobieren! Bei Dir sieht es so leicht aus und die Wolle ist wunderschön! Die Technik kannte ich so noch nicht, ich hatte immer etwas Respekt vor 2 Fäden um einen Finger....
AntwortenLöschenGanz lieben Dank, damit werde ich mich demnächst beschäftigen;)!!
Herzlich, Rita
Liebe Barbara, vielen Dank für deine Tips und den EInblick in dein Können. Ich stricke gerade an einem Pullover für meinen Mann (übrigens mit Finkhof Garn, du hast es so oft erwähnt, dass ich neugierig wurde). In dem Pullover möchte ich auch eine Passe einarbeiten, die zweifarbig wird. Ein Muster habe ich noch nicht. Nichts kompliziertes. Ich glaube, ich habe die Fäden lieber beide an der linken Hand am Zeige- und Mittelfinger. Mal sehen, wie das klappt!!
AntwortenLöschenLiebe Grüße,
Kathrin
Liebe Barbara, der Pullover für meinen Mann ist fertig. Ich danke dir noch einmal für den Einblick und die Ermutigung zum freifarbigen Stricken!
LöschenHier kannst du mal schauen, wenn du magst:
http://meeresrauschenausderferne.blogspot.de/2016/06/winterschaf-yarn-along.html
Liebe Grüße,
Kathrin
Liebe Barbara, hab vielen Dank für den Link und die Tips, wie du zweifarbig strickst. Ich werde es tatsächlich bei Gelegenheit mal versuchen, auch die rechte Hand zu benutzen. Zur Zeit benutze ich solch einen Aufssteckfingerhut, bei welchem ich mehrere Fäden durch so Ösen laufen lassen kann.
AntwortenLöschenMal sehen, ob ich deine Methode auch erlernen kann.
Liebe Grüße sendet dir
Christine