Heute ist mein zweiter Ferientag und endlich komme ich dazu, den geplanten Eintrag über meine Strickfrustration zu schreiben.
Das ist die Quelle allen Übels: Ein Norwegerpullover für meinen langen, mageren Mann (es liegt nicht an meiner Kochkunst...). Seit 2012 (!) habe ich die Wolle schon, Finkhof Merino dick.
Als Muster war ursprünglich das linke vorgesehen, vom norwegischen Strickriesen D*rops, aber wie so oft stimmt hier das Muster nicht ganz bzw. ist nicht logisch und undurchdacht. Zumindest in Schweden hat das Unternehmen sich letztens auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nicht nur ein Schal, der einem von Martina Behm extrem ähnlich war, sondern auch wollene Unterhosen von Maja Karlsson wurden kopiert. Kommentare oder Anfragen an das Unternehmen wurden ignoriert bzw. gelöscht. Große Strickbloggs wie Kammebornia haben Aufrufe gestartet und zumindest ein gewisses Bewusstsein in der (schwedischen) Strickcommunity geschaffen.
Plan B war nun ein anderes Muster. Ich habe mich für diesen Herrenpullover entschieden. Das Muster ist gut verständlich und logisch, aber meine Maschenprobe stimmte nicht. Jetzt wurde der Pulli zu eng. Beim ersten Versuch wurde der Körper unten zu breit, um die Brust rum zu eng, die Armlöcher zu kurz.
Versuch 2: Die Maschenprobe für die Größe XS stimmte, ich habe für die Länge 4 Musterwiederholungen zugegeben, aber jetzt ist eben alles zu eng.
Habt ihr einen Tipp zur Maschenprobe? Macht ihr Maschenproben? Das ist für mich ein ständiger Grund zur Frustration, denn es stimmt nie mit dem Strickstück überein. Entweder wird es dann zu locker oder zu fest.
Ich werde jedenfalls beide auftrennen und irgendwann wieder neu starten. Aber nicht jetzt gleich.
Ein bisschen Stricklust gab es hier allerdings auch, denn der Pippi-Pullover für mein Patenkind ist endlich fertig. Fast hätte der Pulli so lange gedauert, dass er nicht mehr gepasst hätte (deshalb auch noch mit D*rops-Muster), aber plötzlich wurde der 2. Ärmel doch noch fertig. Die Wolle ist von Onion, ein Gemisch aus Nesselfaser und Bio-Wolle mit sehr schöner Haptik, kratzt auch nicht.
Ich habe improvisiert und mehr Maschen unter den Armen für die Ärmel angeschlagen, so dass das Kind sich auch bewegen kann.
Der Pulli ist inzwischen in Dresden angekommen (falls ihr Dresden-BewohnerInnen ein kleines freches Mädchen mit dem Pulli seht, das ist mein Patenkind...) und hat schon für viel Freude gesorgt.
Guten Tag!
AntwortenLöschenJa das mit den Maschenproben, die dann trotz waschen einfach nicht mit dem grossen Strickstück übereinstimmen, kenne ich leider auch. Habe kürzlich einen Merinopullover für meinen grossen Mann gestrickt. Nach der Wäsche war er bestimmt 10 cm länger....obenrum sitzt er noch einigermassen und um den Bauch sieht er aus wie ein Kartoffelsack. Was habe ich mich geärgert! Um nochmals den ganzen Körper zu stricken, fehlt mir die Geduld.
Auch bei Modellen für mich habe ich häufig Probleme, dass mir die Stück trotz Maschenproben und Ausmessen am Schluss über die Schultern zu eng sind. Gute Erfahrungen habe ich mit Raglan von oben Modellen gemacht, die kann man zwischendurch auch mal anprobieren.
Liebe Grüsse aus der Schweiz
blumenstern
Hallo Barbara, bitte nicht auftrennen, ich denke über eine Lösung nach.
AntwortenLöschenIch würde Seitenteile in rot oder rot mit grauen Punkten machen, damit wird auch das Armloch größer. Eventuell kannst du einen konischen Keil stricken.
Die Maschenproben stimmen bei mir auch leider nie, trotz waschen.
Ich bin jetzt dazu übergegangen, dass ich nur mehr von oben runter stricke und zwar nach Jutta von Hinterm Stein, da kann man zwischendurch probieren.
https://www.ravelry.com/patterns/sources/design-von-hinterm-stein/patterns
Ich weiß nur nicht, ob sie auch für Männer etwas hat.
Für Kinder rechne ich schon auch um.
So einen Pipi Langstrump Pulli werde ich meiner Enkelin auch stricken.
Also mit Bedacht die nächsten Schritte bei diesem schönen Pulli setzten.
Alles Liebe und weiterhin good knit.
Schöne Grüße aus Österreich
Wane
Wie niedlich ist das denn?!
AntwortenLöschenLiebe Barbara, der Pippi-Pullover ist ein TRAUM ...
Habe gerade Lust bekommen mir den in meiner Größe zu stricken ...
Herzliche Grüße
Jutta
So geht das eben manchmal Freu dich am gelungen Pippi Pullover. Der ist wirklich super schön. Strickst du noch einen blauen Schal dazu? Liebe Grüsse von mir
AntwortenLöschenHallo Barbara,
AntwortenLöschenoh, wie ich Dich verstehen kann. Meine Handstulpen waren viel, viel zu locker. Erst dünnere Nadeln, dann vier Maschen weniger und dann hat es gepasst. Aber ich habe so oft aufgerippelt, dass die Stulpen wohl schon fertig gewesen wären.
Dein Pippipulli ist super. Ich konnte mich erst gar nicht mehr daran erinnern, aber klar, das war der Pulli im Schnee mit dem blauen Tuch ums Haar! So toll!
LG zu Dir
Manu
Liebe Barbara
AntwortenLöschenOh wie schade, deine Pullover sehen so wunderschön aus.Der Pippipullover ist der Hammer, einfach toll :-))
Habe gerade das gleiche Problem.
Habe auch einen Pullover gestrickt und nach dem ersten Waschen ist er nun etwas mehr als 13 cm länger. Ich werde ihn nun aber trotzdem tragen nun als "lang" Variante. Maschenprobe mache ich nun wohl nicht mehr :-(
Hoffe, dass du noch eine andere Lösung als ausziehen hast.
Liebe Grüsse
Doris
Hallo Barbara,das ist frustrierend wenn man so viel Zeit investiert wie du bei dem Pullover für deinen Mann und dann ist das Ergebnis nicht so wie man es erwartet.Ob dein Pippipullover auch bei Erwachsenen gut aussieht?Vielleicht probiere ich es mal.Schöne Restferien und sei ganz lieb gegrüßt Elke
AntwortenLöschenOh und ich dachte immer, ich wäre die einzige mit den so nicht übereinstimmenden Maschenproben... Eine Zeitlang habe ich überhaupt keine Maschenproben mehr gestrickt sondern gleich losgelegt. Aber bei Schals und Socken (mit genauer Anleitung) ist das ja auch nicht so ein Problem.
AntwortenLöschenAktuell rechne ich immer noch an meinem grauen Wollpulli herum, wahrscheinlich wird das ganz einfach einer in XL zum Drüberziehen, obwohl er doch etwas figurnaher sein sollte :-(
Und den Pippipullover finde ich toll!
LG aus den Niederlanden,
Mühlenmeisje
Oh ja, dieses Problem kenne ich auch. Die Maschenproben sind einfach zu klein. Das große Strickstück verändert sich, weil es schwerer ist. Ich stricke meistens in der Runde, weil ich nicht gerne nähe. Ich stricke immer noch von unten nach oben. Wenn ich ca. 20cm gestrickt habe, nehme ich den Pullover auf 2 Rundnadel, lege ihn glatt hin und messe Länge und Breite. Danach wird diese Strickstück im Waschbecken gewaschen und wenn es ganz trocken ist, erneut gemessen. So sehe ich genau, was sich verändert hat. Wenn es dann wirklich zu groß ist, muss ich nicht alles wieder auftrennen. Und wenn es zu klein ist, kann man oft noch ein paar Maschen zunehmen und den Pullover retten.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Christine
Ich mache keine Maschenprobe, stricke aber immer zuerst einen Ärmel an. Je nachdem ob der Körper rund gestrickt wird oder in Reihen, stricke ich den Ärmel genauso und messe dann aus. Stimmt es, habe ich einen halben Ärmel fertig, stimmt es nicht, muß uch nur einen halben Ärmel auftroddeln.
AntwortenLöschenDeine beiden Pulloveranfänge sehen aus, als ob sie sich in der Fadenspannung ziemlich unterscheiden, was an der Dichte des Musters liegen könnte und dann wiederum die Maschenprobe beeinflußt.
Hallo, ich mache tatsächlich immer eine Maschenprobe, messe aber auch beim Stricken immer wieder nach und passe dann bei Abweichungen an. Finde die Maschenprobe auch gut, um mich mit der Wolle vertraut zu machen. Deine Strickstücke sind sehr schön!
AntwortenLöschenHallo Barbara,
AntwortenLöschenich stricke auch viel mit Finkhofwolle und habe für meinen Mann 2 Pullover, einmal Isländer, einmal Norweger, gestrickt. Die Proportionen habe ich von Elizabeth Zimmermann, das Elizabeth-Percentage-System EPS genommen, das Fair-Isle Muster von den jeweiligen Vorlagen. Maschenproben stimmen nur, wenn sie genauso wie später gestrickt werden, also für diese Pullover in der Runde, mit Einstrickmuster, danach waschen. Finkhofwolle wird bei mir um ca. eine Masche kleiner, d.h. bei 2.5mm Nadeln glatt rechts mit Merino dünn habe ich vor dem Waschen 26M/10cm danach 27M/10cm. Manche Bücher, z.B. Philosophers Wool, empfehlen zuerst den Ärmel zu stricken, EZ empfiehlt eine Mütze zu stricken. Bei mir ändert sich die Spannung auch während des Strickstücks, neulich habe ich eine Jacke weggegeben, weil ich die Ärmel viel enger als den Körper gestrickt habe, obwohl beides flach mit denselben Nadeln gestrickt wurden.
Mein Fazit bisher: MaPros lügen nicht, wir stellen ihnen nur die falschen Fragen.
Liebe Gruesse
Judith
P.S. Danke, dass du deinen Blog weiterführst, er ist ein Ruhepunkt und eine ruhige Quelle.
Hej Barbara,
AntwortenLöschenerstmal bin ich hin und weg von den Socken: der Pipi Pulli ist ja wahnsinnsgenial geworden (ausser Harry Potter bin ich auch noch weltgrösster Pippi Verfechter!) Klasse! Das Ärgernis mit dem Strickpulli kann ich gut nachvollziehen, aber ich denke, das du das bestimmt hinbekommst :0) ich hoffe, es geht dir gut? ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)